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FC Eilenburg e.V.
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Kalenderblätter von Nordsachsens größtem Fußballverein aus über 100 Jahren Geschichte
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Pleiten, Pech und Pannen stehen nicht nur für die Bauvorhaben Stuttgart 21 oder BER. Auch in Eilenburg gab es in den 90er- Jahren ein kommunales Großprojekt, bei dem trotz seinerzeit viel vorhandenem guten Willen eine Menge falsch lief und bis heute wenig Handlungsbedarf zur Korrektur gesehen wird. Heute auf den Tag ist es genau ein Vierteljahrhundert her, dass in Eilenburgs teuerster Sportstätte der Stadtgeschichte der erste Spatenstich erfolgte. In der vom ersten frei gewählten Eilenburger Bürgermeister nach der Wende, Herbert Poltersdorf (CDU), gehaltenen Rede am 10.12.1993 hieß es: „Es ist an der Zeit, für die jüngeren Generationen Voraussetzungen zu schaffen. Es ist aber auch eine Würdigung und Unterstützung unserer Sportler.“ Auch die weiteren Anwesenden am damaligen Festakt wie der Referatsleiter des Staatsministeriums, Dr. Peter Potrawke, oder der heutige FCE-Ehrenpräsident Gerd Stephan waren hochoptimistisch.

Leider ließ sich die Euphorie für Sachsens erstes gefördertes Sportzentrum nach der Wende nicht während der gesamten Bauphase aufrechterhalten. Eine Vielzahl von Unwägbarkeiten und Planungsfehlern eines aus den „alten Ländern“ empfohlenen Planungsbüros ließen zunächst die Kosten rasant ansteigen. Ein dreiviertel Jahr nach Baubeginn stand sogar das Gesamtprojekt auf der Kippe. In der Stadtratssitzung im Oktober 1994 brachte die damalige PDS-Fraktion das Thema „Stadionneubau“ erneut auf die Tagesordnung. Letztlich kam es wegen der gehäufter Planungsfehler zu einer Kampfabstimmung über die Frage, ob das Stadion in der Schlossaue überhaupt weiter gebaut werden soll oder nicht. Um einen Fraktionszwang auszuschließen, wurde sogar in geheimer Wahl abgestimmt. Die Entscheidung fiel denkbar knapp: Am Ende stimmten 12 Stadträte für und 12 Stadträte gegen den Stadionneubau. Die Stimme des damals neuen OBM Hubertus Wacker (Bündnis 90/ Grüne) gab letztlich den Ausschlag.

Die eklatanten Planungsfehler wurden ausgewertet und im Sommer 1995 der zuständige Planer entlassen. Hubertus Wacker wurde damals wie folgt zitiert: "Wir haben nicht ohne Grund den Planer gewechselt. Mit der Auswahl des Planers hatte die damalige Verwaltung kein glückliches Händchen gehabt. Was da auf dem Papier stand, war in vielen Dingen nicht realistisch und nicht nachvollziehbar. Dadurch mussten in der Bauphase viele Hausaufgaben nachgeholt werden." Nach der hierdurch erzwungenen Bauphase von fast einem weiteren Jahr, die sich später durch diverse Brandstiftungen noch weiter verlängerte, mussten erhebliche Abstriche am ursprünglich geplanten Leistungsumfang vorgenommen werden.

Die noch 1993 vom damaligen Präsidenten des Leichtathletikverbandes Sachsen, Prof. Bernhardt, angekündigten „interessanten Sportwettkämpfe“ für die Arena konnten jedenfalls nie in der angedachten Form stattfinden, da die Eilenburger Anlage, ursprünglich als Schulsport- und Leichtathletikstadion ausgelegt, hierfür nach diversen Streichungen letztlich nicht mehr die Vorgaben erfüllte. Anstelle der angedachten acht entstanden lediglich sechs Laufbahnen. Ebenso fiel die geplante Tribünenüberdachung, die nicht nur den Zuschauern der Veranstaltungen annehmbare Bedingungen schafften sollte, sondern zugleich als Schutz für die in diesem Bereich besonders den Wind- und Witterungseinflüssen ausgesetzte Bausubstanz gedacht war, komplett dem Rotstift zum Opfer. Gleiches galt für die Sitzstufen rund um den Stadionwall, die die Stadt im Realisierungsfalle über eine Million DM gekostet hätten. Schließlich entstand in Abwandlung zum ursprünglichen Bauplan für das hinter dem Hauptspielfeld geplante Trainingsfeld nunmehr nur noch ein Kleinspielfeld von 27 x 45 Metern.

Mit diesen Einschränkungen konnte letztlich das Projekt weitergebaut und fertiggestellt werden. Bis zur Übergabe im Sommer 1997 waren insgesamt 31 Firmen am Bau beteiligt. Fast die Hälfte davon kam aus Eilenburg. Rund 76.000 Kubikmeter Erdreich wurden bewegt und 990 Kilogramm Grassamen verbraucht

Die Baustelle war finanziell kein Ruhmesblatt. Anstelle der ursprünglich geplanten Baukosten von 4,5 Millionen DM wurden unter dem Strich trotz der Einschränkungen 12 Millionen DM ausgegeben, wobei 2,8 Millionen auf die Erschließungskosten im Bereich Mühlenstraße und Röhrenweg entfielen. Der Freistaat förderte den Bau mit rund 4,1 Millionen DM, das Regierungspräsidium Leipzig die Erschließungsarbeiten mit 2,4 Millionen DM. Eröffnung war dann im Jahr 1997, ab 1998 ist der FC Eilenburg Pächter.

In den vergangenen Jahren bemühte sich unser Verein immer wieder, Eilenburgs führendes Sport- Aushängeschild zumindest etwas aufzuwerten. Die beiden Tribünenüberdachungen wurden 2012 und 2015 mit nur geringer, der teure Austausch der Sitzplätze 2017 gänzlich ohne kommunale Unterstützung errichtet. Die Stadt sanierte zudem nach einem im Jahr 2014 getroffenen Beschluss in der Folge die Tartanbahn.

Dennoch ist der Sanierungsstau, vor allem durch die Planungsfehler am Anfang, erheblich. Die Schäden am Baukörper, bedingt auch durch die letztlich über fast 20 Jahrzehnte fehlende Überdachung, können nur mit viel Geld und dem Willen zur Erhaltung eingegrenzt oder gar beseitigt werden. Leider konnte die Große Kreisstadt hierzu trotz einiger Anstrengungen in den letzten zehn Jahren nur sehr marginal beitragen, was unter Umständen vielleicht auch an den sachsenweit geltenden Eigenbeteiligungen zur Sportstättenförderung gelegen haben mag. Wir laden jedoch die heutigen Stadträte und Verantwortungsträger der Verwaltung ein, einen für viele von ihnen weitgehend unbekannten Flecken unser Lieblingsstadt (neu) kennen zu lernen, koordinierte Schritte für die Zukunft abzustimmen und so gemeinsam mit uns dem weiteren Verfall entgegen zu wirken.
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09.12.18
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Das Kurt-Bennewitz-Stadion war aufgrund seiner zentralen Lage bei den Eilenburgern Zeit seines Bestehens äußerst beliebt. Nach dem Krieg entschied sich die sowjetische Generaldirektion der SAG ECW für den Bau eines neuen Stadions für eine Fläche gleich neben dem Werk, die vor und nach dem Krieg zur Gemüsegewinnung verwendet wurde. Wie in der damaligen Zeit nicht unüblich basierte die Errichtung auf einem „gemischten“ Fundament. Neben dem Einsatz staatlicher und betrieblicher Finanzmittel hatten die Eilenburger bis zur Errichtung des großen Sportplatzes insgesamt 7.032 Arbeitsstunden erbracht, um punktgenau die bereits seit längerem für den 21.09. 1952 geplante Eröffnung überhaupt realisieren zu können.

Die Einweihung des Kurt-Bennewitz-Stadions am 21.09.1952 erfolgt aus fußballerischer Sicht an einem historischen Wochenende. Einen Tag später trägt die DDR-Nationalmannschaft in Warschau ihr erstes offizielles Länderspiel gegen die Volksrepublik Polen aus. Eigentlich steht in der Vorbereitung auch der Eilenburger Werner Meuche im erweiterten DDR-Kader. Statt in Warschau glänzt er jedoch am Tag zuvor in seiner Heimatstadt mit drei Toren gegen den Oberligisten Einheit Pankow. Getoppt wird er allerdings vom Pankower Ginzel, der in dieser Begegnung sogar fünfmal traf. Auch deshalb verlieren die Eilenburger vor fast 3.000 Zuschauern gegen die zwei Spielklassen höher angesiedelten Berliner, bei denen der Ex-Eilenburger Gottfried Weber eine Halbzeit im Tor steht, mit dem eher ungewöhnlichen Ergebnis von 5:6. Auf Eilenburger Seite treffen neben Werner Meuche noch Hans „Fit“ Gröbner und Lothar Hettmank.

Am Folgetag des Einweihungsspiels finden weitere sportliche Veranstaltungen und natürlich der Festakt statt, bei dem der Bruder des Namensgebers die Weihe durchführt. Von einer Fertigstellung des Stadions kann indes keine Rede sein, auch wenn die „Fußball-Woche“ am 04.11.1952 meldet, dass die „Bezirksligamannschaft der BSG Chemie Eilenburg jetzt auf dem herrlichen Rasen des Kurt-Bennewitz-Stadions spielt, das kürzlich eingeweiht wurde und ein wirkliches Schmuckkästchen darstellt“. Durch das Eröffnungsspiel und die am darauffolgenden Tag stattgefundenen Massenübungen wird vielmehr die mühsam angewachsene Rasenfläche im neuen Stadion irreparabel zerstört, so dass die Aufnahme des „allgemeinen Sport- und Spielbetriebes“ erst für das Frühjahr 1953 geplant werden kann. Bis dahin laufen die Arbeiten auf Hochtouren. So teilt der BSG-Vorstand in einem Schreiben vom 23.10.1952 an die ECW-Kulturdirektion mit, dass es die BSG als ihre Aufgabe ansieht, die Fertigstellung bis zum Frühjahr des Folgejahres sicherzustellen. Als vordringlichste Aufgabe noch im Jahr 1952 werden die Umzäunung der Gesamtfläche und die Anpflanzung von 300 Pappeln angesehen.

Der vom 20.11.1952 datierende Finanz-Voranschlag der BSG für das Jahr 1953 macht weitere Kostenpositionen deutlich. Bei einem Gesamtetat von DM 500,00, die Instandsetzung eines Sportplatzes in der Kastanienallee mit DM 2.600,00 und die Herrichtung zwei Tennisanlagen mit DM 5.000,00 veranschlagt. Der für alle Anlage zuständige Platzwart soll jährlich DM 3.000,00 erhalten.

Auch die Fußballer beteiligen sich am Neuaufbau. Nach der Kritik wegen der überschaubaren Teilnahme während der ersten Bauphase verpflichten sich die Männer um Hans Gröbner und Werner Meuche für das Jahr 1953 pro Kopf zu 30 freiwilligen Arbeitsstunden. Im Frühjahr 1954 schließt sich hieran eine weitere Verpflichtung vom 100 Stunden der Männer- und 60 Stunden der Jugendfußballer, vorrangig für die Durchführung von Aus-schachtarbeiten, an.

Die BSG erhält darüber hinaus vor Ostern vom Bezirkskomitee für Körperkultur- und Sport aus dem Lotto-Toto-Fonds einen Betrag von DM 22.000,00, mit dem die Herstellung der Umkleide- und Waschräume realisiert werden soll.

Damit nimmt das Stadion neben dem Chemie-Werk immer mehr Konturen an.


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23.09.18
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Auch beim zweiten Eilenburger Länderspiel der Geschichte blieb das Ilburg- Stadion für die deutsche U18 Nationalmannschaft ein gutes Pflaster. Nach dem 3:2- Erfolg der DFB DFB-Junioren von vor sechs Jahren gegen Rußland trennte sich das Team von DFB- Trainer Guido Streichsbier von der gleichaltrigen Mannschaft der Équipe de France de Football am 23.03.2018 unter Flutlicht mit 2:2. Beide deutschen Treffer vor ca. 1.600 Zuschauern (davon 1.404 zahlend) in der Muldestadt erzielte John Yeboah vom VfL Wolfsburg. In den Tagen vor dem Match sorgten dabei über 60 fleißige Helfer nach Schneefällen von fast 20 cm dafür, dass das Spiel wie vorgeschlagen ausgetragen werden konnte. Am Rande der Begegnung wurde der Verein übrigens für seine erfolgreiche Nachwuchsarbeit geehrt. Unser Verein erhielt einen Scheck über 1.200,00 Euro in der Halbzeitpause als Bonuszahlung im Rahmen des DFB- Talentfördersystems für gute Nachwuchsarbeit. Hintergrund waren die Nominierungen und mittlerweile fünf Länderspiele unseres ehemaligen Kleinfeldkickers Anton Rücker in den Altersklassen U16 und U17. Für Anton, der dieser Ehrung im Beisein seines damaligen Nachwuchstrainers und heutigen FCE- Nachwuchskoordinators Mike Trybusch beiwohnte, schloss sich der Kreis. Vor sechs Jahren, beim ersten Eilenburger Länderspiel gegen Rußland gehörte er noch zu den Einlaufkids.

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20.07.18
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1949: In Eilenburg wird nach dem Krieg wieder Fußball gespielt. Nach der Qualifikation für die damalige Landesklasse Sachsen- Anhalt, nach der Zonenliga die höchste Spielklasse, entschließen sich die Verantwortlichen, für den erstmals ausgetragenen FDGB-Pokal im Jahr 1949 zu melden. Dabei sind Mannschaften, die sich schon für die Zonenliga qualifizierten, für den „Wettbewerb der Mannschaften der volkseigenen Betriebe“ nicht zugelassen. Insgesamt nahmen 193 Betriebssportgemeinschaften der damaligen SBZ am insgesamt fünf Monate dauernden neuen Wettbewerb teil. Dieser wird zunächst auf Landesebene ausgetragen.

In Sachsen-Anhalt gibt es dabei im Vorfeld jede Menge Favoriten. Die Eilenburger zählen jedoch nicht dazu. Dennoch zeigt sich die Fortschritt-Mannschaft im Sommer 1949 überraschend stark, obwohl das „Sport-Echo“ am 25.07.1949 schreibt, dass „den (am FDGB-Pokal) beteiligten Mannschaften etwas viel zugemutet (wurde), so daß es kein Wunder war, daß diese einen mehr oder weniger ermüdeten Eindruck hinterließen.“

Die Eilenburger schlagen in der Runde der letzten Acht auf neutralem Platz im Dessauer Schillerpark Ende Juni 1949 die Mannschaft der BSG Alte Neustadt Börde Magdeburg mit 1:0. Im Halbfinale, ebenfalls in Dessau ausgetragen, trafen Hans Gröbner per Foulelfmeter und Toni Pikarek beim 2:1 gegen die SG Genossenschaften Halle, den Nachfolger des VfL Halle 96, so dass
überraschend der Sprung ins erste Pokalfinale unseres heutigen Nachbarlandes gelingt. Allerdings geben ihr dort sämtliche Experten keine reelle Siegchance. Zu stark, zu überlegen wird die Mannschaft von Waggonbau Dessau um den Torschützen vom Dienst, Franz Kusmierek, eingeschätzt.

Dennoch fahren am Finaltag, dem 03.08.1949, mindestens 1.000 Eilenburger mit nach Halle in die „Kampfbahn am Zoo“, die heutige Spielstätte des VfL Halle 96. Während die Mannschaft mit ca. 30 Leuten den betriebseigenen Holzvergaserbus benutzen darf (neben den Spielern, die beim jedem Pokalspiel Fahrtkosten und jeweils 7,50 Mark aus den Mitteln des austragenden Kreis-sportbundes erhielten, waren auch Funktionäre und leitende Werksangehörige an Bord), stellen stellen das ECW-Werk und andere Eilenburger Betriebe für die Zuschauer beplankte LkW´s zur Verfügung. Überliefert ist weiter, dass ein Eilenburger Fußballheld der 1920er Jahre, der Vorwärts-Halbrechte Alfred Schräpler, sich gemeinsam mit einigen Freunden mit dem Fahrrad nach Halle aufmachte.

Nach unterschiedlichen Quellen sind an diesem Mittwochabend zwischen 4.000 und 6.000 Zuschauer anwesend. Die Eilenburger haben das Handicap, dass sie auf Stürmer Toni Pikarek, einen „Kämpfer mit Mumm und einem starken Schuss“ aufgrund einer Verletzung verzichten müssen. Das Spiel steht unter der Leitung des Eislebener Schiedsrichters Schebera.

Bereits nach 10 Minuten führt Dessau. Dann jedoch gleicht der erst 19-jährige Meuche nach einer halben Stunde aus. Heinz Lohse erhöht nur drei Minuten später zur verdienten Eilenburger Führung. Werner Meuche, im Sport-Echo als „der schnelle und entschlossene Vollblutstürmer“ gefeiert, machte in der 74. Minute mit seinem zweiten Treffer den Sack endgültig zu. Die Eilenburger tra-gen sich als erster Landespokalsieger in die Annalen der Fußballgeschichte ein.

Mit dem Pokalsieg qualifizieren sich die Schützlinge von H. Carolin und P. Köditz ebenso wie die Dessauer für die Runde der acht besten Betriebssportmannschaften der sowjetischen Besatzungszone. Neben dem Pokalsieg winkt den drei Besten noch die Qualifikation für die neugegründete DS-Zonenliga, den Vorläufer der DDR-Oberliga.

In der Zwischenrunde, wie die Runde vor dem Halbfinale offiziell heißt, müssen Werner Meuches Männer an die Kernberge zur BSG Zeiss Jena. Am 07.08.1949 verliert man dort jedoch mit 1:3 und scheidet aus dem Pokal aus. Das „Thüringer Volk“ schreibt am 09.08.1949, dass 6.000 Zu-schauer von der Eilenburger Mannschaft schwer enttäuscht wurden. Fortschritt ist nicht nur aus dem Pokal ausgeschieden, sondern auch in punkto DS-Zonenliga aus dem Rennen. Der Verein wird die Südstaffel der Landesklasse Sachsen-Anhalt, die zweithöchste Spielklasse der SBZ, eingegliedert.

Besser ergeht es übrigens den „Verlierern“ aus dem Landespokal: Waggonbau Dessau besiegt am gleichen Tag VP Potsdam mit 6:3, eliminiert eine Woche später im Semifinale das in Leipzig ausgetragen wird, die Jenenser mit 2:0 und erringt am 28.08.1949 im Kurt-Wabbel-Stadion gegen die BSG Gera-Süd (u.a. mit dem späteren DDR-Nationalcoach Georg Buschner) durch ein Kusmierek-Tor den ersten FDGB-Pokalsieg der DDR.


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03.12.17
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1912 bestehen in Eilenburg bereits mehrere Fußballvereine. Der wichtigste von diesen ist der FC Eilenburg 1908, der im Jahr 1909 und 1910 diverse Gesellschaftsspiele auf dem Schützenplatz vor dem Alten Schützenhaus (später Jugendklubhaus) oder auf dem Sportplatz „Neue Welt“ austrägt, so z.B. am 20.06.1909 gegen den FV Wettin Wurzen I (1:3) oder am 19.07.1909, als der SC Düben mit 10:0 nach Hause geschickt wird. Gar 35:0 gewinnt man am 22.09. 1910 gegen den FC Torgau.

Am 14. April 1912 , einem Sonntag, treffen sich acht Gründungsmitglieder im Restaurant „Torgauer Höhe“ und gründen den „Fußballklub 1912“.
Zum Vorsitzenden wird der Älteste und eifrigste Verfechter gewählt – der 17-jährige Kaufmanns-lehrling Georg Bräunig, damals wohnhaft in Eilenburg, Dübenerstraße 8. Er stiftet zugleich den ersten Ball und die ersten Tore, was auf eine durchaus gesicherte Herkunft schließen lässt. Zum Vergleich: Ein „kompletter“ Ball aus Rindsleder kostet damals 12,50 M. Demgegenüber liegt beispielsweise der Bruttotageslohn eines Eilenburger Produktionsarbeiters bei einem Zwölfstundentag zur gleichen Zeit bei 2,30 M.

Schnell findet man vor allem junge Gleichgesinnte. Zuspruch finden die Gründer vor allem bei den in Eilenburg ansässigen höheren Lehranstalten, Realgymnasium und Seminar. Mit Nachdruck muss nach einer geeigneten Spielstätte gesucht werden. Bald wird der Platz jedoch erneut zu knapp. Entsprechende Gesuche an die Stadt bleiben zunächst erfolglos. Erst durch die Vermittlung des damaligen Leiters der gewerblichen Fortbildungsschule, Herrn Lieboldt, wird dem Verein ein Platz zur Verfügung gestellt. Langwierige Verhandlungen führen zum ersten in der Muldestadt bekannt gewordenen „Fußballsponsoring“. Der Ziegeleibesitzer und Stadtrat Bruno Hädrich stellt eine Wiese zur Verfügung, die nach Überlieferungen „keinen Wunsch offen ließ“.

Mit dem sich nach und nach erweiternden Spielverkehr stellt sich kurz darauf doch die Beitrittsfrage zu einem anerkannten Verband. Ende des Jahres 1913 hat der Verein immerhin vier komplette Mannschaften mit 41 Mitgliedern, so dass die Anmeldung beim V.M.B.V. mit Sitz in Leipzig – Neustadt erfolge kann.
Neben dem Gründungs- und späteren Ehren-vorsitzenden Georg Bräunig gehören unter anderem drei seiner Familienangehörigen (Artur, Wilhelm und Hugo Bräunig), Wilhelm Gröbner (Großvater des Montreal-Olympiasiegers Wilfried Gröbner) und Hugo Köckeritz zum angemeldeten Personenkreis.
Die Aufnahmeerklärung der Eilenburger wird vom 1. Vorsitzenden des V.M.B.V., Paul Albrecht, und von dessen Geschäftsführer, Konstantin Riso, am 11.12.1913 in den „Amtlichen Bekanntmachungen“ der Zeitschrift „Mittel-deutscher Sport“ veröffentlicht.

Aus formeller Sicht gestaltet sich der Beitritt sehr überschaubar: Mit der Erstveranlagung hat der Verein ein Eintrittsgeld von 10 M zu zahlen . Erstmals zur II. Serie 1913/1914 müssen vom Verein zudem Mitgliedsbeiträge (pro Kopf 25 Pfennig) gezahlt werden. Sportlich ist es jedoch nicht ganz so einfach.
Da eine Aufnahme im sogenannten „Elbe-Elster-Gau“ vorgesehen war, werden die damals obligatorischen „Aufnahmespiele“ gegen die Mannschaft von Preußen Torgau, den Meister dieses Gaues, angesetzt. Die hierüber erzürnten Eilenburger überrollen den dortigen Primus jedoch in zwei Spielen mit 7:0 und 8:1.

Nach einem erfolgreichen Protest gegen die Zuordnung zum „Elbe-Elster-Gau“ wird der F.-C. 1912 Eilenburg in den sehr viel stärkeren Spielbetrieb des Gaus Nordwestsachsen eingegliedert, dem er bis zu dessen Auflösung im Jahre 1933 angehört.




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03.12.17
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Im Bezirkspokalwettbewerb erreicht die BSG Chemie Eilenburg in der Saison 1977/1978 das am 10.06.1978 ausgetragene Finale, in dem das Team auf dem Krostitzer Sportplatz gegen die Vertretung von Lok Delitzsch antreten muss. Dabei sah es zunächst nach einer geruhsamen Veranstaltung für die Chemiker aus. Die Eilenburger hatten gegen den alten Rivalen aus der Loberstadt über eine Stunde lang das Spielgeschehen vor über 1.200 Zuschauern klar im Griff und führten durch Tore von Frank Hobusch, Jürgen Zwiener und Hans-Joachim Hobusch (2x) sicher mit 4:0.

Dann jedoch drehten die Delitzscher auf und holten noch in der regulären Spielzeit durch vier Tore in der letzten halben Stunde den nicht mehr für möglich geglaubten Ausgleich heraus.

In der Verlängerung fällt das schönste Tor des Tages. Der spätere erste Grün/Weiß-Trainer nach der Wende, Andreas Uhlitzsch, stößt auf der rechten Bahn fast bis zur Grundlinie vor und gibt den Ball nach innen, wo Rainer Geidel mit einem Hechtflugkopfball das entscheidende 5:4 markiert. 29 Jahre nach dem Landespokalsieg von Fortschritt Eilenburg gelingt es damit einer Eilenburger Mannschaft, wieder einmal einen überregionalen Pokalsieg in die Muldestadt zu holen.

Auf dem Siegerbild zu sehen sind: Sektionsleiter Gert Mieth, Wießner, Zwiener, L. Schu-mann, Uhlitzsch, G. Rentsch, Geidel, Lutz Spalteholz, R. Fritzsche. Unten: V. Weiß, D. Fritzsche, H. Bernhardt, H.-J. Hobusch, F. Burckhardt, F. Hobusch, Sett. Unten der 38-jährige Spielertrainer Achim Hobusch, der nach dem Pokalsieg seine Spielerkarriere beendet.
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03.12.17
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"Oh, wie ist das schön ..." - so wurde am 24.05.2004 von den begeisterten Fußballfans des FC Eilenburg im Ilburg-Stadion gejubelt. Die Sensation war perfekt: Schon drei Spieltage vor Saisonende konnte sich der bisherige Landesligist, trainiert von Martin Polten, über den Aufstieg in die Oberliga freuen.
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03.12.17
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24.05.2012. Ilburg- Stadion. Ein Spiel, zwei Nationalmannschaften, drei Ex-Nationalspieler, vier ganz große Objektive am Spielfeldrand. Eilenburg im Bann des U18-Länderspiels Deutschland - Russland, das die Jungs des damaligen Trainers Christian Ziege 3:2 (0:2) gewannen. Gastgeber FC Eilenburg begeistert mit einer reibungslosen Organisation, 1720 Fans mit fairem Applaus für beide Teams. Reporterlegende Gert Zimmermann spricht im Anschluss von "Werbung für Eilenburg".
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03.12.17
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Der Volksmund sagt: „Wenn mehr als drei Deutsche zusammenkommen, gründen sie einen Verein“. Am 14.04.1912 trafen nicht sich nur drei, sondern acht Sportkameraden in der ‚Torgauer Höhe‘ und hoben den FC 1912 Eilenburg aus der Taufe.

In mehr als 100 Jahren, einer Zeit, in der unsere Stadt von vielen gesellschaftlichen Veränderungen, zwei Weltkriegen und verheerenden Hochwassern heimgesucht wurde, erlebten die Eilenburger Fußballer eine Vielzahl von Höhen und Tiefen. Auch wenn die ganz großen Erfolge ausblieben: Die vielen tausend Kicker des vergangenen Jahrhunderts konnten doch das eine oder andere Mal gehörig auf sich aufmerksam machen, sei es während der großen Zeiten der Vorwärts-Fußballer in den 1920er Jahren, sei es beim Kursachsentitel 1943 der Reichsbahn Turn- und Sportgemeinschaft, beim FDGB-Landespokalsieg 1949 der BSG Fortschritt, beim Bezirkspokalsieg 1978 der BSG Chemie oder beim Landesmeistertitel 2004 und den darauf folgenden fünf interessanten Oberligajahren unseres heutigen FC Eilenburg.

Ein Jahrhundert Fußball in Eilenburg – allein diese Zeitspanne ist Grund genug, mit Stolz zurückzublicken. Der FC Eilenburg beging im April 2012 das Jubiläum bewusst mit einem Programm unterschiedlichster Veranstaltungen für groß und klein.
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03.12.17
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Am 10.06.2017 konnte der FC Eilenburg zum zweiten Mal nach 2004 die Ehrung als Sachsenmeister entgegennehmen. Nach der Verbandsehrung im Ilburg- Stadion wird die große Ehrung am Abend in Anwesenheit von OBM Ralf Scheler auf dem Marktplatz unserer Großen Kreisstadt Eilenburg unvergessen bleiben.
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03.12.17
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