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Verein zur Förderung und Integration Polnischer Kinder in der Berliner Gesell. e.V.
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KONZEPT 2017
Inhaltsverzeichnis
1 Darstellung der Einrichtung .
1.1 Rahmenbedingungen und Umfeld der Kinder 3
1.2 Die Geschichte der Kita....................................3
1.3 Der Träger .........................................................4
1.4 Räumlichkeiten .................................................4
1.5 Personelle Besetzung........................................5
1.6 Gruppenformen..................................................6
1.7 Tagesablauf........................................................6
1.8 Aktivitäten...........................................................7
2 Pädagogisches Profil der Einrichtung................. 8
2.1 Bild vom Kind .....................................................8
2.2 Rolle der Erzieherinnen .....................................8
2.3 Das besondere Profil der Kita............................8
2.3.1 Zweisprachige Erziehung................................8
2.3.2 Montessori-Pädagogik .................................. 9
2.4 Integration von Kindern mit Behinderung .......10
3 Bildungsbereiche und ihre Umsetzung im Alltag 11
3.1 Gesundheit .......................................................11
3.2 Soziales und kulturelles Leben .......................12
3.3 Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel .................................................................................13
3.4 Mathematik......................................................13
3.5 Natur-Umwelt-Technik ....................................14
3.6 Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien....................................................................14
4 Methodische Umsetzung...................................17
4.1 Projektarbeit.....................................................17
4.2 Beobachtung und Dokumentation .................17
4.3 Sprachlerntagebuch.........................................18
4.4 Fortbildungen der Erzieherinnen .....................19
5 Gestaltung von Übergängen ...............................20
5.1 Eingewöhnung...................................................20
5.2 Vorbereitung auf den Schuleintritt...................22
6 Elternarbeit ...........................................................23


1 Darstellung der Einrichtung
1.1 Rahmenbedingungen und Umfeld der Kinder
Unser Kinderladen Maluch befindet sich in einem ruhigen und gepflegten Bereich im Bezirk Moabit in der Stephanstraße. Der Stephan-Kiez ist ein dicht besiedelter Einzugs-bereich mit teilweise sehr repräsentativen Altbauhäusern und bietet eine verkehrssi-chere Umgebung für unsere täglichen Spaziergänge zu nahegelegenen Spielplätzen. In der Nähe befinden sich ein großer Park mit Schwimmbad und zwei Spielplätze, die re-gelmäßig von uns besucht werden. In unserer Einrichtung betreuen wir Kinder, die sowohl im Tiergarten als auch in weiter entfernten Stadtteilen wohnen.
Da wir eine deutsch-polnische Kindertagesstätte sind, kommen in unsere Einrichtung viele Kinder mit polnischer bzw. deutsch-polnischer Herkunft. Kinder deutscher oder anderer Nationalitäten machen etwa 50% aus. Die Dauer der Betreuung eines Kindes richtet sich nach den von den Eltern und vom Amt genehmigten Betreuungsumfang.
Gemäß der Betriebserlaubnis betreut der Kinderladen Maluch in der Regel 28 bis maxi-mal 30 Kinder im Alter von einem bis sechs Jahren, die in zwei Gruppen aufgeteilt sind.

1.2 Die Geschichte der Kita
Der deutsch-polnische Kinderladen Maluch wurde als Kita im Jahr 1986 von engagierten deutschen und polnischen Eltern sowie Erzieherinnen ins Leben gerufen. Ziel war es, die Integration polnischer Kinder in die Wahlheimat zu erleichtern und zu fördern sowie die noch nicht lange in Deutschland lebenden Eltern zu unterstützen. Vorausgegangen war die Gründung des Vereins zur Förderung und Integration polnischer Kinder in der Berliner Gesellschaft e.V., der bis heute der Träger des Kin-derladens ist. Mit viel Mühe und Kraft seitens der engagierten Eltern entstand der Kindergarten. Es dauerte über ein Jahr bis die Idee der deutsch-polnischen Einrichtung umgesetzt war. Vom Juni 1986 bis Mitte der 90-er Jahren befand sich der Kindergarten in der Perleberger Straße 31, dann zog der Laden in die größeren Räume in der Stephanstraße 17 um, in der er sich bis heute befindet.
1.3 Der Träger
Der Verein zur Förderung und Integration polnischer Kinder in die Berliner Gesellschaft e.V. ist der Träger der Kita ‚Maluch‘.
Der Verein besteht aus der Mitgliederversammlung und dem Vorstand. Der Vorstand wird durch die Mitgliederversammlung auf zwei Jahre gewählt und übernimmt alle Trä-gerfunktionen der Kita Maluch. Dieser besteht aus mindestens drei, höchstens fünf Per-sonen. Konkret setzt sich der Vorstand aus dem Vorsitzenden, zwei Stellvertretern und gegebenenfalls ein oder zwei weiteren Mitgliedern zusammen. In ihm sind Eltern und Erzieher vertreten. Alle sechs Wochen finden Vorstandssitzungen statt, bei denen wich-tige Tagespunkte besprochen und Entscheidungen getroffen werden. Mit dem Abschluss des Betreuungsvertrages erklären die Eltern gleichzeitig ihren Beitritt als Mitglied in den o.g. Verein und erkennen die Satzung an. Die Mitgliedschaft endet automatisch mit der Beendigung des Vertrages.

1.4 Räumlichkeiten
Der Kinderladen befindet sich im Erdgeschoss und verfügt über eine Fläche von insge-samt 170 qm, die in ihrer Aufteilung optimale Bewegungsfreiheit für die Kindergruppen bietet, bestehend aus drei Gruppenräumen, einem Vorzimmer mit Sandtischkasten, einem großen Flur, Büro, Küche, Bad, WC, sowie Abstellkammer und Keller. Die Räume überzeugen durch außergewöhnliche Deckenhöhe. Dadurch war es uns möglich zwei Hochebenen zu bauen, die den Kindern kleine und gemütliche Rückzugsbereiche mit niedriger Deckenhöhe bieten.
Die Räume sind so gestaltet, dass die Kinder vielfältige Erfahrungen sammeln und ihren Bedürfnissen nachgehen können. Folgende Bereiche und Funktionen stehen zur Verfü-gung:
- Kreativbereich
- Rollenspielbereiche, z.B. Puppenecke, Bauecke, Verkleidungsecke
- Kuschelecken
- Leseecke
- Gesellschaftsspielecke
- Forscherecke
- ‚Mal-Ort‘
- Montessori-Bereich
- Sandtischecke
- Sport- und Bewegungsecke (mit Sprossenwand)

Die unterschiedlichen Bereiche sind mit offenen Regalen ausgestattet, die den Kindern freien Zugang zu diversen Materialien ermöglichen und die Lust zum Vergleichen, Füh-len, Gestalten und Experimentieren fördern. Spiegel und Spiegelkacheln geben den Kin-dern die Möglichkeit sich selbst und andere zu beobachten.
Neben dem Büro und der Küche, steht den Kindern ein großes Bad mit Fenster zur Verfügung. Das ist auch der Treffpunkt für das gemeinsame Zähneputzen. Hier haben sie auch die Möglichkeit mit Wasser zu experimentieren.

1.5 Personelle Besetzung
Das pädagogische Team besteht aus zwei deutschen und drei polnischen Erzieherinnen. An Ausflugstagen werden wir meistens noch durch eine polnische Erzieherhelferin un-terstützt. Einmal pro Woche übernimmt ein Musikpädagoge die musikalische Früherzie-hung in unserem Kinderladen. Das Essen wird von einer polnischen Köchin täglich frisch in unserem Kinderladen zubereitet, die die Kinder immer wieder mit gesunder Kost zu überraschen weiß. Für die Sauberkeit sorgt eine Reinigungskraft. Darüber hinaus organisieren wir zwei Mal im Jahr einen Putztag, an dem uns ebenfalls die Eltern unterstützen. Unsere Einrichtung bietet auch einen Platz für ein/einen Praktikanten/in oder andere projektbezogene Helferin. Durch die hohe Zahl an Mitarbeitern/-innen sorgen wir für einen weit über die Anforderungen des Senats hinausgehenden Personalschlüssel.
Eine der Erzieherinnen übernimmt die Rolle der Kita-Leitung und ist für die Gestaltung der pädagogischen Arbeit, Organisation und Verwaltung der finanziellen Mittel zustän-dig.
Teamsitzungen finden alle zwei Wochen statt und geben die Möglichkeit zum Bespre-chen von fachlichen Themen und organisatorischen Aufgaben.
Wir bemühen uns um eine offene Arbeitsatmosphäre. Lösungen für ausstehende Prob-lembereiche finden wir gemeinsam, weitreichende Entscheidungen werden von allen Mitarbeiterinnen diskutiert und im Konsens verabschiedet. Kollegiale Beratung und gegenseitige Unterstützung (z.B. bei Personalausfall, gruppenübergreifende Aktionen) sind stetiger Bestandteil unserer Teamentwicklung.

1.6 Gruppenformen
Wir betreuen und begleiten 28 bis maximal 30 Kinder im Alter von einem bis sechs Jah-ren in zwei Gruppen (Bärchen und Katzengruppe) und bieten mit unseren fünf Pädagoginnen einen optimalen Betreuungsschlüssel an. Die Kinder werden altersentsprechend und in Teilgruppen mit passenden Angeboten gefördert.
Wir arbeiten nach dem Konzept der halboffenen Gruppen, d.h. die Flächen und Räume der Kita stehen allen Kindern zur Verfügung. Nur bei gezielten pädagogischen Aktivitä-ten (täglich von 10.00 bis 11.15) werden die Kinder in drei altershomogene Gruppen aufgeteilt und durch passende Angebote gefördert.

1.7 Tagesablauf
Um den Kindern Sicherheit und Orientierung zu bieten, ist unser Tag durch eine feste Struktur und wiederkehrender Rituale geprägt. Hier die Darstellung eines typischen Tagesablaufes im Kinderladen ‚Maluch‘:
07.30-08.55 Ankunft der allermeisten Kinder, freie Beschäftigung, Frühstücksvorbereitung
08.30-09.00 Montag und Mittwoch Sprachförderung: Polnisch
08.30-09.00 Dienstag, Donnerstag und Freitag Sprachförderung: Deutsch für Kinder nicht deutscher Herkunft
09.00-09.40 Frühstück, Zähneputzen
09.40-09.50 Ankunft der Kinder, die zu Hause gefrühstückt haben
10.00-11.00 Morgenkreis und Beschäftigungsangebot
11.00-11.20 Obstpause, Anziehen
11.20-12.30 Spielplatzbesuch
12.30-13.30 Tischdienst der älteren Kinder, Mittagessen
13.30-13.50 Abholzeiten der „Halbtagskinder“, Zähneputzen
13.50-14.30 Mittagsruhe: Vorlesen, Hörspiel, Schlaf für müde Kinder
14.30-15.30 Abholzeiten, freies, ruhiges Beschäftigen, kreatives Gestalten, Wecken der schlafenden Kinder um 15.15 Uhr
15.15-15.30 Nachmittagsimbiss: Obst, Gemüse
15.30-16.30 Freies Beschäftigen

Die regelmäßigen Öffnungszeiten des Kinderladens sind:
Montag bis Donnerstag: 07.30 – 16.30 Uhr sowie Freitag: 07.30 – 16.00 Uhr
Donnerstags bringen die Kinder ihr eigenes Frühstück von zu Hause mit.
1.8 Aktivitäten
Sofern es die äußeren Umstände zulassen, gibt es neben dem regulären Tagesablauf in regelmäßigen Abständen natürlich auch andere Aktivitäten:
- Waldtag und Sommerschwimmen
- einmal im Jahr Maluch-Kita-Reise für Kinder ab fünf Jahren für zwei bis vier Tage
- Besuch von: Theater, Zoo, Aquarium, Museum, Botanischer Garten, Schulgarten
- alljährliche Feste: Geburtstage, Faschingsfest, Sommerfest, Laternenfest, Weih-nachtsfest



2 Pädagogisches Profil der Einrichtung
2.1 Bild vom Kind
Unser Bild des Kindes entspricht dem eines eigenständigen Wesens, mit einem großen Willen die Welt zu erkunden. All sein Tun erfährt es im Spiel, hierbei versuchen wir den Lernprozess spielerisch zu gestalten, geben ihnen jedoch auch Freiraum für eigene Ideen. Dadurch erfährt und lernt es nach und nach seine Umwelt zu erkunden und er-schließt die logischen Zusammenhänge auf seine ureigene spielerische Art für sich. Es ist dabei wissbegierig, offen und kreativ. Wir als Erzieherinnen versuchen das Kind da-bei zu unterstützen, seine Fähigkeiten, Stärken und Rechte zu entwickeln und dem Bedürfnis nach liebevoller und ehrlicher Zuwendung Rechnung zu tragen.
2.2 Rolle der Erzieherinnen
Wir als Erzieherinnen sehen uns als Begleiterinnen der Kinder. Wir versuchen basierend auf unseren Beobachtungen durch gezielte Angebote den Kindern einen möglichst großen Erfahrungsraum zu geben.
Wir stehen helfend und beratend zur Seite mit der Intention, die Kinder in ihrer Selbst-ständigkeit, ihrem Ausdruck und ihrer Sprache zu fördern. Wir vertrauen auf die Selbstentfaltungskräfte der Kinder und gestehen jedem Kind ein individuelles Lerntempo zu.
Wir bieten den Kindern Rahmenbedingen wie Sicherheit, Akzeptanz, Regeln, Grenzen und Herausforderungen, die förderlich für ihre Entwicklung sind.

2.3 Das besondere Profil der Kita
2.3.1 Zweisprachige Erziehung
Als deutsch-polnische Kita fühlen wir uns neben der deutschen Sprache, besonders der polnischen Sprache verbunden. Ziel dieser Einrichtung war und ist es ein gleichberech-tigtes Nebeneinander von Polnisch und Deutsch zu schaffen, sodass Eltern und deren Kindern die Möglichkeit geboten wird, neben der deutschen Sprache, welche von jedem Kind erlernt wird, auch Polnisch-Kenntnisse zu vermitteln.
Beide Sprachen sind stets präsent. Deutsche und polnische Spiele, Lieder und Gedichte zu verschiedenen Themen fließen im gemeinsamen Morgenkreis ein. Darüber hinaus versammeln sich zweimal wöchentlich Kinder, die die polnische Sprache vertiefen wol-len. In diesem Kreis werden ihnen klassische polnische Kinderliteratur und traditionelle Lieder näher gebracht. Die polnischen Erzieherinnen sind dabei als Vermittler/innen und Förderer/-innen der polnischen Sprache und Tradition zu verstehen.
Alle nicht polnisch sprechenden Kinder haben bei uns die Möglichkeit die Grundzüge der polnischen Sprache auf spielerische Art und Weise zu lernen.
Darüber hinaus findet drei Mal wöchentlich speziell für Kinder nicht deutscher Herkunft eine Sprachförderung, die durch eine Sprachtherapeutin geführt wird, statt. Dadurch wird den Kindern die Möglichkeit gegeben die deutsche Sprache noch besser zu erlernen.


2.3.2 Montessori-Pädagogik
Die Elemente der Montessori-Pädagogik fließen seit 2007 in unsere Arbeit mit ein. Im Vordergrund steht dabei die Anwendung der Montessori-Arbeitsmaterialien. Aus ihren Beobachtungen von Kindern im Kita-Alter entwickelte Maria Montessori ab 1870 ein nach ihr benanntes pädagogisches Bildungskonzept. Es beruht auf der Form des offenen Unterrichts und der Freiarbeit in einer Bildungseinrichtung. Der Montessori Ansatz kann insofern als experimentell bezeichnet werden, als die Beobachtung des Kindes den Lehrenden dazu führen soll, geeignete didaktische Techniken anzuwenden, um den Lernprozess der Kinder maximal zu unterstützen und zu fördern. Als Grundgedanke der Montessoripädagogik gilt die Aufforderung an die Lehrenden: „Hilf mir, es selbst zu tun“.
Das Entwicklungsmaterial
Maria Montessori teilte die von Ihr entwickelten Arbeits und Lernmaterialien in ver-schiedene Bereiche.
Das Sinnesmaterial
Mit dem Sinnesmaterial werden verschiedene Sinne wie der Sehsinn, Gehörsinn, Tast-sinn, Wärmesinn, Geschmackssinn und der Geruchsinn angesprochen. Das Ziel dieses Materials ist es die Ordnung, Bewusstmachung und Anwendung auf andere Gebiete zu ermöglichen. Das Sinnesmaterial ist das Material der Abstraktion. In ihm werden die Eigenschaften isoliert und zudem abgestuft dargestellt. Das Besondere an diesem Mate-rial ist, dass es abstrakte Begriffe, wie z.B. Größe und Gewicht, konkret erlebbar macht, sie werden im wörtlichen Sinne BE-GRIFFEN.
Materialien für Mathematik
Ab dem Alter von etwa drei Jahren beginnen Kinder sich mit dem Aufbau des Zahlensystems und den Materialien, die die vier Grundrechenarten beinhalten, zu beschäftigen. Das Mathematikmaterial ist wie alle anderen Materialien auf das Handeln ausgerichtet.
Materialien für Sprache
Das Sprachmaterial orientiert sich an dem Bedürfnis der Kinder, sich in Schrift auszu-drücken und mit der (Schrift-) Sprache zu spielen. Das strukturierende Material hilft dem Kind, die Welt der unterschiedlich geformten Buchstaben zu erkennen und zu ord-nen. Über die äußere Ordnung gelangt das Kind zu einer neuen inneren Ordnung.
Wir bieten den Kindern im Freispiel und unter Anleitung Materialien, die die Reihenbil-dung und Ordnungsstrukturen fördern und Material zur Vorbereitung auf die Mathematik mit Perlen, Stangen und Zahlen. Als Vorübung zum Lesen und Schreiben sind Buchstabenformen vorhanden.
Beliebt sind auch die Tabletts zur Auge-Hand-Koordination und Übungen des prakti-schen Lebens.

2.4 Integration von Kindern mit Behinderung
Unsere Einrichtung verfügt über die Möglichkeit, Kinder mit Beeinträchtigungen nach Bedarf zu betreuen. Die Qualifikation hierfür haben zwei Erzieherinnen durch eine mehrmonatige Zusatzausbildung erworben. Mit den zuständigen Psychologen und The-rapeuten erstellen wir gemeinsam einen individuellen Förderplan für das jeweilige Kind. Dieser Förderplan ermöglicht uns die Reflektion und genaue Beobachtung der Entwicklung von Kindern mit Behinderungen.
3 Bildungsbereiche und ihre Umsetzung im Alltag
Die Ziele unserer Arbeit richten sich nach dem Berliner Bildungsprogramm und spiegeln sich in unserem Alltag wieder. Basierend auf dem Berliner Bildungsprogramm haben wir unsere Arbeitsziele diskutiert und definiert. Die sechs Bildungsbereiche bilden die Grundlage unseres Konzepts.

3.1 Gesundheit
Jedes Kind wird mit dem Grundbedürfnis geboren, seine Umwelt zu entdecken. Die Kin-der sind dabei sehr neugierig, erfinderisch und mit einem hohen Maß an Freude, Kreativität und Fantasie ausgestattet.
Bewegung schafft jedoch nicht nur die Grundlage für eine gesunde körperliche Entwicklung, sie bildet zugleich auch die Basis für die geistige Entwicklung der Kinder. Kinder müssen ihren Körper wahrnehmen, um Zusammenhänge zwischen Körper und Bewegung, Ernährung und Gesundheit erkennen und begreifen zu können.
Die Kinder unserer Einrichtung erhalten sowohl innerhalb des Kinderladens als auch in unserem naturnahen Außenbereich vielfältige Bewegungsimpulse.
Wir sind bemüht unseren Kindern diverse Bewegungserfahrungen zu eröffnen. Unsere Räume bieten zahlreiche Kletter-, Balancier- und Schaukelmöglichkeiten, sodass die Kinder selbstbestimmt ihren Bewegungsbedürfnissen nachgehen können. Einmal wö-chentlich werden Bewegungsspiele für jede Gruppe angeboten.
Rollbretter, Roller und Dreiräder werden von allen Kindern regelmäßig auf dem Spiel-platz genutzt. Die Kinder können auf diesem Weg ihren Körper kennenlernen, seine Fähigkeiten, Kräfte und Grenzen erfahren. Dies passiert neben den grobmotorischen Aktivitäten aber auch bei Rollen-, Kuschel- und Entspannungsspielen.
Über Bücher, Spiele und Lieder vermitteln wir Wissen über den eigenen Körper und regen die Kinder an, ihre Körperempfindungen mitzuteilen. Wir bieten den Kindern Gespräche zu den Themen Gesundheit und Körperpflege, sprechen über Zahnhygiene und Kranksein. Wir stellen Materialien, wie z.B. ausrangierte Erste-Hilfe-Kästen für Rollenspiele zur Verfügung. Dreimal jährlich wird den Kindern im Rahmen der Zahnprophylaxe auf spielerische Art der Umgang mit der Zahnbürste nahegebracht. Im Kinderladen führen wir dies fort, die Kinder putzen sich zweimal täglich unter Beaufsichtigung die Zähne. Die Piktogramme an der Wand im Bad unterstützen unser gemeinsames Tun.
Die Ernährung ist gleichzeitig ein wichtiges Thema des Bereiches Gesundheit. Wir bieten den Kindern zwei bis dreimal täglich frisches Obst und Gemüse an. Zudem wird jeden Tag in unserem Kinderladen frisch gekocht. Vom Bioladen erhalten wir wöchentlich Grundnahrungsmittel geliefert.
Die Einbeziehung der Kinder in die gesunde Zubereitung der Speisen ist ein Bestandteil in unserer Ernährungserziehung. Ausflüge in den Schulgarten und die dortige Verarbeitung von Obst und Gemüse verschaffen unseren Kindern zahlreiche Einblicke und Erfahrungen in Welten, die ihnen als Stadtkinder häufig nicht oder nur mit enga-gierten Eltern zugänglich gemacht werden können.

3.2 Soziales und kulturelles Leben
Voraussetzung für ein funktionierendes und gelungenes Zusammenleben sind gesell-schaftliche und kulturelle Strukturen, Regeln und Werte. Beim Eintritt in den Kinderla-den erfährt sich das Kind als Mitglied einer Gruppe, in der es soziale und kulturelle Schlüsselprozesse kennen und verstehen lernt.
In unserem Kinderladen lernen die Kinder, sich der eigenen Interessen, Bedürfnissen und Gefühlen bewusst zu werden und diese sprachlich mitzuteilen. Sie lernen ihrem Alter entsprechend die Interessen ihrer Mitmenschen zu akzeptieren und mit Menschen und Gegenständen angemessen umzugehen. Wir versuchen im täglichen Umgang miteinander die Kinder zu fördern, ihr Gegenüber zu verstehen und das Gemeinschaftsgefühl durch Spiele, gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Reisen und Rollenspiele zu entwickeln.
Regeln für den fairen Umgang in unserer Gemeinschaft legen wir zusammen mit den Kindern fest. Da sich unsere Einrichtung multikulturell entwickelt hat, lernen die Kinder andere Kulturen und Sprachen kennen und stellen Vergleiche zu ihrer Herkunftskultur und Familie her. So erhalten sie eine differenzierte Wahrnehmung ihres soziokulturellen Umfeldes.

3.3 Kunst: Bildnerisches Gestalten, Musik, Theaterspiel
Durch die räumliche Neugestaltung unseres Kinderladens haben die Kinder leichten Zugriff auf unterschiedliche Materialien zum Zeichnen, Malen, Kleben, Tonen und Wer-ken. Sie können sich mit den verschiedenen Materialien vertraut machen und werden angeregt, sich bildnerisch auszudrücken. Zum Bildnerischen Gestalten gehört auch das Kennenlernen von Künstlern, Malern und Architekten, die wir den Kindern anhand von Büchern und Bildern vorstellen und nahebringen.
Perlen, Federn, Glitzerndes, Reststoffe und Naturmaterialien werden von uns für gestalterische Arbeiten bereitgestellt. Diese bieten eine gute Quelle für neue und kreative Ideen zum freien oder themabezogenen Schaffen der Kinder.
Im Rahmen unseres Kunstangebotes lernen die Kinder einmal wöchentlich neue Tech-niken im Umgang mit Farben und Materialien kennen, z.B. Marmorieren, Wachskratz-technik und andere. Die Werke der Kinder präsentieren wir im Kinderladen in Bilder-rahmen oder auf Tonkartons in Augenhöhe.
Der Malort wird von den Erziehern und Kindern als Rückzugsraum wahrgenommen. Hier haben sie die Möglichkeit sich zurückzuziehen und kreativ auszudrücken und fantasivolle Bilder zu gestalten, ohne dabei zeitlich eingegrenzt zu sein, abseits des regulären Kindergartengeschehens.
Die Materialien Ton und Knete sind den Kindern jederzeit zugänglich. Freier oder the-menbezogener Umgang mit Ton oder Salzteig wird darüber hinaus einmal wöchentlich angeboten.
Die Begegnung mit Musik erfahren schon die meisten Kinder im Mutterleib und dann später durch Vorsingen, Musikhören und anderes. Ein Ziel unserer pädagogischen Arbeit ist es, die Musikalität der Kinder zu fördern und das Rhythmus- und Harmoniegefühl zu stärken. Durch regelmäßiges Singen im Morgenkreis vermitteln wir unseren Kindern stimmungs-, jahreszeit- und themenbezogene Lieder, rhythmische Reime und Fingerspiele. Während der Angebote unseres musikalischen Musikpädagogen kommen regelmäßig unterschiedliche Instrumente zum Einsatz. Die Kinder lernen diverse Instrumente kennen und werden in verschiedene Musikstile eingeführt.
Während des Tagesablaufs haben unsere Kinder darüber hinaus die Möglichkeit, CDs zu hören, zu tanzen, Spiele zur Musik zu veranstalten und mit Instrumenten zu experimentieren. Lieder aus den Herkunftskulturen unserer Kinder sind auch im Repertoire unseres Kinderladens.

3.4 Mathematik
Wir möchten in unserer Einrichtung dafür sorgen, dass Kinder früh erste mathemati-sche Erfahrungen machen können.
In unserem Kinderladen bieten wir den Kindern Materialien an, um mathematische Grunderfahrungen zu sammeln. Hierzu gehören einfache Sortier-, Türm- und Steckspiele. Der Zahlenbereich 1-20 wird in Alltagssituationen erlernt und wiederholt. Auch über unseren Geburtstagskalender vermitteln wir regelmäßig Zeit- und Mengenbegriffe. Geometrische Formen werden in Lege- und Bewegungsspielen (mit Seilen) dargestellt. In der Naturecke erhalten die Kinder die Möglichkeit, mit natürlichen Formen (Muscheln, Hölzern, Tannenzapfen und Mineralien etc.) zu spielen und zu experimentieren, d.h. sie ordnen, vergleichen und klassifizieren. Der Sandspieltisch erweitert hierzu noch das Spiel- und Experimentierangebot.
Die ältesten Kinder werden zusätzlich in einem Zahlenprojekt ihren Neigungen und Interessen entsprechend gefördert.

3.5 Natur-Umwelt-Technik
Wir ermöglichen unseren Kindern Grunderfahrungen im naturwissenschaftlichen Be-reich, indem wir altersentsprechende Experimente durchführen und ihnen die Gelegen-heit geben, sich in unserer Forscherecke mit unterschiedlichen Materialien auszuprobieren. Durch Bilderbücher über Naturerscheinungen, Wachstum und Technik schaffen wir Anregungen und erweitern den Rahmen, die Umwelt besser zu begreifen.
Ausflüge in den Wald, Schulgarten und Museen bieten unseren Kindern vielseitige An-reize und Erfahrungen.
Aber auch alltägliche Erlebnisse mit Käfern und Schnecken vom Spielplatz ermuntern die Kinder zu ausführlichen Beobachtung und Beschäftigung im Kinderladen. Hieraus entwickeln sich kleine Projekte, z.B. eine Schneckenbetrachtung, die den Kindern zahl-reiche Einblicke und einen einfacheren Einstieg in die Natur und deren Zusammenhänge ermöglichen.
Unser großes Badezimmer wird auch in das Experimentieren und Spielen mit Wasser einbezogen.

3.6 Kommunikation: Sprachen, Schriftkultur und Medien
Die Förderung der deutschen Sprache hat in unserer Einrichtung oberste Priorität, denn nur diejenigen, die sich sprachlich auszudrücken vermögen, haben die Möglichkeit mit anderen in Kontakt zu treten, Freundschaften aufzubauen, Gefühle und Gedanken mitzuteilen.
In unserer Kita werden Kinder verschiedenster Nationalitäten betreut. Neben der deut-schen Sprache werden Kinder auf Wunsch auch in der polnischen Sprache gefördert.
Sprachförderung in unserer Einrichtung bedeutet:
- Sprache lernen im persönlichen Kontakt, Gespräch und beim alltäglichen Mitei-nander
- Handlungsbegleitendes Sprechen, um Satzstrukturen aufzubauen und zu verfes-tigen bzw. den Wortschatz zu erweitern
- Freude an der Sprache zu wecken mit Reimen, Spielen und Liedern
- Gesprächskultur in kleinen Gruppen und bei Mahlzeiten
- Sprachförderung dreimal wöchentlich zum Erwerb des Grundwortschatzes für Sprachanfänger mit Handpuppen, Rollenspielen, Bildkarten und Materialien zur Sprachförderung von Zwi Penner.
In unserer Einrichtung werden die polnischen Kinder in beiden Sprachen gefördert, d.h. die polnischen Erzieherinnen pflegen die Muttersprache im täglichen Gespräch, in Vorlesegruppen und zweimal wöchentlich in Sprachfördergruppen für polnische und interessierte andere Kinder.
In unseren Morgenkreisen fließt die polnische Sprache und Kultur durch Reime, Lieder und Spiele ein, so haben alle Kinder die Chance mit der polnischen Sprache vertraut zu machen.
Ein weiterer zentraler Bestandteil unserer sprachlichen Bildung ist die Literacy-Erziehung, d.h. die Kinder werden mit der Welt der Bücher, Buchstaben und Zahlen vertraut gemacht und entwickeln dadurch Kompetenzen und Vorfreude auf die Schule.
Die ältesten Kinder werden verstärkt mit Spielen und Übungen zur Förderung des pho-nologischen Bewusstsein vertraut gemacht, d.h. die spätere Lese- und Rechtschreib-kompetenz wird entwickelt.
In unserem Kinderladen ist insbesondere unsere Leseecke ein vielgenutzter Bereich und Bücher bilden einen festen Bestandteil unseres Kitalebens.

4 Methodische Umsetzung
4.1 Projektarbeit
Häufig arbeiten wir in unserer Einrichtung an Projekten, die einige Wochen andauern. Dabei arbeiten wir situationsorientiert und beziehen die Jahreszeiten und traditioneller Feste ein, was uns sehr wichtig ist. Die Kinder sollen mit Hilfe der Projekte ihre Lebens-welt besser kennenlernen, sie soll für die Kinder greifbar gemacht werden und ihnen ermöglichen, sich sprachlich zu verschiedenen Themen auszudrücken.
Daran arbeiten wir täglich ca. eine Stunde im Morgenkreis und je nach Möglichkeit zu-sätzlich nachmittags. Wir versuchen bei der Auswahl der Projekte uns am aktuellen Interesse der Kinder zu orientieren.
Mit Aktivitäten innerhalb der Projekte sollen möglichst viele Bildungsbereiche abge-deckt werden, um die Kinder ganzheitlich zu fördern. Es werden Gespräche geführt, Lieder und Fingerspiele kennengelernt, Bewegungseinheiten durchgeführt, gebastelt und künstlerische Techniken ausprobiert sowie Ausflüge angeboten.
Anhand von Fotos, Texten und Bildern werden die erarbeiteten Projekte dokumentiert.

4.2 Beobachtung und Dokumentation
Das Beobachten gehört zu den wichtigsten Instrumenten des pädagogischen Personals. Wir beobachten die Kinder gezielt, dokumentieren die Beobachtungen schriftlich und tauschen uns regelmäßig aus. Durch das systematische und zielgerichtete Beobachten der Kinder erkennen wir ihre sprachlichen, körperlichen, motorischen und kognitiven Entwicklungen sowie sozialen und emotionalen Kompetenzen und unterstützen uns bei der individuellen pädagogischen Arbeit mit ihnen.
In regelmäßigen Abständen wird jedes Kind durch seine Erzieherin nach bestimmten Kriterien beobachtet und die Ergebnisse werden in einem standardisierten Bogen zu-sammengefasst.
Einmal jährlich werden die Entwicklungsbögen, die den Entwicklungsstand des jeweili-gen Kindes dokumentieren, den Eltern vorgestellt.
Bei Entwicklungsverzögerungen informieren wir die Eltern, schlagen konkrete und spe-zielle Beratungsstellen oder externe Fachkräfte vor und fördern betroffene Kinder ge-zielt.
Die Dokumentation unserer Arbeit bezieht sich auf alle Aktivitäten mit den Kindern. Wir dokumentieren unsere Arbeit darüber hinaus durch Fotos, Pläne, Werke und Projektmappen.

4.3 Sprachlerntagebuch
Zu Dokumentationszwecken benutzen wir in unserer Einrichtung auch die vom Senat zur Verfügung gestellten Sprachlerntagebücher. Jedes Kind bekommt sein persönliches Exemplar, wenn es in die Kita kommt bzw. bringt es aus einer vorigen Einrichtung mit.
Es ist persönliches Eigentum des Kindes, kann nach Hause ausgeliehen und mit den Eltern betrachtet werden. Auch im Kinderladen hat das Kind jederzeit Zugang zu seinem Tagebuch.
Das Sprachlerntagebuch begleitet jedes Kind in seiner gesamten Kindergartenzeit und wird bei dem Austritt aus der Einrichtung (auch vor dem Schuleintritt) mitgenommen.
Der erste Teil stellt die Lebenswelt des Kindes dar und die Fragen richten sich an die Eltern. Diese können den Abschnitt gemeinsam mit der Erzieherin ausfüllen, wenn das Kind neu in die Einrichtung kommt.
Im zweiten Teil beginnt das Kind mit drei Jahren darin Bilder zu bestimmten Themen zu malen, um sich so mit seiner Lebenswelt konkret auseinander zu setzen.
Der dritte und vierte Teil beinhalten Bildungsinterviews, die die Erzieherin mit den Kin-dern durchführt, wenn das Kind das 4. bzw. 5. Lebensjahr überschritten hat. Sie wertet anschließend die Interviews aus und schätzt den aktuellen Sprachstand des Kindes ein.
Wir versehen die Sprachlerntagebücher zusätzlich mit Bildern und mit Fotos aus dem Kinderladen und von der Familie des Kindes.
Am Ende des Sprachlerntagebuchs füllt die Erzieherin die „Lerndokumentation“ aus, in den Beobachtungen zur Sprachlernentwicklung vor dem Schuleintritt dokumentiert sind.
Dieser Teil des Buches wird mit Zustimmung der Eltern der zuständigen Schule ausge-händigt. Die Lerntagebücher sind lediglich für das Kind und deren Eltern gedacht. Alle darin enthaltenen Informationen und Notizen werden lediglich ihnen ausgehändigt, sofern nicht anders und explizit abgesprochen wird.

4.4 Fortbildungen der Erzieherinnen
Die Erzieherinnen sind „Lehrende und Lernende“ zugleich. Um den vielfältigen Aufgaben und den immer neuen Fragen, die mit der täglichen Arbeit verbunden sind, gerecht zu werden, ergibt sich die Notwendigkeit und das Bedürfnis zu regelmäßigen Erfahrungsaustauschen und Fortbildungen. Dazu nutzen wir folgende Möglichkeiten:
- regelmäßige Teamfortbildungen
- individuelle Fortbildungen
- Fachliteratur
- Erste-Hilfe-Kurse (alle zwei Jahre)

Für die Team- und Individuelle Fortbildung wird ein jährlicher Plan erstellt.

5 Gestaltung von Übergängen
5.1 Eingewöhnung
Die Eingewöhnung eines Kindes bedarf einer besonderen Beachtung, da der Übergang aus der Familie in die Einrichtung für jedes Kind eine große Herausforderung ist. Die Eingewöhnung ist ein individueller Prozess, der behutsam gestaltet werden muss. Die Kinder sollen sich an die neue Umgebung anpassen und Beziehungen zu fremden Men-schen aufbauen. Sie sollen sich an eine neue Situation, einen anderen Tagesablauf und an die mehrstündige Trennung von den Eltern gewöhnen. Um den Kindern diesen Übergang zu erleichtern und problematischen Entwicklungen vorzubeugen, legen wir großen Wert auf die Eingewöhnungsphase.
Vorbereitungsgeschpräch
Bevor das Kind in unsere Einrichtung kommt, wird mit den Eltern ein Gespräch über den Betreuungsvertrag und die bevorstehende Eingewöhnung geführt. Hier werden die Eltern konkret über den Ablauf der Eingewöhnung informiert. Darüber hinaus erfragt die Erzieherin grundlegende Informationen zu Themen wie Schlafen, Essen, Gewohnheiten, Vorlieben und Abneigungen des Kindes. Hierbei kommen folgende Punkte zur Sprache:
- wer übernimmt die Eingewöhnung von Seiten der Einrichtung?
- wer übernimmt die Eingewöhnung von Seite der Familie?
Es ist wichtig, dass genügend Zeit (zwei bis vier Wochen) zur Verfügung steht. Das Wohl des Kindes hat hierbei absolute Priorität.
Voraussetzung für eine gelungene Eingewöhnung ist, dass ein Kind während der Über-gangsphase von einem vertrauten Familienmitglied begleitet wird und sich ganz allmäh-lich an die neue Umgebung und die neue Bezugsperson gewöhnen kann. Die Eingewöh-nung sollte nicht zeitgleich mit anderen bedeutenden Veränderungen stattfinden. Das birgt die Gefahr der Überforderung für das Kind.
Mit dem Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung zu dem Kind geht eine stetige, fein-fühlige Zuwendung durch die Bezugserzieherin einher. Ist eine tragfähige Beziehung zum Kind etabliert, wird diese emotionale Bindung als Basis für alle weiteren vertrau-ensvollen Beziehungen zu anderen Kindern, anderen Erzieherinnen und zur neuen Um-gebung.

Durchführung der Eingewöhnung:
1.Tag: Ein Elternteil begleitet das Kind und hält sich zusammen mit ihm für ca.
eine Stunde in seiner Gruppe auf. Ankunft gegen 9.45
2.Tag: Die Bezugsperson bleibt in der Gruppe bei dem Kind, verhält sich aber eher Zurückhaltend und überlässt möglichst den Erzieherinnen den Um-gang mit dem Kind, soweit dieses es zulässt. Günstig erweist sich für die Eltern ein Buch zu lesen, zu stricken etc. Die Erzieherinnen haben es dann leichter, Kontakt zum Kind über das Spiel aufzunehmen.
3.Tag: An diesem Tag versucht die Mutter/ der Vater, sich für einige Zeit in das Büro zurückzuziehen, um dort zu lesen. Das Kind spielt in dieser Zeit in seiner Gruppe und wird von der Bezugserzieherin betreut. Nach ca. 1,5 Stunden (nach befinden des Kindes) verabschiedet sich die Mutter/ der Vater für kurze Zeit von dem Kind.
4.Tag: Zweite Trennungsversuch: auch am diesen Tag kommen die Eltern mit dem Kind gegen 9.45 Uhr. Nach ca. nachdem die Erzieherin mit dem Kind das Spiel aufgenommen hat, verabschiedet sich die Mutter/der Vater. Sie/er verlässt den Laden. Wenn das Kind sich von der Bezugserzieherin beruhigen lässt, bleibt die Mutter 15-20 Min. weg. Wenn es sich aber sehr vehement wehrt und lässt sich nicht beruhigen, kommt die Mutter/ der Vater nach ein paar Minuten zurück.

Ende der Eingewöhnung:
Die Eingewöhnung ist beendet, wenn sich zwischen dem Kind und der Bezugserzieherin
eine emotionale Bindung aufgebaut hat. Das Kind protestiert eventuell beim Weggang der Mutter / des Vaters, lässt sich aber von der Bezugserzieherin trösten und geht da-nach in guter Stimmung auf Entdeckungsreise.
Die Eingewöhnung wird in jeden Fall individuell gestaltet und dem Alter und den Be-dürfnissen der Kinder angepasst.




5.2 Vorbereitung auf den Schuleintritt
Für die ältesten Kinder stellt der Übergang in die Grundschule einen großen und aufre-genden Schritt in ihrem Leben dar. Mit Freude und Aufregung, selten mit Furcht, fiebern sie der Schule entgegen.
Dem Übergang von der Kita zur Schule wird noch einmal in den letzten zwei bzw. drei Monaten vor Schulbeginn eine besondere Beachtung gewidmet. Das bedeutet für die Erzieherinnen mit den Kindern über deren Wissen, Erfahrungen, Ängste und Vorurteile zu sprechen, aber auch ein realistisches Bild von ihnen und ihren Kompetenzen zu ent-wickeln.
Zum Ende des letzten Kitajahres besuchen wir gemeinsam unsere Kooperationsschul um den Kindern einen Einblick über die bevorstehende Schulzeit zu ermöglichen.

6 Elternarbeit
Eltern spielen bei der Entwicklung des Kindes eine enorm wichtige Rolle und sie sind für uns die wichtigsten Partner bei der Bildung und Erziehung der Kinder. Transparenz und ständiger Austausch von Informationen sind erforderlich, um diese Erziehungspartnerschaft dauerhaft aufrechtzuerhalten. Wir achten auf eine positive Beziehung und Zusammenarbeit mit den Eltern unserer Kinder, die uns optimale Entwicklungsbedingungen für jedes einzelne Kind ermöglichen.
Um mit den Eltern ungezwungen in Kontakt zu treten und uns näher kennen zu lernen, veranstalten wir zwei- bis dreimal im Jahr Elternabende sowie Jahresfeste (Sommer-, Laternen- und Weihnachtsfest). Die Elterngespräche sind durch gegenseitigen Respekt und Wertschätzung gekennzeichnet. Hier besteht die Möglichkeit, neben den bereits vorher bestimmten Terminen zu Anregungen / Fragen und Wünsche zu äußern.
Wir bieten unseren Eltern regelmäßige Gespräche über die Entwicklung und Interessen sowie Erlebnisse ihres Kindes mit der Absicht an, die beobachteten Entwicklungsschrit-te mitzuteilen. Bei Kindern mit Förderbedarf schlagen wir gezielte, gemeinsame För-dermaßnahmen vor, unter anderem auch die gezielte Betreuung und Förderung durch Fachkräfte außerhalb des Kinderladens.
Die wichtigsten Punkte der Elternarbeit sind folgende:
- Regelmäßige Entwicklungsgespräche
- Tür- und Angelgespräche
- Aushänge (mit pädagogischen und organisatorischen Informationen)
- Dokumentationen über das Gruppengeschehen
- Austausch über das Intern Netzwerk (Gmail)

Wir freuen uns immer über Ideen, Impulse und die Beteiligung der Eltern an unserem Kita-Leben.
Forderungen der Kinder an Erzieherinnen und Eltern

Verwöhne mich nicht!
Ich will dich ja nur auf die Probe stellen. Ich weiß genau, dass ich nicht alles bekommen kann-
Sei nicht ängstlich, im Umgang mit mir standhaft zu bleiben!
Mir ist Haltung wichtig, weil ich mich dann sicher fühle.
Weise mich nicht im Beisein anderer zurecht, wenn es sich vermeiden lässt!
Ich werde deinen Worten mehr Bedeutung schenken, wenn du zu mir leise und unter 4 Augen sprichst.
Sei nicht fassungslos, wenn ich zu dir sage „ich hasse dich“
Ich hasse dich nicht, sondern deine Macht meine Pläne zu durchkreuzen.
Bewahre mich nicht immer vor den Folgen meines Tuns!
Ich muss auch unangenehme Erfahrungen machen, um innerlich zu reifen.
Schimpf nicht ständig mit mir!
Andernfalls schütze ich mich davor, indem ich mich taub stelle.
Sei nicht inkonsequent!
Das macht mich unsicher, und ich verliere mein Vertrauen zu dir.
Mach keine vorschnellen Versprechungen!
Wenn du dich nicht an deine Versprechungen hältst, fühle ich mich schrecklich im Stich gelassen.
Unterbrich mich nicht und höre mir zu, wenn ich Fragen stelle!
Ich wende mich sonst an andere, um dort meine Informationen zu bekommen.
Lache nicht über meine Ängste!
Sie sind erschreckend echt, aber du kannst mir helfen, wenn du versuchst, mich ernst zu nehmen.
Denke nicht, dass es unter deiner Würde sei, dich bei mir zu entschuldigen!
Ehrliche Entschuldigungen erwecken bei mir ein Gefühl von Zuneigung und Verständnis.
Versuche nicht, so zu tun als seist du perfekt und unfehlbar!
Der schock ist groß, wenn ich herausfinde, wenn du es doch bist.

Ich wachse so schnell auf, und es ist sicher schwer für dich, mit mir Schritt zu halten.
Aber jeder Tag ist wertvoll an dem du es versuchst.

(vgl. Entdeckungskiste März 2002 )


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Schutzkonzept 2018

1. Vorwort
2. Kinderrechte
3. Unsere pädagogischen Prinzipien .
4. Partizipation .
4.1. Beteiligung von Kindern
4.2. Die Frage der Macht im Kontext der Partizipation .
4.3. Prinzipien der Partizipation .
4.3.1. Prinzip der Information .
4.3.2. Prinzip der Transparenz .
4.3.3. Prinzip der Freiwilligkeit.
4.3.4. Prinzip der Verlässlichkeit .
4.3.5. Prinzip der individuellen Beteiligung .
4.4. Partizipation in unserem Alltag .
4.4.1. Konkrete Handlungs- und Rahmenbedingungen für die Partizipation in unserem Alltag .
4.4.2. Aufbau und Verlauf der Kinderkonferenzen .
4.4.3. Entscheidungsbereiche und Mitbestimmungsrechte
4.4.4. Beteiligung unter Dreijährigen Kinder .
4.5. Grenzen der Partizipation .
5. Beschwerdemanagement.
5.1. Beschwerden und Kritik im EKT ‚Maluch‘ .
5.2. Definition
5.3. Beschwerdemanagement für Eltern
5.4. Beschwerdemanagement für Kinder
5.5. Beschwerdemanagement für Beschäftigte
5.6. Trägerverantwortung bei Beschwerdeverfahren
6. Kindeswohlgefährdung
6.1. Gesetzliche Grundlage
6.2. Definition .
6.3. Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
6.3.1. Indikatoren .
6.3.2. Vernachlässigung
6.3.3. Misshandlung
6.3.4. Häusliche Gewalt
6.3.5. Sexueller Missbrauch
6.4. Erscheinungsbild des gefährdeten Kindes
6.4.1. Familiäre Risikofaktoren
6.4.2. Ressourcen und Potenziale
6.4.3. Beratung und Vermittlung.
6.5. Konkretes Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
6.5.1. Dokumentation
6.5.2. Austausch mit dem Team / Leitung (4 Augen Prinzip)
6.5.3. Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft (IeFK)


1. Vorwort
Dieses Konzept über die Beteiligung von Kindern und Eltern und deren Beschwerdemöglichkeiten wurde gemeinsam vom EKT ‚Maluch‘ Team und einem Vorstandsmitglied erarbeitet.
Der Absatz zum Schutzkonzept des Kindes wurde zum größten Teil aus dem Leitfaden zur Umsetzung des Bundeskinderschutzgesetzes bzw. Handlungsleitfaden Kinder fördern und schützen übernommen. Diese wurden von der BAGE – Bundesarbeitsgemeinschaft Elterninitiative e.V. bzw. der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung herausgegeben.
Wir haben uns der Einfachheit halber, bei der Anrede des pädagogischen Personals für die weibliche Form entschieden, da diese den größeren Teil der Mitarbeiter darstellt.
Alle Formulierungen beziehen sich sowohl auf männliche, als auch auf weibliche bzw. männliche Kollegen. Wir stehen für Gleichberechtigung aller ein, weshalb wir ausdrücklich gegen eine Diskriminierung dem Geschlecht nach sind.
2. Kinderrechte
Die Betrachtung des Kindes als eigenständige Persönlichkeit ist im historischen Zeitverlauf gesehen, ist relativ neu. Bis zum Ersten Weltkrieg, galten Kinder allgemein als nicht vollwertige Menschen, die den Erwachsenen in jeder Hinsicht unterlegen waren. Die Kindheit wurde als Übergangsphase angesehen, die es so schnell wie möglich zu überwinden galt.
Anfang des 20. Jahrhunderts bildeten sich erste international Initiativen (1920, Großbritannien, ‚Save the Childeren International Union‘), die sich für Kinderrechte einsetzte. In etwa zur gleichen Zeit forderte der polnische Kinderarzt und Pädagoge Janusz Korczak, ein Recht jedes Kindes auf unbedingt Achtung seiner Persönlichkeit als Grundlage sämtlicher Kinderrechte. Diese beinhalteten unter anderem umfassende Mitwirkungsrechte für Kinder, Kinderversammlungen und den Kindergerichtshof. Diese Maßnahmen hatten die Loslösung des Abhängigkeitsverhältnisses von Kindern zum Ziel.
Die Beteiligungsrechte der Kinder finden sich unter anderem in der UN Konvention vom November 1989 – Artikel 12 und 13, welche besagt, dass sowohl der Kinderwille, als auch die Meinungs- und Informationsfreiheit der Kinder dem Alter und der Reife des Kindes entsprechen sollen.
Dies wurde auch in den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland berücksichtigt und gemäß §1 SGB VIII hat jeder junge Mensch ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung, auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit, sowie den auf Schutz vor Gefahren für sein Wohl.
Wir verstehen die Rechte von Kindern, wie folgt. Kinder haben das Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit. Dieses Recht ist für unsere Arbeit uneingeschränkt gültig. Sie haben das Recht von uns geschützt, versorgt und betreut zu werden. Dazu haben sie das Recht auf Ihre eigene Persönlichkeit und die Förderung ihrer eigenen Stärken und Talente. Sie haben ein natürliches Recht auf Achtung und Respekt gegenüber ihrer Person. Sie haben das Recht „Fehler“ zu machen und eigene Ideen zu entwickeln. Sie haben das Recht auf eigenen Besitz. Sie haben ein Recht auf Bildung und Betreuung, die ihrem Entwicklungsstand und ihren Fähigkeiten entspricht. Für diese und andere Rechte stehen wir mit unserer Konzeption und unserer täglichen Arbeit ein.
3. Unsere pädagogischen Prinzipien
Die Akzeptanz von Kinderrechten und die Beteiligung der Kinder sind seit Gründung der Eltern-Kinder-Tagesstätte ‚Maluch‘ ein fundamentaler Teil unserer pädagogischen Arbeit.
Die Partizipation ist kein neues Thema in der Pädagogik und wurde unter anderem von der italienischen Ärztin und Pädagogin Maria Montessori zu Beginn des letzten Jahrhunderts vertreten.
Die Ansätze ihrer pädagogischen Prinzipien fließen seit dem Jahr 2007 in unsere Arbeit mit ein. Ihr Motto: ‚Hilf mir, es selbst zu tun‘ und ihre Haltung dem Kind als Individuum, das über vielfältige Weltaneignungskompetenzen verfügt, prägt auch unsere Einstellung dem Kind gegenüber.
In der Praxis bedeutet dies, nicht vorschnell einzugreifen, mit gesundem Abstand abzuwarten und sich auf das Tempo des Kindes einzulassen. Darüber hinaus sollten, sowohl angenehme, als auch unangenehme Erfahrungen zugelassen werden. Jede pädagogische Mitarbeiterin muss sich ihrer Stellung bewusst sein. Diese umspannt eine Gratwanderung, zwischen Macht- und Verantwortungsabgabe einerseits und Manipulation andererseits. Diese Handlung ist und wird immer wieder im Gespräch mit Kolleginnen thematisiert und reflektiert.
4. Partizipation
Das Wort Partizipation (lat. participatio) bedeutet so viel, wie Teilnahme, Beteiligung, Mitsprache oder Einbeziehung. In der Soziologie beschreibt der Begriff die Einbeziehung von Individuen und Organisation in Entscheidungsprozesse sowie Gestaltung einer gemeinsamen ‚Gesellschaft‘. Diese ist anstrebenswert, da sich durch den Prozess soziales Kapital und Vertrauen herausbildet. Durch die kritische Auseinandersetzung im Dialog können neue Ideen und Konzepte unter Berücksichtigung der Meinung und Wünsche aller herausgearbeitet werden.
4.1. Beteiligung von Kindern
Kindertagesstätten gelten als die ‚Kinderstube der Demokratie‘. Hier treffen sie zum ersten Mal auf Gleichaltrige, mit denen sie meistens vorher keinen Kontakt hatten. Hier erlernen sie die Struktur und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft, die von festen Rahmenbedingungen geprägt sind. Kernelement des Alltags der Kinder und der Arbeit mit diesen ist es, sie an einige Regeln heranzuführen, diese gemeinschaftlich zu formen und zu diskutieren.
Partizipation im Kindergarten meint, dass eine Teilhabe der Kinder an verschiedenen Entscheidungen im Kindergartenalltag stattfindet. Ein wichtiges Erziehungsziel dabei ist, dass die Kinder lernen, ihre eignen Ideen, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern.
Wer Kindern die Partizipation ermöglichen will, kommt um eine Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Macht in Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern- aber auch von Kindern untereinander- nicht herum.
4.2. Die Frage der Macht im Kontext der Partizipation
Die Frage der Verteilung von Macht ist für Partizipation enorm wichtig, da es eine nicht eindeutige Grenze in einer Kindertagesstätte Machtverteilung gibt. Hieraus erwachsen weitere Fragen, wer Entscheidungen und in welchem Umfang trifft bzw. treffen sollte. Macht und ihre Verteilung spielen in jedem sozialen Konstrukt eine Rolle, ob wissentlich oder unwissentlich bewegen und agieren wir in festen Strukturen. Macht ist eine Struktureigentümlichkeit aller menschlichen Beziehungen. Sie ist überall dort vorhanden, wo Beziehungen zwischen Menschen be- und entstehen aufgrund gegenseitiger
Abhängigkeit. Im Zusammenleben ist sollten/werden Entscheidungen gemeinsam gefällt, was bedeutet die Entscheidungsmacht zu teilen und in einem gemeinsam herausgearbeiteten Prozess Lösungen für Herausforderungen zu finden. Herausforderungen sind im weiteren Sinne bestehende sowie neue Situationen, die einer kritischen Würdigung und Auseinandersetzung bedürfen. Diese gilt es gemeinsam zu lösen. Hierin begründet sich die Partizipation aller Betroffenen, eben auch der Kinder. Denn durch einen gemeinsamen und ergebnisoffenen Dialog und Auseinandersetzung ist es möglich Ansätze und Lösungen zu finden. Es bedeutet weder die Abgabe aller Entscheidungsmacht an die Kinder, noch die Eröffnung von „Beteiligungsspielwiesen“, auf denen Kinder zwar ihre Meinung sagen dürfen, die Entscheidungen letztlich aber doch von Erwachsenen gefällt werden. Es ist ein Prozess der zwar von ungleichen, aber gleichwertigen Partnern gestaltet wird. Zusammenfassend meint Partizipation das Recht aller Beteiligten die eigenen Interessen auszudrücken, sie in gemeinsame Diskussions- und Entscheidungsprozesse einzubringen, Lösungsvorschläge zu prüfen und zu diskutieren, um letztlich zu Entscheidungen zu kommen, vielen die von allen möglichst Beteiligten mitgetragen werden.
4.3. Prinzipien der Partizipation
Um die Partizipation der Kinder im Alltag erfolgreich zu bewältigen müssen einige Regeln beachtet werden. Die Prinzipien der Partizipation sind aus dem Buch ‚Partizipation in Kindertageseinrichtungen‘ (R.Hansen, R.Knauer, B.Sturzenhecker, 2015) übernommen und dem Alltag und Leitfaden unserer Einrichtung und pädagogischen Arbeit angepasst.
4.3.1. Prinzip der Information
Die Kinder müssen über bevorstehende Entscheidungen informiert werden. Nur so können sie sich selbst eine Meinung bilden. Darüber hinaus müssen sie einen Bezug zu dem Thema haben, was heißt, dass sie sich damit kritische auseinandersetzen können. Dieser ist nur dann gegeben, wenn Themen von den Kindern selbst eingebracht oder gemeinsam mit ihnen aus ihren alltäglichen Erleben heraus entwickelt werden. Beteiligungsthemen, die von Erwachsenen kommen, müssen den Kindern so nahegebracht werden, dass sie mit ihren bisherigen Lebenserfahrungen verknüpfen können. Die Kinder müssen erkennen können, inwiefern ihre Interessen von der Entscheidung betroffen sind und was für und gegen die jeweiligen Optionen spricht und müssen sich ihre Rechte bewusst sein. Der Rahmen für die Mitbestimmungsrechte muss klar definiert sein, sie müssen wissen worüber sie mitentscheiden dürfen und worüber nicht.
4.3.2. Prinzip der Transparenz
Dieser Punkt ist mit der Information eng verknüpft. Die Kinder müssen wissen, wie es geht, welche Organe, Strukturen und Verfahren nutzbar sind, damit sie sich an Entscheidungsprozessen aktiv beteiligen können. Die Prozesse, in denen Partizipation stattfindet, müssen für alle Beteiligte transparent und überschaubar sein. Es muss sichergestellt werden, dass auch die Kinder gut darüber informiert sind was wann und mit welchem Ziel geschehen wird, welche Handlungsmöglichkeiten sie haben und welche Anforderungen an sie gestellt werden. Es hilft ihnen, wenn gemeinsame Entscheidungen in wiederkehrenden Strukturen mit ritualisierten Verfahren getroffen werden, so können sie sich viel unbefangener den Inhalten der Entscheidungen widmen.
4.3.3. Prinzip der Freiwilligkeit
Die Kinder müssen selbst entscheiden dürfen, ob und in welchen Umfang sie von ihren Rechten Gebrauch machen. Die können nicht zu demokratischen Beteiligung gezwungen werden. Partizipation muss freiwillig erfolgen. Das bedeutet, dass jedes Kind jederzeit bewusst für oder gegen Beteiligung entscheiden kann. Das Recht auf Partizipation schließt auch das Recht ein, sich zu Entscheidung nicht zu Äußern und sich nicht zu beteiligen.
4.3.4. Prinzip der Verlässlichkeit
Die Kinder müssen sich auf Erwachsene verlassen können. Das bedeutet zum einen, dass die Kinder sich sicher sein müssen, dass die Erwachsenen sie im Partizipationsprozess begleiten und nicht allein lassen. Sie müssen sich darauf verlassen können, dass die Erwachsene ihnen zutrauen, sich zu beteiligen und fähig sind ihnen bei Problemen zu helfen.
4.3.5. Prinzip der individuellen Beteiligung
Die Kinder müssen von Erwachsenen individuell begleitet und unterstützt werden. Sie müssen auch aktiv dabei unterstützt werden, beteiligungsfähig zu werden. Oft fehlen Kinder notwendige Informationen um eine abgewogene Entscheidung fällen zu können, oft mangelt ihnen an verbalen Ausdrucksmöglichkeiten, oder sie finden alleine nicht den Mut sich in Gruppengespräch sich einzumischen.
4.4. Partizipation in unserem Alltag
Grundsätzlich beteiligen wir unsere Kinder in allen Themen, die in der Kindertageseinrichtung aufkommen.
Themen, die unsere Kinder individuell betreffen:
Darf ich selbst mitentscheiden was ich esse und wieviel ich esse? Darf ich selbst oder mitentscheiden, ob ich eine Jacke anziehe, wenn ich rausgehe? Darf ich selbst- oder mitentscheiden, ob ich drinnen Hausschuhe trage? Darf ich selbst- oder mitentscheiden was ich spiele oder mit wem ich spiele?
Themen, die im Alltag mehrere Kinder betreffen:
Was gibt es zum Mittagsessen? Wie wird der Tisch gedeckt? Unter welchem Motto steht das Faschingsfest? Warum ist Maja so traurig?
Komplexe und grundsätzliche Themen:
Umgestaltung eines Gruppenraumes, Planung von Ausflügen, Anschaffung von Spiel- und Verbrauchsmaterialien können zu Beteiligungsthemen werden.
4.4.1. Konkrete Handlungs- und Rahmenbedingungen für die Partizipation in unserem Alltag
In Kinderversammlungen, Erzähl-und Morgenkreisen können die Kinder ihre Wünsche, Anliegen und Bedürfnisse einbringen.
4.4.2. Aufbau und Verlauf der Kinderkonferenzen
Hierfür wird speziell einmal im Monat eine Kinderkonferenz für beide Gruppen (Bärchen und Katzengruppe) getrennt einberufen. Die Gruppenkonferenzen setzen sich aus allen Kindern und pädagogischen Mitarbeiterinnen der jeweiligen Gruppen zusammen. Die Teilnahme an der Gruppenkonferenz ist freiwillig. Bei der Entscheidungsfindung wird ein Konsens angestrebt. Der Ablauf der Konferenz wird von der pädagogischen Mitarbeiterin betreut und falls notwendig in die richtige Spur gelenkt, jedoch nur soweit wie nötig, ohne die Inhalte der Gespräche zu beeinflussen. Im Zweifel entscheidet eine einfache Mehrheit aller Anwesenden Konferenzmitglieder, jedoch nie gegen die Stimme aller Erwachsenen. Darüber hinaus werden aus jeder Gruppe zwei Vertreter bestimmt, welche die Interessen ihrer Gruppe repräsentieren. Die Wahl der Delegierten erfolgt per Handzeichen. Anschließend treffen sich die Vertreter der jeweiligen Gruppe im Rahmen des Kinderparlaments und diskutieren ihre Anliegen. Ebenfalls wird auch hier ein Konsen
angestrebt. Eine pädagogische Mitarbeiterin begleitet diesen Prozess und fügt sich in die Rolle einer Mediatorin. Die Gruppensitzungen und alle getroffenen Entscheidungen werden in Worte und Symbole oder Bilder, in einem eigens dafür angelegten Ordner protokolliert.
Die Protokolle können von jedem Konferenzteilnehmer eingesehen werden und nur mit Zustimmung der Kinder den Eltern zur Einsicht vorgelegt werden. Die pädagogischen Mitarbeiter sind der Verschwiegenheit verpflichtet, können jedoch mit Zustimmung einer einfachen Mehrheit der Kinderkonferenz von dieser entbunden werden.
4.4.3. Entscheidungsbereiche und Mitbestimmungsrechte
Die Kinder dürfen selbst entscheiden
 was, wo und mit wem sie in der Zeit des „Freies Spiel“ spielen
 welche Person sich wickeln darf (nach Möglichkeiten)
 was und wie viel sie essen und trinken
Die Kinder dürfen in bestimmten Grenzen mitentscheiden über
 die Auswahl der Speisen und Getränke
 die Regeln des Zusammenlebens
 die Gestaltung der Innenräume
 die Raumtemperatur und die Lüftung der Räume
 Anschaffungen
 die Nutzung von Spielmaterial sowie Einrichtungsgegenständen
 die inhaltliche Gestaltung von Projekten und Angeboten
 die Frage, ob und wie Feste gestaltet werden
 wie sie sich im Innen bzw. Außenbereich der Kita kleiden
Die Kinder dürfen nicht mitbestimmen
 ob und unter welchen Umständen private Gegenstände in die Kita mitgebracht werden dürfen
 über Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge (z.B. Zähneputzen, Händewaschen)
 über Tischkultur
 über Personalfragen
 über den Dienstplan und Öffnungszeiten
 bei Gefahr im Verzug aus Sicht der pädagogischen Kräfte
 über Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe
 über den Tagesablauf

4.4.4. Beteiligung unter Dreijährigen Kinder
Kleine Kinder (unter drei Jahren) können nur im begrenzten Umfang an solchen Verfahren teilnehmen. Daher müssen wir Pädagogen besonders acht- und einfühlsam mit ihren Bedürfnissen umgehen. Sie werden dennoch, um sie in die Prozesse einzubinden und ihnen diese näherzubringen nach Möglichkeit an den Konferenzen teilnehmen.
4.5. Grenzen der Partizipation
Partizipation bedeutet für uns nicht, dass Kinder alles machen dürfen, oder dass sie in Einzelfall die Mitarbeiter überstimmen können. Im Alltag obliegt die Verantwortung immer uns der Erwachsenen, wir sind für den Schutz der Kinder zuständig und müssen im Einzelfall auch gegen den Willen anderer Kinder oder der Gruppe sich durchsetzen.
Wichtig ist, dass wir als pädagogische Fachkräfte unsere Haltung den Kindern gegenüber immer wieder reflektieren. Wir nehmen, die uns anvertrauten Kinder in ihrer Persönlichkeit sehr ernst und erkennen sie als vollwertige Persönlichkeiten an. Wir möchten Entscheidungen mit und nicht in ihrem Namen treffen.
5. Beschwerdemanagement
5.1. Beschwerden und Kritik im EKT ‚Maluch‘
Kritikkultur ist ein wesentlicher Bestandteil des Betriebs, die besonders bei selbstorganisierten Kindergärten, wie unserer Einrichtung, ohne einen übergeordneten Verwaltungsapparat große Mitwirkungsmöglichkeiten bietet. Besonders wichtig ist es, sich bewusst zu machen, dass in unserer Einrichtung, welche die Form eines eingetragenen Vereins hat (e.V.) Eltern einerseits eine hohe Mitsprache- und Entscheidungsmöglichkeit haben. Andererseits hat der Träger eine große Verantwortung eigenständige Instanz, die die Interessen des Kindergartens und den Fortbestand vertreten und sichern muss, sowie dafür Sorge tragen muss, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen. Durch diese Struktur, welche sehr viele Vorteile mit sich bringt, besteht ein struktureller Konflikt, den man sich immer wieder vor Augen führen und reflektieren muss. Die Kita ‚Maluch‘ und deren Mitarbeiter sind in erster Linie dem Wohl der Kinder verpflichtet. Jedoch besteht diese Organisation bereits seit mehr als 30 Jahren und wir sind stets darum bemüht den Fortbestand in gleich hoher Qualität zu sichern, um nachfolgenden Kindern eine ebenfalls sehr gute Betreuung anbieten zu können. Daher ist es notwendig in regelmäßigen Abständen Raum für konstruktive Kritik und Austausch zu schaffen.
Dabei muss man sich bewusstmachen, dass freundschaftliche Beziehungen, die in vielen Verhältnissen unseren Alltag prägen, den professionellen Umgang mit Beschwerden belasten, oder sogar verhindern können. Umso wichtiger ist für uns ist, dass wir den Blick von außen durch die Fachberatung, Supervision, neue Mitarbeiterinnen/ Eltern/ Kinder in Betracht nehmen und sich damit in regelmäßigen Vorstands- und Teamsitzungen auseinandersetzen. Denn es regelt sich nichts von alleine. Unsere Erfahrungen haben gezeigt, dass eine gute Beschwerdekultur, neben einer offenen Haltung auch verlässliche Strukturen erfordert. Ein professionelles Beschwerdemanagement ist eine äußerst wichtige Grundlage für das Zusammenleben und arbeiten in der Kita.
Daher nehmen wir die Beschwerden und Anregungen immer sehr ernst, da wir in diesen die Chance zur Qualitätssteigerung sehen. Denn nur durch einen konstruktiven Dialog und eine kritische Auseinandersetzung und Würdigung von notwendigen Veränderungen, kann man sich entwickeln. Also gehen wir davon aus, dass in jeder Beschwerde nicht nur ein Hinweis auf verbesserungswürdiges steckt, sondern auch ein Entwicklungspotenzial: für Kinder, die Fachkräfte und die gesamte Einrichtung sich verbirgt.
5.2. Definition
Was ist eine Beschwerde?
Der Duden definiert eine Beschwerde als „Klage, mit der man sich (an höhere Stellen) über jemanden, etwas beschwert.“ (www.duden.de)
Die Beschwerde kann auch als eine Unzufriedenheitsäußerung an eine Institution oder deren Vertreter definiert werden.
Wir verstehen unter dem Begriff ‚Beschwerde‘ alle schriftlichen und mündlichen kritischen Äußerungen von Kindern oder deren Eltern, die den Einrichtungsalltag, insbesondere das Verhalten der Fachkräfte oder Kinder, das Zusammenleben in der Einrichtung oder Entscheidungen des Trägers betreffen.
5.3. Beschwerdemanagement für Eltern
Kinder spüren, ob ihre Eltern mit der Einrichtung zufrieden sind. Deshalb ist es besonders wichtig mit den Eltern auf Augenhöhe zu kommunizieren und sie als verlässlichen Partner zu sehen, denn beide Parteien haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: das Wohl des Kindes.
Es können sich in unserer Einrichtung alle Eltern mit Ihren Anliegen an jene Erzieherinnen wenden, denen sie vertrauen und als hilfreich empfinden.
Innerhalb der Einrichtung steht auch:
• der Vorstand und
• die Leitung
• die Meinungsabfrage

für Sorgen und Anregungen der Eltern zu Verfügung.
Wenn Eltern ihre Kritik geäußert haben, ist es uns besonders wichtig ein schnelles Feedback zu geben. Wir versuchen den Sachverhalt zeitnah intern zu klären und gemeinsame Verbesseruns
und Lösungsmöglichkeiten im direkten Gespräch mit den Eltern zu finden. Wie die Erfahrung bei uns zeigt, wenden sich die Eltern gerne mit vielen Angelegenheiten direkt an das Personal und haben keine großen Hemmschwellen, ihren Anliegen mit uns zu besprechen.
Trotzdem besteht die Möglichkeit eigene Kritik anonym zu äußern. In unseren Eingangsbereich hängt der sogenannte „Kummerkasten“. In diesem können Eltern ihre Beschwerden oder Vorschläge einwerfen. Die Bearbeitung einer anonym geäußerten Kritik wird innerhalb einer Woche an die Infotafel ausgehängt, oder beim Elternabend besprochen, falls solche zeitnah stattfinden soll (bis 3 Wochen).
5.4. Beschwerdemanagement für Kinder
Unsere kleine Einrichtung bietet den Kindern einen überschaubaren Rahmen und familiäre Atmosphäre in der sich die kleinen wohl und sicher fühlen. Das erleichtert und gibt den Kindern Mut offen über ihre Anliegen, Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen. Uns ist bewusst, dass die Beschwerden vor allem dem Schutz von Kindern dienen. Denn Kinder, die selbstbewusst sind können sich für ihre Rechte einsetzen und sich wertgeschätzt fühlen, sind besser geschützt. Trotzdem müssen wir uns, als Pädagogen bewusstmachen, dass besonders kleine Kinder ihre Beschwerden oft nicht direkt äußern können und wir daher, sehr sensibel und einfühlsam auf ihr Verhalten eingehen und dementsprechend reagieren müssen. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit den Beschwerden der Kinder führt zur Reflexion in Team und erhöht die fachlichen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen aller Beteiligten.
Wir bieten den Kindern die Möglichkeit sich zu jeder Zeit
 im Alltagssituationen
 im Morgenkreisen
 im Gruppenkonferenzen
 durch die Beschwerdekiste (Knetfigur, gemaltes Bild, kaputtes Spielzeug)
über Erzieher, Kinder oder andere Bezugspersonen zu beschweren.
Die Kinder brauchen uns, als zuverlässige Personen, den sie vertrauen können und sich sicher sein müssen, dass sie nicht mit negativen Konsequenzen zu rechnen haben, wenn sie ihre Meinung offen an uns richten. Sie brauchen vor allem unseren Zuspruch und Akzeptanz, auch wenn wir nicht jeden Wunsch der Kinder entsprechen können.
5.5. Beschwerdemanagement für Beschäftigte
Die demokratische Kultur prägt unseren gemeinsamen Alltag. Eine offene, wertschätzende Haltung des Zusammenseins ermöglicht uns offen über alle Probleme und Meinungsunterschiede zu sprechen und eine Lösung zu finden. Die regelmäßigen Teamsitzungen (alle zwei Wochen) ermöglichen uns den fachlichen und pädagogischen Austausch. Auch die Supervision, die wir unseren Mitarbeiten bei Bedarf anbieten, hat sich als sehr bewehrtes Mittel erwiesen, die unsere Arbeit reflektieren lässt und einen Blick von außen gewährleistet.
Trotzdem besteht immer die Möglichkeit für Beschäftigte sich
 bei der Leitung
 beim Vorstand
zu beschweren.
Wir als Pädagogen und Mitarbeiter sind am häufigsten mit den Beschwerden konfrontiert und verpflichtet, sich mit diesen professionell auseinanderzusetzten. Aber auch wir Pädagogen haben Veränderungswünsche, wenn wir z.B. unzufrieden oder einfach unsere Rechte besorgt sind. Deshalb ist uns es wichtig, dass wir offen über alle Angelegenheiten reden können. Zu den regelmäßigen Vorstandsitzungen, die alle sechs Wochen stattfinden, werden auch bei Bedarf alle Teammitglieder eingeladen. Hier können sie in direktem Austausch mit den Eltern über alle Angelegenheiten offen sprechen.
5.6. Trägerverantwortung bei Beschwerdeverfahren
Bei der Einführung des Beschwerdeverfahrens trägt der Vorstand als Trägervertreter eine besondere Verantwortung und hat dafür Sorge zu tragen, dass die Zuständigkeiten und der Umgang mit den Beschwerden klar geregelt sind.
6. Kindeswohlgefährdung
6.1. Gesetzliche Grundlage
Dem Schutz des Kindes sind alle in unserem Haus arbeitenden Fachkräfte verpflichtet. Aber auch der ehrenamtliche Elternvorstand trägt die volle Verantwortung und soll professionell und im Sinne des Kindeswohles handeln, ihm zur Seite stehen und auch bei Bedarf aktiv eingreifen können. Denn der Kinderschutz ist ein gesetzlicher Auftrag und wir als Gemeinschaft aus Mitarbeitern, Vorstand und Träger tragen im Sinne des Bundeskinderschutzgesetzes (BKiSchG) zum 01.01.2012 eine erhöhte Verantwortung.
6.2. Definition
Folgendes wurde aus dem ‚Handlungsleitfaden zum Kinderschutz‘ (Senatsverwaltung für Bildung, Wissen und Forschung, 2010).
„Eine Gefährdung des Kindeswohls liegt dann vor, wenn begründete Besorgnis besteht, dass bei Nichteingreifen das Wohl des Kindes beeinträchtigt wird oder eine gegenwärtige, in einem solchen Maße vorhandene Gefahr besteht, dass sich bei der weiteren Entwicklung des Kindes eine erhebliche Schädigung mit großer Sicherheit voraussehen lässt. Dabei entsteht die begründete Besorgnis in aller Regel aus Vorfällen in der Vergangenheit. Aufgrund des gesamten Verhaltens des Sorgeberechtigten muss Anlass zur Besorgnis bestehen. Die zu besorgende erhebliche Schädigung, die mit ziemlicher Sicherheit vorauszusehen sein muss, macht es erforderlich, in dem konkreten Fall das Kindeswohl zu definieren".
Das heißt, eine Kindeswohlgefährdung liegt dann vor, wenn Kinder in ihrer körperlichen, seelischen oder geistigen Entwicklung gegenwärtig gefährdet sind bzw. wenn Verletzungen und Schädigungen des Kindeswohls bereits eingetreten sind und die schädigenden Einflüsse fortdauern. Dies kann insbesondere angenommen werden, wenn die Grundbedürfnisse des Kindes in einem erheblichen Umfang durch elterliches Fehlverhalten bzw. Unterlassen angemessener Fürsorge oder durch das Verhalten Dritter vernachlässigt werden. Dies stellt sich als Vernachlässigung (schuldhaftes oder schuldloses Unterlassen), Missbrauch des Sorgerechts (schuldhaftes oder schuldloses Handeln der Eltern) oder wenn die Eltern nicht bereit oder nicht in der Lage sind, ein kindesgefährdendes Verhalten Dritter wirksam zu unterbinden, dar. Die nachfolgend aufgeführten Anzeichen sind beispielhaft für die Bewertung und nicht abschließend oder generell gültig. Es ist immer die konkrete Situation des Einzelfalls und die altersspezifische Entwicklung des Kindes/Jugendlichen zu berücksichtigen.
6.3. Verfahren bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Für einen differenzierten Einschätzungsprozess ist es wichtig folgende Aspekte zu berücksichtigen.
6.3.1. Indikatoren
Die Indikatoren für eine Kindeswohlgefährdung:
 Erscheinungsbild des Kindes
 die familiären Risikofaktoren
 die Ressourcen und Potenziale
Folgendes wurde aus dem ‚Handlungsleitfaden zum Kinderschutz‘ (Senatsverwaltung für Bildung, Wissen und Forschung, 2010).
6.3.2. Vernachlässigung
Die Vernachlässigung des körperlichen Wohls - durch mangelhafte Versorgung und Pflege, wie unzureichender Ernährung, Pflege, Gesundheitsfürsorge, Unterlassen ärztlicher Behandlung oder unzureichender Schutz vor Risiken und Gefahren des seelischen und geistigen Wohls - durch ein unzureichendes oder ständig wechselndes und dadurch nicht verlässliches, tragfähiges emotionales Beziehungsangebot, Mangel an Aufmerksamkeit und emotionaler Zuwendung, Nichteingehen auf Bedürfnisse des Kindes, Unterlassen einer angemessenen alters-und entwicklungsgerechten Betreuung, Erziehung und Förderung, u.a. auch das Desinteresse der Eltern am regelmäßigen Kitabesuch des Kindes.
6.3.3. Misshandlung
Körperliche Misshandlung - durch direkte Gewalteinwirkung auf das Kind, wobei die Mehrzahl der körperlichen Misshandlungen sichtbare Spuren auf der Haut hinterlässt, insbesondere Schlagen, Treten, Schütteln, Verbrennen, Würgen, Verätzen, Stichverletzungen zufügen, der Kälte aussetzen etc. psychische Misshandlung - durch Zurückweisung, Ablehnung und Herabsetzung des Kindes; Anschreien, Beschimpfen, Verspotten, Ausdruck von Hassgefühlen dem Kind gegenüber, Aufforderungen an das Kind andere zu vernachlässigen oder zu misshandeln, Überforderung durch unangemessene Erwartungen, soziale Isolierung, Einschüchterung, Ängstigung des Kindesdurch Drohungen, symbiotische Bindung des Kindes durch einen Elternteil.
6.3.4. Häusliche Gewalt
Durch Gewaltstraftaten zwischen Erwachsenen, die in einer partnerschaftlichen oder verwandtschaftlichen Beziehung zueinanderstehen oder standen. Das Miterleben der Gewaltgefährdet eine gesunde seelische Entwicklung, beeinträchtigt die Beziehungsfähigkeit und kann Traumatisierungen auslösen.
6.3.5. Sexueller Missbrauch
Durch sexuelle Handlungen mit und ohne Körperkontakt, Vorzeigen pornografischen Materials durch eine erwachsene oder wesentlich ältere, jugendliche Person, oft unter Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen und in Kombination mit anderen Formen der Misshandlung.
6.4. Erscheinungsbild des gefährdeten Kindes
Körperlich: Unterernährt, unangenehmer Geruch, unversorgte Wunden, chronische Müdigkeit, nicht witterungsgemäße Kleidung, Hämatome, Narben, Krankheitsanfälligkeit, Knochenbrüche, auffällige Rötungen oder Entzündungen im Anal oder Genitalbereich, körperliche Entwicklungsverzögerungen usw.
 Kognitiv: eingeschränkte Reaktionen auf optische und akustische Reize, Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, Verzögerung der Sprach oder Intelligenz
 Entwicklung, usw.
 Psychisch: apathisch, traurig, aggressiv, schreck, unruhig, schüchtern, verschlossen usw.
 Sozial: Hält keine Grenzen und Regeln ein, distanzlos, Blickkontakt fehlt, beteiligt sich nicht
 Auffälligkeiten: Schlafstörungen, Jaktationen, Essstörungen, Einnässen, Einknoten, Stottern, Konsum psychoaktiver Substanzen, Selbstverletzung, sexualisiertes Verhalten, Schulddistanz, Streunen, Delinquenz, Lügen usw.
6.4.1. Familiäre Risikofaktoren
Eigene Deprivationserfahrung, Sucht, psychische Krankheit, geistige Behinderung, eingeschränkte Leistungsfähigkeit, Analphabetismus, Kinderreichtum, Frühgeburten, angespannte finanzielle Situation, Schulden, Arbeitslosigkeit, beengte Wohnverhältnisse, Eltern- oder Partnerkonflikte, minderjährige Mutter, unerwünschte Elternschaft, kulturell bedingte Konflikte, dominante Familienangehörige, mangelnde Integration in die eigenen Familie oder soziales Umfeld usw.
6.4.2. Ressourcen und Potenziale
 Persönliche Ressourcen und Potenziale
 Soziale Ressourcen (Beziehungen)
 Materielle Ressourcen
 Infrastrukturelle/institutionelle Ressourcen
Sollte der Verdacht auf Kindeswohlgefährdung bestehen, sind die Pädagogen und der Träger (Vorstand) verpflichtet zu handeln. Es muss festgestellt werden, wer in der Einrichtung die Fallverantwortung übernimmt und an der Bewertung der Hinweise beteiligt wird. Zu berücksichtigen sind natürlich die freundschaftlichen Beziehungen von Pädagogen oder Vorstandsmitglieder zu den betroffenen Personen, die unsere Objektivität stark beeinflussen können. In diesen muss unbedingt eine Rollenklarheit geschaffen werden. Es gilt die Regeln: Kinderschutz steht vor Datenschutz, also sollten die Vorstandsmitglieder je nach Situationslage informiert werden. Ob wir den Eltern-Vorstand miteinbeziehen oder auch nicht, wird nach der Fallbesprechung in der Teamsitzung entschieden. In akuten Situationen, in denen schneller Handlungsbedarf gefragt ist, handeln wir nach dem vier Augenprinzip. Die Pädagogen sind berechtigt notwendige Schritte in die Wege zu leiten und im Zweifelsfall alleine darüber zu entscheiden.
Wir gehen immer davon aus, dass die Eltern die wichtigsten Personen im Leben des Kindes sind und bemühen uns immer als erstes die Eltern „ins Boot zu holen“, um den vertrauensvollen Kontakt zu den Eltern/Personenberechtigten aufrechtzuerhalten. Wir streben einen gemeinsamen, kooperativen Prozess an. Sodass wir einer Kindeswohlgefährdung entgegenwirken können. Unsere Erfahrung nach, ist dies die beste Möglichkeit, für das Kind eine möglichst stabile Hilfesituation zu schaffen .
6.4.3. Beratung und Vermittlung
In einer solchen Situation ist die Beratung durch
 eine Supervision
 insoweit interne erfahrene Fachkraft
Sandra Ohl vom DaKS Tel.: 030 7009 425 10
externe Institutionen wie
 Regionaler sozialpädagogischer Dienst tel.: 9018 34342
 Kind im Zentrum Tel.: 282 80 77
 Jugendamt Erziehungs- und Familienberatung Tel.: 901834646
 Kinderschutz-Hotline Tel.: 90182-55555
je nach Einzelfall durchzuführen.
6.5. Konkretes Handeln bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung
Schritte des Verfahrens nach § 8 a SGB VIII
6.5.1. Dokumentation
Ab dem Moment der ersten Vermutung, dass etwas nicht in Ordnung ist, kann alles, was zum „Fall“ gehört, für den weiteren Verlauf hilfreich sein und sollte der jeweiligen Fachkraft unbedingt schriftlich, und datenschutzrechtlich korrekt, festgehalten werden. Speziell die Details müssen sorgfältig protokolliert werden. Die Dokumentation ist die Grundlage für das gesamte Verfahren und ggf. auch für Nachfragen durch externe Institutionen wie z.B. das Jugendamt, die Polizei oder das Familiengericht wichtig. Gleichzeitig dient sie als Nachweis, dem gesetzlichen Auftrag nachgekommen zu sein.
Folgendes wird dokumentiert:
 Aussagen des Kindes, direkte oder indirekte Äußerungen
 Sichtbare körperliche Anzeichen
 Verhalten des Kindes, auch in der Interaktion mit anderen Kindern, den Eltern oder anderen Erwachsenen
 Andere Auffälligkeiten
 Aussagen, Äußerungen der Eltern
 Andere Beobachtungen, Informationen
 Eigenes Handeln der fallführenden Fachkraft (Team / Leitung), Gespräche (auch telefonisch), Maßnahmen etc.
Unbedingt zu beachten ist dabei die Trennung von Fakten und Interpretationen.
Gewichtige Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen und
Grundlage für die Überprüfung des Verdachts sind – immer bezogen auf den Einzelfall – alle Anhaltspunkte, Beobachtungen und Äußerungen die wahrgenommen werden.
6.5.2. Austausch mit dem Team / Leitung (4 Augen Prinzip)
Im kollegialen Gespräch, Teamgespräch oder Gespräch mit der Leitung (je nach Einrichtungsstruktur und vereinbartem Handlungsablauf) erfolgt die zeitnahe Überprüfung der eigenen Wahrnehmungen oder Unsicherheiten (siehe Orientierungshilfe 1 „Indikatoren als mögliche Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung" und Orientierungshilfe 2 „familiäre Risikofaktoren". Auch soll in dem Gespräch die „fallführende Fachkraft" benannt werden, die Person also, die den Fall begleiten wird und dafür Ansprechpartnerin ist. Wenn im Anschluss an dieses Gespräch eine Kindeswohlgefährdung nicht ausgeschlossen werden kann bzw. sich Anhaltspunkte für eine Gefährdung verdichten, ist die Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft sicherzustellen.
6.5.3. Hinzuziehung einer insoweit erfahrenen Fachkraft (IeFK)
Regionale Zuständigkeiten sollten im Vorfeld geklärt und Kontaktadressen bereitgehalten werden. Die Verantwortlichkeit für das weitere Vorgehen bleibt bei der fallführenden Fachkraft der Kita. Diese Fachkraft kann sich auch gegen die Empfehlung der ieFK entscheiden, sollte aber in jedem Fall ihre Entscheidung dokumentieren und fachlich begründen können.
6.5.4. Gemeinsame Gefährdungs- / Risikoeinschätzung
Die ieFK berät und unterstützt die fallführende Fachkraft bei der Problemdefinition und Gefährdungseinschätzung unter Berücksichtigung der vorhandenen Ressourcen und Risikofaktoren in der Familie. Die Anhaltspunkte für eine Gefährdung werden in sachlicher und in zeitlicher Hinsicht gemeinsam bewertet und das weitere Vorgehen wird erwogen. Es wird überprüft ob Einrichtung und/oder Träger eigene Ressourcen zur Verfügung stellen kann um einer Gefährdung entgegen zu wirken oder ob eine
Inanspruchnahme anderer geeigneter Hilfen durch die Eltern/Personensorgeberechtigten (PSB) notwendig erscheint. Zunächst gilt es zu bewerten, ob eine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben des Kindes besteht und welche Maßnahmen zum sofortigen Schutz des Kindes notwendig sind. Dabei wird geplant, wie der weitere Prozess gestaltet werden soll, um mit den Eltern/PSB die festgestellten Probleme zu besprechen und auf ihre Behebung hinzuwirken.
6.5.5. Gespräch mit den Eltern / Personenberechtigten, Gemeinsam Hilfeplan / Vereinbarungen / Verabredungen entwickeln
Hier geht es darum, die Kooperationsbereitschaft, das Problembewusstsein der Eltern und die Problem Übereinstimmung (Problemkongruenz) mit ihnen zu überprüfen. Mit den Eltern gemeinsam sollen hier Möglichkeiten der Entlastung formuliert und evtl. vorhandene Ressourcen und Potentiale (Verwandte, Freunde, Eltern der Kita, andere Unterstützungsmöglichkeiten — auch durch die Kita) herausgefunden werden. In einem gemeinsam entwickelten Hilfeplan werden Beratungsangebote (intern/extern) festgehalten, Handlungsveränderungen und Folgetreffen verabredet.
6.5.6.1. Überprüfung der Verabredungen / Vereinbarungen / Empfehlungen
Bei verabredeten Folgetreffen werden Kooperationswille und Kooperationsfähigkeit überprüft. Haben die Eltern/PSB die Verabredungen/Vereinbarungen eingehalten. Haben sie etwas verändert bzw. ist ein Bemühen zu erkennen?
6.5.6.2. Ggf. erneute Gefährdungseinschätzung
Zur erneuten Gefährdungseinschätzung wird ein weiterer Termin mit der ieFK vereinbart. Das Ergebnis ist Grundlage für die weiteren Schritte.
6.5.6.3. Ggf. Vorbereitung der Fallübergabe an das Jugendamt
Wenn keinerlei Entwicklung zu erkennen ist bzw. eine Kooperation nicht gelingt, wird die Fallübergabe an das Jugendamt vorbereitet. Dazu sind in der Regel regionale Formulare zu übermitteln (Risikoeinschätzungsbögen). Diese sind Grundlage für das tätig werden des Jugendamts.
6.6. Fallübergabe an das Jugendamt
Im bedauerlichen Umstand einer Nicht-Einigung, wird der Fall an das zuständige Jugendamt weitergegeben. Hier werden die Eltern unbedingt informiert.
6.7. Präventionskonzept gegen interne Grenzüberschreitungen
6.7.1. Beteiligte
Um die Sicherheit und Prävention zu gewährleisten müssen Arbeitnehmer ein erweitertes Führungszeugnis alle vier Jahre erneuern. Falls die Eltern, regelmäßige Dienste übernehmen, müssen sie ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen.
6.7.2. Unregelmäßige Mitarbeit
Eltern, die unregelmäßige Dienste übernehmen haben eine Selbstverpflichtungserklärung zu unterschreiben.
6.7.3. Fortbildungen für alle Teilnehmenden
Um unser Wissen ständig auszubauen bilden wir uns extern weiter. Hier ist es wichtig eine Sensibilität zu ent- bzw. weiterzuentwickeln.
6.7.4. Informationsabende
Diese werden speziell für Eltern abgehalten, um sie ebenfalls für dieses Thema zu sensibilisieren.
6.7.5. Sensibilisierung für Kinder
Regelmäßiges Vorlesen passender Kinderliteratur, die das Selbstbewusstsein der Kinder stärkt.
Quellen:
Fachliteratur und Zeitschriften:
Partizipation in Kindertageseinrichtungen: So gelingt Demokratiebildung mit Kindern! (Rüdiger Hansen, Raingard Knauer, Benedikt Sturzenhecker) 2015
Kinderrechte in der Kita, Kinder schützen, fördern, beteiligen (Jörg Maywald) 2016
Beschwerdeverfahren für Kinder: Kindergarten heute, Praxis kompakt (Franziska Schubert-Suffrain, Michael Regner) 2014
Recht & Sicherheit in der Kita, Themenheft: Umgang mit Beschwerden (Judith Barth) Februar 2018
Kinderschutz, Leitfaden zur Umsetzung des Bundesgesetzes in Elterninitiativen, Kinderläden und Selbstorganisierter Kinderbetreuung (BAGE – Bundesgemeinschaft Elterninitiativen e.V.) 2015
Kinder in Berlin, Kinder fördern und schützen! Zusammenarbeit von Kindertageseinrichtungen und Gesundheits- und Jugendämtern (Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung)
Internetquellen:
http://www.daks-berlin.de/index.html
http://duden.de

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Warum sollen wir den Winter immer mit dem Fasching verjagen? Wir haben ihn dieses Jahr einfach zu uns eingeladen.
Der Schneemann und der Eisbär waren unsere stillen Begleiter und Hinqucker. Draußen lief keiner einfach vorbei, alle bleiben Kurz stehen und bewundesten sie.
Zum Frühstück gab es lecker Pinguine aus Oliven und Mozzerella.
Unsere Kinder kamen von der Schneekönigin, Schneemann, bis zum Badman ganz verschieden verkleidet am  Faschingstag zu uns in den Kinderladen.
Im Morgenkreis wurden alle Faschingsleute mit einem Lied bergüßt.
Auch die Spiele: das Eiskugellaufen oder das Dosen werfen mit dem Schneeball unter dem eisigen Himmel, waren für die Kinder eine Atraktion.
Tolle Preise gab  es selbstverständlich auch Süße Leckerbissen so durschsichtig wie das Meer und auch einen tollen Kleinen Bruder von unserem Eisbären.
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2016-03-05
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               Die Legende von Sankt Martin ist wieder lebendig.
Am Sankt Martinstag erinnern wir uns an den Heiligen Martin von Tours, der Anfang des vierten Jahrhunderts lebte.
      Die Eltern und die Kinder haben sich im Dunkel mit selbstgebastelten Laternen vor dem Kindergarten versammelt und an einem Sankt Martinsumzug tei haben teilgenommen. Wir sind durch die Straßen gezogen und haben die Martinslieder auf deutsch und polnisch gesungen.
Im Anschluss haben wir uns auf dem Quizow-Spielplatz im Kreis zusammengefunden. Die Kinder nahmen Platz und die Eltern stellten sich dahinter auf. Mit musikalischer Begleitung stimmten wir alle das Lied "Sank Martin ritt durch Schnee und Wind..." an und zum Gesang wurde das St. Martinsspiel vorgespielt. Wir sangen das Lied auf Wunsch der Kinder, noch einmal und sahen auch die Szene wieder parallel zum gesungenen Text. Danach konnten wir uns mit leckerem Essen wieder stärken. Das Klassische Gebäck für den Sankt Martinstag ist die Martingsbrezel. Diese wurde aus süßen Hefeteig gebacken und geteilt  gegessen.
      Unseren Kindern hat der schöne Abend mit den Laternen, den Martinsliedern und der St. Martinsgeschichte viel Spaß gemacht.
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Der Kinderladen Maluch besteht seit dem Jahr 1986 und wurde damals als Elterninitiativ-Kinderladen gegründet.

Mit viel Eigeninitiative und Engagement von polnischen und deutschen Eltern und Erzieherinnen entstand unser Kinderladen bereits im Jahr 1986.
 
Es dauerte über ein Jahr bis die Idee vom deutsch-polnischen Kindergarten umgesetzt war.
 
Am 1. Juni 1986 hatte der Laden die ersten Kinder aufgenommen.
 
Die Räume des Kinderladens befanden sich zu dieser Zeit in der nahen Perleberger Straße 31 in Moabit.
 
Im Jahr 1997 zog der Kinderladen in die heutigen, schöneren und vor allem größeren Räume.
 
Übrigens:
Bereits die zweite Generation meldet bei uns ihre Kinder an … vielleicht auch irgendwann die dritte?
 
 

Hier zeigen wir den Verlauf eines ´normalen` Tages in unserem Kinderladen ´Maluch`.
Eine feste Struktur und wiederkehrende Rituale innerhalb der Struktur geben Ihrem Kind Sicherheit, Halt und Geborgenheit. Viele Bestandteile dieser Struktur können dabei als Ritual wahrgenommem werden
 
07:30-09:00 – Ankunft der allermeisten Kinder, freie Beschäftigung , Frühstücksvorbereitung

 Montag + Mittwoch 08:30-09:00 – Polnisch Förderung
 Dienstag + Donnerstag 08:30-09:00 – Deutsch Förderung

09:00-09:30 – Frühstück, (Bilder-)Buch vorlesen, Zähneputzen
09:40-09:50 – Ankunft der Kinder, die zu Hause gefrühstückt haben
10:00-11:15 – Morgenkreis bzw. Beschäftigungsangebot
11:15-11:30 – Obstpause
11:30-12:50 – Anziehen und Spielplatzbesuch
13:00-13:30 – Mittagessen mit Tischdienst der älteren Kinder, Zähneputzen
13:40-13:50 – Abholzeit der ´Halbtagskinder`
14:00-14:30 – Mittagsruhe: Vorlesen, Hörspiele, Entspannung für alle Altersgruppen, Schlaf für müde Kinder
14:30-15:30 – Freies ruhiges Beschäftigen, kreatives Gestalten, Wecken der schlafenden Kinder um 15:15 Uhr
 14:45 – Nachmittagsimbiss: viel Obst und Gemüse
16:00-16:30 – Freies Beschäftigen, gemeinsames Aufräumen mit den Kindern
 

Der Kinderladen wird zum größten Teil aus Senatsmitteln finanziert.
Die monatliche  Kostenbeteiligung der Eltern setzt sich zusammen aus:
 
-Dem Betreuungsanteil, der individuell nach dem Einkommen der Eltern berechnet wird, wenn Ihr Kind noch nicht über drei Jahre alt ist.  
(lt. Kita-Kostenbeteiligungsgesetz),
wenn Ihr Kind drei Jahre alt ist, dann zahlen Sie nur den Verpflegungsanteil in Höhe von 23,-€
 
-Dem Zusatzbetrag in Höhe von 18,-€ pro Monat
-Dem Vereinsbetrag in Höhe von 1,-€ pro Monat
 
 

Die Eingewöhnungsphase ist zunächst die wichtigste Zeit für Ihr Kind. Diese mitunter mehrwöchige Phase dient dem Kind und den Eltern gleichermaßen, Vertrauen in die neue Umgebung zu setzen und eine allmähliche Umstellung auf die neue Lebensphase zu ermöglichen.
 
Die Eingewöhnungsphase ist so unterschiedlich wie die Kinder selbst. Manche Kinder sind bereits in den ersten Tagen soweit, die Trennung von den Eltern zu akzeptieren, andere brauchen bis zu vier Wochen oder länger, um sich mit der neuen Situation zu arrangieren.
Es gibt nicht ´die Regel` dafür und die Eingewöhnung verlangt von den Eltern, den Pädagogen und natürlich dem Kind eine hohe Flexibilität.
 
Wir respektieren jedenfalls die Geschwindigkeit, die Ihr Kind dafür vorgibt und stellen uns auf Ihr Kind ein. Der Kinderladen soll eine Bereicherung für Ihr Kind werden. Ihr Kind soll gerne in unsere Gemeinschaft kommen.
 
Die Eltern sollten klären, wer von beiden für die Eingewöhnungszeit dem Kind zur Verfügung steht. Es sollte immer dieselbe Person sein, nämlich die, die auch selbst besser loslassen kann.

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2015-08-18
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