Meine Schreibprojekte
Schreiben, schreiben, schreiben.
Ich habe mir den Januar und Februar vom Geldverdienen freigegeben, um an verschiedenen Schreibprojekten zu arbeiten (d. h. kein Journalismus, keine Schreibworkshops -- als Freiberuflerin bin ich ja glücklicherweise mein eigener Chef).
Morgens schreibe ich an meinem Hauptprojekt (v. a., was den Umfang angeht), an meinem zweiten Cori-Stein-Thriller, der in diesem Jahr endlich fertig werden soll.
Nachmittags schreibe ich an drei kleinen Ratgebern, die wahrscheinlich (hoffentlich) Anfang Februar erscheinen. Die Cover habe ich schon. Und zwar handelt es sich um
- Schluss mit Schreibblockaden 2,
- Über Schwieriges einfach schreiben 2 (das aber einen anderern Titel haben wird),
- ein Büchlein über meine Erfahrungen als Indie-Autorin.
Und schließlich habe ich vor ein paar Tagen mit einem Experiment begonnen: Ich schreibe jetzt morgens immer drei Morning Pages, um in den Schreibfluss zu kommen. Gleichzeitig habe ich zwei Lecture Courses von Dean Wesley Smith gekauft. Der eine dreht sich um prolific writers, also darum, wie man als Autor möglichst viel produzieren kann. DWS selbst schreibt einfach munter und (wenn ich das recht verstehe) planlos drauf los und das Tag um Tag und produziert so eine Unmenge Kurzgeschichten und Romane.
Zufällig habe ich kürzlich auch einen Video-Vortrag von Ken Follett gesehen, in dem er Ed  McBain erwähnte, der für einen Krimi jeweils weniger als einen Monat brauchte und trotzdem laut Follett ein begnadeter Krimiautor war. Simenon hat seine Maigret-Romane ebenfalls sehr schnell geschrieben (ich finde gerade kein passendes Zitat, aber ich glaube, er brauchte drei Wochen oder weniger). Stephen King ist ein anderer Viel- und Spontanschreiber.
Kurz: Ich dachte mir: Warum irgendetwas (Nutzloses) in meinen Morning Pages zu Papier bringen? Warum versuche ich nicht, meinen dritten Kaha-Fischer-Krimi auf diese Weise zu schreiben? Kaum hatte ich das gedacht, fiel mir der erste Satz ein, dann der zweite ... Ohne viel zu überlegen schrieb ich drei Seiten voll.
Und tweetete etwas später skeptisch:
Ich nutze meine Morning Pages, um einen Krimi "free"zu"writen". Mal sehen, was dabei herauskommt. Wahrscheinlich nicht viel. Ich glaube, a) Krimis muss man gut plotten (Logik!) und b) man soll nicht die ersten Ideen verwenden (keine Überraschungen f. Leser!).
Eine Angst hat sich als unbegründet erwiesen: Dass mir nicht einfällt, wie es weitergeht. Ich habe bisher neun Seiten so geschrieben und es reicht, kurz vorher daran zu denken, dass ich gleich schreibe, schon fällt mir die nächste Szene, der nächste Schauplatz o. Ä. ein und ich schreibe tatsächlich mühelos die Seiten voll.
Worauf ich jetzt achte: Einige mögliche Tatmotive und Täter ins Spiel zu bringen und überhaupt einige Fragen über das Opfer usw. aufzuwerfen. Es soll ja ein Krimi sein.
Ich habe die ersten drei Seiten inzwischen abgetippt. Sie sind nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Ich werde die Geschichte, falls ich sie beende, jedoch nicht, wie DWS es rät, einfach veröffentlichen. Erstens glaube ich, und ich beschäftige mich inzwischen seit Jahrzehnten mit meinem Schreiben und dem anderer, dass jeder Text besser wird, wenn man ihn stilistisch überarbeitet (von Tippfehlern ganz zu schweigen, die sich zwangsläufig einschleichen, und nicht zu knapp). Außerdem habe ich den Eindruck, dass man beim Freewriting u. U. weitschweifig und spannungsarm, also mit Längen, schreibt.
Ich werde berichten und bis dahin ...
... schreiben, schreiben, schreiben.
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