Meine momentanen Gedanken zum Thema "Gatekeeper":
1. Gerade habe ich getweetet: Wenn ich als (freie) Journalistin die viele Vorarbeit für Themenangebote, aus denen nichts wird, bezahlt bekäme ...
2. Dazu passt, dass ich gestern ausgemistet und was ich dabei gefunden habe. Wie viel Papier ich früher bedruckt habe! Jetzt bewahre ich mehr und mehr in der Cloud und (!) auf Datenträgern auf ... Jedenfalls fand ich eine Ablehnungsmail. Der Zuständige für eine Website, die Kurzkrimis kaufte und veröffentlichte, lehnte vor ein paar Jahren meinen Kurzkrimi ab, mit der Begründung, dass die Geschichte zu klassich sei, mein Kommissar unglaubhaft begeistert sei nach so vielen Jahren im Beruf usw. Wohlgemerkt: Er hat freundlich geschrieben und betont, dass dies sein Geschmack sei. Mit meinem Kurzkrimi war ich jedoch in einer Sackgasse gelandet.
Bis, ja, bis Amazon seine E-Book-Sparte für Self-Publisher öffnete. (Es gab vorher schon zwei oder drei Möglichkeiten, die aber teils zu teuer waren - man musste als Autor im Vorfeld Geld bezahlen - und vor allem von den Lesern zu wenig beachtet.)
Jedenfalls, das Happy End der Geschichte: Mein Kommissar Kolm-Kurzkrimi "Ein klassischer Fall", kann jetzt die Leser finden, die ihn mögen (s. Link ganz unten). Und auch mein Kommissar Kolm, der jeden Fall immer noch mit Enthusiasmus löst, hat seine Fans: s. http://amzn.to/rkytF3
Sind diese Büchlein Bestseller, werde ich damit reich? Nein, natürlich nicht. Aber jeden Monat(!) überweist Amazon mir etwas Geld - und das hoffentlich noch viele Jahre lang. Und die Leser und ich haben Spaß an Geschichten, die sonst in den Tiefen meines PCs verschwunden wären und von denen ich einige nie geschrieben hätte.
3. Und damit komme ich zum Fazit: Als Krimiautorin bin ich unabhängig von Gatekeepern, sprich Verlagen, Lektorinnen und Redakteuren. Wenn ich jetzt noch im Journalismus einen Weg finden könnte, Menschen direkt zu erreichen, die sich für das, was ich recherchiere und aufschreibe, interessieren und die bereit sind etwas dafür zu bezahlen. Bzw.  - gemäß Amanda Palmer - einen Weg, der es ihnen erlaubt, zu zahlen, s. https://plus.google.com/u/0/101646449781019257036/posts/BUWdK2AibAQ
Im Moment denke ich tatsächlich darüber nach, weniger als Journalistin zu produzieren und mehr als Autorin, die alle Rechte behalten und ihre Texte  direkt an Leser verkaufen kann. Seien es Krimis, Schreibratgeber oder was auch immer. 
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