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Jan Geschke
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Heute in der NEW BUSINESS: Jan Geschke über Kreation und ihre Beurteilung in Jurys.

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Waren ziemlich viele Motive in ziemlich vielen Ländern. Hier: Asche aus Island.
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Wie nett, einen "GWA PROFI" hatte ich noch gar nicht. Letzte Woche verliehen, für meine SICK Kampagne.
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Neulich bei John Lautner auf'm Balkon.
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Kann man jedes Jahr wieder posten.
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Darko Brlečić in talk with Jan Geschke, creative director and producer with Dynaudio Records

We live in a time when it all comes down to speed and profit. This includes the music industry. How do you watch the Dynaudio Records in this part of life?

Speed. That's what a driver needs to faithfully reproduce music. To quote racing legend Sir Colin Chapman: for speed, add lightness. Handbuilt with ultra-lightweight aluminum voice-coils, Dynaudio is pretty far ahead in this particular matter, anyway, so the record dept. doesn't have to try very hard As for the profits - they usually come when you produce things you believe in, in a field you have some knowledge of. Work's first, money comes in second. That serious engineer's approach made Dynaudio shine and we sure hope we can add a little sparkle to the overall picture with an occasional record off the beaten tracks.

Dynaudio Records is producing CDs, currently.
What's better in your opinion, CD or Digital Download, as the cultural aspect?

A really good CD whose material hasn't been tampered with, like overly limited or otherwise ruined, still can provide ample satisfaction even to the cognoscenti. Listen to the Siegmund/Sieglinde piece in the RiPP (Ring Pianos Project) and tell me it doesn't make the more audiophile parts of your body and brain vibrate! On the other hand, we're of course pretty high-end minded here, so obviously FLAC and WAV releases in studio quality may follow. And heavy vinyl may come the moment we have people queuing for it in front of the studio doors, too. Got to keep our LP12s busy, don't we.
Future of music industry

In your opinion, which way music industry?

Their's gold again in black, i.e. vinyl. And people are doing their own thing, everywhere, which is a good thing. Plus, quality will beat quantity, as quantity is nowadays something (file-)shared by the masses.

What artist or composer must possess in order to be able to find in your catalog?

Originality. Repertoire value. An outstanding musicality. Truthfulness, to quote the old Dynaudio motto ("Danes don't lie") All there is, as long as it's true, to quote the new one as well.

How do you relax after work, listening to music, biking or perhaps drinking beer with friends?

Recently, I've been listening a lot to the Gil Evans/Lee Konitz duos recorded in January 1980 at Greene Street, NY. Amazing, inspiring, wonderfully idiosyncratic music. And there's an old sailboat, mahogany on oak, white underbelly, where you hear nothing on but the wind.

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Die Goldstein-Variante. 

Nein, wir wollen nicht auch noch über die Kollegen richten, die da im Ranglistepunkten-Endkampf kurz die moralische Orientierung verloren. Wer ohne Sünde ist unter uns, der werfe den ersten Stein. Das wirkliche Problem ist doch nicht, ob jemand beim Markführer mit Mahnmälern Medaillen-Tetris im Internet spielt. Die Goldstein-Krise ist nur ein Symptom.
Seit Jahren wird echte Werbung in den Awards Jurys durch simulierte Werbung ersetzt. Solange das noch in den Kinderschuhen steckte, konnte, wer wollte, es leicht entlarven. Plötzlich tolle Typo beim Grottenkunden? Geniale Lines beim Dummbatz? Anzeigen ohne Produkt, Responsemöglichkeit oder Inhalt? Check.
Aber es geht ja gar nicht mehr um Anzeigen in unserer Branche, die sind ein Relikt für Leute aus der Zeit als der ADC noch ein ADC war. Es geht heute um Filmchen, die so tun, als ob etwas stattgefunden hätte. Da wird mit wochenlangem Aufwand an Schwindelkonstrukten gezimmert, als wär die Wochenschau am Werke. Die Inszenierung der Inszenierung hat die werbliche Inszenierung abgelöst.
Preise gibt's kaum noch für Dinge, die es im Markt gab. Preise gibt es für Propagandastreifen, die Erfolge feiern, von denen im Internet oft nicht der Hauch einer Spur existiert. In der Direktjury vor ein paar Jahren haben wir so einen Goldstein noch gerochen und erlegt. Da hatte eine große Kreativagentur im Namen und unterzeichnet von einem großen Autokonzern ein Filmchen gedreht darüber, wie sie in Tankstellen angeblich Kassen aufgestellt hatten, die dem frustrierten Kunden beim Bezahlen auf dem Bon ausdruckten, wie weit er mit einem Kleinwagen der Marke mit dem Sprit gekommen wäre. Überzeugender Film. Tolle Idee. Silber.
Und dann riefen wir die Tankstelle, die man in dem Film sehen konnte, in Hamburg Steilshoop, an, weil uns aufgefallen war, daß auf dem Bon eine andere Schrift verwendet wurde als von der Kasse selbst. Die Besitzerin und die Kassiererin schworen, auf Lautsprecher, vor 17 Jurymitgliedern, daß es so eine Kasse bei ihnen nicht gäbe, nie gegeben hätte und das wäre ja infam sowas zu behaupten. Ein führender Kassenhersteller erklärte beim nächsten Telefonat, sowas sei unmöglich. Im Web fanden sich keinerlei Spuren - offenbar hatte niemand in Deutschland so einen Kassenbon bekommen. Die Agentur wurde aufgefordert, so eine Kasse beizubringen, machte einen Riesenwind, faxte Schwüre und EVs - nur auf die Kasse warten wir bis heute.
Silber weg, die andere Medaille für die Agentur auch, das war auch ein Goldstein. Waren trotzdem hoch oben im Ranking. War wohl nicht jede Jury so skrupulös und investigativ wie die unsere.
Denn das ist das zweite Problem. Habituiert an die polierten und zwang- wie realitätsfernen Goldsteine können die Kollegen in den Awardsjuries echte, richtige Werbung gar nicht mehr würdigen. Die ist zwischen all den funkelnden Lügengebäuden nämlich meist ein bissl schäbig und unspektakulär. Und deshalb driften echte Werbung und Goldsteine immer weiter auseinander. Es wird bald ein Paralleluniversum geben, in dem Goldsteinagenturen im Namen von Goldsteinkunden Filmchen drehen über Projekte, die es nie gegeben hat, außer in der Phantasie ihrer Erzeuger. Während echte Kunden und richtige Werber immer scheußlichere "richtige" Sachen machen, die dafür sorgen, das "klassische" Werbung gar nimmer funktioniert und noch mehr Kunden auf Appwege geraten.
Natürlich verdienen die Awardveranstalter an den Goldsteinen wie Bolle. Dasselbe Filmchen kann man ja in zehn Unterkategorien einsenden, macht zehnfache Einsendegebühr. Das globale potemkinsche Goldstein-Dorf funktioniert. Werbung, die was bewirkt, gibt's solange auf Google. Aber das ist ein anderes Irrsinnskapitel.

Autor: Jan Geschke (in: W&V, 13.7.2012)

http://www.wuv.de/nachrichten/agenturen/simulierte_werbung_und_die_stolpersteine_jan_geschke_rechnet_ab
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