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Hundeschule Potsdam
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Unser Appell an den gesunden Menschenverstand....
aufgrund des Vorfalls in Hannover und den zwei weiteren Beißvorfällen, wovon wieder einer für ein Kleinkind tödlich endete....

Ein Hund ist in erster Linie ein Tier. Er teilt nicht unsere Werte- und Moralvorstellungen. Er hat auch keine Kenntnis über unsere Gesetzeslage oder über die Konsequenzen für sich selbst und seinen Besitzer, wenn es zu einem Beißvorfall kommt.
Ein Hund ist ein Tier.
Genauer: ein Raubtier!
Wer hier schon den Kopf schüttelt, darf gerne googeln...

Wer also ein Raubtier sein eigen nennt, ist über seine persönlichen Gefühle hinaus, besonders zur rationalen Beurteilung des Verhaltens seines Tieres in jeder Situation verpflichtet.

Genau darin liegt das Problem.

Täglich versuchen wir als Trainer, Hundehalter dafür zu sensibilisieren. Zunehmend fällt auf, dass viele eine romantisiert naive Sichtweise ihres Tieres nicht ablegen können/wollen.
So kann man immer wieder hören, ein Tier sei "dankbar", weil es gerettet wurde. Oder im Falle von Chico werden sogar Formulierungen wie "er zeige Betroffenheit" verwendet.
Genau derartige Einstellungen bei Hundebesitzern führen zu traurigen Unfällen. Sie verkennen die Natur des Raubtiers. Genau genommen ist es dem Tier gegenüber sogar unfair und der eigenen Umwelt gegenüber sehr fahrlässig, einem Tier solche Fähigkeiten zu unterstellen. Dies macht blind für das Potential eines Hundes und verhindert den rationalen Blick auf die Natur des Raubtiers.

Die meisten Einzeltrainings, die bei uns stattfinden, behandeln Aggressionsprobleme. Aus über 13 Jahren Berufserfahrung weiß ich, dass viele dieser Hundehalter gefährliches Verhalten ihrer Hunde verkennen, herunter spielen bzw. ihr Wahrnehmungshorizont völlig verschoben ist.

‎Ich nenne hier mal nur drei Beispiele, aber ich könnte 100e weitere aufzählen.

1. Zwei Besitzer einander völlig fremder, erwachsener Labradorrüden bestehen darauf, dass diese Tiere zwingend miteinander spielen müssen.
Ich belehre. Ich versuche zu überzeugen.
Ich merke, wie ich mich trotz stichhaltiger Argumente bei den Besitzern zunehmend unbeliebter mache, weil ich dagegen bin, die beiden Rüden spielen zu lassen.
Trotz aller Warnungen (sie wissen es schließlich besser als ich), lösen sie die Leinen.

Beide Rüden hatten bis zu diesem Tag weder Erziehung noch einen Hauch von Ausbildung genossen. Wie ich vermutete und beiden Besitzern vorher prophezeite, kam es sofort zum Kampf, woraufhin der eine Besitzer seinen eigenen Rüden griff und damit den Kampf trennen wollte.
Diese Gelegenheit nutzte der andere Rüde und verbiss sich im nackten Unterarm des Mannes und begann heftig zu schütteln. Oli sicherte den anderen freilaufenden Rüden und ich löste den, im Arm des Mannes verbissenen und nun heftig hin und her schüttelnden, Rüden.
Jetzt am verbissenen Hund zu ziehen, würde die Verletzung des Mannes nur verschlimmern.
Also musste ich anders und heftig einwirken, um den Hund dazu zu bringen, dass er seinen Kiefer öffnet. Genau genommen hob ich ihn am Fell seines Genicks und Hinterteils in die Luft und trat ihm mit dem Knie gegen den Brustkorb (Sorry, liebe Tiernaivlinge!). Meine Einwirkung war ausreichend. Er öffnete den Kiefer und gab somit den Unterarm des Mannes frei.
Erst als Oli ihm den Fang zu band, setzte ich ihn wieder ab. Während Oli diesen Hund auch an einem Baum anband, begann ich mit den Erste Hilfe Maßnahmen. Elle und Speiche des muskulösen Männerunterarms waren sichtbar. Die Schlagader durchtrennt.
Doch nun kam die Besitzerin des Hundes, der vor ihren Augen und in ihrem Beisein (sie unternahm nichts, um dem Mann zu helfen!), einen erwachsenen Mann derart verletzte, dass nur das schnelle Erscheinen eines RTWs Schlimmeres verhinderte und meinte: "Haben sie da gerade in meinem Hund getreten?!" Der Einblick in ihre Sichtweise ließ mir jede Freundlichkeit abhanden kommen: "Ja, habe ich. Der Umweg zum Spaten hätte zu viel Zeit gekostet!"
Dieser Vorfall ist 10 Jahre her. Keiner der Hunde wurde eingeschläfert. -> Gut.
Eine Entschuldigung blieb sie dem Verletzten schuldig. -> Unverschämt!

2. Bsp.
Ein Besitzer mit einem 45kg Ridgebackmix wendet sich an uns, weil sein Hund immer so doll an der Leine ziehen würde, wenn er andere Hunde sieht. Ich weiß aus Berufserfahrung, dass sich hier oft mehr dahinter verbirgt, als dem Besitzer bewusst ist. Um nicht Unbeteiligte zu gefährden, entschied ich dieses Einzeltraining auf unserem Hundeplatz stattfinden zu lassen und unsere eigenen Hunde zu nutzen.
Das "bissl" Leineziehen entpuppte sich als jahrelang aufgebaute Leinenaggression und der Ridgimix meinte es Ernst. Toternst!
Das Einzige, was ihn noch davon abhalten konnte, meinen Hund zu verletzten, war die Leine in der Hand des Besitzers, der ihn kaum noch halten konnte.

Mir reichte was ich bereits an nur einem meiner Hunde gesehen hatte, um zu wissen, dass es noch schlimmer ist, als ich von vornherein vermutete. Ich will meinen Hund wieder weg bringen, derweil eskalierte der Ridgimix gegen seinen eigenen Besitzer.
Da Oli bereits vermutete, dass dies passieren könnte, bekam er den Ridgimix von unten am Halsband zu fassen, bevor sich sein Fang in den Arm seines eigenen Besitzers bohren konnte.
Nun richtet sich all der Frust des Hundes gegen Oli.

Aus Selbstschutzgründen ist Loslassen jetzt keine Option mehr. Oli hält den wütenden Ridgi mit beiden Händen am Halsband so, dass seine Versuche Oli zu beißen ins Leere gehen. Die gefletschten Zähne und das Knurren dürften auch dem Besitzer nicht entgangen sein.
Leider doch...

Er schreit Oli an, er solle sofort seinen armen Hund loslassen. Ich appeliere an den gesunden Menschenverstand des Besitzers und versuche zu erklären, dass Oli momentan nicht loslassen kann, weil es sonst gefährlich für ihn wird und der Hund unverzüglich angreifen wird.

Keine Chance.... armes Hundebaby...
Wird aus Sicht des Besitzers schwer misshandelt... (Oli hatte lediglich beide Hände im Halsband)... und er kommt seinem, in blanker Aggression gegen Oli kämpfenden, Hund zu Hilfe und will Oli angreifen.
Ich kann noch warnen bevor Oli vom Halter angegriffen wird. Oli muss den Hund loslassen. Dieser nutzt sofort die Chance, um Oli Richtung Gesicht zu springen. Oli bleibt nun keine Wahl mehr. Er muss tun, was er eigentlich mit dem Griff ins Halsband vermeiden wollte... Er muss sich nun leider körperlich verteidigen und tritt dem, ihn entgegen springenden, Hund weg, um sich vor schweren Verletzungen im Hals-/Kopfbereich zu schützen. (Wieder Sorry, liebe Tiernaivlinge.)

Für den Hundehalter freuen wir uns, dass er anstatt im Krankenhaus zu erwachen - dank Olis schnellem Eingreifen - die Möglichkeit nutze konnte uns umgehend negativ zu bewerten.

3. Die Dogge einer Kundin hatte eine Auseinandersetzung mit Todesfolge mit einem Jack Russell. Mit blankem Entsetzen musste ich ihre Einschätzung dieses Vorfalls zur Kenntnis nehmen. Sie sagte: "Mein Hugo (Name geändert), hat den kleinen Hund gar nicht getötet. Der ist ja erst in der Tierklinik verstorben."

Worauf ich hinaus will: Niemand kann Beißvorfälle verhindern oder Aggressionsprobleme lösen, wenn Menschen nicht bereit sind das Tier im Hund zu akzeptieren. Die Rasse eines Hundes spielt hierbei eine völlig untergeordnete Rolle. Das Problem ist die zunehmende Verkennung und Romantisierung unserer Hunde. Diese fängt bei der Unterstellung von Dankbarkeit (bei geretteten Hunden) und Reue (im Fall von Chico) an und gipfelt in der Annahme, dass ein klares Setzen von Grenzen, die für ein Zusammenleben von Mensch, Hund und Umwelt nunmal unabdingbar sind, unfair oder gar Tierquälerei seien.
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Auch in diesem Jahr sind wir wieder erfolgreich von der Deutschen Meisterschaft für Rettungshunde nach Hause gekommen. Wir gratulieren Sina und Flip zum 3. Platz in Trümmersuche Stufe B!!!! Wir danken auch allen Freunden und Bekannten der Hundeschule Potsdam, die uns bereits im Vorfeld im Training unterstützt haben. Besonderer Dank gilt auch den mitgereisten Fans für die Unterstützung vor Ort!!!
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Heute um 9 Uhr starteten die ersten Prüflinge bei der Deutschen Meisterschaft für Rettungshunde. Wir freuen uns riesig über Sinas und Flips Ergebnis in der Unterordnung für die Prüfungststufe Trümmer B. Die beiden erreichten unglaubliche 98 von 100 Punkten und damit das bisher beste Unterordnungsergebnis!!!! Herzlichen Glückwunsch euch beiden!!!!
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IRO Rettungshunde DM 2014 Bargfeld-Stegen (Donnerstag)
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Eine Kleinigkeit eingekauft für die nächsten Tage.
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Haben unsere Unterkunft für die DM bezogen und genießen die frische Landluft. ^^
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Liebe Kundinnen und Kunden,

ab sofort können Sie sich für den nächsten Begleithundekurs I anmelden. Der Kurs startet am Sonntag, den 11.05.2014.

Weitere Informationen (Preis, Teilnahmenahmebedingungen) finden Sie unter http://www.hundeschule-potsdam.de/kurse/begleithunde1.php
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Liebe Kundinnen und Kunden,
liebe Interessenten,

bitte beachten Sie die Kursausfälle während der im Folgenden genannten Zeiträume.
Alle Buchungen verlängern sich um die ausgefallenen Termine.
19. bis 21. April 2014: Weiterbildungsseminar
30. April bis 4. Mai 2014: Deutsche Meisterschaft der Rettungshunde
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