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Die Demografiestrategie, die heute im Bundeskabinett verabschiedet wird, klingt nach Aufbruch und positivem Denken. Wir beschreiben, wer zu den Verlierern des Gesellschaftswandels gehört. (sv)
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Die Bundesregierung stellt die Vorteile des demografischen Wandels heraus. Doch die Verlierer sind in der Überzahl: Rentner, Selbstständige und Unternehmer.
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michael berich's profile photoFritz Iversen's profile photoChristian Zinke's profile photoHenk van Dijk's profile photo
8 comments
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+René Thiemann Nein, der demografische Wandel wird nicht schon seit 200 Jahren prophezeit, sondern seit Ende der 70er Jahre, nämlich seit sich herausstellte, dass der berühmte "Pillenknick" keine vorübergehende Erscheinung sein würde. Man kann viele Dinge glauben oder nicht glauben. Gegen Mathematik verliert man immer. Es wird auf praktisch allen Ebenen zu Schwierigkeiten kommen - auch und nicht zuletzt in der Politik. Wie hat man noch 1980 auf die Jungwähler gestiert und wen die wohl wählen - heute nimmt die relative Bedeutung von jüngeren Wählern immer mehr ab, d.h. man muss auf deren Interessen nicht so rasend viel Rücksicht nehmen. CDU zum Beispiel hatte zuletzt bei Erstwählern nur rund 20% Stimmanteil. Das dürften also kaum 100.000 Stimmen sein ...
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Ach Gott, +René Thiemann , ich dachte, mit Sarrazin wären wir durch. Diesen Aspekt finde ich uninteressant und fast habe ich den Verdacht, dass die Ideologiekritik selbst wieder eine Ideologie ist.
Die Demographie-Entwicklung gehört inzwischen weltweit zu den wenigen wirklich verlässlichen Prognosen überhaupt. Ich glaube nicht, dass du irgendeine Vorausschätzung der letzten 30 Jahre über die Bevölkerungszahlen im Jahr 2012 findest, die total daneben wäre. Das liegt daran, das man dabei eben sehr wenig schätzen muss und sehr viel einfach kalkulieren kann. Wir wussten, wann die Erdbevölkerung die 6 Mrd. überschreitet und wann die 7 Mrd. und so ist es gekommen. Bei den einzelnen Nationen ist es ähnlich.
Natürlich gibt es immer "events" in der Entwicklung, die zu Abweichungen führen, z.B. Geb.-Rückgang im Osten Deutschlands anch 1990. Der Pillenknick war auch selbst so ein Event - wenn die das 1950 gewusst hätten, hätten sie wahrscheinlich das Kindergeld fürs dritte und vierte Kind nochmal verdoppelt.
Doch im Großen und Ganzen fährt der Tanker entlang des Mittlwerts der Prognosen. Wenn wir nur alles so gut im Voraus wüssten ...
Und so wissen wir ziemlich genau, wie 2020 und 2030 die Bevölkerung strukturiert sein wird und wie viele Rentner und Pensionäre wir dann haben. Die Bandbreite der möglichen Abweichungen steigt mit der Langfristigkeit, mittelfristig liegen die Zahlen praktisch fest. Nachträglich die Geburtenrate erhöhen geht natürlich - über Einwanderung. Aber auch dieses Konzept ist nicht problemlos zu bewerkstelligen.
Insofern gibt es vernünftigerweise keine Alternative zu der Überlegung, lieber anzunehmen, dass die Porgnose stimmt als darauf zu hoffen, es käme "irgendwie" anders. Dann müsste man schon mindestens 1 Faktor zur Hand haben, der eine massive Änderung bewirken könnte.
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Es gibt eben verschiedene Sichtweisen (Was den diskurstheoretischen Ansatz unbeabsichtigt stärkt). Natürlich wird pragmatisch ein Instrument benutzt. Aber es wird eben auch als Erklärungsgrundlage angenommen und so präsentiert. Ich finde es da durchaus legitim diesen so dargestellten kausalen Zusammenhang in Frage zu stellen - vor allem bei der medialen Präsentation.
Ich persönlich finde diese Methusalem Panik auch völlig überzogen, und Prognosen sind eben induktiv - und damit unsichere - "Fakten".
+Fritz Iversen kannst du Prognosen von vor 30 Jahren nennen, die das belegen, was du sagst? Sonst ist das wohl eher als These (schlimmstenfalls Polemik) zu verorten.
Das schöne an der vorliegenden Sicht ist, dass nachträglich immer Abweichungen mit einbezogen werden können und alles ein rundes Bild ergibt. Einmal in Wahrscheinlichkeit gedacht kann Abweichung erklärt werden - im Nachhinein - man nennt das Tautologie in dieser Verwendung - und das gesamte Bild scheint eine immer währende Wahrheit.
Auf der anderen Seite die Ideologiekritik, die, selten erkannt, sich dem System wohl kaum entziehen kann - es gibt eben kein "neben" dem Diskurs. Man verneint die Wahrheiten, ohne Alternative - was wenig pragmatisch - aktive Handlungsspielräume (außer das dagegensein) lässt.
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+Christian Zinke Die Prognosen werden tatsächlich regelmäßig angepasst und manchmal sogar relativ kräftig revidiert. Wenn es 1965 Prognosen für das Jahr 2000 gegeben haben sollte, so dürfte man die spätestens 1975 in die Tonne befördert haben.
Das Bundesamt für Statstik bietet wohl auch aus diesem Grund gleich mehrere Szenarios an, die man sich sehr schön als Filme angucken kann: https://www.destatis.de/bevoelkerungspyramide/
Man sieht dann auch, dass die Basis eines Jahrgangs sich nach WK 2 nie mehr wirklich erweitert oder reduziert hat. Von daher sind die jährlichen Geb.-Zahlen eine relativ verlässliche Prognosbasis. 1990 wurden 507.000 Mädchen geboren und 2010 336.000 Mädchen. 2030 sind diese Mädchen Frauen im Alter von 20 bzw. 40 Jahre. Die Abweichungen durch unvorhergesehene Seuchen oder massive Zuwanderung will ich erst einmal sehen, bevor ich sie einrechnen würde. Sie liegen voraussichtlich so wie immer in den letzten Jahrzehnten eher im granularen Bereich und ich sehe keinen Grund, warum es viel mehr als Kosmetik werden sollte. Jetzt kannst du die eigene Geburtenrate dieser 336.000 Mädchen so oder so vermuten - das stimmt. Aber massive Brüche in der Vorausschätzung - wo sollen die herkommen?
Ich bin übrigens kein Bev.-Pessimist oder dergleichen. Ich meine nur, dass von allen Parametern, die wir heute über das Jahr 2030 oder 2040 vermuten können, die Entwicklung der Bevölkerungszahlen die Prognosen sind, die die größte Chance haben, im Zielbereich zu liegen. Ansonsten würde ich sagen: The future is not ours to see ... what will be, will be.
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+Christoph N Ich verstehe dein Argument nicht. Nur weil es Lottogewinner gibt, gewinne ich nicht beim nächsten Mal. Ein Beispiel ist kein Beweis, sondern eine Veranschaulichung - der einen Begründungszusammenhang liefern soll. Dieser jener welcher wird aber in Frage gestellt. Dein Beispiel ist sicher eine Antwort auf mein in Frage stellen der Richtigkeit früherer Prognosen. Der Witz ist, dass ich für jedes - da hats hingehaun - auch ein - die lagen aber verdammt weit daneben. Es geht ja eigentlich um die Frage, wie statistische Induktion genutzt wird, eine Induktion die auf Thesen beruhen, die aus jetzigen Daten stammen. Ich gebe dir ein plausibles Beispiel: der Hunderjährige Kalender hat eine Wahrscheinlichkeit von naja, so 60-70 % Richtigkeit. Wenn ich jeden Tag sage, morgen scheint die Sonne, dann liege ich bei ungefähr 50% Richtigkeit (die Quelle hab ich leider vergessen (4-5 Jahre her), aber irgendwer hat das mal nachgerechnet). Nun verkaufe ich meine Binsenweisheit mit der Sternkonstellation (als Begründungszusammenhang) werde ich ausgelacht, liefere ich 10000 Datensätze, sagen alle: Jetzt hol ich die Sonnencreme. Da stimmt doch was nicht und das ist eben die theoretisch immer noch nicht geklärte Frage: Ob Induktion überhaupt geht.
Im Grunde gibst du mir sogar Recht, indem du sagst, das dieser Begründungszusammenhang gern von der Politik aufgenommen wird, weils eben pragmatisch ist - was mit Richtigkeit im Zweifel nicht viel zu tun haben muss.
Ich habe nichts dagegen, auf irgendwas beruhen Entscheidungen nun mal, und das tägliche Leben macht es leicht, genau das zu denken, man nennt es dort gelegentlich "Antizipation". Aber darum geht es eben nicht.
Es wurde von mir nur gesagt, dass die Begründungen hinterfragt werden müssen. Die Prämissen müssen geprüft werden. Und da finde ich den Ansatz von +Fritz Iversen absolut richtig - auch wenn ich es nicht so sehe.
Irgendwann wurde in den 90er vorhergesagt, deutlicher Geburtenrückgang und PANIK, und dann kam:
"Geburtenzuwachs bei Mitte 40ern"
Wahnsinn, damit hätte niemand gerechnet (im wahrsten Sinne)
Schlussendlich - volle Zustimmung:
The future is not ours to see ... what will be, will be.
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