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VIA REGIA Kulturstraße des Europarates - Reisen Europa Ost-West Geschichte
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Auch auf der VIA REGIA wird seit jeher
mit verbotenen Gütern gehandelt

Erich Maschke schreibt in dem Artikel „Das Berufsbewusstsein des mittelalterlichen Fernkaufmanns“u.a.: „Fragt man [...] nach den einzelnen Inhalten des kaufmännischen Berufsbewusstseins, so waren gewiss Gewinnstreben und Rechenhaftigkeit bzw. Rationalität die ersten und wichtigsten, die zu nennen sind, denn durch sie und in ihnen vollzog sich die kaufmännische Tätigkeit“. Dies schloss seit jeher auch den Handel mit verbotenen Gütern ein. Das war zwar mit hohen Risiken und oft auch mit Skrupellosigkeit verbunden, versprach aber außergewöhnlich hohe Gewinne. So lag die Gewinnspanne beim verbotenen Handel mit christlichen Sklaven bei 1.000 %.

Daran wird man erinnert, wenn man in 1Limburg, der digitalen Plattform des Limburger Senders L1 vom 16. Februar 2016 liest, dass die Polizei bei einem Maastrichter Drogendealer in seinem Haus auf der VIA REGIA (Straßenname in Maastricht) 696 Gramm Heroin und 530 Gramm Verfälschungsmittel, mit dem man die Droge verdünnt, gefunden hat.

Zum Artikel auf 1limburg:
https://www.1limburg.nl/zeven-ons-heroine-drugspand-maastricht
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Masleniza wird auch im Schloss Radomysl gefeiert
Замок-музей «Радомисль» запрошує на фестиваль млинців!

Die Masleniza ist ein traditionelles russisches und ukrainisches Fest am Ende des Winters. Es gehört zu den lustigsten und fröhlichsten Festen. Seit einigen Jahren wird sie in der Ukraine wieder gefeiert. Die Masleniza dauert eine ganze Woche und gilt als die Vorbereitung auf die heilige Fastenzeit vor Ostern, die gleich anschließend beginnt.

Früher wurde diese Woche „Käsewoche“ oder „Butterwoche“ („Сырная седмица“) genannt, weil in dieser Woche viele Milchprodukte (Käse, Butter, Milch), aber auch Eier und Fisch verspeist werden, vor allem die Pfannkuchen „Bliny“. Man isst auch Wareniki (gefüllte Teigtaschen) mit Käse und Schmand. Aber man darf kein Fleisch essen. Am Ende der Woche werden Strohfiguren verbrannt, damit der Winter mit Sicherheit nicht zurückkommt.

In diesem Jahr feiert man die Masleniza in der Ukraine von 20. bis 26. Februar. Schloss Radomysl lädt alle Besucher zu diesem Fest ein. Die Gäste erwartet ein schmackhaftes und vielfältiges Menü: Bliny mit Käse und Pilzen, mit Honig und Äpfeln, mit Schokolade und Mohn, mit Fisch usw.

Замок-музей «Радомисль» запрошує на фестиваль млинців!

Масниця, Масляна, Колодій – гучне народне свято з веселими гуляннями збігається в часі з церковним Сиропусним тижнем. Це останній, напередодні Великого посту, тиждень, коли вже не можна їсти м'ясо, проте дозволяється вживати сир, масло, молоко, яйця, рибу. Цього року він триває з 20 лютого до 26 лютого.

Цікаво, як гармонійно поєдналися народні звичаї та церковні традиції. Адже прадавній звичай готувати млинці протягом тижня має сакральний зміст: великі, рум’яні і золотисті… це – сонце, якого так чекають після довгої зими! Також, кажуть, що млинців треба наїстися стільки, щоб на весь Піст вистачило.

На період з 20 по 26 лютого замок-музей «Радомисль» приготував для своїх гостей спеціальне меню з млинцями на будь-який смак: із сиром та зеленню, грибами і куркою, із шоколадом та бананом, з маком, печінкою, яблуками та корицею...
Чекаємо на вас у Замку-музеї «Радомисль» їсти млинці, проводжати зиму і зустрічати весну!
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22.02.17
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Jetzt wird’s ernst:
Karneval, Fasching, Fastnacht
von Saarbrücken bis Görlitz

Deutschlandweit hat die heiße Phase der „5. Jahreszeit“ begonnen. Von „Alleh Hopp“ bis „ Görlitz HINEIN“ klingen die karnevalistischen Schlachtrufe. Und selbstverständlich sind in den nächsten Tagen auch in den Städten und Dörfern an der VIA REGIA die Närrinnen und Narren außer Rand und Band. Ganz im Westen feiert Saarbrücken. Zahlreiche Kappensitzungen der traditionsreichen Karnevalsgesellschaften und Faschingspartys sorgen für ausgelassene Stimmung in den einzelnen Stadtteilen. Höhepunkt ist u.a. die Fernsehsitzung der Karnevalsgesellschaft „M'r sin nit so“ am 18. Februar in der Saarlandhalle. Der Burbacher Rosenmontagszug am 27. Februar ist der größte saarländische Faschingsumzug und gleichzeitige Krönung des Straßenkarnevals.
Zum Saarbrücker Faschingsprogramm:
http://www.saarbruecken.de/kultur/faasenacht

Faschingsmuffel sind in die östlichste Stadt Deutschlands, nach Görlitz, eingeladen. Kein Straßenkarneval, keine Prunksitzungen, kein Rathaussturm. Nichtsdestotrotz hat der Görlitzer Karneval- und Tanzsportverein e.V „im beschaulichen Görlitz, wo Karneval nicht gerade zu den populären Festen zählt“, für Sonnabend, den 25. Februar 2017 zum Faschingstanz in der Gaststätte „Schlesisches Tor“ eingeladen. „Im Showprogramm wird der Verein mit einer Premiere aufwarten. 'Die Talentfreien' werden sich zum ersten Mal präsentieren. Lassen Sie sich überraschen, was sich dahinter verbirgt. Kostüme sind gern gesehen und die Besten werden prämiert.“

(Foto: Quelle www.saarbruecken.de, © S.Kobold)
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Die VIA REGIA-Orte Leipzig und Erfurt
haben in ihrer Größenklasse die attraktivsten Innenstädte Deutschlands

Attraktiver Einzelhandel und attraktive Innenstädte sind eng miteinander verbunden. Doch was macht Innenstädte im digitalen Zeitalter attraktiv? Was erwarten die Besucher? Diesen und weiteren Fragen ist das Institut für Handelsforschung (IFH) Köln zum zweiten Mal in der bundesweiten Untersuchung „Vitale Innenstädte“ nachgegangen und hat im Herbst 2016 insgesamt 58.000 Interviews mit Innenstadtbesuchern in über 120 Städten geführt. Die Studie liegt nun vor.

Die Sieger der einzelnen untersuchten Größenklassen lauten: Leipzig (über 500.000 Einwohner), Erfurt (200.000 bis 500.000 Einwohner), Heidelberg (100.000 bis 200.000 Einwohner), Hilden (50.000 bis 100.000 Einwohner), Wismar (25.000 bis 50.000 Einwohner) und Quedlinburg (bis 25.000 Einwohner). Im Vergleich mit den anderen untersuchten Städten ihrer Kategorie können diese Top-Performer in Sachen Innenstadtattraktivität besonders punkten.

Ziel der größten empirisch basierten Untersuchung zur Zukunft der Stadtzentren in Deutschland ist die Schaffung einer aussagekräftigen Datenbasis, die das Einkaufsverhalten in deutschen Innenstädten umfassend abbildet. Die teilnehmenden Städte erhalten Informationen zur Positionierung ihrer Stadt aus Sicht der Besucher und damit eine Planungsgrundlage für standortspezifische Maßnahmen.

Die Untersuchung liefert u. a. Ergebnisse zu:
- Besucherstruktur und Kundenverhalten,
- Erreichbarkeit des Standorts,
- Anforderungen und Wünsche der Innenstadtbesucher,
- Informationen zu ungenutzten Potenzialen und Sortimentslücken,
- Daten zur Bedeutung und Einfluss des E-Commerce auf die Innenstadt.

Für die Untersuchung „Vitale Innenstädte“ wurden in über 120 deutschen Städten aller Größen und Regionen zeitgleich Innenstadtbesucher zu ihren Einkaufsgewohnheiten und der Attraktivität der Innenstadt befragt. Die Datenerhebung erfolgte an zwei ausgewählten Tagen (Donnerstag und Samstag) im September 2016 anhand eines einheitlichen Fragebogens. Insgesamt sind so rund 58.000 Interviews zusammen gekommen. Die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bewertungskategorien und der separat abgefragten Benotung der Gesamtattraktivität zeigt, dass der stärkste Einfluss vom Ambiente und Flair einer Stadt ausgeht - gefolgt vom Einzelhandel und dem Freizeitangebot. Alle Städte, die in ihrer Größenklasse die beste Note für die Gesamtattraktivität erhalten, liegen auch was das Ambiente und Flair angeht weit vorne.

(Quelle: IFH Köln)

Foto: Am Fischmarkt in Erfurt kreuzten sich bereits im Mittelalter die großen Handelswege VIA REGIA und Nürnberger Geleitstraße. Er gilt als historischer Mittelpunkt der Stadt.
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UNESCO-Welterbestätten an der VIA REGIA (014)
Ehemaliges Pilgerhospital in Pons

Etwa 20 km südlich von Saintes gelangt man auf der Via Turonensis nach Pons. Hier befindet sich das ehemalige Pilgerhospiz als einziges erhaltenes Bauwerk seiner Art an der Via Turonensis. Es ist seit dem Jahr 1879 als Monument historique eingestuft. Im Jahr 1998 wurde es im Rahmen der Jakobswege in Frankreich durch die UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.

Im Burgviertel von Pons stand bereits ein – nicht erhaltener – Vorgängerbau, der für die immer zahlreicher werdenden Pilger zu klein wurde. Außerdem wurden die Tore der Stadt des Nachts geschlossen, so dass Spätankömmlinge vor den Mauern der Stadt unter freiem Himmel übernachten mussten. Der heutige Bau liegt außerhalb der ehemaligen Stadtmauern und diente in erster Linie der Pflege der erschöpften, kranken und sterbenden Pilger, aber sicherlich wurden – vor allem in Zeiten von Epidemien – auch erkrankte Bewohner der Stadt aufgenommen.

Das Hospital wurde in der 2. Hälfte des 12. Jahrhunderts errichtet. Zwei wichtige Bauteile haben die Zeiten weitgehend unbeschadet überdauert: Die Vorhalle mit zwei – vor Wind und Wetter geschützten und somit außergewöhnlich gut erhaltenen – romanischen Portalen und der Krankensaal. Dieser Raum beherbergte einstmals vier Reihen von Krankenbetten, die durch Tücher/Vorhänge voneinander abgetrennt werden konnten. In Jahren von Epidemien wurden die Betten auch mit zwei oder mehr Personen belegt, was die Heilungschancen deutlich verschlechterte.

In der Französischen Revolution wurde die Anstalt, die nur noch wenige Kranke beherbergte, aufgehoben und in eine Armenschule, später in Armenwohnungen umgewandelt. Nachdem der ganze Komplex von der UNESCO als Weltkulturerbe eingestuft worden war, wurde er im Jahr 2004 grundlegend instand gesetzt, gesichert und als Museum wiedereröffnet.

Westlich des Krankensaals schließt sich ein Gemüse- und Kräutergarten an, wie er wohl auch zum mittelalterlichen Hospiz dazugehörte; der heutige Zustand mitsamt einer Weinlaube wurde jedoch erst im Rahmen der Restaurierungsmaßnahmen 2004 hergestellt. Zu sehen sind im Wesentlichen Pflanzen und Kräuter, die bereits im Mittelalter als Heilpflanzen angesehen wurden; sie wurden entweder als Tee zubereitet oder als Wundpflaster aufgelegt.

(Quellen: Wikipedia, Foto Wikimedia von Cobber17)
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Episoden aus der Verkehrsgeschichte (31):
Die Fehden um die Heringstonnen

Der Stellenwert der Wege erhöhte sich im frühen und hohen Mittelalter durch die Anforderungen des Reisekönigtums, vor allem aber auch durch den rasch wachsenden Fernhandel. Die jeweiligen Territorialherren waren bemüht, Einfluss auf die Verkehrswege zu erlangen, die durch Zölle und Geleit lukrative Einnahmequellen geworden waren.

Im Grenzraum zwischen Hessen und Thüringen strebten die Äbte der Klöster Fulda und Hersfeld danach, auch die Kontrolle über die Flüsse und Furten an der VIA REGIA zu erlangen, die zu ihren thüringischen und sächsischen Besitzungen führten. Besonders Fulda baute sein Einflussgebiet seit Anfang des 9. Jahrhunderts dementsprechend planmäßig aus. Dies führte u.a. zu teils heftigen Konflikten mit dem Nachbarkloster Hersfeld.

Das Flüsschen Hörsel, das zwischen Eisenach und Gotha die VIA REGIA mehrfach berührte, war einer dieser Zankäpfel. Der im 19. Jahrhundert äußerst populäre Schriftsteller Gustav Freytag beschrieb in seinem Roman „Das Nest der Zaunkönige“ die Auseinandersetzung zwischen den beiden Klöstern:

„Die Horsila war damals kein unscheinbarer Bach, sie trug befrachtete Kähne in die Werra, und weit von Norden her kamen Fahrzeuge der Sachsen und Friesen die Strömung hinauf bis an den Wald. Dort war bei dem alten Dorf Horsilgau der kleine Hafen, wo sie ein- und ausluden; eine wertvolle Stätte für die Waldleute, denn die Landfracht von Norden her war teuer und der Weg oft unsicher. Das Wasser brachte ihnen kunstvolle Arbeit der friesischen und flämischen Weber und manches Kaufmannsgut, das ihre Frauen ungern entbehrt hätten; sie aber tauschten dagegen ein, was ihr Land an Ware bot: Honig und Wachs, Pelzwerk und Tierhäute.

Auch die Erfurter kamen heran sooft die Kähne abfuhren und anlegten, sie schlugen am Ladeplatz ihre Bänke auf, kauften und tauschten und führten die Fracht auf hochbepackten Karren nach ihrem großen Markt. Vor anderen aber freuten sich die Mönche des [Klosters Hersfeld] der Schiffahrt, sie waren seit alter Zeit die Herren der kleinen Wasserstraße […] Der Zehnte, welchen die Mönche von allem Schiffsgut erhoben, war eine wertvolle Einnahme des Klosters, er lieferte die Wolldecken ihrer Lager, Stoff zu ihren Kutten und vor allem die geehrte Fastenspeise, den gesalzenen Seefisch, welcher ihnen das ganze Jahr Freude an ihrem Trunk gab. So wertvoll war dieses Herrenrecht, daß sie durch viele Jahre blutige Kämpfe darum geführt hatten. […]

Dennoch vermochten sie es nicht ungeschmälert gegen einen Nachbarn zu bewahren, welcher klug gleich ihnen und stärker als sie [...] auf der Nordseite der Horsila herrscht, wie sie längs dem Walde. Ihr Feind war das Kloster von Fulda, in welchem der heilige Bonifatius beigesetzt war. Und die beiden Glaubensboten, Winfried und Wigbert, kämpften aus ihren Klöstern zweihundert Jahre grimmige Fehden um die Heringstonnen der Nordsee und um die Gewebe derselben Friesen, deren Vorfahren sie einst bekehrt hatten. So heftig tobte der Kampf der Bewaffneten der beiden Klöster, daß die Sachsenkönige mehr als einmal gezwungen waren, sich zwischen die Streitenden zu stellen. Endlich hatten die Mönche von Fulda das Recht erworben, daß auf ihrer Uferseite Kähne frei vom Zoll der Wigbertleute fahren durften. Aber der Haß der Klöster wurde durch den Schiedsspruch des Königs nicht gestillt, und fast in jedem Jahre wurden Männer erschlagen und Häuser niedergebrannt. [...]"

(Abb.: Quelle http://kamar-zinnfiguren.de)

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Am 19. Februar:
Weltgästeführertag 2017
auch an der VIA REGIA

Der Weltgästeführertag findet jährlich weltweit rund um den 21. Februar statt. An diesem Tag hat sich 1985 in Israel der Weltverband der Gästeführer gegründet. Der Tag hat sich zu einer bekannten Plattform entwickelt, die Einheimische, Gäste, Medien, Verantwortliche aus der Lokalpolitik und dem Tourismusbereich ihre Region neu entdecken lässt und über das Berufsbild „Gästeführer“ informiert. 2017 finden die meisten Führungen am Wochenende des 18. und 19. Februar statt. Das vom Bundesverband der Gästeführer in Deutschland e.V. formulierte Motto lautet „Reform – Zeit für Veränderung“. Die Auftaktveranstaltung wird diesmal in Naumburg / Saale sein. Die Gästeführer arbeiten an diesem Tag ehrenamtlich bzw. gegen Spende für kulturelle oder soziale Projekte.
In Deutschland beteiligen sich die VIA REGIA-Orte Frankfurt am Main, Gelnhausen, Wetterau-Vogelsberg-Taunus, Fulda, Eisenach, Weimar und Naumburg an der Aktion.

Ganzjährige VIA REGIA-bezogene Stadtführungen gibt es u.a. in
Steinau an der Straße
http://www.museum-steinau.de/
Fulda
viaregia@christ-world.com
Erfurt
www.kinderstadtfuehrung.de/index.php?article_id=3
Bautzen
http://www.bautzen.de/museum-bautzen.asp?iid=917&mid=343&uid=361
Görlitz
http://www.goerlitz.de/angebot/detail/52-Gruppenreise-via-regia-und-Jakobs-Pilgerweg

(Foto: Mitglieder des Gästeführervereins Naumburg/ Saale vor dem Naumburger Rathaus, Quelle: Gästeführerverein Naumburg/ Saale) 
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UNESCO-Welterbestätten an der VIA REGIA (013)
Kirche Sainte-Eutrope in Saintes

Über das Leben des hl. Eutropius gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Selbst die verschiedenen Legenden über sein Wirken und seine Herkunft weichen stark voneinander ab. Eine von ihnen besagt, er sei ein Zeitgenosse von Jesus Christus gewesen, der gemeinsam mit Martha von Bethanien und Maria Magdalena auf einem segellosen Schiff in Südfrankreich gelandet wäre. Als Bischof in Saintes habe er viele Menschen zum christlichen Glauben bekehrt, so auch Estelle, die Tochter des römischen Gouverneurs. Dieser konnte sich nicht damit abfinden, dass seine Tochter Christin geworden war und ließ den Bischof steinigen. Ein Mann „erlöste“ ihn von den Qualen mit einem Hieb auf den Kopf und durchschlug seine Schädeldecke. Estelle wurde auf Befehl ihres Vaters enthauptet. Einige Jahrhunderte später habe Bischof Palladius den Sarkophag des Eutropius öffnen lassen und die Spur des Hiebs in seinem Schädel gefunden. Seit dem Ende des 6. Jahrhunderts ist der Kult um Saint-Eutrope bezeugt. Pilger verehrten seine Grabstätte.

Gegen Ende des 11. Jahrhunderts wurden Pilgerfahrten nach Santiago de Compostela immer populärer, auf ihren Stationen benötigten die Pilgerscharen große Pilgerkirchen, in denen sie auch übernachteten. In Saintes trafen mehrere Pilgerrouten aufeinander. Die vorhandenen Kirchen konnten die vielen Pilger alsbald nicht mehr fassen. Unter der Leitung von Mönchen aus Cluny wurde eine neue Kirche errichtet, die bereits 1096 geweiht werden konnte. Die Reliquien des hl Eutropius wurden im Wesentlichen in einem Sarkophag in der Krypta, sein Haupt in einem Reliquiar in der Oberkirche aufbewahrt.

Mit ihrer neuen großen Pilgerkirche, einem der wichtigsten Baudenkmäler an der Via Turonensis, gedieh das Priorat in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts durch die Hunderttausende von Pilgern, die jedes Jahr nach Süden zogen. Es ist überliefert, dass die meisten Pilger für einige Tage in Saintes Rast machten, ehe sie sich auf den langen und anstrengenden Weg zur Westküste Spaniens begaben. Die Kirche mit ihren beiden großen Umgangschören und den Kapellen für die Präsentation zahlreicher Reliquien bot den vorbeiziehenden Pilgerprozessionen genügend Raum.

Der prächtige spätgotische, 65 Meter hohe Glockenturm wurde von 1478 bis 1496 errichtet. Während der Französischen Revolution wurde der Sarkophag mit der Aufschrift EUTROPIUS aus der Krypta entfernt und geschändet. Dabei sind wohl auch die Reliquien des Heiligen verschollen, was aber der Anziehungskraft seiner Grabstätte keinen Abbruch getan hat. Im Zuge der Säkularisierung wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts der größte Teile des Langhauses und vermutlich auch sämtliche Prioratsgebäude abgerissen. Die beim Abbruch des Langhauses entstandene riesige Öffnung im mittleren Querhaus hat man später mit einer zeitgenössischen Fassade geschlossen Heute sind nur das Querhaus und der alte romanische Chor mit wunderschönen, figürlich gestalteten Kapitellen erhalten.

Seit 1998 ist die Kirche Sainte-Eutrope in Saintes als Teil des UNESCO-Welterbes „Jakobswege in Frankreich“ ausgezeichnet.

(Quellen: Wikipedia, Foto: mapio.net)
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Ihr habt transnationale und unkonventionelle Ideen für ein deutsch-französisches Projekt, aber das Geld zur Realisierung fehlt? Musikfestival, Jugendaustausch, Sportevent oder Städtepartnerschaft?
Die Robert Bosch Stiftung und das Deutsch-Französischen Institut Ludwigsburg bieten Förderungen in Höhe von 5.000 € pro Projekt im Rahmen des Programms „On y va – auf geht's – let's go!“.
Bewerbungsfrist ist der 31.03.2017, hier findet ihr alle Infos: http://www.auf-gehts-mitmachen.eu
Wenn ihr dazu einen Partner im VIA REGIA Netzwerk sucht, könnt ihr euch gerne an uns wenden. Viel Erfolg!

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Am Sonntag, 26. Februar in Naumburg:
Domfreiheit und Bürgerstadt - Führung durch 1000 Jahre Stadtgeschichte

Im Rahmen der Bewerbung der Saale-Unstrut-Region als UNESCO-Welterbe findet am Sonntag, dem 26. Februar 2017 in Naumburg (Saale) eine Führung "Domfreiheit und Bürgerstadt - Führung durch 1000 Jahre Stadtgeschichte" statt. Beginn ist 10.30 Uhr auf dem Domplatz.
Teilnahmegebühr: 5,00 € p.P., 4,00 € für Schüler, Studenten und Kurkarteninhaber.

Naumburg kam zur Blüte, als nach dem Bau einer Burg die daraus entstehende Stadt Naumburg ab 1028 mit ihrer Peter und Pauls-Messe auch die VIA REGIA über die Saale zog und der Weg nun nicht mehr über Merseburg, sondern über Weißenfels in Richtung Leipzig führte. Die auffällig breite Jakobsstraße zeugt heute noch davon. Der Verlauf der VIA REGIA Richtung Osten führte seit dieser Zeit vom Markt über die Jakobsstraße und durch das heute nicht mehr existente Jakobstor, vor dem spätestens 1401 eine so genannte „Pfütze“, eine Pferdeschwemme, an der Straße nach Leipzig nachgewiesen ist (heute etwa am Theaterplatz). Die Jakobsstraße geht außerhalb des Innenstadtrings (Kreuzung Theaterplatz) geradeaus in die Schönburger Straße. Diese markiert den Verlauf der VIA REGIA in der Voreisenbahnzeit etwa über Schönburg – Leißling - Weißenfels nach Leipzig.

(Foto: Das Salztor sind zwei gegenüber liegende Torhäuser [Chausseegeldstellen] zur Altstadt von Naumburg aus den Jahren 1834/35 . Die Torhäuser werden heute als Bibliothek und Veranstaltungsräume genutzt.)
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