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Sven Schlebes
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Sven Schlebes

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Endlich draussen. Ora et Labora.
Foto und Text: (c) Ralf Julke
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Das frühe 21. Jahrhundert ist ein Jahrhundert zwischen Depression und heilloser Euphorie. Ganze Gesellschaften scheinen aus dem Lot, die Aggressionen nehmen zu und zornesrote Kommentatoren schreiben das gern mal dem Triumphzug der Aufklärung zu. Braucht diese Zeit eine neue Spiritualität, könnten die Klöster und Orden wieder ein Bedürfnis erfüllen, das lange nicht so groß war wie heute?
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Mit Louis Thomas Hardin, genannt Moondog, entdeckt die Musikwelt gerade einen der eigenwilligsten Künstler der Geschichte neu.

Selten erleben große Seelen zu Lebenszeiten die Würdigung durch ihre Mitmenschen. Zu visionär sind ihre Gedanken, zu wirksam ihre Taten, als dass sie im Alltag verstanden würden. Wer wüsste das besser als alle Heiligen dieser Welt?(...)

Informationen:
www.moondogscorner.de
»Moondog. Rare Material«
Roofmusic,
23,99 Euro

http://sven.schlebes.net/2015/02/19/moondog-vermaechtnis-fuer-die-menschheit/
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Abgedruckt in theo. Katholisches Magazin 01/2015. theo. Katholisches Magazin 01/2015. Cover. Mit Louis Thomas Hardin, genannt Moondog, entdeckt die Musikwelt gerade einen der eigenwilligsten Künstler der Geschichte neu. Selten erleben große Seelen zu Lebenszeiten die Würdigung durch ihre ...
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Mal wieder ein Gespraech mit einem Vetreter der Generation Alt-Maennlich-Altkonservativ-AfDPotenzial. Die scheine ich magisch anzuziehen. Und jetzt ist mir klar, was die Union m.E. ihren Leuten sagen sollte: Es ist nicht die bloede Bevoelkerung und der 68er-Medien-Schmarrn, der uns leider hierhin getrieben hat. Sondern wir Cons lernen, lebenslang. Manchmal langsam. Sehr langsam. Aber es geht voran. Lernerkenntnis: Es ist verdammt nochmal richtig, dass Atomenergie vor dem Aus steht. Dass Frauen arbeiten, Geld verdienen und Karriere machen. Dass wir Einwanderungsland mitten in Europa sind und sich ein komplett neues Deutschland entwickelt. Dass die Massentierhaltung und die industrielle Nahrungsmaschinerie auf dem Prüfstand stehen. Dass das Bildungssystem sich veraendert, wir wirkliche gesellschaftliche Diversitaet akzeptieren, sogar foerdern und Entscheidungen Partizipationsprozesse sind und keine "Sandkasten-Alibi-Mitmach-Aktionen". Es ist gut, dass wir uns veraendern und so unser ganzes Potenzial entfalten. Und jetzt hoert auf rumzunoelen. Ihr muesst ja noch nicht mal die Anderen lieben. Aber eure eigenen Frauen, die ueberall wieder eure Drecksarbeit als Truemmerfrauen machen, selbst bei der Bundeswehr: Sie treiben die gesellschaftliche Modernisierung von Strukturen und Institutionen voran. Nein, wir sind nicht mehr die lieben Kleinen, die um eure Aufmerksamkeit betteln. Im Gegenteil: Ihr koennt mitmachen. Also wirklich und echt partizipieren. Eben das, was wir uns alle hart von euch erkämpfen mussten. Aber nicht, um zu zementieren, sondern um zu dynamisieren. Klar, dass ihr nicht danach einfach wieder so euren Hintern in die neuen Sessel fallen lassen koennt. Bewegt euch. Denn wer zu spaet kommt, den bestraft das Leben. Das ist doch immer euer Spruch gewesen, oder? Damals, als die bösen Anderen sich nicht bewegen wollten und mal über Nacht von einem ganzen Volk verlassen wurden. Damals waren es die Anderen. Heute seid ihr an der Reihe. Aber zum Glück seid ihr ja nicht so wie die Anderen. #konservativ #leben #lebensluegen #dasistauchgutso
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Stiften. Spenden. Kultur schaffen. Gutes tun.

Einführung in das operationale Stiftungswesen
Gutes tun ist so aktuell wie nie. Gut, wenn dahinter eine Strategie des Gebens und Stiftens zu erkennen ist, die mehr erreichen kann als einfache Symptombehandlung: grundsätzlichen Wandel und nachhaltige Kreation anzustoßen.
Aber immer öfter stellt sich die Frage: In welche Formen gieße ich mein Engagement? Ist eine Stiftung ein geeignetes Vehikel für mein Anliegen? Nach dem großen Stiftungsboom ab 2008 ist – auch infolge der Finanzkrise und daraus resultierender Ertragseinbrüche – Nachdenklichkeit eingekehrt im sogenannten 3. Sektor.
Für manches Vorhaben ist die Stiftung sicher noch immer der geeignete Weg – andere Absichten lassen sich besser mit Alternativstrukturen verfolgen, zum Beispiel gemeinnützigen Gesellschaften, Vereinen, Treuhandstiftungen.
Grund genug, ein theo-Akademie-Seminar der Frage zu widmen, welche rechtliche Struktur zu welchem Vorhaben passt.
Wir haben die auf Stiftungs- und Non-Profit-Recht sowie Nachlassgestaltung spezialisierte Anwaltssozietät dtb rechtsanwälte gewonnen, mit uns diese Fragen zu diskutieren, in ihrem inspirierenden Seminarraum – vis-à-vis der Museumsinsel mit Blick auf Pergamon-Museum und Bode-Museum.
 
Referenten

Dr. Pascal Decker (Profil)
Rechtsanwalt, Gründungspartner der dtb rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mit den Tätigkeitsschwerpunkten Beratung für Stiftungen und den Non-Profit-Sektor; Autor zahlreicher Aufsätze zum Stiftungsrecht; Mitglied zahlreicher Gremien von Stiftungen, u.a. Stiftung »Brandenburger Tor« und Stiftung Rolf Horn; Mitglied
des Arbeitskreises »Unternehmensstiftungen« des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen sowie des Expertenkreises »Mission
Related Investment«; Mitglied des Lenkungskreises der »Berliner Stiftungswoche«
 
Bertold Schmidt-Thomé, M.A. (Profil)
Rechtsanwalt und Kunsthistoriker, Partner der dtb rechtsanwälte Partnerschaftsgesellschaft mit den Tätigkeitsschwerpunkten Stiftungs- und Erbrecht; Autor zahlreicher Aufsätze zum Stiftungs- undErbrecht; Mitglied zahlreicher Gremien von Stiftungen, u.a. Stiftung Ebert
 
Anmeldung
Redaktion theo
stephanie.haertel (at) inhousemedien.de
oder 0211. 930 43 19
oder direkt über das Kontaktformular.
Ort
dtb rechtsanwälte
Pergamon Palais
Am Kupfergraben 4
10117 Berlin
T 030. 22 00 24 80
F 030. 22 00 24 899
www.dtb.eu
Teilnehmer
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt auf 18 Personen.
Das Seminar wird etwa vier Stunden dauern.
Datum:
30.1.2014, 18 – 22 Uhr
Beitrag
Es wird kein Unkostenbeitrag erhoben.
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Sven Schlebes

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Fishing for wisdom

von Sven Schlebes am 20. November 2013

An Expertengremien mangelt es nicht: Vom Bioökonomierat bis zum Normenkontrollrat stehen Deutschlands Beste der Politik zur Seite. Doch vor allem ein diskursives Alphatier beherrscht die Debatte: die Wirtschaftsweisen. Zu Unrecht, findet unser Kolumnist und findet immer mehr Vergnügen am Weisen-TV.

Das Dschungel-Camp ist das Enfant Terrible unseres noch verbliebenen Bildungsbürgertum: Mit Verachtung werden nicht nur die Konsumenten des Königs aller Sozial-TV-Produkte gestraft. Nein, auch den Kontrahenten wird gerne schon mal ein intellektuelles Defizit bescheinigt.
Doch mittlerweile lieben nicht nur Fernsehzuschauer, Produzenten und die Journaille das Privatsenderformat. Auch Politiker entdecken die diskursive Kraft von sogenanntem Trash-TV. In Großbritannien zum Beispiel ging 2012 die Tories-Abgeordnete Nadine Dorries in den existenzialistischen Ring der Lebensbanalitäten: ins Dschungelcamp. Das sorgte selbst im Monty-Phyton-Land für große Aufregung. Eine Zwangsbeurlaubung von der Parteispitze war die Strafe der Polit-Community.
In Deutschland ist man spätesten seit Gerhard Schröders Volkskanzlerauftritten bei Wetten-Dass kein Fan von Politikern, die sich in boulevaresker Manier die Nähe des Politedutainments suchen. Zumindest was das Fernsehen und die neuen Medien betrifft. Zu groß ist die Angst, das Ansehen der eh schon angeschlagenen Politik noch weiter zu ramponieren und sich selbst der populistischen Kasparei verdächtig zu machen. Große Geister und PR-Berater haben längst den medialen Direktkontakt zur Seichtigkeitssphäre als No Man's Land deklariert. In der Sicherheit der Printwelt dagegen scheut sich niemand, großartig inszeniert 180-Grad-Kehrtwendungen öffentlichkeitswirksam mit Machgestus und Denkerpose zu verkaufen. Und neben dran lachen die Gartenkralle, der All-Inklusiv-Ballermann-Urlaub oder der tiefergelegte Spoiler-GTI.
Die Debatten rund um die Koalitionsverhandlungen und die anvisierte Abstimmung der Parteibasis über den Vertrag zeigen: Das "Fußvolk" will nun endlich auch in den altehrwürdigen Parteien mitreden über die große Politik. Und sucht dafür dringend nach geeigneten Diskursplattformen, um sich auch in aller epischen Tiefe über komplexe Sachverhalte auszutauschen.
Angstvoll blickten die Auguren auf das Mumble-Fass der Piraten, in dem Perlentaucher zu Beginn zunächst eine Jaucheschicht erwartet, bis der Schatz geborgen werden konnte. Und auch das Bleistiftklirren im Blätterwald längst eher Massaker erwarten als neue Höhenflüge der partizipativen Gesellschaftsgestaltung.
Doch es wird Zeit, dass allen Ängsten und schlechten Erfahrungen zum Trotz neue, skalierbare Diskursformate ausprobiert werden, in denen die zum Teil diamentralen Weltsichten von Experten thematisiert und auseinander genommen werden. Dabei ist noch nicht einmal die Tiefe der Auseinandersetzungen von Wichtigkeit, sondern die temporär und lokal fokussierte Darstellung von sektoralen Wirklichkeitswahrnehmungen, die für sich genommen logische Stimmigkeiten aufweisen können, diese aber im Wettbewerb mit anderen bewähren müssen. So gibt es mittlerweile eine ganze Reihe von Expertengremien im Dunstkreis der Bundesregierung und ihrer Ministerien, die das aktuelle Politikgeschäft um die Metaweisheit der Sektorexperten ergänzen soll.
Werkzeuge hierfür sind Gutachten, Studien und Prüfberichte, in wunderschöner Fachsprache auf unendlich geduldigem Papier gedruckt. Besondere Aufmerksamkeit erhält der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (BMWi), besser bekannt als "Die Wirtschaftsweisen". Was sie sagen, hat besonderes Gewicht: Bei den Journalisten, den Politikern und damit auch in der öffentlichen Meinung. Ungerechtfertigter Weise. Denn Weisheit ist eben nicht nur in der Wirtschaft zuhause. Sondern auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Und alle sollten die Chance zu erhalten, Stellung zur wirtschaftsorientierten Empfehlungsliste zu beziehen. Nicht jeder für sich. Sondern medial zentriert.
Warum also nicht ein mediales Dschungelcamp für fragwürdig zusammengesetzten, demokratisch unlegitimierten Expertengremien unserer Republik, um öffentlich Zeugnis für ihre Welt, ihre Logik und ihre Empfehlungen abzugeben und mit den anderen Weisen unserer Nation über den Gehalt ihrer Gedenken zu streiten?
Ich weiß. Wir Deutschen als passiv-aggressives Volk mögen vordergründig keinen Streit, sondern bunkern ihn für anonyme Hinterzimmerstamtischgespräche in der Kneipe oder im realen Raum. Und Weisheit entfaltet nur in entsprechender Verkündigungsinszenierung ihren Wahrheitsgehalt. Doch in Zeiten gefühlter und somit inkorporierter Wahrheiten ist die Immunitätshaltung von Erleuchtungsträgern partizipationshemmend.
Gemäß Fish Bowl - Logik müsste es eine Trollfalltür geben: Derjenige, der am lautesten im Publikum schreit, wird auf die Teilnehmerbühne gebeamt und befreit einen Experten von seiner medialen Verteidigungsarbeit.
Und es müsste noch nicht mal laut zugehen im Camp der Superhirne. Eine Angelshow mit anschließendem Wettgrillen schenkt elegische Bilder mit Entspannung und Tiefenweisheit bei Weisheitsfischen auf dem Trüben.
Also, ich freue mich auf die neuen Dr. Best - Patenrezepte.
Sie auch?
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Sven Schlebes

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GOTTES HEILIGE NARREN

Abgedruckt in theo. Katholisches Magazin 01/2015.

Längst darf das Absonderliche nicht mehr Teil der Welt sein, geschweige denn heilig. Unsere Angst davor hat es in die Kamellewagen der fünften Jahreszeit verbannt. Eine ernste Betrachtung der Narretei.

Foto: Jenette Ball. www.unsplash.com

http://sven.schlebes.net/2015/02/19/gottes-heilige-narren/
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Abgedruckt in theo. Katholisches Magazin 01/2015. theo. Katholisches Magazin 01/2015. Cover. Längst darf das Absonderliche nicht mehr Teil der Welt sein, geschweige denn heilig. Unsere Angst davor hat es in die Kamellewagen der fünften Jahreszeit verbannt. Eine ernste Betrachtung der Narretei.
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LERNE MICH KENNEN

Abgedruckt in theo. Katholisches Magazin 01/2015.

Das friedliche Zusammenleben der Religionen ist ein entscheidender Schlüssel für die Zukunft der Erde. Das zeigen nicht nur die jüngsten Anschläge in Paris und im Nahen Osten. Angst hat viele Menschen ergriffen und zersetzt die Beziehungsfähigkeit zu sich und den anderen. Was ist wahr und wer hat Recht? Und wie kann, wenn doch alle Religionen von sich behaupten, im Besitz der einzig gültigen Wahrheit zu sein, ein Miteinander gelingen? Wir Christen sollten in der Begegnung mit dem scheinbar anderen vor allem uns selbst und Jesus Christus selbst wieder kennenlernen. Die Chancen stehen gut, dass das vor uns liegende Jahrhundert nicht Tod und Verderben bringen wird, sondern ein Reich der Liebe.

[...]

Foto: David Olkarny. www.unsplash.com CC.0

Weiterlesen:
http://sven.schlebes.net/2015/02/19/christentum-lerne-mich-kennen/
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Geschafft: Schuelerpaten Deutschland e.V., ein startsocial-Projekt, bei dem ich als Coach mithelfen durfte, ist Bundessieger 2013/2014 geworden.
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theo-lesen heißt sich verschenken
Das theo-Geschenk-Weihnachtsspecial
Schenken Sie einem Freund, einer Freundin oder auch Angehörigen etwas Sinnvolles, schenken Sie ein theo-Ausgabe
für ein Jahr, 25 Euro inklusive Mehrwerststeuer und Versandkosten.
Das Jahresabo kommt zu Ihnen in Gestalt eines schönen Geschenkgutscheins. Es ist nur für ein Jahr gültig und muss nicht gekündigt werden.
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Wirkliches Leben

von Sven Schlebes am 13. November 2013

Ein Streit spaltet Parteien, Milieus, Gesellschaften: Wer weiß Bescheid um das „wirkliche Leben“? Die virtuelle Bohéme oder vielleicht doch die erfahrenen Realpragmatikter mit Mutterbodenhaftung? Das Wir entscheidet nicht nur, findet unser Kolumnist, es ist auch entscheidend für die reale Größe der Wirklichkeit. Ein dringender Appell wider die Zersplitterung unserer Gesellschaft.

Es ist, als wäre es gestern gewesen. Meine Eltern brachten mich zum ersten Tag im Kindergarten. Die Tür ging auf und mein Vater sagte: „Jetzt beginnt das wirkliche Leben.“ Es folgte ein Jahr mit Morgenkreis, Ligakeksen und Basteln am Gruppentisch. 12 Monate später wurde ich eingeschult. „Jetzt wird es ernst. Jetzt beginnt das wirkliche Leben“, hieß es erneut. Vier Jahre begleitete mich Uli, der Fehlerteufel, kopierte Liederzettel und das Aufstellen in Zweierreihen zum Pausenklingeln. Dann kam der Weg in die weiterführende Schule in der nächstgelegenen Kleinstadt. Mit dem Bus. Bei der Unterschrift unter den Schulvertrag war es diesmal der Schulrektor, der den Beginn des „wirklichen Lebens“ beschwor. Neun Jahre später tat es sein Nachfolger nochmal. Während der Abiturfeier. Daraufhin mein Spieß bei der Bundeswehr. Ein Betreuungsdozent am Lehrstuhl bei der Zurückgabe einer Hausarbeit und dann noch einmal die Sekretärin während der Austeilung eines schlicht gehaltenen Praktikumzertifikates. Sie mochte mich nicht. „Schau nicht so. Das hier ist nicht die Uni. Das hier ist das wirkliche Leben.“ Merke: Vorher war alles unwirklich. Ab sofort beginnt das wirkliche Leben. Und das ist auf jeden Fall schrecklicher und gemeiner als das Leben, wie ich es vorher gekannt hatte. Das Begegnung mit dem wirklichen Leben – eine permanente Ernüchterung. So zumindest die Botschaft der Wirklichkeits-Schwellenhüter.
Eigentlich wähnte ich mich nun seit Jahren im wirklichen Leben. Doch letzte Woche poppte es wieder auf, die Frage nach dem wirklichen Leben. Eine Parteigenossin der SPD warf öffentlichkeitswirksam das Handtuch. Angeblich, nachdem der große Chef, Sigmar Gabriel, ihr vorgeworfen haben, als Netzaktivistin nichts vom „wirklichen Leben“ zu wissen. Da war sie wieder, die ewige Frage nach dem „wirklichen, richtigen, echten Leben“. Das anscheinend immer irgendwo anders ist, nur nicht bei mir. Die ganze Welt scheint zu wissen, wie das wirkliche Leben so ist. Aber wir allem streiten dem anderen das Wissen darum energisch ab. Zum Glück begegnet der Andere ja dann aber uns. Dem Lebenschecker höchst persönlich. Und wir gewähren – oh Wunder – natürlich sofort Einlass in die wirklichen Tiefen der Wirklichkeit. Damit er oder sie mal weiß, wie es wirklich ist. Da draußen.
Dabei geben mittlerweile selbst die alles wissenden Wissenschaftler zu, dass auch ihr Verständnis vom wirklichen Leben eben mehr oder weniger theoretische Annäherungen an die Wirklichkeit darstellen. Die Quantenphysik lässt grüßen: Der Beobachter und sein Akt der Beobachtungen beeinflussen das Spiel der Wirklichkeit. Absolute Wahrheit und die totale Wirklichkeit sind damit für den Menschen an sich endgültig unerreichbar geworden und kein wirklich lohnendes Ziel. Subjektivität und Relativität machen die Wirklichkeit zu einer äußerst fragilen Angelegenheit.
Weil sich jedoch auf fragilem Boden nicht wirklich gut politisch handeln lässt, ist wirklich, was meine Leute für wirklich halten: Gefühlte Wahrheiten mit Universalanspruch. Bis zur Widerlegung. Vorher versichern wir uns in der Familie gegenseitig die Evidenz unserer Wirklichkeit.  Das ist wenigstens mehr Wirklichkeit, als wenn es nur meine eigene kleine Wirklichkeit wäre.
Aber was ist denn nun die große Wirklichkeit? Die reale, von mir aus auch die ursprünglich natürliche, oder die angeblich künstlich diskursorische oder virtuelle? Gibt es irgendwann auch für mich ein wirkliches Leben in der großen Unwirklichkeit? Ich wäre ja schon für einen kleinen Splitter dankbar. Zusammen mit anderen käme vielleicht irgendwann so etwas wie ein Gefäß heraus. Ein Spiegel der Wirklichkeit. Grundvoraussetzung wäre jedoch, dass jeder Splitter wirklich wäre. Und nicht unwirklich. Fernab der Realität. Das wäre das Ende des Gefäßes. In diesem kreativen Akt der gemeinsamen Kreation von Wirklichkeit bedingt also die Akzeptanz meiner eigenen Wirklichkeit die Evidenz der anderen Wirklichkeit. Eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Die Grundvoraussetzung für Leben in Gemeinschaft: in Demut vor den eigenen Grenzen. In Dankbarkeit für die Ergänzung durch den und das Andere.  Keine schwere Sache. Aber eine radikaldemokratische: Wir sind alle Splitterwirklichkeiten.
Nicht mehr. Aber auch nicht weniger. 
Zusammen könnte ein wirklich großes Ding daraus werden. 
Eben der Beginn einer größeren Wirklichkeit.
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