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Das Internet ist nicht kaputt - es ist nur anders

NSA, Millionen Mail-Zugangsdaten in Botnets ... nein, das ist nicht das Ende des Internet. Es ist nur das Ende überholter bürgerlicher Vorstellungen von Privatsphäre, die in Zukunft so nicht mehr haltbar sein werden (und auch übrigens vor hundert oder zweihundert Jahren in dieser Form auch nicht existierten). Kurzum: es geht um jenen Abschied von gepflegter Heimlichkeit, den die Spackeria schon vor ein paar Jahren propagiert hat. "Heimlichkeit" im modernen Netz entspricht in etwa dem, was Google Drive beim Teilen von Dokumenten anbietet: "jeder, der den Link kennt ....". Die E-Mail ist eine Postkarte - es ist halt so. 

Ja, OK, ich entwickele selber Web-Anwendungen, deren Funktionalität auf Logins und angemeldeten Usern basiert, und ich möchte natürlich nicht, dass diese Accounts einfach so geknackt werden können. Aber ich bin mir im Klaren darüber, dass die professionelle staatliche Schnüffeltechnik so "simple" Hürden wie md5 oder SSL-Verbindungen selbstverständlich überwindet und unterwandert.

Kapieren wir es einfach, dass unsere vermeintlichen IT-Sicherheiten keine mehr sind. Wer Accounts im Netz hat, muss damit rechnen, dass diese geknackt werden - mit allen Folgen. Wer das nicht will, sollte sich nirgendwo im Netz Accounts zulegen (dann beschränkt sich die Überwachung auf alles, was in der Browser-History zu sehen ist). Allerdings ist man dann nicht mehr erreichbar, weil man keine Mailadresse mehr hat, kein Skype-Konto, keine Präsenz in irgendeinem Network usw. Und letztlich hat man doch eine Präsenz, da die normalen Consumer-Internetprovider die "Zugänge" immer auch mit "Accounts" ausschmücken, schon deshalb, damit die erzürnten Kunden auf das Helpdesk zugreifen können.

Wer weiterhin im Internet mitmischen will, muss sich einfach klar darüber werden, dass es kein "total sicheres Netz" gibt und niemals geben wird. Das Netz ist ein Forum, eine Fußgängerzone. We are public. Auch wenn wir - hier zum Beispiel - nur an unsere "Kreise" posten können. Nettes Modell - aber nur, solange es nicht von außen irgendwie kontakariert wird. Wird es aber früher oder später - und wahrscheinlich eh schon längst. Also bitte dran denken: an Kreise posten ist immer nur eine leicht entschärfte Form von "öffentlich", aber mehr nicht.      
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30 comments
 
dann sollten sich die Entwickler und Kryptologen Gedanken machen, wie sich das zwar nicht verhindern lässt, aber wenigstens der Aufwand so erhöht wird, dass es sich irgendwann nicht mehr rechnet. Dieses "So ist die neue Welt, Ihr habt das zu akzeptieren" finde ich echt beschissen. Sorry.
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Wer als erster den Quantencomputer fertig hat, hat damit sowieso sämtliche Kryptoverfahren geknackt. Und wer den Quantencomputer schon hat, wird es kaum verraten.
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Danke!

Das ist der Grund, warum ich eh fast nur öfftl. poste – dann muss ich mir keine Gedanken darum machen, wer was liest … ich muss mich vorher halt nur fragen: »Will ich das öffentlich posten?«

Ansonsten finde ich, dass diese Kack-Privatsphäre auch aufgehoben gehört,, und zwar für alle, das schließt Konzernchefs und Politiker ein ebenso wie Militärs :-)

Wenn alle »nackig« sind, brauche ich mich für meine kleinen Sünden nicht zu schämen oder zu fürchten.

Wird aber wohl noch bissl dauern, bis wir alle den Mut dazu aufbringen.
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Ich stimme dir im großen und ganzen zu und komme immer mehr zur Erkenntnis, dass wir vermutlich noch zu einer älteren Online-Generation gehören, die genügend Zeit hatte, das Internet und das Web (schon allein dass diese beiden Dinge für viele gleich sind, ist ein Problem) durchaus auch als etwas kennenzulernen, das eben nicht bunt und klicki ist. In Wirklichkeit ist das Internet eine dunkle, technische Höhle, die schon seit Jahren aufgrund veralteter und unsicherer Protokolle eigentlich platzen müsste. Ich habe jedenfalls schon im letzten Jahrzehnt an so manch Firmen-Firewall gesehen, was da alles von den unmöglichsten Orten aus versucht wird, um die Firewall zu überwinden. Jetzt über die Unsicherheit des Internets zu philosophieren, hieße, dass es wohl irgendwann einmal besser gewesen sein muss. Das ist, wenn es denn überhaupt so war, sehr, sehr, sehr lange zurück.
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+Christa M. Ich kann zwar deine Einstellung verstehen, aber ich finde, du tust dir selbst damit keinen Gefallen. Mir kommt das so vor, wie wenn sich z.B. eine Frau schon in jungen Jahren beide Brüste amputieren lässt, nur um der Gefahr einer Brustamputation zu entgehen, falls sie mal Krebs kriegt (Männer, Hoden völlig wurscht). Man beraubt sich dessen selbst, wessen man nicht beraubt werden möchte. Dabei ist es ja mit der Privatsphäre gar nicht so weit her, weil sich kein Schwein für dich und deine Daten interessiert. Du (und viele andere - ich will dich nicht persönlich angreifen, bitte nicht falsch verstehen!) verzichtest auf "die Freuden des Internet", nur um etwas zu beschützen, was gar nicht angegriffen wird - und dessen Verlust du im Übrigen leicht verschmerzen könntest.
Huh, alle merken plötzlich, dass das Internet nicht privat ist. Na und? Wie könnte es denn privat sein, wenn sein Sinn darin besteht, mit anderen Menschen zu kommunizieren? Mein Klo ist privat - und da kommuniziere ich nicht. Die Kneipe um die Ecke ist nicht privat, dafür kommuniziert man dort. - Und was ist jetzt daran neu?
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Danke für diesen Beitrag +Stefan Münz ! Ich sehe es auch so, dass das Gejammer über mangelnde Privatheit im Netz verlorene Liebesmüh ist. Es war noch NIE "privat" in dem Sinne, wie wir es seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts verstehen. Das zu verinnerlichen fällt uns (zumindest mir) nicht ganz leicht - aber es ist absolut notwendig. Wenn man das einmal als gegeben annimmt, kann mensch sich nach Belieben im Netz bewegen und jeweils abwägen, was einem zu gefährlich erscheint oder nicht.
Für mich ist das Internet ein wunderbares Medium, und ich nutze es sehr gern, vor allem zur Kommunkation und Information, aber auch zum Einkaufen und zum Erledigen von Bankgeschäften. Das möchte ich nicht missen.
Wir haben alle die Wahl, wie wir das Internet nutzen. Dazu muss mensch sich natürlich ein klein wenig damit beschäftigen, um informiert zu sein.
Grundsätzlich halte ich das Internet für die größte Bereicherung seit der Erfindung des Fernsehens.
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"Überholte bürgerliche Vorstellung von Privatsphäre", soso. Ich frage mich, Stefan, ob Du auch so lässig posten würdest, wenn staatliche Stellen sich aufgrund ihrer Macht - weil sie es ja können - das Recht herausnehmen, andere bürgerliche Freiheiten wie z.B. das Recht auf Schutz vor staatlicher Verfolgung oder die Gleichheit vor dem Gesetz zu missachten. Gabs ja früher auch nicht unbedingt (und gibt es tragischerweise an vielen Orten der Welt heute noch nicht oder nicht mehr). Dass sich auch staatliche Stellen an Gesetze halten müssen ist keine überholte bürgerliche Vorstellung sondern der Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur.
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+Kai Laborenz Wo Incognito aus politisch-gesellschaftlichen Kriesengründen erforderlich ist, muss es halt - immer auf eigene Gefahr - die verfügbaren Möglichkeiten der digitalen Vermummung in Anspruch nehmen. Aber es gibt keine Garantie mehr, dass diese Vermummungen wirksam sind. Wie es scheint, kann die NSA mittlerweile so ziemlich alles binnen akzeptabler Zeit knacken. Zum Glück können das die Schieß-dein-Volk-kaputt-Regimes in Afrika und Asien noch nicht ... ähm, hoffen wir, dass sie es noch nicht können. Früher oder später (eher früher) werden sie es können. Ich poste nicht lässig, ich versuche nur, Augen zu öffnen.
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+Stefan Münz Im Grunde möchte ich zustimmen: ja sicher, es war noch nie wirklich privat im öffentlichen Netz. Emails sind so privat wie Postkarten. Allerdings lese ich da einen Unterton heraus, der mir so weder gefällt, noch finde ich sollte man es unkommentiert lassen: man könnte ja beinahe zu dem Schluss kommen, IT - Sicherheit nach Snowden könne man abhaken.
Aber macht man es sich, dem Staat und den Hackern nicht ein wenig zu einfach?
Zum einen: ja, Sicherheit ist relativ. Schlüssel die vor Jahren noch als sicher galten, sind es heute nicht mehr. Insofern gilt es dort Schritt zu halten. Aber genau an dem Punkt haken Hacker ein: viele Seitenbetreiber tun das eben nicht, aktualisieren ihre Server nicht, Softwarehersteller nutzen nicht aktuelle Hashingalgorithmen um Passwörter zu verschlüsseln, Menschen wählen immer noch zu kurze Passwörter - auch wenn neuerdings mal ein Sonderzeichen mit von der Partie ist.
Nicht an Sicherheit und Sicherheitskonzepten fehlt es. Es ist kein Mangel der Technik.
Auch da, wo staatliche Schnüffelei am Werk ist, geht es nicht wirklich um mangelhafte Technik - zumindest nicht per se; vielmehr um Technik, die bewußt mit Mängeln versehen worden ist.
Zum anderen: auch das öffentliche Netz sollte privat sein. Auch wenn Google und Amazon - mit meinem Zutun - "alles" über mich wissen, so geht es doch meinen Nachbarn nichts an. Wenn ich Amazon nutze, dann habe ich die berechtigte Erwartung, dass Amazon, meinen Zugang vertraulich behandelt, dass Amazon so "sicher" ist, dass dort kein Missbrauch mit meinem Zugang geschieht.
Und diese Erwartung sollte im Grunde nicht nur von Amazon erfüllt werden, sondern von jeder Plattform, jedem Forum etc.
Wenn wir eins gelernt haben sollten, dann das: wir sind beileibe nicht so sicherheitsbewußt, wie wir es uns immer vorgemacht haben; wir die Webseitenbetreiber, Admins, Konsumenten. 
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Das es technisch kaum noch möglich scheint, seine kleinen und großen Geheimnisse vor NSA & Komplizen zu bewahren, bedeutet nicht, dass es normal sein darf, wenn staatliche Stellen (und dieses Ende der Privatsphäre ist ja doch ein eher einseitige Sache) alles das machen, was sie technisch können. Das akzeptieren wir in der physikalischen Welt ja auch nicht. Die aktuelle Situation ist ein Augenblickszustand - wie es weiter geht, entscheiden wir. Wenn wir sagen, dass ist irgendwie normal jetzt oder zumindest unvermeidbar, dann wird es auch so bleiben.
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Dazu sag ich jetzt nix mehr. ..ändert sich ja eh nix...
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+Kai Laborenz Staatliche Stellen, die Bürger unterdrücken, fürchten nicht die Privatheit, sondern die Öffentlichkeit. Mit Regimegegnern, die nur zu Hause auf dem Klo über das Regime fluchen, hat ein Regime kein Problem. Ein Problem hat es mit denen, die organisiert an die Öffentlicheit treten, denn das kann in eine Revolution münden. In die Privatsphäre können staatliche Stellen sowieso eingreifen, etwa in Form einer Durchsuchung. Dieses Recht nehmen sich alle Staaten heraus, weil ein Staat ohne Befugnisse keiner ist. Staaten, die öffentlichen Gegenwind fürchten müssen, weil sie fragil sind, setzen ihre Staatsgewalt auch gegen Dissidenten ein. Kennzeichnendes Merkmal ist aber nicht die Ausübung der Staatsgewalt, sondern ihr Zweck: einzuschüchtern und zu isolieren.

Wie frei Du bist, erkennst Du daran, was Du folgenlos in aller Öffentlichkeit tun kannst.
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Danke, +Kai Laborenz, dass endlich mal hierauf jemand hinweist. Die Argumente, warum eh alles verloren ist und es keinen Sinn macht sind zu kurz gegriffen und eindimensional. Habe gerade leider keine Zeit, darauf näher einzugehen.
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um das Beispiel der Öffentlichkeit aufzugreifen in der wir uns im Internet bewegen, ja das Internet mag eine Fussgängerzone sein in der man sich öffentlich bewegt. Aber nur weil ich mich in der Öffentlichkeit mit Freunden (Kreisen) unterhalte, möchte ich nicht das sich andere ungefragt dazugesellen. Selbst in der Öffentlichkeit gibt es nämlich diese Art "Privatsphäre". Übrigens auch in Gaststätten in denen man kommuniziert, aber nicht mit jedem anwesenden...

Oder um des Deutschen liebstes Beispiel zu nehmen, nur weil ich in der Öffentlichkeit mit offenen Türen im Auto unterwegs bin, möchte ich nicht das an der nächsten Ampel irgendjemand einsteigt. Und auch die staatlichen Stellen dürfen nur unter klaren Regeln in meine Teilnahme am Strassenverkehr eingreifen.

Das Internet ist nicht unsicher, oder bleibt unsicher weil es dies technisch so ist, sondern weil Regeln fehlen oder nicht eingehalten werden. Selbst ein Mindestmass von Anstand und Rücksicht auf Privatsphäre könnten uns schon weiterhelfen, zumindest weiter als resignierte Postings das man eh nix ändern kann und das Internet eh unsicher und "rechtsfrei" sei...
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+Sven Türpe Genau. Demokratische Staaten können schon immer in die Privatsphäre eingreifen - machen es aber nur unter bestimmten, eng begrenzten Bedingungen, die demokratisch legitimiert sind (wenn es im Einzelfall anders läuft, sind wir zurecht empört und fordern Konsequenzen). Wenn der Bundesnachrichtendienst sich von jedem Haus die Wohnungsschlüssel geben ließe, grundsätzlich alle Briefe kopieren und von im Wohnzimmer untergebrachten Mikrophonen die Unterhaltungen mit Freunden aufzeichnen würde (um nur einiges zu nennen)... Würden wir dann auch sagen, "Hey, diese Privatsphäre wird einfach überschätzt"? Insofern war dann wohl die DDR auch kein Unrechtsregime, sondern hatte nur ein anderes Verständnis von Privatheit...

+Christa M. Gehst Du auch nicht zum Arzt? Hast Du kein modernes Telefon und nutzt auch keine EC- oder Kreditkarte? Wenn Du glaubst, es geht hier vor allem um Amazon-Einkäufe und Google-Postings, sind Dir die Dimensionen der Digitalisierung noch nicht ganz klar. Mit intelligenten Haushaltsgeräten, Stromzählern und Autos ist es bald völlig egal, was Du persönlich machst. Es gibt keinen Weg, sich durch Verzicht der möglichen Überwachung zu entziehen.
Mal abgesehen davon, dass es auch eine ganz besondere Art von Kapitulation wäre, auf nützliche Funktionen einfach zu verzichten, nur weil paranoide oder machthungrige Überwacher keine Grenzen kennen. Ich kommuniziere gerne mit interessanten Menschen, die ich niemals persönlich sprechen könnte, weil sie nicht da sind, wo ich mich befinden. Das ist auch nicht "virtuell", also scheinbar oder künstlich, sondern ganz normale Kommunikation mit echten Menschen. 
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Kapieren wir es einfach, wenn wir uns auf der Straße bewegen, können wir ausgeraubt werden.
Wer das nicht will soll in seinen Keller bleiben.
Es ist sinnlos Gesetze zu fordern die den Raub unter Strafe stellen. schon vor 200 Jahren ist geraubt worden, das wird auch in Zukunft so sein.

Wer in falschen Bildern denkt, denkt falsch.

Wer behauptet das das Zeitalter der Geheimnisse beendet sei, möge mir erlauben in seinen Rechnern Trojaner zu installieren. Ansonsten kann ich Aussagen diesbezüglich nicht ernstnehmen.
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+Hape Braun
Neu ist, dass auf dem klo der Bar eine überwachungskamera installiert wurde. Das viele seiten im netz auf öffentlichkeit aufgebaut sind kann nicht bedeuten, dass man grundsätzlich auf privatssphäre verzichten muss.
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+Christa M. Ich will Dir gar nichts einreden. Ich möchte Dir nur erklären, dass es bei der Überwachung nicht um eigenes Verhalten im Netz geht, sondern das das Internet ein allgegenwärtiges Kommunikationsmedium ist und weiter wird. Immer mehr normale Gebrauchsgegenstände können via Internet kommunizieren - ob die Besitzer es mitbekommen oder nicht. Alle Neuwagen sind "Computerautos" und vermutlich auch bald standardmäßig mit GPS ausgestattet. Auch wenn Dein Stromzähler im Keller steht, gehört er dem EVU und wird irgendwann in näherer Zukunft durch einen "intelligenten" ausgetauscht, mit dem sich Dein Tagesablauf ziemlich gut nachverfolgen lässt. Wenn es Dich nicht stört, dass Deine Krankengeschichte öffentlich wird, ist das ja ok, aber sicher sehen das nicht alle Menschen so. Klar kann man auf elektronische Kommunikation verzichten, nur noch bar bezahlen und elektronische Geräte meiden - insbesondere Mobiltelefone! In meinen Augen ist das aber kein erstrebenswerter Zustand, sondern eine Kapitulation.
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+Dominik Zogg Ich glaube nicht, dass die Implementierung sichererer Protokolle und Verschlüsselungsmechanismen eine Frage horrender Investitionskosten ist. (1) Es gibt weltweit genug Lehrstühle die so etwas im Open Source Rahmen auf die Reihe bekommen könnten. Im Linuxumfeld könnte ich mir die Entwicklung eines erheblich gehärteten Betriebssystems und Mailclients mit einfach integrierten PGP Verschlüsselungen vorstellen. Es würde auch Hoster geben, die auf den Zug aufspringen würden, wenn er denn führe.  (2) Auch ein euorpäischer Ansatz wäre denkbar, wenn auch unwahrscheinlicher, weil hier ebenfalls kein Interesse an freier Kommunikation besteht. Die Chinesen entwickeln ein eigenes OS auf Linuxbasis (sicher mit eigener Backdoor, das ist klar). Warum gibt es in Europa hierzu keinerlei Anstrengungen. Wir beugen uns dem Diktat und dem seltsamen Freiheitsverständnis amerikanischer Internetkonzerne. Europa gibt klein bei. Die Wähler, die Einfluss nehmen könnten,  sagen "Kann man eh nichts machen", "interessiert" mich nicht und geben klein bei. Es gibt unzählige ungelöste Fragen, das ist mir klar. Aber mir fehlt der sichtbare Wille, diese auch nur zu diskutieren und einen Lösung zu suchen. Statt dessen versucht man die momentanen Eingriffe in die Persönlichkeitsrechte, in die Grundrechte als unumgänglichen und sinnvollen Preis für die neuen Technologien darzustellen.
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+Christa M. Das ist mir egal, ob ich mich verdächtig mache. Wenn wir schon so weit sind, dass du Angst haben musst dich verdächtig zu machen, dann ist es zu einem totalitären Staat nicht mehr weit. Ein Staat der auf die totale Kontrolle seiner Bürger auf Generalvedacht abzielt ist in meinen Augen ein Unrechtsstaat. Pseudosicherheit wird mit der Aufgabe der wichtigsten Bürgerrechte erkauft . Ich habe ja nichts zu verbergen :-) und trotzdem verschlüssle ich. Wenn alle mit PGP verschlüsseln würden, gäbe es ein Mengenproblem beim Entschlüsseln und in Summe wäre die Kommunikation privater als heute. Ich klebe doch meine Briefumschläge auch zu.
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Marmel
 
Nun stellt euch mal nicht so an wegen dem #Neuland. Seit heute wissen wir doch das dies ein Geschenk Gottes ist. Wenn der Papst das sagt muss es ja stimmen denn der muss es ja wissen.
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+Martin Möbius Es war nicht meine Absicht, eine totale Kapitulation zu formulieren. Auf verfügbare und bewährte Schutzmaßnahmen sollte man finde ich nicht verzichten. Kommt halt auch immer drauf an, um welche Art Daten es geht. Ich muss nur immer den Kopf schütteln, wenn wieder allgemeine Empörung darüber herrscht, wie unsicher das Internet doch sei. Dahinter verbirgt sich immer noch die Vorstellung, das Internet sei die Veranstaltung eines bestimmten Anbieters, wo man mit den Kosten für die Flatrate auch die totale Vollkasko mit einkauft. Es fällt vielen immer noch schwer zu begreifen, dass das Internet nichts anderes ist als die ganze Lebenswelt, nur mit ein paar technisch bedingten Vor- und Nachteilen, über deren Verhältnis liebend gerne debattiert wird - so auch in diesem Thread wieder. Es gibt auch im Netz Rückzugsräume, aber mit der Verschwiegenheit der hintersten Schublade der Kommode darf man halt in der Cloud nicht rechnen. Ich kann ja auch nicht mit lebenslanger Erfahrung protzen, was das alles betrifft. Ich bin seit Jahren ziemlich cloud-abhängig, freue mich an den Vorteilen (Gerät gibt plötzlich den Geist auf? Egal, neues her und gleich ist alles wieder da was ich meine Daten nenne), und die Nachteile sind mir bislang (glücklicherweise) noch nicht zum Verhängnis geworden. Insgesamt wirkt das auf mich in etwa so sicher, wie wenn ich mich ins Auto setze und losfahre. Es geht halt gut - in der Regel - und ist echt vorteilhaft. Aber so zu tun, als wäre es ungefährlich, online zu sein, ist ebenso dumm wie so zu tun, als ob es ungefährlich wäre, zwei Tonnen Blech und Stahl mit 50 Sachen durch ein Wohngebiet zu jagen.
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+Stefan Münz
ok, ich las aus deinem Beitrag etwas mehr als das Leben ist halt auch im Internet gefährlich.

In allen anderen Lebensbereichen haben wir über Regeln Privaträume geschaffen. Die sind genauso unsicher, es halten sich nur alle dran.
Wir haben Schlösser vor unseren Türen die per Fähigkeit oder Technik trivial zu brechen sind, wir sind trotzdem zu recht sauer wenn da jeder stündlich reinschneien würde.
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+Stefan Münz Danke für den Link! Der Bericht ist ziemlich aufschlussreich und interessant, finde ich. Ganz schön gigantisch, was da abläuft....
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