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Simon Geraedts
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Wem das Wasser bis zum Halse steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen.
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So, ihr Lieben. Mein neuer Thriller "Sei brav und stirb" steht in den Startlöchern. Übermorgen ist es endlich soweit! :)

Natürlich habe ich den Klappentext in der Zwischenzeit noch zwanzig Mal umgeschrieben, haha.

Hier kommt die finale Fassung, an der nun nicht mehr gerüttelt wird:

»Ich beschütze jeden, der auf meiner Seite steht. Aber wer sich gegen mich stellt, wird gnadenlos vernichtet.«

Seit Monaten wird Marie von einem Arbeitskollegen belästigt. Da dessen Vater im Vorstand sitzt, lässt sie die widerlichen Annäherungsversuche stillschweigend über sich ergehen.
Eines Morgens betritt ein unheimlicher Kunde ihr Büro und bietet Marie an, das Problem aus der Welt zu schaffen. Toni ist ein verurteilter Mörder, der lebenslang im Gefängnis saß. Notgedrungen nimmt Marie seine Hilfe an und setzt damit eine albtraumhafte Spirale aus Hass und Gewalt in Gang. Durch ihren verzweifelten Versuch, aus den Fängen dieses brutalen Mannes zu entkommen, landet sie selbst auf der Todesliste …

Im Psychothriller »Sei brav und stirb« blickt der Leser in die kranke Seele eines Mörders und erlebt die Ängste einer jungen Frau, die um ihr Leben fürchtet. Ein Garant für Gänsehaut und schlaflose Nächte!

Zum Start verlose ich fünf "Sei brav und stirb"-Taschenbücher unter meinen Newsletter-Abonnenten. Auf meiner Website könnt ihr euch in den Verteiler eintragen: www.simongeraedts.de

Macht euch noch einen schönen Abend! :)
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Liebe Grüße aus Bad Homburg. 😁❤️
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Guten Abend, ihr Lieben!

Der Countdown läuft: In einer Woche erscheint mein neuer Thriller "Sei brav und stirb"!

Zum Start verlose ich unter meinen Newsletter-Abonnenten fünf signierte "Sei brav und stirb"-Taschenbücher. Hier könnt ihr euch in den Verteiler eintragen: https://bit.ly/2wuIriU

Als kleine Kostprobe kommt nun die dritte Leseprobe.

Viel Spaß und noch einen schönen Samstagabend. :)


Am Ende der Rolltreppe stehen zwei Jugendliche, die sich über irgendetwas köstlich amüsieren. Marie erkennt schon aus der Ferne, dass die beiden nicht gerade zur Bildungselite gehören.
Einer der beiden hat die pechschwarzen Haare stramm nach hinten gegelt und den Nacken ausrasiert. Mit der zerfransten Kapuzenjacke und der löchrigen Jeans sieht er aus wie Bushido vor zwanzig Jahren. Der andere ist etwa einen Kopf größer und trägt ein dunkelrotes Cap. Seine rissige Lederjacke spannt sich so eng über den Oberkörper wie ein Neoprenanzug.
Als die Rolltreppe sie näher an die Kerle heranführt, sieht Marie, dass sie auf einem Smartphone ein Video anschauen. Sie erhascht nur einen kurzen Blick aufs Display, doch der genügt, um zu erkennen, was die beiden so lustig finden: Der Typ mit dem Cap beugt sich über einen am Boden liegenden Jungen und schlägt mit der Faust auf ihn ein.
»Voll in die Fresse!«, grölt Mr. Cap. »Geil gefilmt, Alter!«
»Danke, Mann«, sagt der junge Bushido.
Marie spürt, wie es in ihrem Inneren brodelt. Am liebsten hätte sie den beiden Idioten mal so richtig die Meinung gesagt. Marie drängt sich an Mr. Cap vorbei und streift seine Lederjacke. »Pass auf, wo du hinläufst, Bitch!«
Marie beißt die Zähne zusammen und beherrscht sich. Das ist der Honk nicht wert. Plötzlich spürt sie einen festen Schlag auf dem Hintern. »Hast ’nen geilen Arsch!«, sagt Mr. Cap und lacht sich kaputt. Marie dreht sich um und starrt den Kerl wütend an. »Was soll das, du Arschloch?«
»Wie hast du mich genannt, Bitch?« Der Jugendliche öffnet den Reißverschluss seiner verschlissenen Lederjacke. In der Innentasche steckt ein Klappmesser.
Maries Kehle schnürt sich zu. Sie will weitergehen, doch der Kerl hält sie am Arm fest. »Nicht so schnell, Bitch. Das musst du erst mal wieder gutmachen.« Er schnalzt mit der Zunge. »Blas mir einen auf dem Klo, danach kannste abhauen.«
»Lass gut sein, Mann.« Sein Kumpel legt ihm eine Hand auf die Schulter. Mr. Cap schlägt sie weg. »Die Bitch hat mich beleidigt, Alter. Der muss mal jemand Manieren beibringen.«
Als die S-Bahn einfährt, reißt Marie sich von dem Kerl los und läuft zum Gleis. Mr. Cap ruft ihr etwas hinterher, doch seine Stimme geht im Poltern der Bahn unter. Marie drängelt sich ins Abteil und ignoriert die Schimpftiraden der aussteigenden Leute. Sie hetzt durch den Gang, reißt die Tür zum benachbarten Abteil auf und läuft weiter, bis sie vor der geschlossenen Führerkabine steht. Dort lässt sie sich am Fenster nieder und schaut ängstlich hinaus.
Die beiden Jugendlichen stehen immer noch an der Rolltreppe und streiten sich. Als auf dem gegenüberliegenden Gleis die Bahn in Richtung Niedernhausen einfährt, wendet sich der junge Bushido ab. Mr. Cap zeigt ihm den Mittelfinger und stemmt die Hände in die Hüften. Unschlüssig starrt er auf die Bahn, in die Marie eingestiegen ist.
Fahr endlich ab, denkt sie zitternd. Mach schon.
Mr. Cap läuft los und zwängt sich im letzten Moment durch die sich schließende Tür.
»Scheiße«, haucht Marie und springt panisch auf. Doch zum Aussteigen ist es zu spät; mit einem Ruck setzt sich die Bahn in Bewegung.

[…]

Mit eingezogenem Kopf blickt Marie nach hinten. Eine Blondine kaut schmatzend Kaugummi und tippt auf ihrem Smartphone herum. Neben der jungen Frau steht ein Mann mit Halbglatze und schielt auf ihre Brüste.
Von Mr. Cap fehlt jede Spur.
Marie überlegt, ob sie an der nächsten Station aussteigen soll. Aber sie hat Angst, dass der Kerl sie entdeckt. In der Bahn fühlt sie sich einigermaßen sicher, denn hier ist sie von Menschen umgeben. Außerdem hängen Überwachungskameras an der Decke.
Nach zehn Minuten hat sich Maries Puls halbwegs beruhigt. Aber sie hat immer noch ein flaues Gefühl im Magen. Vielleicht wartet Mr. Cap, bis sie aussteigt, um ihr draußen in der Dunkelheit aufzulauern. Der Gedanke jagt ihr einen kalten Schauer über den Rücken. Vielleicht sollte Marie die Polizei anrufen. Aber was genau würde sie sagen?
Hilfe, mir ist ein bewaffneter Kerl auf den Fersen! Im Moment sehe ich ihn zwar nirgendwo, aber er ist ganz sicher hinter mir her!
Marie schüttelt den Kopf. So ein Blödsinn. Der Typ hat bestimmt längst aufgegeben, falls er sie überhaupt verfolgt hat. Wahrscheinlich wollte er vor seinem Kumpel bloß einen auf dicke Hose machen. Diese Hirnis sind meistens wie kleine Köter: Sie kläffen, aber beißen nicht.
Marie holt ihren E-Reader aus der Tasche. Aufs Lesen kann sie sich aber nicht konzentrieren, dafür ist sie viel zu aufgeregt. Immer wieder schaut sie nach hinten, als leide sie unter Verfolgungswahn.
Nach endlosen fünfundzwanzig Minuten fährt die Bahn in Heusenstamm ein. Inzwischen ist das Abteil so gut wie leer. Als die Türen aufgehen, bleibt Marie noch einen kurzen Moment sitzen und schaut ängstlich aus dem Fenster. Mr. Cap ist nirgends zu sehen. Marie schnappt sich ihre Arbeitstasche, eilt zum Ausgang und huscht nach draußen.
Auf dem Bahnsteig zieht sie sich die Kapuze über den Kopf, mehr zur Tarnung als zum Schutz gegen die Kälte. Marie kann es kaum erwarten, in ihr Auto zu steigen und von innen die Türen abzuschließen. Sie hastet die Treppe hinab zum Parkplatz und hält erschrocken inne. Ihr Wagen ist weg!
Dann fällt ihr ein, dass sie heute Morgen nach dem Frühstück spontan beschlossen hat, zu Fuß zum Bahnhof zu gehen. Da Marie im Jobcenter den ganzen Tag am Schreibtisch sitzt, hat sie den Verdauungsspaziergang für eine fabelhafte Idee gehalten. Jetzt könnte sie sich dafür in den Hintern beißen.
Der Weg ist nicht besonders weit, aber zwischen dem Bahnhof und Maries Wohnung liegt ein Waldstück, das nur von ein paar schummrigen Laternen beleuchtet ist. Unwohl blickt sie zum düsteren Weg, der dem Schlund eines Ungeheuers gleicht. Was, wenn Mr. Cap sie dort überfällt?
Reiß dich zusammen, denkt sie. Siehst du den Kerl irgendwo?
In Maries Kopf spielen sich Horrorszenarien ab. Daran ist ihre Mutter schuld, die immer und überall Lebensgefahr für ihr kleines Mädchen gewittert hat. Marie muss ihre kindlichen Ängste endlich überwinden und sich wie eine erwachsene Frau verhalten. Entschlossen zieht sie die Kapuze vom Kopf und marschiert los.
Als Marie das Ende des beleuchteten Parkplatzes erreicht, scheint der dunkle Waldweg sie wie ein Raubtier zu verschlingen. Aber sie lässt sich nicht einschüchtern und geht weiter.
Mit jedem Schritt zieht sich Maries Furcht zurück wie eine Schnecke in ihr Haus, nachdem man sie mit der Fingerspitze angestupst hat. Inzwischen erscheint ihr der Wald auch gar nicht mehr so düster und bedrohlich. Die Laternen, die den Weg säumen, sind hell genug.
Vor einem stillgelegten Springbrunnen schaut Marie zum ersten Mal über die Schulter und erstarrt vor Schreck. Am Waldrand steht ein mannshoher Schatten, der ihren Blick zu erwidern scheint.
Das ist nur ein Fußgänger, sagt sie sich. Keine Panik.
Doch der Schatten trägt eine Schirmmütze und hält in der rechten Hand etwas, das wie ein Messer aussieht. Er setzt sich in Bewegung und beginnt zu laufen.
Todesangst macht sich in Marie breit. Sie rennt, so schnell sie kann, den Waldweg entlang in Richtung Hauptstraße. Die Tasche baumelt vor ihrer Brust wie ein Pendel. Maries Oberschenkel beginnen zu schmerzen, ihr Atem wird immer kürzer. Große Schweißperlen bilden sich auf ihrer Stirn.
Als sie die Straße fast erreicht hat, dreht sie sich um und erschrickt. Der Schatten ist inzwischen so nah, dass sie eindeutig das Cap und das Messer in der Hand erkennt.
Auch wenn Marie völlig außer Atem ist, bis zur Straße muss sie es unbedingt schaffen, denn dort wird der Kerl sie ganz sicher in Ruhe lassen. Vor Augenzeugen kann er ihr unmöglich ein Messer in den Rücken rammen, er muss …
Marie stolpert, stürzt der Länge nach hin und schürft sich dabei die Hände auf. Im rechten Knöchel spürt sie einen stechenden Schmerz. Sie schafft es bei aller Mühe nicht, aufzustehen [...]

"Sei brav und stirb" erscheint am 21. April 2018!
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Ein wunderbarer Artikel, der mit dem Vorurteil aufräumt, die Welt werde immer schlechter. ❤️

Die Welt wird immer besser
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/die-welt-wird-immer-besser-32-gute-nachrichten-15524076.html
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Noch 10 Tage ... der Countdown läuft!

Am 21. April erscheint mein neuer Thriller "Sei brav und stirb".

Zum Start verlose ich unter meinen Newsletter-Abonnenten fünf signierte "Sei brav und stirb"-Taschenbücher. Auf meiner Website könnt ihr euch in den Verteiler eintragen: http://www.simongeraedts.de

Nach dem Prolog möchte ich euch heute das erste Kapitel vorstellen. Viel Spaß! :)


Frankfurt am Main

Freitag, 8. Dezember 2017


Fass mich nicht an! Lass deine verdammten Finger von mir!
Daniels Hand liegt auf ihrer Schulter wie eine kleine Ratte mit langen Krallen. Dieses widerliche Gefühl verstärkt sich, als er zudrückt und seine ungeschnittenen Fingernägel sich durch die Bluse in ihre Haut bohren. Marie schüttelt sich innerlich und würde seine Hand am liebsten wegschlagen. Doch wie immer lässt sie es stumm über sich ergehen.
»Guten Morgen, liebe Kollegin.« Daniel spricht mit der sanften Stimme eines Pädophilen, der einem kleinen Mädchen einen Lolli anbietet. »Hast du dir gestern einen schönen Abend gemacht – so ganz allein?«
Was geht dich das an, du Frettchen?
Marie beißt sich auf die Zunge und dreht den Kopf. Sie sieht seine schiefen, gelben Schneidezähne, die rissigen Lippen und die ekligen, weißen Bläschen, die an den Mundwinkeln kleben. Obwohl Marie glaubt, sich jeden Moment übergeben zu müssen, zwingt sie sich zu einem Lächeln. »Hab nur gelesen und bin früh ins Bett gegangen«, sagt sie. »Nichts Besonderes.«
»Wie langweilig.« Daniel legt den Kopf schief und knabbert an der Unterlippe. »Mein Angebot steht noch. Wenn du mal Lust auf einen DVD-Abend hast oder ins Kino willst …«
Blitzschnell rollt Marie mit dem Bürostuhl zur Seite, sodass Daniels Hand von ihrer Schulter abrutscht und er um ein Haar gestürzt wäre. Er stützt sich am Schreibtisch ab und starrt sie gekränkt an. »Was soll das?«
»Mein erster Kunde steht gleich vor der Tür«, erklärt Marie und lässt wie zum Beweis den Terminkalender auf dem Monitor erscheinen. »Hab mir seine Akte noch nicht angesehen.«
Daniel blickt auf die Armbanduhr. »So früh?«
»Das Kundenbüro hat den Termin gemacht.« Marie zuckt mit den Schultern. »Vor den Feiertagen ging es wohl nicht anders.«
»Die können dir doch nicht so ins Handwerk pfuschen. Ich rede mit denen und sorge dafür, dass …«
»Lass gut sein, Daniel. Die machen doch nur ihre Arbeit.« Demonstrativ blickt Marie wieder auf den Bildschirm. »Ich muss mich jetzt wirklich auf das Gespräch vorbereiten, okay?«
Daniel verzieht mürrisch das Gesicht. »Alles klar. Sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst.«
»Mach ich, danke.«
Grummelnd wendet er sich ab. Nachdem Daniel in seinem Büro verschwunden ist und die Verbindungstür hinter sich geschlossen hat, atmet Marie erst einmal tief durch. »Nur noch drei Wochen«, seufzt sie.
Bis Neujahr muss sie die Avancen dieses schrecklichen Kerls ertragen. Wenn die Probezeit überstanden ist, wird Marie in das freie Büro am Ende des Gangs umziehen. Vielleicht kann sie sich sogar in ein anderes Jobcenter versetzen lassen.
Als Marie vor fünf Monaten angefangen hat, übernahm Daniel freiwillig ihre Einarbeitung. Anfangs hielt sie ihn für nett und hilfsbereit. Doch schon bald machte er sich schamlos an sie heran. Es begann mit harmlosen Komplimenten, die mit der Zeit in aufdringliche Annäherungsversuche ausarteten. Einmal legte Daniel unter dem Vorwand, ihr etwas am Bildschirm erklären zu wollen, seine schwitzige Hand auf Maries und bewegte mit ihr die Computermaus. Dabei kam er ihr so nah, dass sie sein unrasiertes Gesicht an der Wange spürte.
Regelrecht vergewaltigt fühlte sich Marie, als sie mit Daniel allein in der Poststelle war und er sich derart eng an sie schmiegte, dass sie durch die Jeans seine Erektion spürte. Mit lüsterner Miene starrte er sie an und zog sie mit den Augen aus. Angewidert und schockiert flüchtete Marie auf die Toilette und ließ ihren Tränen freien Lauf.
Obwohl Daniel erst Mitte Dreißig ist, hat er bereits schütteres Haar und grau melierte Schläfen. Für sein Alter ist er alles andere als schlank. Unter den zerfransten Pullovern, die er immer trägt, zeichnet sich ein runder Bauch ab. Daniels Augen wirken stets schläfrig, als wäre er gerade aus dem Bett gestiegen.
Marie hat schon mehrmals darüber nachgedacht, ihn beim Teamleiter zu melden. Doch sie will nicht riskieren, ihren Job zu verlieren. Daniels Vater ist bei der Bundesagentur für Arbeit ein hohes Tier.
Ohne Einkommen würde sie sich in Kürze auf der anderen Seite des Schreibtisches wiederfinden, im schlimmsten Fall als Daniels Kundin. Die andere Option wäre, dass sie wieder bei ihrer Mutter einzieht. Marie weiß nicht, wovor ihr mehr graut.
Sie wird aus ihren Gedanken gerissen, als es an der Tür klopft. Marie zuckt zusammen und schaut auf die Uhr. Mist, schon kurz nach acht.
»Augenblick!«, ruft sie und überfliegt die Kundenakte. Thomas Lehmann, neunundvierzig Jahre alt, ledig, arbeitslos.
Marie wechselt vom Steckbrief zum Lebenslauf und hält verwundert inne. Es gibt nur zwei Einträge: 1991 bis 1995 Personenschützer und 1995 bis 2017 …
Kann das sein? Marie starrt auf die Akte. Mit den Lippen formt sie stumm die drei Großbuchstaben, die im Feld neben den Jahreszahlen stehen: JVA.
Ihr Herz schlägt schneller. Anscheinend hat der Mann eine lebenslange Haftstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung verbüßt. Sie braucht kein Jurastudium, um zu wissen, was das bedeutet: Lehmann ist ein verurteilter Mörder.
Marie wechselt zu den Wiedervorlagen, um nachzusehen, ob das Kundenbüro eine Nachricht hinterlassen hat. Sie öffnet einen Eintrag, der aus zwei Zeilen besteht:

Kunde hat evtl. Gewaltpotenzial!
Gespräch vorsichtshalber zu zweit führen!

Maries Magen zieht sich zusammen. Wen könnte sie so kurzfristig um Hilfe bitten?
Jessica hat sich heute freigenommen, Peter und Frank sind auf einer externen Schulung, Sandra hat sich krankgemeldet. Der Einzige, den sie fragen könnte, ist ausgerechnet Daniel. Allein der Gedanke daran sorgt bei Marie für ein mulmiges Gefühl. Unschlüssig blickt sie über die Schulter zur Verbindungstür. Dann zieht sie die Brauen zusammen und ärgert sich, dass sie überhaupt darüber nachgedacht hat. Dieser perverse Grapscher kann ihr gestohlen bleiben.
Marie nimmt ihren ganzen Mut zusammen und ruft den Kunden herein.
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Dafür, dass ich seit hundert Jahren nicht mehr joggen war, bin ich ganz zufrieden. 😊

Die Strecke führte durch den Wald, in dem die Protagonistin meines neuen Thrillers vor einem Mörder davonläuft.

Das hat mir irgendwie Feuer unterm Hintern gemacht. 😂
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"Je leichter ein Buch zu lesen ist, desto schwerer wurde es geschrieben."

Johannes Mario Simmel

Der Mann hat ja so recht. 🙂
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In zwei Wochen erscheint mein brandneuer Thriller "Sei brav und stirb".

Als kleinen Teaser möchte ich euch heute den Prolog präsentieren. Viel Spaß. :)

Widerwillig schlurft Fabian über den gefrorenen Boden. An seinem rechten Knöchel hängt ein mit Steinen gefüllter Leinensack, den er scharrend hinter sich her schleift. Seine Hände sind mit Handschellen auf dem Rücken gefesselt.
Fabian fühlt sich wie ein Strafgefangener des 19. Jahrhunderts, der an eine schwere Eisenkugel gekettet ist. Mit dem Unterschied, dass er sich nicht auf einem Gefängnishof befindet, sondern auf ein nasses, kaltes Grab zu marschiert.
Der Steg knarrt unter seinen Schritten. Eine eiskalte Brise weht ihm ins Gesicht und streicht ihm das Haar aus der Stirn. Inzwischen dürfte es nach Mitternacht sein, der Vollmond taucht die Welt in ein blasses, gespenstisches Silberlicht.
Jenseits des Stegs erstreckt sich der See, um den sich seine frühsten Kindheitserinnerungen ranken. Noch bevor Fabian in die Schule kam, hat er sich hier im kühlen Nass ausgetobt, am Ufer Sandburgen gebaut und mit seinem Bruder Fangen gespielt. Zwanzig Jahre später ist er immer noch eine Wasserratte und dreht im Sommer jeden Sonntag seine Bahnen. Jedoch ist er noch nie kurz vor Weihnachten hineingesprungen, beschwert mit einem Sack voller Steine.
„Warum tun Sie das?“, jammert er. „Ich hab Ihnen doch gegeben, was Sie wollten.“
„Halt’s Maul.“ Der Mann, der Fabian nach Dienstschluss überfallen hat, treibt ihn mit dem Messer an. Fabian zieht zischend die Luft ein, als sich die Klinge wie eine riesige Injektionsnadel in sein Schulterblatt bohrt. Das Ende des Stegs ist fast erreicht. Bei dem Gedanken, durch die hauchdünne Eisdecke zu brechen und wie ein Betonklotz auf den Grund zu sinken, verspürt Fabian Todesangst.
Dem Helden eines Actionstreifens würde bestimmt etwas einfallen, um aus dieser ausweglosen Situation zu entkommen. Vielleicht sogar ein paar Menschen aus dem echten Leben. Aber zu solchen Leuten gehört Fabian nicht. Auf der Polizeischule hat er ein paar Nahkampftechniken gelernt und sich beim Training recht wacker geschlagen. Aber da hatte er die Hände frei, und es hing kein bleischwerer Leinensack an seinem Knöchel. Davon abgesehen, hätte er gegen diesen kräftigen, bewaffneten Kerl nicht einmal unter optimalen Bedingungen eine Chance.
Als seine Fußspitze den Rand des Stegs berührt, bricht Fabian in Tränen aus. „Sie müssen das nicht tun“, schluchzt er. „Ich hab nicht mal Ihr Gesicht gesehen, Mann.“
Eine Pranke packt Fabian an der Schulter und wirbelt ihn herum. Er will wegschauen und die Augen zusammenkneifen, als stehe die sagenhafte Medusa vor ihm. Doch Fabian kann nicht. Vor Angst wie gelähmt starrt er in die Augen des Fremden, die eine skrupellose Entschlossenheit widerspiegeln und kein Erbarmen kennen.
„Jetzt hast du mein Gesicht gesehen.“ Im blassen Mondlicht sieht der Kerl aus wie eine Wasserleiche, ein wahrhaft schauderhafter Anblick. Der Gedanke, in Kürze als echte Wasserleiche zu enden, bringt Fabian fast um den Verstand.
„I-ich hab Geld“, stammelt er. „Kein Vermögen, aber Sie können alles haben. Es gibt Überweisungsmethoden, die sich nicht zurückverfolgen lassen. Ich ...“
Der Mann greift Fabian an die Gurgel und drückt zu. „Glaubst du, deine Scheißkohle interessiert mich?“, knurrt er. „Ihr Bullenschweine habt mir über zwanzig Jahre meines Lebens gestohlen, weil ich die Frau beschützt habe, die ich liebte.“ Er fletscht die Zähne wie ein bissiger Köter. „Ich gehe nie wieder in den Knast, kapiert? Ich hab was viel Besseres vor.“
„Ich verrate niemandem etwas“, keucht Fabian. „Das schwöre ich.“
Der Mann nimmt lächelnd die Hand von seiner Kehle, zieht einen kleinen Schlüssel aus der Manteltasche und schließt die Handschellen auf. Ein kurzer, wunderbarer Moment, der Fabian hoffen lässt.
Doch plötzlich verzieht der Fremde das Gesicht, als hätte er auf etwas Bitteres gebissen, und rammt Fabian das Messer in den Bauch. Keuchend reißt er die Augen auf und ringt nach Luft. Die Klinge steckt in seinen Eingeweiden wie eine glühende Lanze, und spätestens jetzt weiß Fabian, dass das kein böser Traum ist. Solche Schmerzen existieren nur in der Wirklichkeit, ganz zu schweigen von dem ekelhaften Blutgeschmack, der sich in seinem Mund ausbreitet.
„Schwüre sind heilig“, flüstert der Mann. „Merk dir das fürs nächste Leben, du Wurm. Und jetzt sei brav und stirb.“
Mit der rechten Hand versetzt er dem jungen Polizisten einen Stoß, mit der linken zieht er das Messer aus seinem Bauch. Mit einem heiseren Schrei und rudernden Armen stürzt Fabian vom Steg. Die Eisdecke zerbricht unter ihm wie eine dünne Eierschale. Eiskaltes Wasser spritzt auf und ergießt sich über die morschen Bretter. Eine Weile beobachtet er vergnügt, wie der Bulle sich abstrampelt und Wasser schluckt. Dann greift er nach dem Leinensack und wirft ihn in den See.
Der Sack zieht den jungen Mann hinab wie ein Anker. Große Blasen steigen auf und zerplatzen blubbernd an der Oberfläche. Kurze Zeit später liegt der See wieder ruhig da, und nur die zerbrochene Eisfläche erinnert noch daran, dass hier etwas Großes und Schweres ins Wasser gestürzt ist. Aber auch davon wird in ein paar Stunden nichts mehr zu sehen sein.
Zufrieden wendet er sich ab und lässt die Handschellen in der Manteltasche verschwinden. Mit einem Taschentuch wischt er das Blut von der Klinge. „Schwüre sind heilig“, wiederholt er, und in der nächtlichen Stille klingt seine Stimme wie ein tiefer, mächtiger Bass. Er weiß noch genau, welchen Schwur er vor über zwanzig Jahren geleistet hat. Und bei Gott, er wird ihn halten, auch wenn er dafür weiter töten muss.

"Sei brav und stirb" erscheint am 21. April.

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Genießt den sonnigen Sonntag, ihr Lieben! 😎👍

Viele Grüße

Simon
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In zwei Wochen ist es soweit!

Mein brandneuer Thriller "Sei brav und stirb" erscheint am 21. April.

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Genießt die Sonne, ihr Lieben. :)
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Schatten-Selfie. 😁
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