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Schmerzklinik Kiel
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Neurologisch-verhaltensmedizinische Schmerzklinik Kiel | Migräne- und Kopfschmerzzentrum
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Migräne-Aufklärungswoche 2018 - Migraine Awareness Week 2018

Die erste Septemberwoche wird international genutzt, um über Migräne aufzuklären, um die große Bedeutung des Gesundheitsproblems bewusst zu machen. Vorurteile und Stigmata sollen reduziert werden. Prof. Hartmut Göbel beantwortet aktuelle Fragen über Migräne, ihre Auswirkungen und Behandlung:

Welchen Stellenwert nehmen Migräne und Kopfschmerzen für die Gesellschaft ein?

Repräsentative Studien belegen, dass 71 % der Deutschen angeben, im Laufe ihres Lebens an Kopfschmerzen zu leiden. Die Zahl umfasst alle heute bekannten 367 verschiedenen Arten von Kopfschmerzen. In Deutschland leben also über rund 54 Millionen Menschen, die immer wieder Kopfschmerzen ertragen müssen. Kopfschmerzen können über lange Spannen des Lebens auftreten, häufig über 40-60 Jahre. Sie führen zu einem großen Leidensdruck und zu erheblichen Einschränkungen der Lebensqualität und der Arbeitsfähigkeit. Die Weltgesundheitsorganisation listet die Migräne auf Platz 7 der am schwersten behindernden Erkrankungen. Nimmt man alle Kopfschmerzen zusammen, stehen Kopfschmerzen auf Platz 3 der am schwersten behindernden Erkrankungen des Menschen.

Migräne gab es schon immer, seitdem es Menschen gibt. Ein erster schwerer Migräneanfall wird sehr dezidiert auf einem ägyptischen Papyrus beschrieben. Immer wieder werden in der Weltliteratur Migräneanfälle dokumentiert. Auch das Damaskus-Erlebnis des Apostels Paulus mit Lichterscheinungen sowie dreitägigem Darniederliegen mit Appetitlosigkeit belegen, dass Migräne keine moderne Erscheinung ist, sondern seit Menschengedenken vorhanden.

Und hier einige wichtige Fakten:

Migräne ist die dritthäufigste Erkrankung der Welt (hinter Zahnkaries und Spannungskopfschmerzen) mit einer geschätzten globalen Einjahres-Prävalenz von 14,7 % (d. h. etwa eine von sieben Personen). Im Alter zwischen 30 und 40 Jahren ist nahezu jede dritte Frau betroffen.
Migräne ist häufiger als Diabetes, Epilepsie und Asthma zusammengenommen.
Chronische Migräne betrifft etwa 2 % der Weltbevölkerung.
Migräne betrifft dreimal so viele Frauen wie Männer.
Jeden Tag sind in Deutschland 900.000 Menschen betroffen. 100.000 Menschen sind wegen Migräne pro Tag arbeitsunfähig und bettlägerig.
8,3 Millionen Deutsche nehmen im Mittel jeden Tag eine Kopfschmerztablette über Selbstmedikation.
58.853 Triptan-Einzeldosen, das sind spezielle Migränemittel für die Attackenbehandlung, werden im Mittel jeden Tag in Deutschland eingenommen
Mehr als die Hälfte der Betroffenen erlebt eine schwere Beeinträchtigung durch die Anfälle.
Migräne beginnt oft in der Pubertät. Am stärksten behindert sie im Alter zwischen 35 und 45 Jahren. Aber auch viele junge Kinder sind betroffen. In den letzten Jahren zeigt sich besonders bei Kindern eine starke Zunahme.
Migräne steht weltweit an siebter Stelle der am meisten beeinträchtigenden Krankheiten und die führende Ursache der Behinderung unter allen neurologischen Erkrankungen.
Es wird geschätzt, dass die deutsche Bevölkerung 32 Millionen Arbeitstage durch Migräne verliert.
Schwere Migräneattacken werden von der Weltgesundheitsorganisation unter die am meisten behindernden Krankheiten eingestuft, vergleichbar mit Demenz, Querschnittslähmung, bei der alle vier Gliedmaßen - also sowohl Beine als auch Arme - betroffen sind und aktiver Psychose.
Migräne und chronische Kopfschmerzen sind zweithäufigster Grund für kurzfristige Arbeitsunfähigkeit.
Arbeitsunfähigkeit durch Migräne allein kostet 3,1 Milliarden Euro pro Jahr in Deutschland, berechnet auf der Grundlage von 32 Millionen verlorenen Tagen.
Das Risiko für Depression, Angsterkrankungen und Suizid ist bei Betroffen 3 bis 7 mal höher als bei Gesunden.
Das Risiko für Kreislauferkrankungen, Herzinfarkt und Schlaganfall ist 1,5 bis 2 mal höher als bei Gesunden. Dies trifft besonders für junge Frauen unter 45 Jahren zu.
Es ist wissenschaftlich gesichert, dass Migräne eine genetische Grundlage hat. Mittlerweile sind 44 Genvarianten auf 38 Risikogene für Migräne bekannt.
Eine der häufigsten Gesundheitsprobleme, die mit wissenschaftlich ungesicherten unkonventionellen Therapien behandelt werden, ist Kopfschmerz.
Weltweit werden im Mittel während des sechsjährigen Medizinstudiums nur ca. zwei bis vier Stunden für Informationen über Kopfschmerzdiagnose und -behandlung angeboten.
Trotz der belegten Effektivität des Einsatzes von Fachkrankenschwestern für die Kopfschmerzbehandlung gibt es bisher keine spezialisierte Ausbildung in Deutschland.
Migräne und andere Kopfschmerzen wurden erstmals 1988 von der International Headache Society (IHS) international einheitlich klassifiziert und es wurden operationalisierte diagnostische Kriterien beschrieben. Die internationale Klassifikation der Kopfschmerz-Erkrankungen, 3. Auflage (ICHD-3) beta wurde 2013 veröffentlicht und ist von der Weltgesundheitsorganisation anerkannt. Forscher und Kliniker weltweit beziehen sich auf diese international gültigen diagnostischen Kriterien. Es werden heute 367 Hauptdiagnosen von Kopfschmerzen unterschieden. Für keine andere neurologische Erkrankung gibt es ein vergleichbares differenziertes Diagnose- und Klassifikationssystem.

Migräne wird manchmal noch als Ausrede angesehen?

Hier muss leider völlige Ignoranz oder schlimmstenfalls böser Wille angenommen werden. Dass Menschen wegen einer Behinderung oder der genetischen Ausstattung diskriminiert werden, sollte der Vergangenheit angehören. Migräne ist eine biologische Erkrankung des Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation zählt sie zu den am schwersten behindernden Erkrankungen des Menschen. Heute sind 44 Genvarianten auf 38 Risikogene entschlüsselt worden, die belegen, dass im Bauplan unseres Körpers biologische Bedingungen verantwortlich sind, die mit dem Risiko einer Migräneerkrankung einhergehen. Migräne ist eine schwere Erkrankung des Nervensystems, die individuell starken Leidensdruck bedingt und Betroffene schwer behindert.

Sollte mehr über Migräne und Kopfschmerzen aufgeklärt werden?

Viele Menschen, die an Kopfschmerzen leiden, haben keine spezielle Diagnose. Nur ca. ein Drittel hat einen Namen für die Kopfschmerzen. Heute werden über 367 Kopfschmerzen international unterschieden. Die meisten davon sind in der durchschnittlichen medizinischen Versorgung nicht einmal dem Namen nach bekannt. Spezielle Behandlungskonzepte werden den Betroffenen nicht eröffnet. Auch Patienten selbst haben kein Konzept, keine Idee woher die Kopfschmerzen kommen, wie sie spezifisch zu behandeln sind. Daher ist es von allergrößter Bedeutung, dass den Betroffenen spezifische Behandlungswege eröffnet werden.

Woran erkennt man Migräne und Spannungskopfschmerzen?

Migräneattacken sind anfallsweise Kopfschmerzen, die eine Dauer von 4-72 Stunden haben. Der Kopfschmerz hat einen pulsierend-pochenden Charakter. Er ist an einer umschriebenen Stelle des Kopfes spürbar. Körperliche Tätigkeit verstärkt den Schmerz, die Schmerzen haben eine sehr starke Intensität, weshalb die Tätigkeit schwer behindert wird oder ganz unmöglich gemacht. Die Schmerzen können von Übelkeit, Erbrechen sowie Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit begleitet werden. Der Kopfschmerz vom Spannungstyp tritt dagegen als ein dumpf-drückender, beidseitiger Kopfschmerz auf. Körperliche Tätigkeit verstärkt den Schmerz nicht, Übelkeit und Erbrechen sind nicht vorhanden.

Sind Frauen häufiger betroffen?

Frauen leiden nach repräsentativen Untersuchungen ca. 2 bis 3 mal häufiger an Migräne. Wissenschaftliche Studien weisen darauf hin, dass eine schnellere, aktivere Reizverarbeitung im zentralen Nervensystem dafür verantwortlich ist.

Warum bekommen manche Migräne, andere nicht?

Neueste Untersuchungen haben belegt, dass spezielle Risikogene die Wahrscheinlichkeit, an Migräne zu erkranken, erhöhen. In der bisher weltweit umfangreichsten Migränestudie wurden 44 neue Genvarianten entdeckt. Sie sind mit einem erhöhten Risiko, an Migräne zu erkranken, verbunden. Zahlreiche dieser Genvarianten sind in den Bereichen des Erbguts lokalisiert, die das Blutkreislaufsystem des Gehirns regulieren. Die neuen Entdeckungen weisen darauf hin, dass eine Störung der Blut- und Energieversorgung des Gehirns wesentlich für die Entstehung der Migräne ist. Sie sind ein Meilenstein für das Verständnis der Ursachen der Migräne.

Wie verhält sich Migräne in der Lebensspanne?

In der Regel treten die ersten Attacken im 7. Lebensjahr auf. Bereits ab dem 14. Lebensjahr sind mehr als 14 % der Mädchen und mehr als 7 % der Jungen betroffen. Der Gipfel der Häufigkeit von Migräne ist im dritten und vierten Lebensjahrzehnt.

An welchen Arzt wende ich mich bei Migräne und Kopfschmerzen?

Migräne ist eine neurologische Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie kann bei mangelnder Behandlung zu schwergradigen Komplikationen führen. Neben psychischen Komplikationen können auch schwere körperliche Erkrankungen auftreten, wenn eine Migräne nicht effektiv behandelt wird. Diese schließen ein erhöhtes Risiko für Schlaganfall, Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauferkrankungen ein. Immer noch ist vereinzelt die Meinung vertreten, dass man mit unkonventionellen oder alternativen Therapieverfahren diese schwergradige Erkrankung behandeln sollte. Dafür ist aufgrund der heutigen wissenschaftlichen Erkenntnisse definitiv kein Platz. Migräne muss möglichst effektiv behandelt werden, damit sie nicht chronifiziert und schwergradige Langzeitkomplikationen vermieden werden. Erster Ansprechpartner ist der Allgemeinarzt. Bei komplexen Verläufen wird dann der Neurologe als Facharzt hinzugezogen, für schwergradige Erkrankungen ist auch der Schmerztherapeut der spezielle Ansprechpartner.

Was passiert im Gehirn?

Grundsätzlich ist bei der Migräne keine strukturelle Störung am Gehirn vorhanden, der Aufbau des Gehirns ist also regelrecht. Allerdings können Migränepatienten aufgrund ihrer genetischen Ausstattung sehr schnell und sehr effektiv Reize differenzieren, alles zu Schnelle, alles zu Viele, alles zu Plötzliche, alles was auf einmal auf das Nervensystem einströmt, wird zu einer starken Aktivierung der Nervenzellen führen mit der Folge, dass die Energievorräte in den Nervenzellen erschöpft werden. Dies führt immer wieder zu einer Entgleisung der Regulierung der Nervenfunktion, sie kann zusammenbrechen und eine Migräneattacke kann entstehen.

Tritt eine solche Fehlsteuerung der Nervenfunktion auf, können Entzündungsstoffe an den Arterien der Hirnhäute freigesetzt werden. Diese führen zu einer verstärkten Empfindlichkeit der Hirnhäute. Jeder Pulsschlag führt zu einem pochenden, hämmernden Migräneschmerz, jede Bewegung des Schädels tut weh. Deshalb versuchen Migränepatienten möglichst Ruhe einzuhalten, körperliche Tätigkeit zu vermeiden. Der Migräneschmerz basiert also auf einer neurogenen Entzündung mit erhöhter Schmerzempfindlichkeit.

Was löst Anfälle aus?

Der wichtigste Faktor, der Migräneattacken auslöst, ist Unregelmäßigkeit im Alltag und zu hohe Energieabforderung der Nervenzellen. Stress, Unregelmäßigkeit, alles zu schnell, alles zu viel, alles zu plötzlich, alles auf einmal, kann Migräneattacken auslösen.

Wie behandelt man heute Migräne?

Die zeitgemäße Migränetherapie beruht auf drei entscheidenden Säulen. Die erste Säule besteht aus Wissen und Information. Migränepatienten müssen wissen, wie Migräneattacken entstehen, was im Nervensystem passiert und wie sie ausgelöst werden. Sie brauchen eine umfassende Information über Verhaltensweisen und Maßnahmen, um sich vor Migräne zu schützen. Dazu gehört in erster Linie ein regelmäßiger Tag-Nachtrhythmus. Patienten sollten regelmäßig Mahlzeiten zu sich nehmen. Es empfehlen sich kohlenhydratreiche Mahlzeiten, da das Nervensystem auf Kohlenhydrate angewiesen ist. Migräneattacken entstehen durch ein Energiedefizit in den Nervenzellen, durch die hohe Aktivität, die genetisch bedingt ist. Ausreichendes Trinken, ein regelmäßiger Schlaf sowie regelmäßige Pausen im Alltag sollten zusätzlich eingeleitet werden. Das Lernen eines Entspannungstrainings wie die progressive Muskelrelaxation kann die Migränehäufigkeit deutlich reduzieren. Informationen durch einen Patientenratgeber oder durch Information im Internet, kann ebenfalls sehr viel Wissen vermitteln, das im Alltag hilft, die Migränehäufigkeit zu reduzieren. Selbsthilfegruppen wie z. B. die Internetplattform www.headbook.me kann zum Austausch führen und Wissen an die Betroffenen weitergeben. Sporttherapie ist ebenfalls gut geeignet, Migräneattacken in ihrer Häufigkeit zu reduzieren. Dabei hilft insbesondere gleichmäßiger Ausdauersport wie Laufen, Schwimmen oder Fahrradfahren. Bei mehr als sieben Kopfschmerztagen pro Monat sollte zusätzlich zu den beschriebenen Maßnahmen eine medikamentöse Prophylaxe erwogen werden. Diese besteht aus unterschiedlichen medikamentösen Möglichkeiten und schließen die Gabe von Betablockern, Calciumantagonisten, Antiepileptika, Antidepressiva und andere Substanzen ein. Es sollte eine individuelle Auswahl erfolgen, dies muss mit einem Arzt abgesprochen werden. Für die Behandlung der akuten Attacke gibt es verschiedene Möglichkeiten. Bei leichten Attacken können Schmerzmittel wie Aspirin, Ibuprofen oder Paracetamol eingesetzt werden, bei Übelkeit und Erbrechen verbindet man dies mit der Gabe von sogenannten Mitteln gegen Übelkeit und Erbrechen wie z. B. Metoclopramid. Bei schweren Attacken stehen sieben verschiedene Triptane in unterschiedlicher Darreichungsformen zur Verfügung. Der Wirkstoff kann bei schwerer Übelkeit oder Erbrechen auch selbst unter die Haut mit einem Pen injiziert werden, sie stehen auch als Nasenspray zur Verfügung. Triptane sollten so früh wie möglich im Anfall eingenommen werden und auch hier gilt die 10-20-Regel. Sie sollen an weniger als 10 Tagen pro Monat verwendet werden, damit kein Medikamentenübergebrauch-Kopfschmerz (MÜK) entsteht. Neue Therapiemöglichkeiten bei der chronischen Migräne, d. h. bei Migräne, die öfter als an 14 Tagen im Monat auftritt, sind Botulinumtoxin und die Neuromodulation. Diese können bei besonders schwerwiegenden Verläufen durch spezialisierte Kopfschmerzzentren eingesetzt werden.

Welche Fehler kann man machen?

Der häufigste Fehler ist, dass Informationen zum Verhalten, zur Vorbeugung usw. nicht umgesetzt werden. Es werden dann sehr schnell viele Attacken auftreten, die Folge ist, dass zu häufig Akutmedikamente eingenommen werden. Nimmt man an mindestens zehn Tagen oder mehr Akutmedikamente ein, stellt sich die Empfindlichkeit im Nervensystem um. Die Folge ist eine erhöhte Sensitivierung mit der Entwicklung eines Kopfschmerzes bei Medikamentenübergebrauch. Es erfolgt dann ein Kreislauf von immer mehr Attacken mit der Notwendigkeit, immer häufiger Akutmedikamente einzunehmen, bis schließlich ein Dauerkopfschmerz entsteht. Daher die wichtigste Regel: Kopfschmerzakutmedikamente sollten an weniger als an 10 Tagen im Monat eingenommen werden. Mindestens 20 Tage im Monat sollten keine Akutmedikamente für die Behandlung von Kopfschmerzattacken verwendet werden.

Muss man sich mit Migräne abfinden?

Man kann sich mit Schmerzen und Migräne nicht abfinden. An Schmerzen gewöhnt man sich nicht. Im Gegenteil: Schmerz macht noch mehr Schmerz. Schmerzen auszuhalten ist keine Tugend. Man muss sie aktiv behandeln. Mit den heutigen Therapiemöglichkeiten gibt es sehr wirksame und nachhaltig verträgliche Therapiestrategien, um Kopfschmerzen zu bewältigen. Man muss jedoch sein eigener Anwalt werden, initiativ werden, sich Wissen und Informationen einholen, um dann gezielt vorbeugende Maßnahmen zu realisieren.

Wie gehen Sie in der Schmerzklinik Kiel in der Behandlung vor?

Unser Behandlungskonzept konzentriert sich auf neurologische Schmerzerkrankungen wie Migräne, chronische Kopfschmerzen und andere Schmerzerkrankungen bei Erkrankungen des Nervensystems. Diese zählen zu den am stärksten behindernden Leiden und gleichzeitig nach Demenz und Schlaganfall zu den drei teuersten neurologischen Erkrankungen. Traditionelle sektorale Versorgungs- und medizinische Fachgrenzen verstärken deren Chronifizierungs-Tendenz. Kern ist die multimodale Schmerztherapie, d. h. die konsequente fachübergreifende Umsetzung des internationalen wissenschaftlichen Wissens an den Bedürfnissen der Patienten, indikationsspezifische Kooperation spezialisierter Behandler und Vernetzung. Ziel ist, Schmerzen nachhaltig zu lindern, Lebensqualität wiederaufzubauen, die Arbeitsfähigkeit wiederherzustellen. Die Klinik hat mehrfach Auszeichnungen für ihr innovatives Behandlungskonzept erhalten, u. a. den Preis für die beste Umsetzung der integrierten Versorgung in Deutschland. Die Patientenzufriedenheit im bundesweiten Behandlungsnetz ist sehr hoch. Dies wird uns immer wieder von Patienten und auch den Krankenkassen bestätigt.

Was raten Sie Angehörigen?

Auch Angehörige von Migränepatientinnen und -patienten sollten sich über die Entstehung und die Aufrechterhaltung von Migräne eingehend informieren. Sie können dann ihre Familienangehörigen verstehen, können ihnen Verständnis entgegenbringen und können sie unterstützen, vorbeugende Maßnahmen zu realisieren. Das Lesen eines Patientenratgeberbuches und Engagement in Selbsthilfegruppen kann dabei wesentlich unterstützen. Eine besonders häufig genutzte und sehr effektive Möglichkeit bieten heute soziale Gemeinschaften im Internet wie www.headbook.me

Wie sieht die Zukunft aus?

Migräne wird international sehr intensiv beforscht. Es ist in den letzten Jahren besser verstanden worden, dass Migräne eine sehr schwere, ernste neurologische Erkrankung ist. Man stirbt zwar akut nicht daran, aber die Schmerzen, Behinderungen und Komplikationen können trotzdem das Leben kosten. Auch die enormen gesellschaftlichen Auswirkungen von Migräne müssen reduziert werden. Daher gibt es auf vielen Feldern neue Forschungsstrategien und -anstrengungen. Sie führen dazu, dass die Ursachen der Migräne besser verstanden werden. Auch neue Therapieverfahren sind am Horizont. Die aktuelle Forschung zielt u. a. auf monoklonale Antikörper ab, auf immunologisch aktive Proteine, die die Entzündung bei Migräne stoppen. Dabei spielt das sog. CGRP, ein Entzündungsprotein, eine zentrale Rolle. Momentan werden Antikörper dagegen entwickelt und in zahlreichen Studien getestet. Sollten deren Resultate positiv ausfallen, könnten die Antikörper künftig als eine Art passive Impfung gegen Migräne eingesetzt werden.



http://www.schmerzklinik.de/2018/09/03/migraene-aufklaerungswoche-migraine-awareness-week/
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Hohe Ehren für Bettina Frank für ihr Selbsthilfeengagement. Sie wurde von Bundespräsident Steinmeier mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet

Kiel 1. August 2018. Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther überreichte heute in Anwesenheit von Gesundheitsminister Dr. Heiner Garg und Kreispräsidentin Juliane Rumpf sowie zahlreichen Ehrengäste das ihr von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verliehene Verdienstkreuz 1. Klasse der Bundesrepublik Deutschland im Rahmen eines Festakts in der Staatskanzlei an Frau Bettina Frank. In der Laudatio würdigte Ministerpräsident Günther die herausragenden sozialen und gesellschaftlichen Leistungen von Frau Frank.

Bettina Frank organisiert und moderiert seit Ende der 90er Jahre ehrenamtlich das bundesweite Kopfschmerzforum Headbook der Schmerzklinik Kiel, das sich europaweit zur größten Selbsthilfegruppe zu dieser Thematik entwickelt hat. Sie engagiert sich insbesondere für eine verbesserte Diagnostik und Behandlung von Migräne- und Kopfschmerzerkrankungen. Bereits vor vielen Jahren hat sie die Möglichkeiten der Selbsthilfe durch digitale Medien erkannt, sie weiterentwickelt und diese zur gezielten Information und Aufklärung eingesetzt. Mit der Entwicklung der neuen Form der Selbsthilfe in Deutschland leistete sie Pionierarbeit und ist inzwischen auch international aktiv. Die von ihr aufgebauten sozialen Netzwerke werden täglich von mehr als 30.000 Menschen besucht. Bettina Frank ist trotz eigener Migräneerkrankung rund um die Uhr im Einsatz und hat mit Headbook und der Migräne-Community auf Facebook zudem Selbsthilfegruppen initiiert, über die sich täglich nahezu 13.000 Menschen austauschen.

Es ist ihr zentrales Anliegen, Betroffene, Ärzte, Therapeuten sowie nationale und internationale Schmerzzentren an einen Tisch zu bringen. Es geht ihr darum, die gesundheitliche Versorgung nachhaltig zu verbessern und neue Kenntnisse, Behandlungskonzepte sowie Forschungsergebnisse aus dem Bereich Migräne- und Kopfschmerzerkrankungen unmittelbar verfügbar zu machen. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, durch Selbsthilfe aktive Unterstützungen zu geben, Hilfestellungen aufzuzeigen und eine effektive Behandlung und Nachbetreuung zu ermöglichen. Bettina Frank reduziert damit im großen Umfang Leiden, Scherzen und insbesondere auch die soziale Isolation vieler Betroffener.

Sie ist Selbstbetroffene, die bereits seit ihrer Kindheit an einer komplexen chronischen Migräne erkrankt ist, die bis heute ihr Leben bestimmt. Bettina Frank hat aufgrund eigener Erfahrungen schon früh Schwierigkeiten und Defizite in der Versorgung von neurologischen Schmerzerkrankungen erkannt, insbesondere bei Migräne- sowie Kopfschmerzerkrankungen. Mit ihrem herausragenden Engagement gibt sie ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass es trotz schwerer Behinderung und Einschränkungen durch die eigene Erkrankung möglich ist, anderen Betroffenen nachhaltig zu helfen. Bettina Frank zeigt eine hohe öffentliche Präsenz und ist Tag und Nacht im Einsatz. Sie ist für Hilfesuchende immer ansprechbar, ob im Urlaub, an Wochenenden oder in den Nachtstunden. Sie spendet Trost, gibt hilfreiche Hinweise per App, Mail, telefonisch oder persönlich und wirkt für die Betroffenen wie ein „Leuchtturm in dunklen Zeiten“.

Mit dem sozialen Netzwerk „Headbook“ leistet sie seit 2009 unermüdlich Aufklärungsarbeit, informiert Betroffene und stärkt deren Selbstkompetenz. Aufgrund ihres Wissens und Erfahrungsschatzes gibt Bettina Frank Hilfestellungen zu zielführenden Behandlungswegen und permanenten emotionalen Beistand. Sie hält nicht nur Kontakt zu führenden nationalen und internationalen Schmerzzentren, sondern entwickelt außerdem intensive Energien in den Bereichen Nachbetreuung und Austausch bei alltäglichen Problemen und Sorgen der Betroffenen. Zudem beantwortet sie Fragen, vermittelt Kontakte und moderiert die Vernetzung der Betroffenen untereinander.

Mit ihrem Engagement gibt sie ein überragendes Beispiel dafür, wie digitale Medien ortsunabhängig zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung eigeninitiativ eingesetzt werden können. Patienten fühlen sich nicht mehr ausgeliefert, sondern können per Migräne-App selbst eigenverantwortlich aktiv werden. Damit liefern sie zusätzlich wichtige Informationen für behandelnde Ärzte, die darauf aufbauen und speziell auf die Probleme des Patienten reagieren können.

Bettina Franks Engagement wirkt länderübergreifend. Sie hat Kontakte nach Österreich und in die Schweiz geknüpft und inzwischen ein globales Netzwerk für die Selbsthilfetätigkeit entwickelt, das vor einem Jahrzehnt noch undenkbar war. Bis heute organisiert sie bundesweitete Treffen für Patientinnen und Patienten, Vorträge mit wissenschaftlichen Beiträgen sowie Symposien und kümmert sich um nationale sowie internationale Referenten. Sie wirkt unermüdlich als ehrenamtliche Lektorin für Ratgeberliteratur, Informationsbroschüren und Internetportale, um die Selbsthilfearbeit nachhaltig voranzubringen.

Der Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland (Bundesverdienstkreuz) wird an in- und ausländische Frauen und Männer für politische, wirtschaftlich-soziale und geistige Leistungen verliehen sowie für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, z. B. auch Verdienste aus dem sozialen, karitativen und mitmenschlichen Bereich. Es sind Verdienste, die in der Regel unter Zurückstellung der eigenen Interessen über einen längeren Zeitraum mit erheblichem Einsatz erbracht wurden.

http://www.schmerzklinik.de/2018/08/01/hohe-ehren-fuer-bettina-frank-fuer-ihr-selbsthilfeengagement-sie-wurde-fuer-ihr-engagement-von-bundespraesident-steinmeier-mit-dem-bundesverdienstkreuz-1-klasse-ausgezeichnet/
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Die Migräne-Immuntherapie mit dem Wirkstoff Erenumab (Aimovig) kann nun auch in der EU vertrieben werden. Im Mai 2018 erfolgte zunächst die US-Zulassung, gefolgt von der Zulassung in der Schweiz im Juli. Nun hat die EU-Kommission Erenumab am 30.7.2018 auch für die EU den Marktzugang genehmigt. Mit Datum vom 31. Mai 2018 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eine Empfehlung für die Zulassung von Erenumab (Aimovig) zur Prophylaxe von Migräneattacken gegeben. Das Medikament wurde bereits mit Datum vom 17. Mai 2018 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur vorbeugenden Behandlung von Migräne bei Erwachsenen in den USA zugelassen (Einzelheiten siehe dieser Beitrag). Aimovig ist in Form einer Lösung zur subkutanen Injektion mit 70 mg verfügbar. Der aktive Wirkstoff von Aimovig ist Erenumab. Die Wirkung erfolgt über eine Bindung an den Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) Rezeptor. Studien haben gezeigt, dass durch Aimovig die Anzahl der monatlichen Migränetage reduziert werden kann. Als häufigste Nebenwirkungen zeigten sich Reaktionen an der Injektionsstelle und Verstopfung.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat nun auch den Indikationstext publiziert. Danach ist Aimovig indiziert für die Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen, welche mindestens 4 Migränetage pro Monat aufweisen. Das Medikament wird daher sowohl für die Vorbeugung der episodischen als auch der chronischen Migräne angewendet werden können.
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Weltweit größte Studie zu genetischen Grundlagen von Erkrankungen des Gehirns: Migräne als komplexe neurologische Erkrankung zeigt bedeutsame molekulare Zusammenhängen sowohl mit neurologischen als auch psychischen Symptomen

Analysis of shared heritability in common disorders of the brain. Science 22 Jun 2018:Vol. 360, Issue 6395, eaap8757, DOI: 10.1126/science.aap8757

Cambridge MA, USA, Kiel, 22. Juni 2018. In der bisher umfassendsten internationalen Zusammenarbeit zu den molekular-genetischen Grundlagen von Erkrankungen des zentralen Nervensystems entdeckte das durchführende internationale Forschungskonsortium unter Beteiligung von Wissenschaftlern der Schmerzklinik Kiel genetische Zusammenhänge zwischen psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen. Die Forschungsgruppe setzte sich aus mehr als 600 Institutionen weltweit zusammen. Die Entdeckungen überschatten bei weitem das bisherige Wissen zu diesem Thema. Das Team entdeckte, dass psychiatrische Erkrankungen umfangreiche genetische Gemeinsamkeiten teilen. Im Kontrast dazu sind neurologische Erkrankungen genetisch deutlich getrennt. In einer heute im Wissenschaftsjournal Science publizierten Studie beschreiben die Autor, die Ergebnisse des bisher umfangreichsten Datensatzes für die genetischen Zusammenhänge von Erkrankungen des Gehirns. Die Befunde zeigen, dass psychische Erkrankungen bedeutsame Ähnlichkeiten auf der molekularen Ebene haben, welche die heutigen aktuellen diagnostischen Kategorien nicht widerspiegeln. Die Befunde deuten darauf hin, dass das Denken über die Entstehung, Diagnostik und Behandlung von Erkrankungen des zentralen Nervensystems neu erfolgen muss.

Wenn die genetischen Zusammenhänge und das Muster der Überlappungen der molekular-genetischen Grundlagen verschiedener Erkrankungen aufgedeckt werden kann, können auch die Bedingungen, welche diese Erkrankungen verursachen, besser verstanden werden. In der Folge können dann spezifische Mechanismen identifiziert werden, die für maßgeschneiderte Behandlungen Angriffspunkte bieten.

Für die aktuelle Studie fassten internationale Forschungskonsortien ihre Daten zusammen, um die genetischen Muster von 25 psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen zu analysieren. Die Befunde konnten erst ermöglicht werden, indem in der bisher größten internationalen Analyse zu diesem Thema sämtliche Daten weltweit zusammengetragen wurden. Die Forschungsgruppe erfasste genetische Überlappungen durch Nutzung von genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) von 265.218 Patienten und 784.643 Kontrollpersonen. Das Forschungsprojekt nutzte von mehreren Hundert Forschern Daten, um das Verständnis der Arbeitsweise des Gehirns zu vertiefen. Dies ist ein bisher einmaliger Vorgang.

Als Hauptbefund zeigte sich, dass es eine große Überlappung der molekularen Grundlagen von psychiatrischen Erkrankungen gibt. Besonders betrifft dies das Aufmerksamkeitsdefizit- Hyperaktivitätssyndrom (ADHS), die manisch-depressive Erkrankungen, die depressive Episoden und die Schizophrenie. Die Daten belegen auch eine ausgeprägte Überlappung der molekularen Grundlagen von Anorexia nervosa, Zwangserkrankungen und Tourette-Syndrom.

Im Gegensatz dazu zeigten sich die molekularen Grundlagen von neurologischen Erkrankungen wie z.B. Morbus Parkinson oder multipler Sklerose deutlicher unabhängig. Eine Ausnahme bildete jedoch die Migräne mit Aura und die Migräne ohne Aura. Diese weitverbreitete Kopfschmerzerkrankung, welche zu den am schwersten behindernden Erkrankung des Menschen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählt, zeigte genetische Zusammenhänge zwischen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom-depressiven Erkrankungen und Tourette-Syndrom.

Diese bisher umfangreichste Untersuchung zu genetischen Zusammenhängen von Erkrankungen des zentralen Nervensystems belegt fassbare genetische Grundlagen von psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen. Prof. Dr. Hartmut Göbel, Co-Autor und Chefarzt der Schmerzklinik Kiel kommentiert die Ergebnisse: "Die Komplexität der Migräne als besondere neurologische Erkrankung äußert sich mit bedeutsamen Zusammenhängen sowohl mit psychischen, als auch neurologischen Symptomen. Migräne wird daher zu Recht als Enzyklopädie der Neurologie bezeichnet. Die Daten belegen auch die umfassende Symptomatik der Migräne. Sie machen zudem verständlich, warum das Risiko an psychischen Erkrankungen wie Depression, Angst und Persönlichkeitsänderungen bei Migränepatienten um den Faktor 8 erhöht ist. Auch verdeutlichen sie die gemeinsamen Grundlagen von cerebrovaskulären Erkrankungen und Migräne mit dem erhöhten Risiko für Schlaganfall und kardiovaskulären Erkrankungen."

Eine wesentliche Schlussfolgerung ist, dass die heutige diagnostische Kategorisierung von Erkrankungen des Gehirns die zugrundeliegende biologische Realität nicht präzise reflektiert. Die diagnostische Einteilung dieser Erkrankungsbilder spiegelt möglicherweise nicht ausreichend die Mechanismen wieder, auf denen diese Erkrankungen innerhalb des zentralen Nervensystems bedingt werden und überlappende Symptome verursachen.

Die weitere Aufschlüsselung dieser genetischen Zusammenhänge kann dazu führen, dass neue klinische Erkrankungsbilder abgegrenzt werden können und die Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden und die Auswahl von Patienten für effektive Behandlungen präziser erfolgen können. Ein begrenzter Zusammenhang zeigte sich für eine Komorbidität zwischen Migräne mit Aura und ischämischem Schlaganfall. Auch die Unterform der Migräne, Migräne ohne Aura und Migräne mit Aura, zeigten substantielle genetische Zusammenhänge. Für neurologische Erkrankungen wurde deutlich, dass Morbus Alzheimer, intrazerebrale Blutungen, ischämischer Schlaganfall und Migräne signifikante negative genetische Zusammenhänge mit kognitiven Variablen aufwiesen.


Quelle: Science 22 Jun 2018:Vol. 360, Issue 6395, eaap8757, DOI: 10.1126/science.aap8757


http://www.schmerzklinik.de/2018/06/22/weltweit-groesste-studie-zu-genetischen-grundlagen-von-erkrankungen-des-gehirns-migraene-als-komplexe-neurologische-erkrankung-zeigt-bedeutsame-molekulare-zusammenhaengen-sowohl-mit-neurologischen-al/
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Zulassungsempfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA für Erenumab (Aimovig)

Mit Datum vom 31. Mai 2018 hat der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA eine Empfehlung für die Zulassung von Erenumab (Aimovig) zur Prophylaxe von Migräneattacken gegeben. Das Medikament wurde bereits mit Datum vom 17. Mai 2018 von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA zur vorbeugenden Behandlung von Migräne bei Erwachsenen in den USA zugelassen (Einzelheiten siehe dieser Beitrag). Aimovig ist in Form einer Lösung zur subkutanen Injektion mit 70 mg verfügbar. Der aktive Wirkstoff von Aimovig ist Erenumab. Die Wirkung erfolgt über eine Bindung an den Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP) Rezeptor. Studien haben gezeigt, dass durch Aimovig die Anzahl der monatlichen Migränetage reduziert werden kann. Als häufigste Nebenwirkungen zeigten sich Reaktionen an der Injektionsstelle und Verstopfung.

Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Arzneimittelagentur EMA hat nun auch den Indikationstext publiziert. Danach ist Aimovig indiziert für die Vorbeugung von Migräne bei Erwachsenen, welche mindestens 4 Migränetage pro Monat aufweisen. Das Medikament wird daher sowohl für die Vorbeugung der episodischen als auch der chronischen Migräne angewendet werden können.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat empfohlen, dass Aimovig durch Ärzte verordnet werden kann, die in der Diagnose und Behandlung der Migräne spezialisiert sind. Weitere Einzelheiten zur Verordnung werden in allen europäischen Sprachen publiziert werden, wenn die europäische Kommission die Zulassung ausgesprochen hat.

Im nächsten Schritt wird die Europäische Kommission die Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur EMA bewerten. Üblicherweise wird die Europäische Kommission ihre endgültige Entscheidung innerhalb von drei Monaten treffen. Diese wird für alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union einschließlich Island, Norwegen und Lichtenstein gelten. Danach wird das Medikament voraussichtlich im August/September 2018 auch in Deutschland zugelassen werden. Die Herstellerfirma hat ein Patienten-Zugangsprogram geschaffen. Dies sieht z.B. in den USA vor, dass Patienten für zwei Monate das Medikament kostenfrei erhalten können oder die Zuzahlung auf 5 $ pro Monat begrenzt wird.

Zusammenfassung der EMA-Empfehlung zu Erenumab
US-Fachinformation

Die Abbildungen zeigen die Zusammenfassungen der Ergebnisse zum klinischen Studienprogramm zu Erenumab, auf denen die Zulassung beruht. Insgesamt nahmen über 3000 Migränepatienten in den klinischen Studien teil. Das Langzeitprogramm umfasst aktuell über 5 Jahre Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit. Das Sicherheitsprofil zeigte sich vergleichbar mit dem einer Placebobehandlung.
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Machen Sie mit: Neue Bundesweite Studie zur digitalen Therapiebegleitung mit der Migräne-App

Die Migräne-App belegt mit über 120 000 Nutzerinnen und Nutzern das enorme Potential, das digitale Lösungen und auch die Vernetzung von Patientinnen und Patienten für das Wohlergehen des Einzelnen haben können. Bereits eine erste bundesweite Studie aus dem Jahre 2017 hat gezeigt: Das digitale Selbstmanagement mithilfe der Migräne-App steigert die Therapietreue, senkt die Anzahl der Krankheitstage und verbessert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Acht von zehn Befragten loben die Implementierung äußerer Einflüsse in der App, zwei von drei Patienten empfinden es als vorteilhaft, direkt über die App mit anderen Patienten in Kontakt zu kommen und rund jeder Zweite gib an, seit Nutzung der App die jeweilige Behinderung durch Migräne oder Kopfschmerzen reduziert zu haben. Seitdem wurde die Migräne-App durch mehrere updates in ihren Funktionen erweitert und steht sowohl für iOS als auch Android kostenlos in der Vollversion zur Verfügung.

Die Migräne-App ist die erste digitale Anwendung, die in ein bundesweites koordiniertes Versorgungskonzept zur Behandlung von Migräne und Kopfschmerzen eingebettet ist. Nun erweitern wir die wissenschaftliche Studie in Zusammenarbeit mit dem Migräne- und Kopfschmerzzentrum der Schmerzklinik Kiel und der Techniker Krankenkasse. Alle Nutzerinnen und Nutzer der Migräne-App können sich beteiligen und ihre Erfahrungen mit der Migräne-App in die einzigartige und bisher umfangreichste bundesweite wissenschaftliche Analyse einer digitalen Anwendung einbringen. Der Fragebogen kann online ausgefüllt werden und ist unter

https://www.umfrageonline.com/s/migraene-app-2018

frei verfügbar. Für Ihre Teilnahme bedanken wir uns sehr! Sie helfen damit die Versorgung von Migräne- und Kopfschmerzen weiter zu verbessern.

Prof. Dr. Hartmut Göbel
Für das Team der Migräne-App
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Kopfschmerz vom Spannungtyp: Lokale topische Behandlung mit Pfefferminzöl (Oleum menthae piperitae)

Kopfschmerzen vom Spannungstyp sind die am häufigsten auftretenden Kopfschmerzen. Die lokale topische Behandlung mit Pfefferminzöl (Oleum menthae piperitae) hat sich in kontrollierten Studien gegenüber Placebo als signifikant wirksam erwiesen. Pfefferminzöl greift über zahlreicheWirkmechanismen in die Pathophysiologie des Kopfschmerzes vom Spannungstyp ein. Die Wirksamkeit ist vergleichbar mit der von Acetylsalicylsäure oder Paracetamol. Pfefferminzöl 10% in ethanolischer Lösung ist für die Behandlung des Kopfschmerzes vomSpannungstyp zur äußerlichen Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab dem sechsten Lebensjahr zugelassen. Es ist in Leitlinien von Fachgesellschaften aufgenommen und wird als ein Standardmedikament zurAkuttherapie beiKopfschmerzen vom Spannungstyp angesehen.

Im Beitrag von NDR Visite werden Wirkmechanismen und weitere Anwendungsmöglichkeiten thematisiert.

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Neues vorbeugendes Migränemedikament Erenumab (Aimovig) durch FDA zugelassen

Die U.S. Food and Drug Administration (FDA) hat am 17. Mai 2018 Aimovig (Erenumab-AOOE) für die vorbeugende Behandlung von Migräne bei Erwachsenen zugelassen. Die Behandlung wird durch eine Selbstinjektion des Arzneimittels unter die Haut einmal pro Monat durchgeführt. Aimovig ist das erste durch die FDA zugelassene vorbeugende Migränemedikament einer neuen Klasse von Arzneimitteln zur Vorbeugung der Migräne. Sie wirken durch die Hemmung der Aktivität von Calcitonin Gene-Related Peptide (CGRP). Das Molekül ist bei der Entstehung von Migräneattacken beteiligt. „Aimovig stellt Migränepatienten eine neue Option zur Verfügung, um die Anzahl der Tage mit Migräne pro Monat zu reduzieren. Wir benötigen neue Behandlungsmöglichkeiten für diese schmerzhafte und häufig behindernde Erkrankung“ sagte Erik Bastings, Abteilungsdirektor für neurologische Produkte der U.S. Food and Drug Administration.

Die Migräne tritt in über 45 verschiedenen Unterformen auf. Die häufigste Form ist die Migräne ohne Aura. Die Kopfschmerzen haben eine Dauer von 4-72 Stunden. Der Kopfschmerzcharakter ist pulsierend und pochend. Körperliche Tätigkeit verstärkt die Schmerzen, so dass die Patienten Bettruhe einhalten müssen. Die Schmerzattacken werden von Übelkeit und Erbrechen sowie Lärm- und Lichtüberempfindlichkeit begleitet. Bei ca. 10-30% der Patienten finden sich vor der Kopfschmerzphase neurologische Begleitsymptome, sog. Auren. Am häufigsten treten Sehstörungen mit Zickzacklinien, die sich allmählich im Gesichtsfeld ausbreiten und das Sehvermögen stören, auf. Weitere Symptome schließen Wortfindungsstörungen, Kribbelmissempfindungen, Lähmungen und Bewusstseinsstörungen ein. Komplikationen der Migräne sind u.a. der migränöse Schlaganfall oder durch Migräneattacke getriggerte epileptische Anfälle. Migräne tritt ca. dreimal häufiger bei Frauen als bei Männern auf. Innerhalb eines Jahres sind ca. 10-14% der Bevölkerung betroffen. Ca. 1-2 % der Bevölkerung leidet an chronischer Migräne. Dabei treten Kopfschmerzattacken an mehr als 15 Tagen im Monat auf.

Die Wirksamkeit von Aimovig vor die vorbeugende Behandlung von Migräne wurde in 3 klinischen Studien untersucht. Die erste Studie schloss 955 Teilnehmer ein und analysierte die Wirkung des Arzneimittels in der Therapie der Vorbeugung der episodischen Migräne und verglich die Wirkung von Aimovig mit der von einem wirkstofffreien Arzneimittel (Placebo). Über einen Zeitraum von 6 Monaten wiesen Patienten, die mit Aimovig behandelt wurden, im Mittel 1-2 weniger Migränetage pro Monat im Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten auf. In einer zweiten Studie wurden 577 Patienten mit episodischer Migräne untersucht und die Wirksamkeit von Aimovig und Placebo analysiert. In einem Zeitraum von über 3 Monaten zeigten die mit Aimovig behandelten Patienten im Mittel einen Tag weniger mit Migräne im Vergleich zu den mit Placebo behandelten Patienten. In einer dritten Studie wurden 667 Patienten mit chronischer Migräne untersucht und die Wirkung von Aimovig mit der von Placebo verglichen. In dieser Studie, die über 3 Monate angelegt war, zeigten die mit Aimovig behandelten Patienten im Mittel 2,5 weniger Tage mit Migräne pro Monat im Vergleich zu den Patienten, die Placebo erhielten. Die am häufigsten beobachteten Nebenwirkungen waren waren Schmerzen an der Injektionsstelle, Infektionen der oberen Atemwege und Übelkeit.

„Das neue Arzneimittel eröffnet eine neue Ära in der Behandlung der Migräne. Die Zulassung ist eine gute Nachricht für betroffene Patienten, die an den schwersten Formen dieser Kopfschmerzen leiden. Es ist das erste Arzneimittel, das spezifisch für die Vorbeugung der episodischen und chronischen Migräne entwickelt worden ist. Es greift gezielt in die Mechanismen der Migräneentstehung ein. Entzündungsvorgänge, die für die Migränekopfschmerzen verantwortlich gemacht werden, werden dadurch gehemmt. Die neue Immuntherapie ist im Gegensatz zu allen anderen bisher verfügbaren vorbeugenden Medikamenten erstmals spezifisch für die Migränevorbeugung entwickelt worden. Eine langsame Aufdosierung aufgrund von Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen ist nicht erforderlich. Der Wirkeintritt ist schnell initial innerhalb von wenigen Tagen zu erwarten, bei den bisherigen konventionellen vorbeugenden Medikamenten wird dieser oft erst nach Wochen oder gar Monaten erreicht. Nebenwirkungen der bisherigen migränevorbeugenden Mittel wie z.B. Gewichtszunahme, Stimmungsveränderungen, Müdigkeit, Antriebsreduktion oder Benommenheit treten nicht auf. Im Gegensatz zu den bisherigen Medikamenten, die häufig schon nach kurzer Zeit aufgrund solcher Nebenwirkungen abgesetzt werden, bleiben die behandelten Patienten aufgrund der Verträglichkeit und Wirksamkeit nachhaltig bei diesem Therapieprinzip. Die bisher verfügbaren Daten zeigen, dass man nicht davon ausgehen darf, dass mit der neuen Immuntherapie die Migräne aufhört und man leben kann wie man will. Im Mittel erfolgt eine Reduktion der Kopfschmerztage um ca. 1-3 Tage pro Monat. Die Wirksamkeit ist damit im Mittel ähnlich wie bei den bisherigen vorbeugenden Medikamenten. Besondere Vorteile sind der schnelle Wirkungseintritt, die Verträglichkeit und das Ansprechen von Patienten, die durch andere Behandlung keinen Effekt erzielen konnten.“ kommentiert Prof. Dr. Hartmut Göbel, Chefarzt der Schmerzklinik Kiel, die neue Zulassung.

Das neue Arzneimittel soll in den Vereinigten Staaten innerhalb der nächsten Woche verfügbar sein. Das neue Arzneimittel wurde bisher nur in relativ kurzen Zeitperioden untersucht. Dabei zeigten sich Nebenwirkungen, die nicht häufiger waren als die einer Placebobehandlung. Offen sind jedoch mögliche Langzeitnebenwirkungen in der Anwendung des Arzneimittels bei der über Jahre und Jahrzehnte verlaufenden Migräne.

Ca. 2% der Bevölkerung leidet weltweit an chronischer Migräne. Migräne wird von der Weltgesundheitsorganisation als die dritthäufigste Erkrankung weltweit eingestuft und zählt zu den am häufigsten auftretenden Volkserkrankungen. Kopfschmerzen stehen auf dem Rangplatz 3 der am schwersten behindernden Erkrankungen des Menschen. Die bisher zur Verfügung stehenden vorbeugenden Medikamente sind nicht spezifisch für die Migränebehandlung entwickelt worden. Der vorbeugende Effekt dieser Arzneimittel wurde als Nebenaspekt erkannt und ihre Wirksamkeit dann in klinischen Studien untersucht. Ihre Wirkung ist limitiert, gleichzeitig treten zahlreiche unerwünschte Nebenwirkungen auf. Dies hat zur Folge, dass mehr als 80% der behandelten Patienten das jeweilige Arzneimittel bereits nach 1 Jahr entweder aufgrund mangelnder Wirksamkeit oder aufgrund von Nebenwirkungen absetzen. Im Laufe der Jahre werden dann die verfügbaren Medikamente eines nach dem anderen ausprobiert oder kombiniert. Einige Patienten finden die Nebenwirkungen der bisher verfügbaren Medikamente ausgeprägter als die Migräne selbst. Aufgrund der Nichtvorhersehbarkeit von Attacken können viele Betroffene mit Migräne keine Pläne machen oder Verpflichtungen und Verabredungen eingehen. Auch berufliche Tätigkeiten sind ihnen nicht möglich. Migräne geht mit hoher Wahrscheinlichkeit mit psychischen Komplikationen wie Angsterkrankungen, Depressionen und Persönlichkeitsänderungen einher. Auch das Risiko für Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall ist signifikant erhöht. Bereits bei Kindern können Migräneattacken in schweren Verlaufsformen auftreten. Neueste Studien zeigen, dass die Häufigkeit von Migräne im Kindesalter in den letzten Jahrzehnten stark angestiegen ist.

Die Monatstherapiekosten in den Vereinigten Staaten sollen rund 570 Dollar betragen. Es wird erwartet, dass das neue Arzneimittel in der zweiten Jahreshälfte auch in Europa verfügbar sein wird. Der genaue Zulassungstext und die Definition für welche Patienten das neue Arzneimittel von den Krankenkassen erstattet wird, ist noch nicht bekannt.

Die neue Klasse von Arzneimitteln beruht auf Forschungsanstrengungen von über 30 Jahren. In den 1980er Jahren wurde entdeckt, dass CGRP eine wichtige Rolle bei der Migräne spielt. CGRP ist ein Nervenbotenstoff, der bei der Signalübertragung im Nervensystem bedeutsam ist und auch bei der Gefäßsteuerung, insbesondere der Gefäßerweiterung, eine wichtige Rolle einnimmt. CGRP-Antikörper blockieren die Wirkung und können damit den Mechanismen der Entstehung der Migräneattacke vorbeugen. Die teilweise Blockierung von CGRP kann Migräneattacken verhindern, ohne die normalen Abläufe im Nervensystem zu stören. Die direkte Entwicklung von Arzneimitteln mit dem Ziel CGRP zu blocken zeigte sich zunächst nicht erfolgreich, da sie nicht eine ausreichende Verträglichkeit im Langzeitverlauf zeigte. In der Folge wurden daher Antikörper entwickelt, welche gegen die Zelloberfläche des CGRP-Moleküls wirken und die Funktion von CGRP hemmen. Die Halbwertszeit der Antikörper beträgt mehr als 4 Wochen. Daher kann eine Behandlung im Abstand von einen Monat durchgeführt werden und die Wirkung des Arzneimittels damit langfristig unterhalten werden. Es handelt sich um eine Form einer Immuntherapie im Sinne einer passiven Impfung durch Bereitstellung der Antikörper von außen. Da die Antikörper nicht selbst im Körper gebildet werden, müssen sie im Abstand von 4 Wochen erneut gegeben werden. Es sind des Weiteren Arzneimittelentwicklungen in Gange, bei denen das Medikament im Abstand von 3 Monaten durch eine Infusion in der Arztpraxis gegeben wird.

Auch wenn das neue Arzneimittel neue Optionen für Betroffene eröffnet sollte nicht erwartet werden, dass das Migräneproblem damit gelöst ist und man leben kann wie man will. Entscheidend für die Vorbeugung und Behandlung der Migräne sind Wissen, Information, Verhaltensanpassung und Regelmäßigkeit der Tagesplanung. Migräne ist eine komplexe Erkrankung, die ähnlich wie die Behandlung von Diabetes, Bluthochdruck oder Asthma ein umfangreiches Behandlungskonzept erfordert. Die Behandlung mit Arzneimitteln spielt dabei nur eine partielle Rolle. Die Analyse der Studienergebnisse zeigt, dass die neue Arzneimittelklasse bei ca. 50% der behandelten Patienten keine ausreichende Wirkung zeigt. Bei den anderen Patienten wird eine Reduktion der Migränetage pro Monat um ca. 1-3 Tage erreicht. Ein komplexes Behandlungskonzept, das sowohl Verhalten, Wissen, Lebensanpassung, Akuttherapie und medikamentöse Therapie umfasst, ist daher erforderlich.
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Eine besonders schwere Form der Migräne ist die sogenannte Migräne mit Aura. Dabei wird das Sichtfeld der Patienten durch zickzackförmige Blitze oder Flimmern zunehmend eingeschränkt. Zunächst denkt der Patient, dass die Windschutzscheibe des Autos beschlagen oder schmutzig ist. Er versucht dies mit dem Scheibenwischer zu beheben. Das bewirkt keine Änderungen. Die Aura wird größer und breitet sich zeitlich und räumlich aus. Mit der Migräne-App können Nutzer die Migräne mit Aura live in ihrer aktuellen Umgebung erleben. Dies kann zu schneller diagnostischer Sicherheit und wirksamer Behandlung verhelfen. Viele Patienten, die zum ersten Mal eine Migräne mit Aura erleben, sind verunsichert und wissen nicht, was diese enorme Einschränkung des Sichtfeldes zu bedeuten hat. Oftmals wird ein Problem mit den Augen oder gar ein Schlaganfall vermutet.
Mit dem neuen Feature der Migräne-App bekommen Nutzer eine Migräne mit Aura simuliert. Die App greift auf die Handykamera zu, nach und nach tauchen am Rande des Sichtfeldes flimmernde zickzackförmige Blitze, Schlieren und Schleier auf - eben genau wie bei einer echten Migräne-Aura.

Ausführliche Information dazu finden Sie auf der Serviceseite http://www.schmerzklinik.de/2016/10/01/die-migraene-app/

Download iOS:
https://itunes.apple.com/de/app/migrane-app/id1133949944?mt=8
Download Android:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.schmerzklinik.migraene_app&hl=de

Die komplette Click-Tipps Serie zur Migräne-App von Prof. Hartmut Göbel:
http://www.schmerzklinik.de/2018/04/06/die-komplette-click-tipps-serie-zur-migraene-app-von-prof-hartmut-goebel/
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Die komplette Click-Tipps Serie zur Migräne-App von Prof. Hartmut Göbel

In diesem Click-Tipps zeigt Ihnen Prof. Hartmut Göbel von der Schmerzklinik Kiel, wie die Migräne-App den Behandlungsverlauf individuell analysiert, die Behandlung unterstützt und optimiert. Sie finden hier die komplette Serie aller Click-Tipps zu allen wichtigen Funktionen der Migräne-App und der Migräne-Behandlung. Die Clips laufen automatisch fortlaufend ab. Wenn Sie einzelne Clips sehen wollen, klicken Sie bitte oben links auf das Listen-Symbol. Sie können sich dann einen Clip speziell ansehen. Beschreibungen zu den einzelnen Clips finden Sie unten in der Liste.

Die Migräne-App ist ein professionelles Werkzeug. Durch die Tipps können Sie die Migräne-App optimal nutzen und Experte für Ihre Behandlung werden. Für die Interpretation des Therapieverlufs stellt Ihnen die Migräne-App u.a. detaillierte Kennzahlen und Informationen zur Verfügung, die den Erfolg der Behandlung sichtbar macht und Hinweise für die Anpassung der Therapie gibt.So wichtig wie das Blutdruckmessgerät für die Behandlung des Bluthochruckes ist, ist die Migräne-App für die zeitgemäße Behandlung von Migräne- und Kopfschmerzen.

Die neue Migräne-App der Schmerzklinik Kiel und der Techniker Krankenkasse ist ein umfassendes Dokumentation-, Analyse- und Behandlungstool für Migräne und Kopfschmerzen. Sie wurde in Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Migräne- und Kopfschmerzexperten, Betroffenen, Selbsthilfegruppen und Versorgungsexperten der Techniker-Krankenkasse entwickelt. Wir stellen die Migräne-App in der umfangreichen professionellen Version kostenlos für Sie zur Verfügung.

Ausführliche Information dazu finden Sie auf der Serviceseite http://www.schmerzklinik.de/2016/10/01/die-migraene-app/

Download iOS:
https://itunes.apple.com/de/app/migrane-app/id1133949944?mt=8
Download Android:
https://play.google.com/store/apps/details?id=de.schmerzklinik.migraene_app&hl=de
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