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Scapha Übersetzungen
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Wissenschaftliche und geschäftliche Übersetzungen und Lektorate
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Wozu sind professionelle Übersetzer noch gut? |

Wenn doch eh jeder Englisch spricht … Und man den kurzen Text schnell selber übersetzen kann …

Vor allem dazu: Texte zu schreiben, die sich nicht wie ein Mischmasch aus beiden Sprachen anhören.

Etwa so:

Call in meeting, decide on further measures and document results

wurde von jemandem, „der wirklich gut Englisch spricht“, übersetzt als

Meeting einberufen, über weiteres Vorgehen beschließen und Ergebnisse aufzeichnen

Über den unnötigen, aber geläufigen Anglizismus „Meeting“ kann man noch streiten. Über „beschließen über“ nicht. Und wenn bei einer Sitzung Ergebnisse „protokolliert“ statt „aufgezeichnet“ werden, ist das inhaltlich einfach zutreffender.

Also:

Sitzung einberufen, über weitere Maßnahmen entscheiden und Ergebnisse protokollieren

Dafür sind wir gut.

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Weiter weg ist näher dran |

In einem Text, den ich aus dem Französischen ins Deutsche übersetzen musste, ging es um die Haftung für Garderobe.

In diesem Zusammenhang fiel der Ausdruck objets de valeur dans vos sacs et poches. Kleines Problem: „sac“ und „poche“ bedeuten beide auf Deutsch „Tasche“. „sacs“ sind Hand- und andere getragene Taschen, „poches“ sind Hosen-, Jacken- und ähnliche Taschen.

Doch Ihre Wertgegenstände in Taschen und Kleidungstaschen wäre eine sehr unschöne Übersetzung. Viel eleganter die Lösung meines Kollegen: Ihre Wertgegenstände in Taschen und Kleidung.

Die Übersetzung mag auf den ersten Blick unpräziser erscheinen, aber man hat in beiden Sprachen genau das gleiche Konzept vor Augen. Was Sinn und Zweck einer guten Übersetzung ist!

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Ist das Universum breit? |

Keine Frage, das Universum ist groß. Deshalb beschreibt vor allem das Englische mit diesem Begriff gern überaus irdische Dinge. Dinge, bei denen die Größe zählt, wie etwa Geldanlagen. Und siehe da, es ward das investment universe bzw. Anlageuniversum.

Schon das Wort Anlageuniversum verheißt nichts Gutes – es findet sich oft in tendenziell weniger gelungenen Übersetzungen. Aber damit nicht genug.

Es passiert nämlich, dass den englischen Textern das Universum nicht groß genug ist. Und siehe da, es ward das wide investment universe. Warum auch nicht, denn wide bedeutet semantisch die Ausdehnung in alle Richtungen. Was nun mal eine konstituierende Eigenschaft des Universums ist.

Doch leider gibt es deutsche Übersetzer, die die dritte Dimension vergessen und einfach den ersten Leo-Eintrag übernehmen. Und dann ist das Universum plötzlich breit – und zweidimensional.

Der Vorteil: Ein zweidimensionales, breites Anlageuniversum lässt sich samt solchen Übersetzungen problemlos an die Wand klatschen.

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Faule, feige Übersetzungen |

Bei der Übersetzung von geschäftlichen Texten stolpere ich oft über Wendungen wie:

ensure compliance with legal requirements

Die direkte Übersetzung lautet:

Sicherstellung der Einhaltung von rechtlichen Anforderungen

Das ist nicht schön: drei Substantivierungen auf -ung innerhalb von sechs Wörtern! Nun gehöre ich sicher nicht zu den Leuten, die dem Deutschen den englischen verbalen Stil aufzwängen wollen. Das Deutsche funktioniert nun einmal sehr gut mit Substantivierungen auf -ung plus Genitiv. Aber das hier ist übertrieben.

Und ich behaupte: Übersetzer, die solche Texte verfassen, sind sowohl feige als auch faul.

Feige, weil sie sich nicht den Mut haben, sich genug vom Ausgangstext zu lösen.

Die mutige Lösung hier: „ensure“ wegfallen lassen. Das Englische kennt viele solche Verben, die keine echte Bedeutung transportieren und nur dem Satzfluss dienen. Auf Deutsch hingegen machen sie den Satz sperriger.

Der folgenden Übersetzung fehlt inhaltlich nichts:

Einhaltung von rechtlichen Anforderungen

Aber faul ist das immer noch. Denn mit ein bisschen Mühe lässt sich der Satz viel schöner formulieren: Ich ersetze einfach „Anforderungen“ durch „Vorgaben“.

So ergibt sich:

Einhaltung von rechtlichen Vorgaben

Das ist weder feige noch faul, sondern eine wirklich gute Übersetzung.

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Irgendwas mit „Maus“ und „über“ |

Vor Kurzem musste ich den englischen Ausdruck „to mouse over“ übersetzen. Er bedeutet, dass man mit der (Computer-)Maus bzw. dem Mauszeiger über etwas hinüberfährt und damit eine Aktion auslöst (Anzeige von Texten, Bildern usw.).

Als Übersetzung wird oft der Ausdruck „Mouse-over“ verwendet. Und natürlich kann man auch einfach schreiben „mit der Maus überfahren“.

Die erste Möglichkeit gefiel mir nicht, weil ich nun einmal Übersetzerin bin – nicht Denglische-Wörter-Verbreiterin. Der zweite Ausdruck hörte sich für mich eher an wie ein tragischer Verkehrsunfall.

Daher recherchierte ich weiter und stieß auf „übermausen“. Das passt hundertprozentig – und ich finde das Wort absolut bezaubernd …

Allerdings wird dieser Ausdruck leider so selten benutzt, dass ich ihn nicht in der Übersetzung verwenden wollte. Aber ich setze ihm nun hier auf meinem Blog ein Denkmal in der Hoffnung, dass er immer öfter gefunden und verwendet wird.

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Tipps für weniger Plastikmüll (Plastik überall – Teil 3) |

Wer nicht warten will, bis das Problem Plastikmüll vielleicht irgendwann „von oben“ oder durch neue Erfindungen gelöst wird, der kann folgende Tropfen auf den heißen Stein fallen lassen:

Initiativen gegen Plastikmüll unterstützen: in der Politik und Wissenschaft oder in Form von Aufklärung (wozu auch diese Artikelreihe gehört).

Plastikfrei einkaufen: Plastiktüten (auch für Obst und Gemüse) mehrfach verwenden, Mitnehmessen in einen mitgebrachten Behälter füllen lassen, eigenen Kaffeebecher nutzen, auf dem Markt statt im Supermarkt einkaufen.

Großpackungen nutzen: Teekampagne, Zahnseidenkampagne usw.

Kleidung auf Erdölbasis vermeiden: Baumwolle, Hanf, Leinen und Wolle eignen sich gut für den Alltag. Kleidung aus Viskose (auch in Form von Tencel, Lyocell oder Modal und auf Bambusbasis) ist perfekt für den Sport. So gelangen beim Waschen keine Plastikfasern in die Gewässer und keine Erdöl-Kunststoffe auf den Müll.

Vereinfachen: statt tausend verschiedener Haushaltsreiniger in Plastikflaschen einfach Essig, Zitronensäure und Natron verwenden.

Kosmetika aussortieren: Kosmetika mit Kunststoffteilchen (Peelings) oder überhaupt mit Inhaltsstoffen aus Mineralöl vermeiden. Und überlegen, welche Kosmetika man wirklich braucht.

Müll einsammeln (kann mit netten Menschen bei schönem Wetter sogar Spaß machen).

Das war’s erstmal zum Thema Plastik in der Natur. Es bleibt zu hoffen, dass die Menschheit rasch eine Lösung für dieses dringende Problem findet …

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Ein Pfandsystem für Plastikverpackungen (Plastik überall – Teil 2) |

In Teil 1 dieser Artikelreihe habe ich beschrieben, warum der Kampf gegen Plastikmüll nur erfolgreich sein kann, wenn man bei den Verpackungen ansetzt.

Und da wird es schwierig. Womit soll man Lebensmittel hygienisch, quetschfest, trocken und schädlingsgeschützt verpacken, wenn nicht mit Kunststoff? Zwar gibt es kleinere Lösungsansätze (Papierverpackungen, Supermärkte mit losen Waren, verrottende Kunststoffe, plastikfressende Mikroorganismen), aber sie bleiben Stückwerk.

Als ich einmal zu fortgeschrittener Stunde mit Freunden über dieses Thema philosophierte, hatte ich plötzlich eine Idee: Wie wäre es mit einem Mehrwegsystem? Warum soll, was mit Flaschen funktioniert, nicht auch mit Mehrweg-Tupper-Behältern möglich sein? Dass das keine realitätsferne Spinnerei ist, zeigt das Interview der Zeit mit dem Fachmann Michael Braungart.

Damit kein Missverständnis aufkommt: Ich spreche nicht von einem Einweg-Pfand, sondern von einem echten Mehrwegsystem. Man würde also alle Lebensmittel in genormten Plastikbehältern kaufen, die man nach dem Gebrauch in jedem Supermarkt am Automaten zurückgeben könnte.

Die Behälter könnten von den Nudel- und Tomatensoße-Herstellern mit Aufklebern gebrandet werden. Es gäbe sie in mehreren Größen und Formen, damit sie sich für alle Lebensmittel eignen. Auch Lieferdienste könnten (besser: müssten) diese Behälter verwenden.

Und schon wäre ein Riesenteil des Plastikproblems gelöst.

Das war Teil 2 meiner Artikelreihe zum Plastikmüll. Im nächsten Teil gebe ich Tipps, wie sich immerhin ein bisschen Plastikmüll von Vornherein vermeiden lässt.

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Plastik überall – Teil 1 |

Zur Zeit läuft mir ein Thema ständig über den Weg: Plastikmüll. Ob beim Übersetzen oder in der Freizeit, immer wieder muss (oder darf) ich mich damit beschäftigen.

Schon seit Langem weiß ich, dass Plastikmüll ein ewiges Problem ist. Plastik verrottet nämlich nicht. Es zerbricht nur in immer kleinere Teile (Mikroplastik) und setzt dabei allerhand giftige Zusatzstoffe frei.

Deshalb fand ich die Bilder von Plastikmüll im Meer schon immer furchtbar. Aber ich dachte: Das sind nicht meine Plastiktüten. Meine Plastiktüten werfe ich nie in die Natur, sondern immer in die gelbe Tonne. Sie werden also recycelt und als Joghurtbecher wiedergeboren.

Bis ich erfuhr: Nur etwa die Hälfte des deutschen Plastikmülls wird wiederverwertet – und zur Wiederverwertung zählt auch der Export in ferne Länder. Bisher hat China einen großen Teil des deutschen Plastikmülls abgenommen. Damit ist jetzt Schluss, weil die Chinesen inzwischen selbst genug Abfall produzieren. Somit wird unser Plastik zukünftig in Länder verschifft, die (Achtung Ironie) in Sachen Umweltschutz einen noch besseren Ruf haben.

Sprich, es könnten doch meine Plastiktüten sein, die den Fischen die Mägen verstopfen. Und die natürlich nicht nur in den Meeren zerbröseln, sondern ebenso an Land.

Wobei die Plastiktüten noch ein vergleichbar geringes Übel sind. Zwar hat sich die EU medienwirksam dazu durchgerungen, die kostenfreie Abgabe von Plastiktüten (mit allerlei Ausnahmen) zu verbieten, aber: Meine gelbe Tonne war noch nie voll mit Plastiktüten. Sie ist voll mit Verpackungen. Wer wirklich etwas gegen den Plastikmüll tun will, muss bei den Verpackungen ansetzen!

Wie das gehen könnte, beschreibe ich im nächsten Teil dieser Artikelreihe. Fortsetzung folgt!

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Verzweiflung im Ungarischkurs |

Inbrünstiger Stoßseufzer eines Mitlernenden im Ungarischkurs: „Wer hat diese Sprache erfunden???“

Das weckte bei mir eine Kindheitserinnerung: Ich war ungefähr zehn Jahre alt, als ich in der französischsprachigen Schweiz zum ersten Mal in der Bäckerei Croissants kaufte. Auf Französisch! Und ich war ehrlich erstaunt, dass man mich verstand.

Denn ich hatte insgeheim den Verdacht gehegt, dass ich eine erfundene Sprache lernte. Dass mich also meine Lehrer hinters Licht führen wollten und niemand die von mir gelernte Sprache tatsächlich sprach.

Ich war sehr glücklich, endlich den Gegenbeweis zu haben!

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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Neuer Artikel bei Über-Setzung.de: Apropos lange englische Wörter … |

Ich habe mich ja schon einmal über lange englische Wörter ausgelassen – und darüber, wie man sie übersetzt. Nun bin mal wieder einem besonders schönen Exemplar begegnet:

digital signage advertisement platform implementation

Hier zeigt sich das Problem der englischen Kettenwörter: Man kann nur aus dem Kontext schließen, in welchem Verhältnis die einzelnen Wortbestandteile zueinander stehen.

Das Deutsche gibt immerhin in vielen Fällen (aber leider nicht immer) Hinweise darauf: durch Fugen-s, Bindestriche usw. Im Französischen stehen meist Präpositionen zwischen den Wortbestandteilen. Im Englischen hingegen: Leerzeichen. Also hilft nur der Kontext.

Im vorliegenden Fall musste ich in der Übersetzung klarstellen, dass es um die Implementierung von Werbeplattformen (mit der Spezifizierung „Digital Signage“) geht:

Implementierung von Digital-Signage-Werbeplattformen

Hier hilft also nur Mut zur Lücke bzw. zum Bindestrich und zur Präposition.

(von Christiane Focking auf Über-Setzung.de)
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