Reaktivität
Ich bin einer Messgröße auf der Spur, die ich entscheidend für die Kommunikation in Netzwerken halte, die Reaktivität. Die Definition – leider eine von mir zusammengestoppelte Hilfsdefinition in Ermangelung von belastbarem, sozialwissenschaftlichen Material – von Reaktivität wäre:

Zahl und Intensität der Reaktionen,
zu unterscheiden wären außerdem absolute Reaktivität und subjektiv empfundene.

Warum bin ich der Reaktivität auf der Spur? Die Geschwindigkeit und die Art und Weise, wie sich Informationen in Netzwerken verbreiten, beeinflusst auf viele unterschiedliche Arten das Netz und damit ungefähr alle ausser den Amish People.

Das vorletzte faszinierende Ereignis war die Verbreitung des Nachfolgers von Farmville auf Facebook, nämlich Cityville. Dessen Erfolgsgeschichte lässt jede noch so ansteckende Krankheit verblassen, Cityville hat in weniger als 40 Tagen unfassbare 100 Millionen aktive Nutzer erreicht:
http://mashable.com/2011/01/13/cityville-100-million-users/

Das halte ich für die größte und schnellste Verbreitung von irgendwas in der Geschichte der Menschheit, und: ja, ich habe einen ungesunden Hang zu Superlativen – lasse mich aber gern korrigieren, Vorschläge in die Kommentare.

Das jüngste Beispiel der hyperexponentiellen (ausgedachtes Wort) Verbreitung ist natürlich in diesem Moment vor der Nase des Lesers –
also habe ich versucht, die Gemeinsamkeiten von Cityville und G+ herauszufinden (außer, dass sie vollständig im System Internet stattfinden).

Der Schlüssel scheint mir ebenjene Reaktivität zu sein, die gefühlt auf G+ größer ist als auf irgendeinem Netzwerk, was ich bisher kennengelernt habe – und sich von der Intensitität und der Zahl her mit den ca. 25 Millionen Cityville-Benachrichtigungen vergleichen lässt, die man im Dezember bekam, wenn man wie ich 5000 Facebook-Friends hat.

Sicher spielt in die Reaktivität die kritische Masse hinein, der Netzwerkeffekt, das ganze Buch "The tipping point" des grandiosen Malcolm Gladwell dreht sich darum – allerdings hat Gladwell als Grundthema "Drei Regeln von Epidemien" aufgestellt: The Law of the Few, The Stickness Factor und The Power of Context.

Da kommt mir die Größe Reaktivität deutlich zu kurz – daher überlege ich hier öffentlich in einem sehr frühen Stadium und bitte um Ergänzungen und andere Perspektiven und natürlich um Kommentare wie "Hääää, steht doch alles in "On Reactiveness" von Bodewig und Steinhiebel, Marburg 2009".

Dankeschön.
Shared publiclyView activity