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"Wir erleben gerade eine große kulturelle Revolution", sagt Pervez Hoodbhoy. Seine kritischen Äußerungen bezüglich des Islams machen dem Pakistanischen Nuklearphysiker nicht nur Freunde, wie er selbst im Interview erzählt.
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27 comments
 
Wenn ich mir ansehe, was das Christentum so gerade wieder treibt, ist das auch nicht sehr viel erfolgreicher ...
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gris di ja da gebe ich dir recht vg olliver
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Tja, solche Leute brauchen die da unten. Viel Erfolg mit der Reformation und Modernisierung des Islam und seiner Gesellschafts- und Rechtsstrukturen. Das ist eine Aufgabe für die kommenden 10-20 Generationen.
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Man braucht sich da nichts vor zu machen, die Moderinisierung der islamischen Länder wird von außen getrieben, solange die westliche Welt stark bleibt. Eine innere Reformation halte ich für unwahrscheinlich.
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+Philipp Kählitz Dem würde ich prinzipiell zustimmen. Allerdings bedeutet das auch immer eine Einmischung von außen - und sei es nur verbal. Das wird dem Westen zurecht immer vorgeworfen, seine Nase in Dinge zu stecken, die ihn nichts angehen. Am Ende müssen die Leute dort die nötigen Schritte gehen. Und zwar aus Überzeugung und nicht weil der Westen "stark" ist. Wie auch immer man das definieren mag.
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Marc M.
 
+Andreas Straeter +Philipp Kählitz besteht denn überhaupt die Notwendigkeit eine Kultur zu "modernisieren", wenn es keine Wechselwirkungen mit anderen Kulturen gibt? So gesehen ist auch der Wandel der deutschen Kultur (sagen wir... von 1800 bis Heute) von außen getrieben. Warum haben wir uns Angepasst? Weil Deutschland ein Land von globaler Bedeutung in Wirtschaft und Forschung ist. Sonst könnten wir einen auf Bhutan machen und uns aussuchen was wir anpassen und in welchem Zeitraum.
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+Marc M. Dass es zwischen dem Islam und seinen verschiedenen Ausprägungen und den nichtislamischen Kulturen keine Wechselwirkungen geben würde, halte ich für... naiv...um das mal diplomatisch auszudrücken.

Wir reden ja nicht von abgeschotteten Urwald-Populationen von Menschen sondern um den Umgang zwischen Gesellschaften und Kulturen im globalen Miteinander.
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+Marc M.
Es geht nicht um Wechselwirkungen sondern um den Motor hinter der Modernisierung.
Die islamischen Länder haben das Problem, dass sie nichts von der westlichen Kultur übernehmen wollen, aber die westlichen Einflüsse trotzdem überall in ihr Leben eindringt. Es gibt kein Konzept mit dem der Islam die neuen Einflüsse integriert, er wehrt sich nur gegen sie. So ist der Islamismus auch gar nicht gegen die westliche Welt an sich gerichtet, sondern eine anti-moderne Bewegung die den Einfluss der westlichen Welt innerhalb der islamischen Welt zurück drängen möchte.
Dazu wird die westliche Welt erstmal zum Gegner gemacht, ein äußerer Feind der Beeinflussen möchte, um der Entwicklung ein Gesicht zu geben. Letztendlich ist es aber kein aktiver Einfluss der westlichen Welt, es ist ihre ökonomische und kulturelle Dominanz in ihrer Schaffenskraft, die selbst wenn die westliche Welt sich neutral Verhalten wollte, die islamische Welt nahezu überrollt.

Es ist die Frage ob man sich als Opfer oder Gestalter einer Entwicklung sieht.
Deutschland hat sich seit 1800 immer als Gestalter gesehen. Wir haben Einflüsse aufgenommen uns angepasst und selbst Neuerungen initiiert. Deutschland war niemals Opfer der Zeit sondern selbst sein eigener Gestalter der Zukunft.
In der islamischen Welt überwiegt das Gegenteilige Gefühl, dass man getrieben wird, dass die westliche Welt mit ihrer Entwicklung alles in Frage stellt und alles mit sich reißt. Die islamische Welt versinkt daher in Hilflosigkeit und der Islamismus ist ein Ventil wieder Kontrolle über das eigene Schicksal zu bekommen.
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Um aber eine eigene Identität zu erlangen müssen sie den Weg des Glaubens gehen. Diese Entwicklung begann schon mit der iranischen Revolution. Das Modell des Westens, der übrigens immer kapitalistischer wird, ist Ihnen verhasst. Der Ostblock ist keine Alternative mehr und China auch nicht. 
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Marc M.
 
+Andreas Straeter Da hast du recht - allerdings führt der Austausch zwischen den einzelnen, islamischen Kulturen nicht so einen starken Druck, soweit ich das einschätzen kann.
+Philipp Kählitz Der Islam ist durchaus in der Lage, Veränderungen aufzunehmen. Schon der Prophet war seiner Zeit um mindestens 1000 Jahre voraus, zumindest was Frauenrecht bzw. Gleichberechtigung angeht.  Das Problem sind wie immer die Menschen. Die haben nämlich ein paar hundert Jahre nach Mohammed wieder mit alten Mustern angefangen. Wenn auch nicht überall und nicht jeder. Vom religiösen Aspekt ist Veränderung kein Problem. Aber die Leute hängen eben sehr an ihrer Kultur, so wie die Deutschen an ihrer Sprache. 
Ansonsten: Danke für die Anmerkung - da war ich im ersten Moment wohl etwas kurzsichtig.
P.S.: Ja, ich bin mir bewusst das Religion von den Menschen gemacht wird, aber der Islam wird oft so dargestellt, als sein Mohamed ein Frauenfeind gewesen und der Koran sei schuld an der "Misäre". Dem ist aber nicht so.
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+Marc M. Dass Mohammed seiner Zeit um 1000 Jahre voraus war, halte ich für ein Gerücht. Heute wäre er 1300 Jahre zurück.
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+Stefan Dietiker Nachrichten verfolgen, dann siehst du es. Wobei es mehr machen Christen sind als das gesamte Christentum. Ist aber in anderen Religionen auch oft so, ein kleiner Teil macht Stress und es zieht auch den Rest mit rein.
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Marc M.
 
+Thomas Kuhnert Okay, ich habe leicht übertrieben, aber befass dich mal mit ihm. Mit seiner Person, was er im Alltag gemacht hat. Da gibt es recht gute Überlieferungen. Du wirst verblüfft sei. Für faule gibts auch eine Hand voll Dokumentationen in Bewegt-Bildern, die sich den gleichen Quellen bedienen.
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+Susanne Selsam So lässt sich jede beliebige Aussage "untermauern". Deine Aussage ist inhaltsleer.

Es steht ausser Frage, dass Scharlatane, die glauben machen wollten, sie stünden Gott näher, im Namen des Christentum Gräueltaten begingen. Aber dies relativiert das im Interview gesagte in keinster Weise.

Hoodbhoy spielt auch nicht verschiedene Religionen gegeneinander aus, sondern behauptet viel mehr, dass die Abkehr von religiösem Fanatismus notwendig für gesellschaftlichen Fortschritt ist. Dabei erwähnt er indirekt auch, dass dies für Europa und dementsprechend für das Christentum gilt.
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1,5 Mrd- Menschen werden spätestens nach dem Ölzeitalter sich neue Einkommensquellen suchen müssen.
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+Andreas Straeter Ich denke, sie werden die Zeit nicht nutzen. Lediglich die Türkei hats wohl einigermassen begriffen und treibt die Wirtschaft voran. Aber ob die dem zunehmendem Islamismus trotzen können, bleibt die Frage.
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+Marc M.
Ich denke auch, dass der große Sprung nach hinten erst im 12. Jh. stattgefunden hat.
Ein Ursprungsmakel existierte schon davor mit dem Propheten und Kalifen als sowohl politisches als auch geistliches Zentrum. Die Trennung von Weltlichkeit und Kirche ist hingegen dem Christentum in die Wiege gelegt worden. Der Sprung nach hinten wurde im Islam durch seine Erkentnnistheorie gemacht, die sich im 12. Jh. dahingehend änderte, dass sie die religiöse Einsicht vor jeder anderen Art der Erkenntnis gestellt hat. Damit war nicht nur der Prophet unantastbar, sondern jeder Imam gleichzeitig der höchste Quell der Wahrheit.
Auch hier hat das Christentum sich im Mittelalter komplett anders entwickelt, denn die Wahrheit der Schöpfung, die Wahrheit der Schrift und die religiöse Erleuchtung wurden zu 3 gleichberechtigten Säulen die man miteinander in Einklang bringen muss. Diese Tätigkeit wurde der menschlichen Vernunft zugeschrieben. Somit legte die Untersuchung von Gottes Schöpfung den Grundstein der Naturwissenschaften, die Untersuchung der Schrift wurde zur Keimzelle der Geisteswissenschaften und die göttliche Eingebung blieb die Sache der Kirche.

So würde ich die Unterschiede zwischen dem Christentum und dem Islam zusammen fassen : 
Das Christentum kennt die Trennung der Erkenntnis in unterschiedliche Gebiete, der Islam kennt nur die Hirarchie der Erkenntnis mit dem Glauben an der Spitze. Das Christentum kennt die Trennung von weltlicher und kirchlicher Gewalt, der Islam kennt nur die Unterwerfung unter die Vereinigung aus beidem.
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Marc M.
 
+Philipp Kählitz Zustimmung. Bis auf eine Anmerkung: Am anfang nahmen sich die beiden nicht viel, wenn es um Erkenntnis ging. Ich erinnere da nur allzu gern an einen gewissen Apfel (oder was für ein Obst auch immer). 
Lustiger Zufall: Im Christentum ist es Eva, im Islam beide. AFAIR. (Und der Islam sieht die Vertreibung aus dem Paradies nicht negativ)
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+Marc M.
Vielleicht noch ein Hinweis:
Ihre Perspektive ist die der christliche Theologie.
Mit dieser Perspektive kann man sehr viel über das Christentum lernen, weil diese Perspektive vom Christentum für das Christentum entwickelt wurde. Die Textkritik, der historische und philosophische Kontext der Geschichten usw. all das lässt sich auf andere Religionen überhaupt nicht eins zu eins anwenden.
Ich finde es immer ganz niedlich wie z.B. das Christentum versucht diese Schablone sogar beim Buddhismus anzuwenden. Das Leben Buddha, die Texte Buddha und all das hat nichts mit Buddhismus zu tun und doch ist es der zentrale Ansatzpunkt zum Verständnis aus westlicher Sicht.
Die gleiche Schablone benutzt man gerne auch für den Islam. Die eigentliche Exegese der Rolle der Paradiesvertreibung oder die Frage nach dem eigentlichen Leben des Propheten, das sind alles christliche Fragen an den Islam und weniger Fragen des Islam selbst.
Natürlich ist das Leben des Propheten ein zentraler Punkt im Islam, aber auf eine ganz andere Weise wie das Leben Jesu im Christentum.
Deswegen ist der Blick des Islams auf sich selbst sehr wichtig, sowohl wenn Gelehrte über Gelehrte reden oder wie hier in dem Interview die Perspektive eines Insiders.
Diesen Blick finde ich bisweilen sehr viel wichtiger als Primärliteratur wie den Koran oder die Hadithen zu lesen, denn bei der Literatur hat man immer seine kulturlle Brille auf den Augen und die kulturelle Schablone im Kopf.
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einer der bedeutensten deutschen philosophen hat dazu gemeint: religion ist opium fürs volk
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Egal wo, was, wie geschieht, sobald Fundamentalisten in Spiel kommen ist es auch mit der besten Idee Religion oder Lebenseinstellung  vorbei.
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+Andreas Eschrich 
Ganz so ist das nicht. Sie müssen differenzieren zwischen dem was der reine Glaube sagt und dem was die Obrigkeit daraus machte um das Volk zu unterdrücken. Religion wird schon immer mißbraucht um  politischen Ziele zu erreichen. Erst mit dem nötigen Bildungsstandard ist ein Mißbrauch nicht mehr möglich. 

+Marc M. und +Philipp Kählitz  Interessant wird die Vertreibung aus dem sogenannten Paradies wenn man bedenkt, dass dies bildlich gemeint ist. Man darf nie vergessen welchen Bildungsgrad die Menschen hatten als das aufgeschrieben wurde. Die indische Philosophie setzt die Vertreibung gleich mit dem Erwachen des Menschen zu eimen eigenen Bewustsein. Somit war er für sich selbst verantwortlich. Der Apfel steht sinnbildlich für das Kosten der Sünde die mit eingenen (Willens-)Entscheidungen möglich ist. Die Schlange ist ein Symbol für die Entwicklung des Menschen von seinem tierischen Ursprungs hin zu einem göttlichen Wesen das wieder ins Karma zurückkehrt. Insofern hat sich das Christentum anderer Mythologien bedient und sie nach eigenen Denken modifiziert. 
Dasselbe hat der Islam mit Gebräuchen aus anderen Religionen gemacht. Somit muss man alles was geschrieben steht wissenschaftlich hinterfragen.
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