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Nagra
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Der Auftrag umfasst die Inventarisierung aller radioaktiven Abfälle der Schweiz aus Kernkraftwerken, Medizin, Industrie und Forschung; die Planung geologischer Tiefenlager für die Entsorgung aller radioaktiven Abfälle; die Durchführung erdwissenschaftlicher Abklärungen und das Erbringen der Sicherheitsnachweise für mögliche Standorte geologischer Tiefenlager; transparente Information der Öffentlichkeit und Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung
Der Auftrag umfasst die Inventarisierung aller radioaktiven Abfälle der Schweiz aus Kernkraftwerken, Medizin, Industrie und Forschung; die Planung geologischer Tiefenlager für die Entsorgung aller radioaktiven Abfälle; die Durchführung erdwissenschaftlicher Abklärungen und das Erbringen der Sicherheitsnachweise für mögliche Standorte geologischer Tiefenlager; transparente Information der Öffentlichkeit und Förderung der internationalen Zusammenarbeit bei Forschung und Entwicklung

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Mit einem Nagra-Forscher unterwegs im Felslabor
 
Florian Kober ist seit einem Jahr bei der Nagra. Und schon ist er Projektleiter des FEBEX-Experiments, eines der weltweit ältesten noch laufenden Versuche zur Tiefenlagerforschung.
 
Es ist Mitte Mai. Doch die Staumauer des Grimselsees ist noch in frisches Weiss gehüllt. „Glaubt Ihr wirklich, dass es mit meinem Auto besser klappt?“ Schmunzelnd begrüsst Florian Kober seine Arbeitskollegen. Er fährt die kurvenreiche Strecke ins Nagra-Felslabor hinauf an seinen Arbeitsplatz, der sich 1730 Meter über Meer befindet. Das Felslabor ist das ganze Jahr in Betrieb. Ist die Strasse aufgrund von Schnee und Lawinengefahr geschlossen, gibt es während der Wintermonate auch eine Seilbahn und eine Stollenbahn der KWO (Kraftwerke Oberhasli AG).
 
Das Felslabor liegt in granitischen Gesteinen des Aarmassivs. Dort forschen Wissenschaftler aus 12 Ländern an der Entsorgung radioaktiver Abfälle. Florian Kober ist Projektleiter Geowissenschaften bei der Nagra und betreut den Ausbau des FEBEX-Experiments (vgl. Textkasten unten). Dieses wird nun nach 18-jähriger Experimentdauer demontiert. Das Experiment hat das Ziel, das Verhalten des Bentonits, der als Verfüllmaterial für die Lagerbehälter dienen soll, besser zu verstehen. Zudem sammeln die Forscher Daten zum Bau und zu Entsorgungskonzepten für ein geologisches Tiefenlager.
 
Der Arbeitstag beginnt mit einer Teambesprechung über die Geschehnisse des letzten Tages und die ansstehenden Aufgaben. Florian Kober überprüft, ob das Team die Ausbauarbeiten korrekt und sorgfältig ausführt.
 
Während dem Arbeiter mit Meisselhämmern den Bentonit abtragen, kontrolliert Florian Kober ständig den Fortschritt der Arbeiten. „Wir nehmen in den Schichten Proben und bauen die darin enthaltenen Sensoren aus. Jede Schicht aus Bentonitblöcken ist 12,5 Zentimeter dick und wird Stück für Stück abgetragen.“ Er muss fast schreien, um den Lärm der Meisel zu übertönen. Das heutige Ziel ist es, zwei Lagen Bentonit abzutragen und an vorgegebenen Stellen Proben zu nehmen.
Die Arbeiten gestalten sich jedoch an dieser Stelle schwierig, da sich in der Mitte des Stollens noch ein Heizungsdummy befindet. Dieser beschränkt den Platz für die Arbeiten auf zirka 70 Zentimeter pro Seite. Der Dummy wurde als Platzhalter für das erste Heizelement eingesetzt, welches die Arbeiter bereits 2002 ausgebaut hatten, als der erste Teil des Experiments demontiert wurde. Die Heizer simulieren die Wärme, welche von den radioaktiven Abfällen abgegeben wird. Die Wissenschaftler dürfen nicht mit echten radioaktiven Abfällen arbeiten.
 
Florian Kober blättert in einem Ringbuch, das zu einem ständigen Begleiter geworden ist. Darin ist das Abbauprogramm genau festgehalten. Auch sind die Lage und Positionen der mehr als 600 Sensoren eingezeichnet, die z.B. Temperatur, Wassergehalt und Quelldruck des Bentonits messen. Die Buchblätter wellen sich bereits durch den häufigen Gebrauch. Von jedem Zwischenstand macht er Fotos, die später den Berichten beigelegt werden. Bis zum Ende der Ausbauphase Ende Juli dürften es Hunderte von Aufnahmen sein. „Dokumentation ist für uns sehr wichtig. Sie ermöglicht uns, noch nach Jahrzehnten die Arbeiten nachzuvollziehen“, sagt er.
 
Konzentriert blickt Florian Kober am Abend auf seinen Laptop. Er schreibt seinen täglichen Bericht, worin er minutiös die durchgeführten Arbeiten und genommenen Proben dokumentiert. „Diese Berichte gehen an unsere internationalen Partner“, führt er aus. Berichte und Informationen werden zwischen den elf verschiedenen Partnern, die sich an dem Experiment beteiligen, in Englisch ausgetauscht.
 
Das Experiment war ursprünglich ein Projekt der spanischen ENRESA, eine Schwesterorganisation der Nagra. Während der langen Laufzeit des Projekts sind noch weitere Partner, wie die japanische Obayashi und das US-amerikanische DOE (Department of Energy), hinzugekommen.
 
Kurz vor Schluss setzt sich Florian Kober nochmals auf sein Velo, um zwischen den Büroräumen und den Experimenten im Felslabor hin- und her zu fahren. „Da kommen einige Kilometer zusammen, wenn ich das immer laufen würde“ sagt er und lacht. Das würde sich bis zum Ende der Datenaufnahme Ende Juni 2015 kumulieren. Die Auswertung der Daten wird noch bis Ende 2016 dauern. Dann radelt er zu einer letzten Kontrolle in das 500 Meter entfernte Versuchsgelände des FEBEX.
 
Das FEBEX-DP in Kürze
Das FEBEX-DP-Projekt (Full-Scale HLW Engineered Barriers Experiment Dismantling Project in Crystalline Host Rock) startete 1997 und ist der am längsten laufende 1:1 Demonstrationsversuch eines Einlagerungskonzeptes für hochaktive Abfälle der Welt. Mithilfe eines Heizelements wird die abgestrahlte Wärme eines Endlagerbehälters simuliert. Der Endlagerbehälter ist von Bentonitblöcken umgeben und mehr als 600 Sensoren erfassen kontinuierlich Daten von z.B. Temperatur, Wassergehalt und Quelldruck des Bentonits. Ziel ist das Verhalten des Bentonits, das als Verfüllmaterial dient, näher zu untersuchen.
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2015-07-03
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Medienkonferenz Vorschläge der Nagra zur Einengung der Standortgebiete
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