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Mobbing ist kein Kavaliersdelikt
Ich hätte gerne "gefällt mir" und "+1" geklickt. Weil sich das schlimm anhört. Ich hätte gerne "gefällt mir" und "+1" geklickt um die Kinder zu schützen, meine Tochter ist 11. Und ich hätte gerne auch genau bei +Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach "gefällt mir" und "+1" geklickt. Denn Wolfgang hat Recht: "Mobbing ist kein Kavaliersdelikt. Mobbing ist eine der schlimmsten Formen von Gewalt, die im Alltag deutscher Schulen vorkommt". Und das gilt auch außerhalb deutscher Schulen. Aber Wolfgang fährt hier harte Geschütze auf. Er schreibt "SchülerVZ, es wird Zeit für dich, zu gehen". Er schreibt nicht: "SchülerVZ, es wird Zeit für mich, zu gehen". Er fällt ein hartes Urteil. Aber mir fehlen in diesem Artikel die Fakten. Also irgendwelche Fakten. Und so habe ich irgendwie das Gefühl, ich würde genau das Gleiche machen, wenn ich jetzt "gefällt mir" und "+1" klicke - nämlich mobben. Nicht gegen Kinder, aber gegen viele Menschen die bei StudiVZ arbeiten - und von denen ich mir nicht vorstellen kann, dass das alles solche Arschlöcher bösen Menschen sind, zu denen sie Wolfgang irgendwie in dem Artikel macht. Das ist nichts gegen Wolfgang. Vielleicht hat er Recht. Aber Mobbing ist kein Kavaliersdelikt. Und bevor ich über jemanden ein so hartes Urteil fälle, durch ein "gefällt mir" oder ein "+1", würde ich erst einmal gerne wissen, was da dran ist...
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Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach's profile photoMartin Neuber's profile photoJürgen Schuster's profile photoMirko Lange's profile photo
92 comments
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+Mirko Lange habe gerade die Bilder gesehen, die sprechen in der Tat mehr als tausend Worte. Unglaublich, dass es sowas geben kann. +Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach vielen Dank dafür, dass du darüber geschrieben hast, ist wirklich erschreckend was bei svz abgeht.
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Eine offizielle Mobbing-App! Da ist ja anscheinend nicht mal Facebook drauf gekommen...
Dass man sich da extra nochmal anmelden muss, ist ja nun auch kein wirklicher Schutz, denn es wird ja viel darüber diskutiert, wie sorglos einfach alles aktiviert wird. Ein Feigenblatt für die VZ-Gruppe ist es natürlich dennoch, denn "wir haben doch extra noch davor gewarnt, dass alles öffentlich sichtbar ist". Alleine die Möglichkeit anzubieten lässt doch die angeblich so großartige Mobbing-Verhinderung bei SchülerVZ zur Farce werden.
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Ich habe Anfang September in der ARD eine Reportage über Chantal und ihren Kampf gegen das Cyber-Mobbing bei Schüler-VZ gesehen. Der dort berichtete Umgang von Schüler-VZ mit Chantal kann man nur als arrogant und menschenverachtend bezeichnen.
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Man sollte in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt lassen, dass die VZ-Netzwerke dem renommierten Hotzbrinck-Verlag gehören (Die Zeit usw.).
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Sehe ich auch so... Es macht nur einen winzigen Unterschied. Ich glaube, ich sollte mal einen Brief an den Verlag schreiben (oder an die Zeit?).
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Also ich habe jetzt das gemacht, was vielleicht jeder verantwortliche Blogger Mensch machen sollte, bevor er "pöbelt, angreift, bedrängt, über jemanden herfällt“ (= Übersetzung des englischen Begriffes "to mob"). Nämlich die andere Seite zu hören. Ich habe auf http://www.schuelervz.net/presse geschaut und Frau Dr. Alexandra Kühte, die Leiterin Corporate Communications von SchülerVZ, angerufen. Ich wollte von ihr wissen, was sich eigentlich SchülerVZ dabei gedacht hat. Ich würde annehmen, dass es bei SchülerVZ Pädagogen gibt, und eigentlich müsste doch ein Blinder mit 'nem Krückstock diese Gefahr sehen, sagte ich. Sie hat mir bestätigt, dass es Pädagogen bei SchülerVZ gibt, und dass SchülerVZ auch viel für die Verbesserung der Medienkompetenz tut, aber zu diesem Fall mache sie sich schlau und ruft dann zurück. Mal schauen....
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+Ralph Pfister Ich will jetzt nicht spitzfindig sein, aber ich finde es grundsätzlich wertvoll, anderen die Möglichkeit zu geben anzuerkennen. Und ja, die Kehrseite von "Anerkennung geben" ist eben "keine Anerkennung bekommen". Und "keine Tops" zu bekommen ist nicht schön. Aber ich denke schon das ist etwas anderes, als Flops zu bekommen. Und es ist mehr als eine Sprachtrick wenn ich sage: Das wäre keine "Mobbingplattform", sondern eine "Nichtanerkennungs-Plattform". Ob das ganze letztendlich pädagogisch wertvoll ist, kann ich so schnell nicht beurteilen. Da bin ich auch kein Fachmann. Ich würde es wohl nicht meiner Tochter empfehlen. Aber will ich in einer Gesellschaft leben, in der es Usus wird, dass eine "aufgewiegelte Menschenmenge (= "Mob", schon wieder disses Wort) über mich herfällt? Ich habe nämlich zwei Verantwortungen (mindestens): Nämlich erstens Mobbing gegen Kinder zu verhindern (danke am +Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach), und zweitens das "Entstehen eines Mobs" nicht zu unterstützen. Deswegen diese Frage hier. Aber mitnichten möchte ich dabei gegen Wolfgang pöbeln, ihn angreifen, bedrängen oder über ihn herfallen - denn das wäre der dreifach eingesprungene Rittberger :-)
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schau => mich finden 35 verdammt toll und wieviel dich => was gaaaaaaaaaaaaaar keiner (fiesgrins)


++++++++++++++
und das sollt besser sein?

ich bin in meinem Ursprungsberuf gelernte Gruppendynamikerin und Pädagogin => ist zwar länger aus, aber dass dieser APP eine Katastrophe ist, sagt einem der mütterlich-väterliche Hausverstand hoffentlich
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So, ich habe jetzt eine halbe Stunde mit Tobias Scheiba gesprochen, dem CMO von VZ-Netzwerke. Er sagt: Die Pausenhof-App sei eine Erweiterung zur Plattform, die schon vier Jahr alt ist (also die Plattform), und nicht so einfach mit neuen, modernen Features ergänzt werden kann. Mit der App könne SchülerVZ technologisch aktuell bleiben. Aber es ist wohl eine Art Workaround. Das "voten" sei nur eine Funktion unter vielen: Man könne Leute mit gleichen Interessen finden, neue Leute kennenlernen, "flirten", anderen Geschenke machen, sich mit besseren Tools austausche - oder eben voten. Flops würden nicht angezeigt, nur Tops, und es gebe eine Menge Filter und Mechanismen, die das Dissen und Mobben gerade verhindern sollen. Es gebe in der Praxis auch niemanden der keine "Tops" hat, der also deswegen total an dern Rand gestellt würde. Mir scheint das so zu sein, wie die "Likes" bei Facebook.

Was ich mitnehme: "Don't judge the book by it's cover". Niemand hier hat die Anwendung in der Praxis gesehen. Die Werbung von SchülerVZ, genau eben mit "Top oder Flop", scheint ohne Frage ein Flop zu sein. Gemessen an dem, was Scheiba gesagt hat, ist sie irreführend. Ich entscheide für mich, dass ich andere Eltern rate, sich die App mal genauer anzuschauen. Aber aufgrund der jetzigen Sachlage werde ich nicht zu einem Boykott aufrufen und die App als "Mobbingplattform" verunglimpfen, jedenfalls nicht so lange, bis irgendjemand, der die App und das Verhalten in der Praxis kennt, aus eigener Erfahrung sagen kann, dass dort tatsächlich Mobbing stattfindet.

Wenn jemand sagt, dass "wenig likes" bereits ein pädagogisch extrem gefährliches Phänomen oder Mobbing ist sind, dann haben wir allerdings eine andere Debatte glaube ich. Denn dann dürfen wir nicht mehr über SchülerVZ sprechen...
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Mal abgesehen vom Marketing-Blabla (was ja ok ist als CMO) ist eine Sache nicht richtig: In meinem Test gab es gravierende Unterschiede zwischen den Personen, die ich toppen oder floppen konnte. Es gab sehr, sehr viele, die 0 Tops hatten (was auch logisch ist, da es sich zu 90% um Karteileichen handelt). Und wenn das Kernfeature der App (also das, auf dem ich zuerst lande, wenn ich sie starte) mich auffordert, einen anderen Menschen als "Flop" zu bezeichnen, dann hilft mir das Marketing-Blabla auch nicht weiter. Dann zeigt es, wie schon in allen anderen Werbemails dieses Jahres (hab ich teilweise verlinkt), wie verzweifelt die sind und wie weit sie sich von der Idee einer sicheren, menschenfreundlichen Umgebung entfernt haben (was sie einmal von Facebook hätte unterscheiden können, warum sie dennoch keine Chance gegen die haben, siehe ca 100 Blogposts dieses Jahr).
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hier werden junge Jugendliche dazu aufgefordert einen Menschen als "flop" anzuklicken,
das alleine disqualifiziert, egal was man sonst damit tun kann




wenn du mal in einer Schule warst Mirko, dann würdest du wissen, dass dies eine ganz gefährliche Sache ist und dass es da so etwas wie Selbstläufer gibt, wenn der eine sagt, er flopt jemand dann tun es die anderen auch

ich lass mich da von keinem Marketing BlaBla täuschen, dazu bin ich zulang mit Kids beisammen,
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Liebe +Monika Thon-Soun, lieber +Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach, es ist doch völlig in Ordnung, wenn Ihr für Euch das Urteil gefällt habt, dass das man "so einem Marketing-BlaBla" nicht glauben darf, dass man "so einen Dreck" bekämpfen muss, und dass Ihr via Blog, G+, Twitter und Facebook alle Eltern aufruft, "es ebenso zu machen" und dass dann (hoffentlich?) SchülerVZ "allein stirbt". Ich fand die kurze Debatte hier gut und wichtig. Vielleicht trägt sie dazu bei, dass andere sich ihre eigenen Gedanken machen können, und damit das "Mobbing-Plattform" nicht einfach ungeprüft übernehmen. Ich für mich werte das nicht als "Mobbing-Plattform". Das heißt nicht, dass ich es befürworte. Aber das heißt, dass ich nicht zum Mobbing gegen SchülerVZ aufrufe. Ich werbe also sozusagen für ein anderes Modell zum Umgang miteinander im Social Web. That's all :-)
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für mich machts Unterschied, ob ich eine Sache als "flop" bezeichne oder einen Menschen und der APP ist eine "Sache" und kein Mensch,
das tu ich übrigens auch bei der Vorratsdatenspeicherung, es gibt für mich Sachen, da kann ich mich nicht diplomatisch raushalten, auch wenn man dies vielleicht als Geschäftsfrau nicht macht,
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+Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach Wobei "Idioten" ja Dein Lieblings-Tag auf'm Blog ist, oder? :)

Nee, im Ernst: Von der Sach- auf die Appellebene zu wechseln, finde ich gut. Das ist Klartext. Und mein Appell ist: "Lasst Euch nicht durch populistische Aufrufe instrumentalisieren. Übernehmt nicht gleich ungefragt Kritik, oder schließt Euch einer Kampagne an, nur weil Kinder oder Orang Utans drinnen vorkommen. Bildet Euch selbst ein Urteil, bvevor Ihr "gefällt mir", "RT" oder "+1" klickt. Aber wenn Ihr Euch ein Urteil gefällt habt, dann seid mit Herzen dabei." Und ich glaube, dass unsere Welt etwas besser wäre, wenn jeder danach handelte. Dafür werbe ich, und das ist irgendwie Teil meiner "Mission".

Aber um auf die Beziehungs- oder Selbstoffenbarungs-Ebene zu wechseln (Idioten versus Trottel), sollte man das deutlich machen, denke ich :-)
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Mir wird ja schon übel, wenn ich dieses Geschwätz von Herrn Scheiba nur lese. Sorry Mirko, "Don't judge the book by its cover" anzuführen ist hier barer Unsinn! Auf diesem Cover stehen die Slogans "Top oder Flop" und "Bewerte deine Freunde!", was unmissverständliche Botschaften sind. Botschaften an Kinder, von denen viele das ohne groß zu reflektieren umsetzen werden. Wer auch nur für 5 Cent Schulerfahrung hat, weiß, was hier abgehen wird.
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+Markus Frey Und noch einen Teil Vorstellung von einer besseren Welt: Die Meinung anderer wertschätzen. Bitte lasse mir doch meine Freiheit, nicht gegen SchülerVZ mobben zu wollen. Nicht weil ich SchülerVZ gut fände. Sondern einfach weil ich mir kein abschließendes Urteil gebildet habe, und weil ich mir aktuell nicht die Zeit nehmen will, mir alle Fakten dazu anzuschauen. Ein Ankläger hat gesprochen (Wolfgang), die Verteidigung hat gesprochen (Scheiba), und ich kann kein Urteil treffen, das ist alles. Ich kann derzeit nicht in die App unter realen Bedingungen hineinschauen, und ich gebe mich nicht damit zufrieden, darüber zu spekulieren, was denn aufgrund des Covers drinnen sein muss. Okay? Gute Nacht! :-)
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+Monika Thon-Soun Dann übernimm doch Verantwortung dafür, dass SchülerVZ die App ändert, dass nur "Top" drinnen vorkommt - und nicht mehr "Flop".
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Wie bitte??? Ich habe versucht, dir die Freiheit zu nehmen, "nicht gegen SchülerVZ mobben zu wollen". Jetzt ist aber gut.
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+Mirko Lange du kannst doch gar nicht gegen SchülerVZ mobben, weil man nur gegen einzelnen Menschen mobben kann,
http://de.wikipedia.org/wiki/Mobbing

Insofern ist Dein Wollen impliziert in die Definition des Wortes "mobbing" .

Daher kann man Dir diesbezüglich keine Freiheit wegnehmen und die Freiheit was zu tun oder zu lassen kann man dir auch nicht wegnehmen, selbst der Staat nicht, auch wenn der dann eben Folgen geltend macht, wenn Deine Freiheit sich nicht mit "seiner" verträgt.
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Und auch dachte immer, Unternehmen bestünden aus Menschen...
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ein Unternehmen hat auch menschliche Mitarbeiter, aber es ist kein Mensch

VZ Netzwerke Ltd eine Ltd ist kein Mensch, auch wenns eine Rechtsperson ist

wenn ich die talkabout communications gmbh angreife, dann ist dies kein Angriff auf den Herrn Mirko Lange als Privatperson,
mobbing greift jedoch immer die Privatperson an, niemals eine Funktion oder einen bestimmte Stellung in einem Betrieb

man kann auch den Geschäftsführer nicht mobben, man kann immer nur eine Privatperson mobben,
weil Geschäftsführer eine Funktion ist

und das macht Unterschied und ist genau das gefährliche am Mobben, es zerstört den Menschen,

wer Angriffe auf seine Firma nicht aushält kann Funktion und Privat nicht trennen
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Nach dieser Darstellung erfüllt die Flop-Funktion lediglich den Zweck jemanden nicht zu toppen und sich darauf festzulegen. Es ist also ein toppen vs. nicht toppen.
Dennoch nennt sich der nicht-toppen Button floppen (oje) und reiht sich damit in den Schulhofjargon ein, wie z.B. Opfer, Vollhorst usw... Auch wenn der Akt jemanden zu floppen möglicherweise privat bleibt (weil der Akteur es nicht weitererzählt) hat es doch sicher auch eine suggestive Rückkopplung auf ihn, oder? Vielleicht hat er jemanden nur ein bißchen doof gefunden, aber nun ist die person in der eigenen gedanklichen Kategorie "Flop" gelandet (naja vielleicht übertreibe ich an der Stelle auch etwas).
Sagen wir mal so: Mit solchen Apps gibts keinen kulturellen Fortschritt, Kinder und Jugendlichen sind doch ohnehin unter einem permanenten Bewertungsdruck, da braucht man auch nicht noch sowas.
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+Mirko Lange: Ich habe jetzt ein fast ein halbes Jahr nicht mehr bei Google+ gepostet. Aber das Thema hier bringt mich dazu.

Kurz gesagt: Wenn man so weit in seiner Social Media- und PR-Welt drinsteckt, dass man sich diese Scheißentschuldigungen bewusst antut und so einen Schritt auch noch mit "man muss auch mal die andere Seite verstehen und anhören" verteidigt, dann stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob diese Internet-/Social Media-/PR-Branche einen nicht im Laufe der Zeit zu einem menschlichen Monster macht. Sorry, aber das ist einfach nur abartig, Und: Ja. Das, was man bisher davon sehen konnte, reicht für dieses Urteil locker aus, auch nach der Begründung, dass nur die "Tops" angezeigt werden. Das sage ich als jemand, der normalerweise ALLES extrem hinterfragt und IMMER erstmal die Gegenposition zum Shitstorm einnimmt.
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Die Frage ob TOP und/oder FLOP ist aus meiner Sicht vollkommen sekundär und ein "PR-Fallback-Spin", der den werblichen Aufruf ziemlich dusselig relativieren soll. Der werbliche Aufruf hat seine Wirkung allein! Und der ist beabsichtigt.
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Puh, hartes Brot hier. Ich stelle mir vor, hier würde nicht SchülerVZ stehen, sondern "Max Mustermann". Und jemand sieht Max Mustermann auf einem Foto. Beispielsweise wie er mit dem Rücken zur Kamera steht, er hat einen Trenchcoat an, man sieht seine nackten Beine. Und er steht vor einem 10-jährigen Mädchen, das laut kreischt. Und aufgrund des Fotos starten wir eine Hetzkampagne....

Für mich steht unzweifelhaft fest, und ich habe das nie anders gesagt, dass es ein Unding ist, dass jemand Mobbing unter Schülern unterstützt. Jeder, der hier etwas anderes hinein interpretieren will, oder mir etwas anderes unterstellt, sollte noch einmal genau lesen. Nur: "Das Foto" (um im obigen Bild zu bleiben), ist ein starkes Indiz, dafür dass hier etwas falsch läuft. Aber ich ich halte es für die Verpflichtung eines jeden Menschen, nicht aufgrund von Indizien zu hetzen. Und ich bin erschrocken über jeden, der dafür kein Gefühl entwickelt. Mobben von Kindern zu unterstützen ist übel. Aber andere zu verurteilen und gegen sie zu hetzen, ohne sich seiner Sache ganz sicher zu sein, ist es in meinem Wertesystem nicht minder.

Und das ist mein Problem: Kritisieren? Ja! Stellungnahmen anfordern? Ja. Änderungen verlangen? Ja. Menschen mobilisieren? Ja. Aber hetzen und auch selbst zu mobben finde ich grausig. Und ich finde, dass Wolfgangs Grenzen überschreitet - ebenso, wie er es StudiVZ vorwirft. Jetzt in der Debatte ergeben sich - auch für mich - zusätzliche Argumente. Auch das Argument von +Roland Kühl-v.Puttkamer ist ein guter Punkt.

Aber gibt es hier eigentlich in der Debatte auch nur irgendjemanden, der mal auf dieser Plattform war, und erlebt hat, wie die Schüler da miteinander umgehen? Also in "real live". Wolfgang war nicht da. Das sagt er selbst. Er war auf einem stillgelegten Pausenhof, wo nichts passiert. Findet auf diesem Pausenhof tatsächlich - auch nur ansatzweise - Mobbing statt? Oder ist es StudiVZ tatsächlich gelungen, durch die richtigen Maßnahmen das nicht stattfinden zu lassen, und auf dem Pausenhof findet überwiegend Gutes statt.

Ich fühle mich an die Greenpeace-vs-Nestlé-Geschichte erinnert: Dort habe ich gesagt, dass ich in keiner Welt leben möchte, in der die Umwelt zerstört wird - aber eben auch in keiner, in der Menschen durch Propaganda und Fehlhinformationen als "Stimmvieh" instrumentalisiert werden. Und jetzt fühle ich: Ich will in keiner Welt leben, in der Kinder gemobbt werden. Ich will aber definitiv auch in keiner Welt leben, wo es zur Normalität wird, dass Unternehmen - und die Menschen, die in ihnen arbeiten - aufgrund von Spekulationen gemobbt werden.

Und, lieber +Sebastian Baumer, ich finde es "abartig", jemanden als Monster zu bezeichnen, der aufruft und sagt: Schaut Euch den Fall doch erst mal an, bevor Ihr den angeklagten lyncht". Das hat nichts mit "Internet-/Social Media-/PR" zu tun, sondern schlichtweg mit Kultur. Dass ich hier die Sichtweise von StudiVZ wiedergebe bedeutet in keiner Weise, dass ich sie damit verteidige. Es ist ein ganz simples und faires Prinzip, den "Angeklagten" zumindest anzuhören. Hier wird jemand verurteilt, ohne ihn gehört zu haben. Jeder kann sagen, dass ihn die Argumente nicht überzeugen. Mich überzeugen sie auch nicht.

Mein persönliches Fazit für diese Diskussion hier: Ich werde noch einmal mit StudiVZ sprechen und sie auffordern, an dem Prinzip etwas zu ändern. Vor allem das Argument von Roland finde ich gut. Aber ich bleibe dabei, dass ich es verwerflich finde, von StudiVZ quasi "den Harakiri" zu fordern, oder von der Gesellschaft, StudiVZ zu lynchen. Und das tut Wolfgang ("stirb allein"). Und jeder kann für sich selbst entscheiden, ob er in Zukunft tatsächlich Verantwortung für etwas übernimmt, dass sich etwas ändert, oder ob er sich "nur" am Pöbeln beteiligt. Wenn hier mal jemand so konsequent wäre, auch etwas Arbeit zu investieren, und beispielsweise nach Eltern sucht, die Kinder haben, die auf der Plattform unterwegs sind, um wirklich einmal zu schauen, was dort passiert.

Ich werde mich weiterhin für beides einsetzen: Dass Unternehmen Menschen anständig behandeln, aber auch, dass Menschen Unternehmen anständig behandeln. Denn Unternehmen sind auch nur Menschen.
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Lieber +Mirko Lange :

Ja, man sollte sich die andere Seite anhören. Muss man sogar. In dem Kommentarstrang drehst Du es permanent auf genau diese Meta-Ebene, auf der Dir sicherlich niemand widersprechen wird und kann. Auch ich nicht.

ABER (ganz großes Aber): Nur deswegen, weil die andere Seite mit einem redet und beschwichtigt, heißt noch nicht, dass alles gut ist. Mir ist absolut unbegreiflich, wie Du kritiklos diese Aussagen weiterreichen kannst und dann zu dem Schluss kommst: "Don't judge a book by it's cover". Man kann sich doch nicht derart von der anderen Seite einlullen lassen, sonst sitzt man am Ende möglicherweise da wie Giovanni di Lorenzo neben einem Guttenberg, der lügt, dass sich die Balken biegen. Ich kann es nicht begreifen, wie man selbst im Bereich Social Media/PR tätig sein kann und diesen an Zynismus nicht zu überbietenden Aussagenmüll wie "Flops würden nicht angezeigt, nur Tops, und es gebe eine Menge Filter und Mechanismen, die das Dissen und Mobben gerade verhindern sollen" als Aussage zu einer App einfach so schlucken und kritiklos weitergeben kann, deren Kernfunktion offenbar ist, dass sich Schüler gegenseitig als Menschen auf oder abwerten. Bei dem Satz in dem Telefonat hätte ich aufgelegt.

"Die Pausenhof-App sei eine Erweiterung zur Plattform, die schon vier Jahr alt ist (also die Plattform), und nicht so einfach mit neuen, modernen Features ergänzt werden kann."

Übersetzung: "Unsere Plattform ist vier Jahre alt und technisch auf genau dem Stand. Grundlegende neue Features entwickeln wir nicht mehr, weil zu wenig Hoffnung für die VZ-Plattformen besteht, um hier noch mal richtig Geld reinzupumpen. Das haben wir am Anfang versäumt. Und unsere Strategie, SchülerVZ als datenschutztechnisch bessere Alternative zu Facebook darzustellen, ging nicht auf, gute Apps will für unsere Plattform niemand entwickelt, also greifen wir jetzt mal in die untere Schublade."


Man kann es am Ende schlicht drehen und wenden und rumdiskutieren und relativieren, wie man will: Nach den Screenshots und dem Erfahrungsbericht von Wolfgang ist diese App genau das, als was sie verkauft wird: Ein Tool, das Schüler dazu auffordert, ihre Mitschüler in Top und Flop einzusortieren. Das ist hochgradig asoziale und menschenverachtende Scheiße, das wäre es selbst dann, wenn es nur das "Top" gäbe. Einem Unternehmen, dass sich mit sowas aus seiner selbstverschuldeten Bedeutungslosigkeit hieven will, kann auch ich nur sagen: Geh sterben. Schnell.

PS: Und ich entschuldige mich ausdrücklich für die harte Aussage "ob diese Branche einen nicht doch zu einem Monster macht". Aber das Thema hier bringt mich massiv auf alle Palmen, die rumstehen, denn solche Mechanismen sind genau das, was das Netz eben zum Gegenteill von dem macht, was es ein könnte: Zu einem Ort, an dem asoziales Konkurrenzverhalten und in dem Fall sogar offenes Mobbing gefördert wird.
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+Sebastian Baumer Aber das ist doch genau das Missverständnis! Mit keinem Wort sage ich, dass "alles gut sei". Wo denn? "Die andere Seite" redet und "beschwichtigt" doch gar nicht. In meiner Wiedergabe des Gesprächs ist keine einzige "Beschwichtigung".

Und das "Don't judge the book by it's Cover" stimmt doch! Wer, der hier kommentiert, war denn schon mal auf dem "Pausenhof" und hat gesehen, was dort los ist? Okay, wenn schon das Cover schlimm ist (wie gesagt, das Argument von +Roland Kühl-v.Puttkamer ist ja richtig), dann kann man das Cover kritisieren, dem stimme ich voll zu. Aber eben nicht den Inhalt - weil den kennt man nicht.

Und warum habt Ihr denn Angst vor "einlullen"? Also ich lass mich nicht "einlullen". Ich nehme das zur Kenntnis. Und nachdem ich das zur Kenntnis genommen habe, sage ich: "Nach diesen gegenseitig vorgebrachten Argumenten, würde mir den Pausenhof gerne mal selbst ansehen". Und wenn ich dann sehe, dass dort tatsächlich Mobbing stattfindet, dann unterstreiche und unterstütze ich jede harte Aktion. Aber wenn eben dort kein Mobbing stattfindet, dann muss ich sagen: "Okay, das Cover war hart, aber meine Befürchtungen haben sich nicht bestätigt". Und dann würde ich von StudiVZ fordern, das Cover zu ändern, würde aber nicht ihren Kopf fordern.

Wo ist dabei das Problem? Ich glaube, das Problem liegt (tiefenpsychologisch) darin, dass niemand bereit ist, sich hier wirklich zu engagieren. Denn die Vorwürfe wirklich zu überprüfen kostet Aufwand uns Zeit. Also bashen wir quasi vorsorglich, um unser Gewissen zu beruhigen. Frei nach dem Motto: Lieber ein Unternehmen in den Konkurs getrieben, als vielleicht doch mal ein Kind gefährdet. Aber ich finde dieses Verhalten am Ende des Tages menschenverachtend - denn wie gesagt: Unternehmen sind auch nur Menschen.

Und noch einmal: Wenn sich wirklich bestätigt, dass dort auf dem Pausenhof Mobbing stattfindet, dann gebe ich allen hier Recht. Nur nicht denjenigen, die StudiVZ lynchen wollten, bevor sie das wirklich wussten. Denn Stand heute ist das eine reine Spekulation. Eine logische, nachvollziehbare, alles richtig. Aber eben eine Spekulation. Denn wie gesagt: Bisher hat noch niemand berichtet, was auf dem Pausenhof alles tatsächlich stattfindet. Jeder spricht nur davon, was er denkt oder befürchtet was dort stattfindet.
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Lieber +Sascha Stoltenow: Ich bekenne mich schuldig! Ja, ich bin "bejahend". Und ich bin jetzt konsequent affirmativ und bedanke mich bei dir für dieses Lob. Wobei das - ganz pejorativ, wie Du bist - wahrscheinlich gar nicht als Lob gemeint hast. Die Welt "ist" nicht so oder so. Die Welt ist das, was wir aus ihr machen. Wenn Du meinst, die Welt ist schlecht, dann ist sie das. Ich wünsche dir viel Spaß dabei, du hast Dir sicherlich gut überlegt, warum du diese Variante wählst. Und ich werde nicht aufhören, die positiven Aspekte zu sehen. Selbst bei solchen Aussagen, wie Du oder Wolfgang sie (über mich) treffen. Also noch einmal "herzlichen Dank" :-)
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+Mirko Lange : Dass die meisten "Shitstorms" unreflektierte Mobs sind, das ist in keiner Weise zu bestreiten. Ebensowenig, dass die meisten Leute sich nicht mit den entsprechenden Sachverhalten auseinandersetzen. Nur: Das ist in dem Fall jetzt leider nicht so ohne weiteres zu überprüfen. Letztes Mal, als ich die Plattform angesehen habe, kam man nur per Einladung rein und Erwachsene sind dort aus guten Gründen ausgeschlossen. Ergo verlasse ich mich auf Erfahrungsberichte von Leuten, die dort dennoch einen Account haben. Ich hatte zu Beginn dieser Geschichte exakt denselben Reflex ("man kann doch nicht von der Werbemail auf den Inhalt der App schließen"), der hat sich aber schnell zerstreut, nachdem ich Screenshots gesehen habe. Das ist aber jetzt alles wieder die Meta-Ebene.

Es bleibt doch am Ende bei: (Eine der oder sogar) DIE Kernfunktionalität der App ist das Auf- und Abwerten von Menschen. Und dieses Werkzeug wird Schülern als "Unterhaltung" gegeben. Das reicht locker aus, um zu sagen: Widerwärtig.
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+Sascha Stoltenow Also ich werde mir jetzt einen Spaß draus machen, einfach jede Bemerkung von dir als Anerkennung zu verstehen. Schöne Übung! Danke dass Du mich trainierst. Bitte nimm mich hart ran! :-)
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+Sebastian Baumer Das ist doch gut, wenn das für dich "locker ausreicht". Für mich (noch) nicht (ganz). Und wie gesagt, den einzigen "Erfahrungsbericht" den wir haben, ist der von Wolfgang, der auf einen "Pausenhof einer verlassenen Schule" gegangen ist. Aber ist ja jetzt auch egal. Mir geht es sicherlich auch um das Metathema, ja. Das ist das, womit ich mich aktuell am meisten beschäftige: Wie können neue ökosoziale Konzepte aussehen, in dem Unternehmen eine ökosoziale Verantwortung übernehmen. Ich meine: Wenn wir das nicht hinbekommen, geht unsere Welt sehr, sehr schnell den Bach runter. Und dafür ist es notwendig, dass Unternehmen auch als soziale (!) Konstrukte wahrgenommen werden. Sie müssen sich "menschlich" verhalten. Und das meint sowohl "menschenwürdig(end)" als auch "wie ein Mensch". Wenn wir die Unternehmen nicht als Menschen betrachten, dann wird das aber schwieriger. Und das Absurde daran: Jeder von uns ist ja auch "Unternehmen". Wir verhalten und ja im täglichen Arbeitsalltag anderen Menschen gegenüber - als Organe von Unternehmen. Wenn wir meinen, dass wir als Unternehmensvertreter keine Menschen sein müssen, wie sollen sich dann jemals Unternehmen wie Menschen verhalten können? "Wir" sind die Unternehmen! Ja, das ist eine Art Affirmation. Das Schlimme ist nur: Das Gegenteil zu behaupten, ist auch eine Affirmation. Es wird das passieren, was wir sagen, was passieren wird. Und jeder kann sich entscheiden: Wählt er "Unternehmen sind Menschen" oder wählt er "Unternehmen sind keine Menschen". Beides ist gleich "richtig". Aber beides hat unterschiedliche Konsequenzen.
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+Mirko Lange Der Punkt ist, dass das Cover eben nicht einfach nur eine Verpackung ist, sondern ganz klar ein Teil des Produkts! Es beinhaltet die Gebrauchsanweisung für das Produkt und bei der noch nicht entwickelten Reflexionsfähigkeit der Zielgruppe kann man davon ausgehen, dass das Produkt auch genau so zum Einsatz kommt. Und soll mir keiner erzählen, die Leute von Schüler-VZ wüssten das nicht! Die haben auch anderswo schon unmissverständlich die Visitenkarte abgegeben, dass es ihnen schlichtweg egal ist, ob mit den von ihnen bereitgestellten Werkzeugen gemobbt wird oder nicht. Es ist ihnen erst dann nicht mehr egal, wenn die öffentliche Meinung allzu negativ ist und sie einen weiteren Absturz befürchten müssen.

PS Ich bin nicht nur Vater von zwei Kindern sondern von Haus aus auch Sozialpädagoge und habe in meinem früheren Berufsleben jahrelang als Jugendarbeiter in sozialen Brennpunkten gearbeitet. Ich weiß auch fachlich von was ich rede.
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es ist mir unverständlich, dass du wirklich glaubst, dass es keinen Schaden bei Kindern anrichtet, wenn man allein die Möglichkeit hat ein anders Kind als "flop" anzuklicken, du nimmst ein Unternehmen in Schutz, dir sind Erwachsene , die Geld mit Kids machen wollen wichtiger als die Entwicklung und die Seele von Kindern +Mirko Lange Du glaubst eindeutig den Werbesprüchen mehr und suchst Sachlichkeit "top oder flop" ist aber von Sachlichkeit Millionen Jahre entfernt Werbefuzzis dürfen mit Kindern spielen, aber wehe man greift diese an, dann kommst Du und sagst "unternehmen sind auch nur Menschen" => wo ist Deine Grenze?
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+Monika Thon-Soun Seufz. Ich fürchte, du hast nicht verstanden, was ich sagen will. Ich plädiere einfach dafür, mit Menschen respektvoll und wertschätzend umzugehen - hüben wie drüben. Aber ich fürchte auch, dass noch mehr Worte von mir da auch nicht helfen. Lassen wir es einfach dabei, oder?
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+Mirko Lange Nur noch eine kurze Anmerkung, nachdem ich den Kommentaren jetzt wieder hinterhergekommen bin: ich habe ja auch "vorsorglich", ausgehend von dem, was ich bisher über SchülerVZ (diese vier Jahre alte Plattform) wusste, gegen diese App gestimmt. Davon ausgehend, dass die Möglichkeit allein nicht gegeben werden sollte, damit unsoziale Verhaltensweisen nicht noch einfacher im Internet auszuleben sind. Respekt vor anderen bedeutet für mich eben auch, nicht mit meinen negativen Bewertungen hausieren zu gehen; ob sie derjenige nun sieht oder nicht. Denn das bedeutet, dass ich mir selbst auch Gedanken machen muss, bevor ich jemanden schlecht mache. Ein simples "Flop" setzt m.E. die Hemmschwelle herab, auch auf anderen Kanälen solche Tendenzen zu zeigen:
Und zum Thema Sie müssen sich "menschlich" verhalten. Und das meint sowohl "menschenwürdig(end)" als auch "wie ein Mensch". - gilt das für die Unternehmen im positiven wie im negativen Sinn? Also wie ein Mensch mit allen guten und schlechten Eigenschaften? Ich finde es schwierig, immer moralisches Handeln zu fordern, aber gerade im Umgang mit Kindern sollte man es doch vorleben.
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ich kann den Menschen als Menschen wertschätzen, dennoch gibt es Menschen, deren Handlungen ich ablehne, ich erkenne akut in Deinen Argumenten diesen Unterschied nicht. Trennt man dies jedoch nicht, wird alles gleich-gültig und dies ist der Anfang vom Ende der Wertschätzung. +Mirko Lange und ja auch ich muss erkennen, dass Du meinen Argumenten gekonnt ausweichst.
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+Monika Thon-Soun Oh Gott. Auch meine Nerven sind endlich :-) Ich denke, die findest oben gut ein Dutzend Mal, dass ich schreibe: Wenn dort auf der Plattform tatsächlich Mobbing stattfindet, dann verurteile ich das. Aber ich verurteile niemanden, nur weil ich denke, dass dort Mobbing stattfinden könnte. Ist der Unterschied denn so schwierig zu verstehen? Und ich schreibe weiter, dass ich die Werbung sehr grenzwertig finde (nach dem Argument von Roland), hier hat StudiVZ auch zugegeben, dass das ein Fehler war (siehe oben, Link zur SZ). Aber noch immer hat niemand aufgezeigt, dass auf der Plattform Mobbing stattfindet. Also: Welche Handlung soll ich jetzt ablehnen? Einen Menschen zu wertschätzen bedeutet eben auch, nicht über ihn herzufallen, nur weil sich irgendein Blogger aufregt und Dinge behauptet, die vielleicht gar nicht stimmen.
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Lucas Appelmann gibt aus meiner Sicht den entscheidenden Hinweis: allein, dass hier jemand dazu auffordert(!!!), einen Menschen als "Flop" zu bezeichnen und auch noch eine entsprechende Möglichkeit bereitstellt, offenbart unverhohlen eine bestimmte Geisteshaltung. Diese Aufforderung ist so überdeutlich, dass sie allein dadurch die "Erklärungen" des Herrn Scheiba als leeres Geschwätz entlarvt.
Da spielt es für mich keine gar so große Rolle mehr, was man konkret mit der Plattform machen kann und was nicht.
Ich erziehe meine Kinder so, dass zwar eine Handlung / ein Arbeitsergebnis ein Flop sein kann, niemals aber ein Mensch. Und aus diesem Grund gäbe es für diese App ein glasklares elterliches Verbot, wenn meine Kinder auf die Idee kommen sollten, diese zu nutzen.
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Ich bin raus :-) Viel Spaß noch!
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Ich habe gerade einigen Kollegen, die davon noch nichts mitbekommen haben, folgendes (im Wortlaut) geschildert: SchülerVZ hat eine App mit dem Namen Pausenhof beworben, bei der man seine Schulkameraden mit Top oder Flop bewerten kann."
Die spontane Reaktion: Na super, als ob es das Thema Mobbing nie gegeben hätte.

Oder um es lebensnäher auszudrücken: Der Bauer erkennt seine Schweinchen am Gang.

Manche Dinge brauchen keine Recherche.
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+Mirko Lange wenn Unternehmen Menschen sind, warum suchen sie nicht ihrerseits den Kontakt um das vermeintliche "Mißverständnis" zu klären. Warum z.B. nicht hier in der Kommentarspalte? Wenn wir uns auf Augenhöhe begegnen sollen (und so verstehe ich Dich) muss StudiVZ auch den Menschen entgegen kommen, davon sehe ich bisher nichts.
Mir gefällt ja Dein Bild, aber es hat vermutlich nichts mit dem Selbstverständnis von StudiVZ zu tun.
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+Martin Neuber Diese Aussage wäre sicherlich richtig wenn man nach dem Grundsatz leben würde: "Andere, die keinen Respekt vor Menschen haben, denen muss ich auch keinen Respekt zeigen." Wohin das führt, kann sich ja jeder selbst ausmalen...
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+Mirko Lange das ist sicher nicht mein Grundsatz und ich habe mich bisher mit den Bewertungen gegenüber StudiVZ zurückgehalten. Im Netz wurden StudiVZ jetzt schon zahlreiche Gesprächsangebote gemacht (wenn auch etwas ruppige), es wird m.E. Zeit, dass sie eins annehmen.
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+Sascha Stoltenow Ich gratuliere ausdrücklich allen Bauern und ihren Schweinchen hier. Ich bin leider weder der eine noch das andere. Aber der Vergleich ist gut: Ich jedenfalls will mich auch weder wie der eine oder das andere hier benehmen.
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Mist. Ich bin doch nicht raus. Grmpff.... Aber ich muss sagen, dass ich irgendwie die ganze Debatte nicht peile. Da steht ganz oben als Überschrift "Mobbing ist kein Kavaliersdelikt" - und der Text führt aus: "weder auf dem Schulhof noch im Social Web". Da steht nicht "Ich finde den VZ-Pausenhof" gut. Also warum schreiben hier ständig Leute Kommentare, warum der VZ-Pausenhof nicht gut sei?
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Weil schon das Ausgangsposting eine andere Hauptmessage als die Überschrift hatte. Und weil "Mobbing ist kein Kavaliersdelikt" und "Bewerte, deine Freunde" zusammen mit "Top oder Flop" sowie deine Aussagen dazu sich ganz gewaltig stechen. Das kannst oder willst du halt nicht sehen. Werd damit leben müssen und all die anderen Diskutanten auch.
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If you don't pay for it, you are the product.

Den ganzen Rating-Mist gibt es schon ewig. Mit "Hot or not" über die ganzen "Rate my [primäres/sekundäres Geschlechtsmerkmal]" bis hin zum wirklich (!) ekelhaften "Rate my Poo".

Na UND?

Das Schlimme an "Pausenhof" ist die phonetische Nähe zu "Ponyhof" und die dem Ganzen innewohnende Verharmlosung. Das ist natürlich nicht ganz ernst gemeint, ernst ist aber, dass wir Erwachsenen es versäumt haben unsere Kidner auf so eine Mist vorzubereiten.

Im Übrigen gab es das schon immer und Hänseleien gehören zum Schulalltag. Die Grenze zu finden ist jedoch schwierig geworden weil der Ort eben nich tmehr unbedingt öffentlich ist - sprich sich dem Erwachsenen entzieht.

Und das ist das eigentlich perfide am "Pausenhof" - die im Verborgenen statt findende "Beurteilung" und gerad nach den Erfahrungen mit isharegossip hätte man DAS besser wissen müssen ...

Oh ... und <EDIT> sagt: Mein Sohn wird übrigens ganz real erpresst. Nix Schlimmes wo man nicht gegensteuern könnte aber für die 1. Klasse schon hart. Ich hab nicht schlecht gestaunt ... welche Wert- und Moralvorstellung hat ein 7-jähriger, der seine Mitschüler unter Androhung von Gewalt um ihre Süßigeiten erleichtert ...
</EDIT>
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Lieber +Markus Frey, wir reden tatsächlich über zwei völlig verschiedene Sachverhalte. Aber das macht nichts. Du liegst bei deinem Thema völlig richtig :-)
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Stell Dir vor, jemand schriebe einen Text unter der Überschrift "Vergewaltigung ist kein Kavaliersdelikt." Viele Deiner Stellungnahmen lesen sich wie Relativierungen. Und während ich den differenzierten Blick auf viele Dinge für im Sinne einer aufklärerischen Grundhaltung essentiell ansehe, kann und will ich einem Akteur wie SchülerVZ, der im Sommer versucht hat, mit der Sexualisierung Minderjähriger Geld zu machen und dies nun mit einer Mobbing-Logik versucht, kein Verständnis haben.

Das mit den Bauern und Schweinen hast Du übrig nicht so verstanden, wie ich es gemeint habe. Ich meinte damit, es gibt zahlreiche Menschen, die ganz instinktiv wahrnehmen, wenn etwas Übel ist.
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Ich bitte darum, meinen - offline Seins wegen zunächst abschließenden - letzten Kommentar unter meinem oben verlinkten Blogpost zu lesen, falls jemand sich bis hierhin durchgekämpft hat und meinen könnte, dass es auch nur den Hauch einer Chance gebe, dass SchülerVZ eine Beschleunigung seines ohnehin baldigen Ablebens nicht verdient hätte. 
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Fürs Mobbing braucht niemand eine App, das können gerade Kids auch so schon.
Aber das eine derartige App das Schubladendenken fördert, dürfte jedem klar sein. Ich frage mich ernsthaft wie man auf die Idee kommt Menschen in Top oder Flop einzuteilen. Ich kann mit +Mirko Lange in einem Punkt nicht einer Meinung sein, aber ist er dann gleich ein Flop?

Eltern sollten sich hier also weniger Gedanken wegen möglichem Mobbing machen, und sich viel mehr fragen, ob Schubladendenken zu den Dingen zählt, die sie ihren Kindern vermitteln wollen bzw. vermittelt sehen wollen.
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Ein wichtiges Unterthema war, wie sehr Verpackung (Cover) und "eigentliches" Produkt zu trennen sind. Nach deiner Überzeugung offenbar in hohem Maße, nach meiner und der, der meisten anderen Diskutanten nicht. Es ist eben nicht wie bei der Papiertüte vom Bäcker, in der meine Brötchen stecken. Das Cover ist nicht nur Verpackung sondern unmittelbarer Teil des Produktes. Die beiden Aussagen "Bewerte deine Freunde" und "Top oder Flop" sind auch nicht nur Werbesprüche sondern konkrete, unmittelbar auf die App bezogene Handlungsaufforderungen. Deine wiederholten Versuche zu trennen, was nicht zu trennen ist haben nun mal zu der Diskussion geführt, wie sie sich hier jetzt eben darstellt.
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+Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach Hallo Wolfgang, ich mag diesen Kommentar, also den letzten in Deinem Blogpost. HIer kommt auch die Intelligenz und Differenziertheit zum Ausdruck, die ich dir mehr als zutrauen, die aber in deinen Blogposts teilweise von viel Häme und Aggression verdeckt ist. Mich macht das immer skeptisch...
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Hier die Stellungnahme von SchülerVZ, die just in dieser Sekunde in mein E-Mail-Postfach geflattert ist.

Neue App von schülerVZ ermöglicht kein Mobbing
Das soziale Netzwerk schülerVZ widerspricht der Behauptung einzelner Blogger, die am 25. November eingeführte App „Pausenhof“ würde Mobbing ermöglichen. Das neue Programm enthält neben zahlreichen anderen Funktionen auch die Möglichkeit, über Profilbilder von anderen schülerVZ-Mitgliedern per „Top-oder-Flop-Voting“ abzustimmen. Im Gegensatz zu „Top“-Wertungen werden „Flop“-Votings den Nutzern jedoch nirgends im Programm angezeigt. „Wir bedauern, dass unsere Produktinformation zu unserer App zu Irritationen geführt hat“, sagt Stefanie Waehlert, Geschäftsführerin der VZ-Netzwerke. „Die Kritik, die App ermögliche Cyber-Mobbing, ist jedoch falsch.“ Um Missverständnisse in Zusammenhang mit der neuen App zukünftig auszuschließen, hat schülerVZ den „Flop“-Button vollständig entfernt und die Werbung für „Pausenhof“ auf der eigenen Plattform korrigiert. „Wir legen seit jeher größten Wert auf ein werteorientiertes und verantwortungsvolles Handeln auf unseren Plattformen. Nichts liegt uns ferner, als Möglichkeiten zu schaffen, andere Mitglieder zu demütigen“, sagt Stefanie Waehlert. Die Einhaltung aller notwendigen Regularien überwacht bei schülerVZ seit Jahren ein eigener Jugendschutzbeauftragter und ein Media Education Team mit geschulten Pädagogen.„Pausenhof“ ist von den Nutzern der Community seit dem Start vor rund drei Wochen über 40.000 Mal heruntergeladen und fast ausschließlich positiv aufgenommen worden.
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+Mirko Lange Ich habe soeben folgende Stellungnahme von SchülerVZ in mein Postfach bekommen. Diese weicht von der Ihrigen deutlich ab, denn nun wird behauptet, dass es nie einen Flop-Button gegeben hätte. Dieser wäre lediglich in der "Plattformwerbung" enthalten gewesen, aber nie ein reeler Bestandteil der App. Scheinbar ist man nun von "Erklären" zu "Abstreiten" und verbreiten von Schutzbehauptungen übergegangen:

#########

Sehr geehrter Herr Schuster,

gut, dass Sie sich an uns gewendet haben. Ihre Bedenken nehmen wir ernst.

In der App „VZ-Pausenhof“ können Schüler neue Freunde finden, mit ihnen schreiben und sich gegenseitig Geschenke machen.
Eine weitere Funktion der App war „Top & Flop“. Dabei war die die Wertung als „Flop“ für die Nutzer der App nicht sichtbar. Sie diente lediglich als Pendant zu „Top“. Vor der Veröffentlichung wurde die App und speziell diese Funktion von uns geprüft - sowohl von unserem medienpädagogischen Team, als auch vom Jugendschutzbeauftragten.

Wir bedauern, dass die Formulierung im Newsletter zu Missverständnissen geführt hat und der Eindruck entstanden ist, "Top & Flop" wäre die einzige Funktion und würde Mobbing begünstigen. Dies ist nicht der Fall.
Cybermobbing ist für uns von großer Bedeutung. Bereits seit Jahren sensibilisieren wir Schüler im Rahmen von Kampagnen und Aktionen auf der Plattform, speziellen Informationsseiten und in Workshops an Schulen zu diesem wichtigen Thema. Auch Eltern und Lehrer unterstützen wir bei der Präventionsarbeit und bei der Klärung von Problemfällen. Informieren Sie sich gern auf unseren Informationsseiten: www.schuelervz.net/eltern.

Um Missverständnissen im Zusammenhang mit der App "Pausenhof" künftig vorzubeugen, haben wir die Formulierungen der Plattformwerbung korrigiert und den "Flop"-Button vollständig entfernt.

Mit freundlichen Grüßen,

<Name entfernt>
Media Education VZ Netzwerke
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Ist doch inhaltlich gleich und da steht auch nur das sie den Button entfernt haben, aber nicht das es ihn nie gegeben hätte.

Der Satz: "Cybermobbing ist für uns von großer Bedeutung. " is wenigstens nen echt guter Lacher.
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Da steht:
1. "Dabei war die die Wertung als „Flop“ für die Nutzer der App nicht sichtbar. Sie diente lediglich als Pendant zu „Top“." = Die App enthielt keinen "Flop"-Button.
2. "haben wir die Formulierungen der Plattformwerbung korrigiert und den "Flop"-Button vollständig entfernt" = Wir haben den Button aus der Werbung entfernt.
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+Jürgen Schuster Entschuldige, ich fürchte das hast Du missverstanden. Tatsache ist wohl: Es gab einen Flop Button, aber die Wertungen waren niemals sichtbar. Und so steht es auch in dem Brief an Dich. Jetzt gibt es nicht einmal mehr den Flop-Button.

Das bedeutet für mich: Durch die Werbung wurde der Eindruck erweckt, es gäbe eine App mit einem Flop-Button, und es könnten Schüler öffentlich gedisst werden. Damit hätte Schüler VZ tatsächlich eine Mobbing-Plattform angeboten. Darauf ist auch +Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach angesprungen, das hat er scharf kritisiert, und damit hat er viele Leute "mobbilisiert". Aber das war offensichtlich nicht ganz richtig. Denn es gab niemals so eine Art von Mobbing-Plattform. Allerdings kann man es Wolfgang auch nicht wirklich vorwerfen, denn SchülerVZ hat durch ihre irreführenden Werbung selbst den Anschein dafür gesetzt.

Davon unabhängig ist die Frage, ob SchülerVZ alleine schon durch die Werbung und das Vorhandenseins dieses Flop-Buttons ein generelles Mobbing begünstigt hat. Einfach deswegen, weil der Eindruck entsteht, dass es okay ist, wenn man einen anderen als "Flop" bezeichnet - auch wenn es bei der VZ Pausenhof App niemand konkretes hört. Es wird also ein Verhalten belohnt und beworben, was in anderem Kontext schädlich sein kann. Das sieht inzwischen auch SchülerVZ selbst so, denn ansonsten hätten sie die Werbung nicht geändert.

Ich gebe zu, dass es wohl letztendlich keinen Unterschied macht. Sicher wäre der erste Fall so richtig übel gewesen, deswegen auch mein anfängliches Unwohlsein. Aber unter dem Strich ist es auch nicht akzeptabel, dass eine Schülerplattform [sic!] nicht das Feingefühl besitzt, dass sie damit unmoralisches Verhalten fördert. Ich bin zwar versucht zu sagen, "das ist nicht sooo schlimm", aber - auch nach der Diskussion hier - doch, das ist es. SchülerVZ hat sich ziemlich disqualifiziert, dass man ihnen seine Kinder anvertraut.
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1. Es gab den Flop Button, siehe die Screenshots. Dass man die Flops nicht sah, war erst bei längerer Nutzung zu merken. Mir scheint, Mirko, du hast die App nicht getestet, dann hör aber bitte auf, die Unwahrheit zu sagen. Meinst du auch nicht, ist mir klar, wird aber unwahr.

2. SchülerVZ killt den Flop-Button, was ich gut finde. Die PM dazu ist die übliche PR-Scheiße, das wissen wir hier alle, kein Grund zur Aufregung. Dass sie durch konkludentes Verhalten anerkennen, dass sie falsch lagen, reicht mir.

3. Die Tonalität spiegelt die Gesamthaltung der VZ Netzwerke Ltd. wider, die seit langem von einer Weigerung geprägt ist, die Realität wahrzunehmen. Aber das ist mir ehrlich gesagt egal.

4. Dass sie auf Druck reagieren, und das recht schnell (rund 30h), ist gut. Dass sie so reagieren, zeigt auch, dass sie offenbar anders sehen, ob man sexualisiert und auf die Grausamkeit von Kindern spekulierend werben sollte. 
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+Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach Ich meine, ich sage das Gleiche Selbe wie du. Wir sind uns in der Sache einig. Ich würde es nur nicht "PR-Scheiße" nennen, eher "Perspektive". Und wenn man etwas bewirken will, hüben wir drüben, hilft es, "empathisch" zu sein. Empathie immer nur von Unternehmen zu fordern, selber dazu nicht in der Lage zu sein, bringt nicht weiter. SchülerVZ hat nicht das getan, was ihnen vorgeworfen wurde, aber das was sie taten, war trotzdem nicht gut. Deswegen ändern sie etwas, und darauf kommt es an.
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+Lars Basche Nicht, dass jetzt Mythen entstehen: Ich sehe nicht, dass irgendjemand jemals bestritten hätte, dass es den Button gab. Im Gegenteil. Die schreiben ja selbst: "Wir haben den Flop-Button vollständig entfernt." Warum sollten sie das schreiben, wenn es vorher keinen gegeben haben soll.
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Du hast recht, was Dich angeht, hab's grad in Deinem ersten Satz nochmal gelesen und vorher überlesen.

Was SchülerVZ selber angeht, macht es wohl am Schluss wirklich keinen Unterschied, ob er nun wie da war, wie Du auch schreibst. Letztlich ist es dann Haarspalterei. Die Haltung hinter der Handlung ist so oder so deutlich geworden.
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+Lars Basche Ja, aus Sicht der Eltern stimmt das. Aus der Innensicht kann ich das schon verstehen. Um mal ein krasseres Beispiel zu nehmen: Es ist schon übel, wenn mir vorgeworfen würde, ein Kind sexuell missbraucht zu haben - dabei habe ich es nur heimlich "beobachtet". Es gibt da einen erheblichen Unterschied in der Schuld. Nur: wenn ich Kindergärtner bin, dann ist schon das Beobachten untragbar.
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Mirko, psst, das wird gerade nicht besser. Und wenn du diesen Vergleich wirklich nach zweimal lesen stehen lässt, hilft wohl nur noch plonken. Äh. Manmanman. 
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Den Vergleich verstehe ich nicht. Wäre es im Falle von SchülerVZ nicht eher so, dass sie zu der Tat angestiftet oder den Täter ermutigt hätten...?
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+Lars Basche Es ging mir nur um den persönlich gefühlten Grad der Vorwerfbarkeit und der Schuldbewusstheit. Das Schlüsselwort war ja Empathie. Ich kann - aus der Perspektive von SchülerVZ (!) - verstehen, wenn sie sagen: "Wir haben kein Mobbing ermöglicht". Analog zu "Ich habe das Kind doch nicht angefasst". Das ist technisch gesehen richtig. Sie haben nichts direkt getan. Und für das eigene individuelle Erleben auch eine wichtige Unterscheidung. Aber es hilft ihnen nichts... und ja, man kann natürlich auch andere Vergleiche ziehen :-)
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+Wolfgang Luenenbuerger-Reidenbach Tja, das bleibt dir überlassen. Wenn du auf meine Beiträge besser verzichten möchtest - kein Problem. Mir bleibt dann vielleicht die ein oder andere hämischen Bemerkung erspart. ;-) Aber im Ernst: Du hast ein Problem damit, Dinge aus der Perspektive Anderes zu sehen, oder?
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Ja, der Vergleich hinkt. Gelinde gesagt.

Und nochmal: SchülerVZ hat/hätte nicht nur beobachtet.
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+Lars Basche Bitte entschuldigt. Ich habe das "beobachtet" in " " gesetzt, weil ich nicht direkt schreiben wollte, was da beim "beobachten" passiert (Ona...). Damit wollte ich nichts verharmlosen. Aber wozu und worüber reden wir hier noch? Ist nicht alles gesagt?
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Und noch eine andere Sache, die hier völlig zu kurz kommt: Was genau hätte es eigentlich besser gemacht, wenn niemand die Flops auf der Plattform selber gesehen hätte? Auch wenn es viele hier nicht wahrhaben wollen, Menschen reden auch noch in echt miteinander und nicht nur über Bildschirme, so nach dem Motto (und man verzeihe mir die nicht zeitgemäße Jugendsprache):

"Ey, du bist der absolute Flop, Alter. Hab ich auch bei SchülerVZ drauf geklickt."
oder
"Hört mal alle zu! Wie viele haben bei dem Idioten hier noch auf Flop geklickt?"
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Und ja, das soll's gewesen sein.
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wenn das wirklich so ist, ist das wirklich unfassbar.
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+Dirk Wippern Tja, das ist das Problem, mit dem "wirklich". Es gibt ein paar Fakten. Und es gibt viele Interpretationen. Was davon ist nun "wirklich"? Die Fakten (zumindest nach Aktenlage) sind: In der Pausenhof App konnten Kinder bei den Profilbildern anderer Kinder "Flop" (oder "Top") klicken. Wie oft sie das getan haben, weiß man nicht. Dieses "Flop" klicken, hatte allerdings offensichtlich keine sichtbare Wirkung - denn die Flops wurden weder einzeln noch als Summe bei dem anderen Profil angezeigt (nur die Tops, so wie ich das verstanden habe). Und es gibt eine Werbung, in der die Kinder aufgefordert werden "Top oder Flop" bei ihren Freunden zu klicken. Manche werten das als "Mobbing". SchülerVZ sagt, das sei kein "Mobbing", weil der "gefloppte" das niemals mitbekommt. Gleichzeitig sieht SchülerVZ aber ein, dass es so etwas wie ein Vorstufe sein könnte, und hat sowohl die Werbung als auch den Flip-Button zurückgezogen.
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P.S. Ich habe gestern meine elfjährige Tochter gefragt, wie sie das findet, wenn man bei seinen Freunden "Top oder Flop" klicken könnte, ohne dass ich ihr Details genannt hätte. Sie sagte ohne zu zögern: "Ich finde das Scheiße." Als ich sie fragte warum, sagte sie: "Man kann damit doch jemanden verletzen." Und als ich sie fragte, ob sie denn "Top" klicken würde, sagte sie: "Ja, Top, würde ich klicken, aber nicht Flop". Vielleicht sind unsere Kinder ja gar nicht so dumm....
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Ich hoffe, Du hast ihr gesagt, dass man scheiße nicht sagt... ;-)
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