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(ich liebe abstrakte #definitionen . spontan heute morgen zum einstieg in den arbeitstag:)

" #Bildung ist die (angestrebte) Souveränität und Orientiertheit, die sich daraus ergibt, dass ein Subjekt innerhalb eines soziokulturellen Systems ein multidimensionales und anschlussfähiges Weltbild und Selbstbild entwickelt - anhand von vertiefter, länger andauernder Beschäftigung mit (mindestens) einem exemplarischen, hinreichend komplexen Gegenstandsbereich, der Erfahrungsfeld und Wissensgebiet zugleich ist."

"Sich bilden" bezeichnet dann logischer Weise die Prozesse, die uns diesem Ziel (als Fluchtpunkt) näher bringen.

#mikrobuch
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Saurier Duval's profile photoJean-Pol Martin's profile photoMartin Lindner's profile photo
13 comments
 
„Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, die Menschen ermöglichen, mit einströmenden Daten gelassen umzugehen, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten.”
Alles notwendig und ausreichend?
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deine aufforderung war ja der impuls, die definition hinzuschreiben ;) insgesamt ist mir dein begriff zu unspezifisch. man müsste ja an den traditionellen Bildungs-Diskurs anschließen (oder halt den begriff gleich verabschieden).

"gelassen": entspräche hier "Souveränität"
"gemeinsam": wäre "anschlussfähig" und "in einem soziokulturellen system"

"Erstellen von Konzepten" wäre hier (dem emphatischen deutschen Bildungsbegriff folgend) "Selbstbild und Weltbild", gemeint auch Modellbildung innerhalb von Systemen über dieses System selbst. Einfach nur "Konzepte" ist mir zu unspezifisch: Man kann sehr viele Konzepte von allem möglichem haben, ohne dass es sinnvoll ist, das einer (emphatischen) Bildung zuzuschlagen.

"einströmend": Ja, alle Metaphern, die Zirkulation von Zeichen evozieren, mag ich grundsätzlich gerne. Ich würde das bei mir der Betrachtung des "Sich Bildens" als Prozess zuschlagen: Tatsächlich ist meine Definition ja dem traditionell eher statischen Begriff von Bildung-als-Zustand nachgebildet. Dass Bildung eigentlich ein Wort für permanent andauernde Erfahrung und Tätigkeit ist, würde ich unterschreiben.

"daten": mit den "daten" kann ich wenig anfangen hier, das ist ein bisschen ein leerer stellvertreterbegriff. ich mag auch die neuro-sprache von "sinnesdaten" nicht. wenn damit gemeint sein sollte: mediale informationen und/oder digitale daten, dann sind wir beim spezialthema "Bildung im Zeitalter der digitalen Netz-Medien".
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Ich möchte aber die definition so knapp wie möglich halten (notwendig und ausreichend). Daher lässt sie viele interpretationsmöglichkeiten offen. Aber einen Begriff habe ich doch ausgeweitet: "(das gemeinsame Erstellen von) Lebensbewältigungskonzepten"
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+Jean-Pol Martin ja, natürlich kann man sich viele bildungs-definitionen vorstellen. das hängt vom kontext ab. ich wollte tatsächlich eine definition haben, die (a) Goethe unterschreiben könnte, würde er heute leben, und (b) die fixierung auf Bildungsbürgertum und formale Bildung überwindet.

wozu genau dient deine definition?
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meine definition stellt einen versuch dar, alle existierenden definitionen von bildung auf ihren kern zu reduzieren und den begriff von seinem ideologischen balast zu befreien. aber ich selbst brauche den begriff "bildung" nicht und ich benutze ihn auch nicht. für mich trägt er stark negative assoziationen (stichwort bildungsbürgertum).
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Vor zwei Jahren hattest du dich beteiligt und am Ende stand:
"“Bildung ist das gemeinsame Erstellen von Konzepten, die erlauben, mit einströmenden Daten gelassen umzugehen, wobei es gilt, diese Konzepte flüssig und beweglich zu halten. Die neuerstellten Konzepte ermöglichen die Planung und Durchführung von weiteren Handlungen. Sie schaffen die Sicherheit, die notwendig ist, um unbekannte Felder zu betreten, in denen neues Wissen generiert wird.“ Siehe: http://jeanpol.wordpress.com/2010/02/25/meine-definition-von-bildung-youtubehttpwww-youtube-comwatchvyfvgsiynrqmhlde_defs1/
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Ja, ich erinnere mich dunstig. Reicht mir heute aber nicht mehr aus. (Brauch gerade selbst einen bildungsbegriff.)

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sehr elegant, wie die neue definition quasi die überwindungsbedingung der alten definition beinhaltet ("anhand von vertiefter, länger andauernder Beschäftigung...", "bezeichnet dann logischer Weise die Prozesse, die uns diesem Ziel (als Fluchtpunkt) näher bringen..." ;)
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ich kenne eigentlich gar keine ähnlich umfassende definition des alten bildungsbegriffs, wie er sagen wir mal seit den 1950ern sich eingebürgert (sic) hat, fällt mir grad auf.
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+Jean-Pol Martin grad noch mal nachgelesen: ich hatte damals deine definition nicht zur meinigen gemacht, sondern erfreut (ich mag definitionen) deine mündliche definition in text umgewandelt, damit man sie zitieren kann.
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ja, das ist mir nicht entgangne, aber dadurch hattest du den prozess der definitionsfindung stark vorangebracht. danke dafür, auch zwei jahre später!:-)
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wie gesagt, ich liebe definitionen. und auch die hier hätte ich nicht ohne dich geschrieben. (übrigens hattest du deine definition ja damals noch erweitert, v.u.den handlungsaspekt.)
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