nochmals bei michael im buch nachgelesen, und keine so richtig kompakte definition von #plattform gefunden. weil ich sowas aber immer brauche, hier mein anlauf:

   Die Plattform ist eine Netzwerk-Struktur aus Beschränkungen (durch technisches Design, soziales Design, UX-Design),
   die so beschaffen ist, dass sie sehr bestimmte Arten von Aktivitäten und Erfahrungen (und "sozialen Objekten") erst möglich und wahrscheinlich macht, die also nicht trotz, sondern gerade wegen dieser besondere Beschränktheit der Netzwerk-Struktur überhaupt erst "offen" und "spontan" initiiert sein können.
   Die digitalen Netz-Plattformen ermöglichen nicht nur solche Aktivitäten, Erfahrungen bzw. user-generierten Objekte, sie ziehen daraus einen besonderen Wert. Durch diese Aktivitäten und Objekte wird die Plattform größer, reichhalter und leistungsfähiger. Und durch diese Aktivitäten und Objekte kann auch die Plattform selbst sich umgestalten (generativ: permanent beta).
   Die mehr oder weniger nebenbei erzeugten "sozialen Objekte" stellen selbst einen Wert dar, den man entweder gesondert verkaufen kann (Muster: aus Wikipedia-Einträgen eBooks machen, die man auf AMZ verkauft; oder User-Fotorechte verkaufen, von denen man Prozente nimmt, usw usw.).
   Die anfallenden Daten über User und ihre Aktivitäten sind einerseits der Stoff, mit dem die Maschine läuft. Ihre Auswertung führt zu laufenden neuen Designanpassungen, Features usw. Zugleich stellen sie einen eigenen Wert dar, den man wiederum monetarisieren oder an Dritte verkaufen kann. ("Du bezahlst mit deinen Daten." So wie auch die Post die Daten der Postkunden an Werbetreibende verkauft, Payback usw. )

Eine Plattform ist "Plattform",
   weil sie sich einerseits von der Infrastruktur an sich unterscheidet (die eigentlich selbst Plattform ist, aber eben in diesem Zusammenhang so unspezifisch, dass keine besonderen Effekte zustande kommen);
   weil sie sich andererseits von (relativ) "chaotischen", selbstorganisierten Strukturen unterscheidet, die ohne besondere Constraints zwar auch Aktivitäten, Erfahrungen und soziale Objekte erzeugen, aber solche, die eben zufälliger, weniger verlässlich, weniger anschlussfähig, viel seltener ketten-reagierend und viel weiter streuend sind.
   weil sie sich (das ist die Alternative) von "starren Institutionen" und bürokratischen Organisationen unterscheidet, die die Netzwerk-Aktivitäten eben apriori relativ genau festlegen, zentral initiieren usw.
+Saurier Duval +Michael Seemann

Wenn man das so definieren kann, lassen sich viele interessante Fälle und Anschlussfragen folgern.
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