Es hilft ja jetzt auch nichts mehr, aber hier meine 2 Cent zum Konflikt um den #Edchatde, aus der Sicht einer sympathisierenden Randfigur.

Aus meiner Sicht ist das leidige Edchat-Buch selbst gar nicht das Problem. Oder: Es hätte das nicht sein müssen und nicht sein dürfen.

Es war natürlich völlig klar, dass ein solches Projekt Kritik auf sich ziehen würde. Ich hätte da keinen unüberwindbaren Konflikt gesehen. Der Blogpost von +Elke Höfler
(http://fremdsprachenundwebzweinull.blogspot.de/2017/02/edchatde-gibt-es-als-buch-ein-offener.html)
wäre aus meiner Außenseiter-Sicht eine gute Basis für die notwendige Diskussion gewesen.

Dann hätte man fair und offen Argumente nebeneinander gestellt, und irgendwann hätte man sich darauf geeinigt, nicht vollkommen einig zu sein. Und dann hätte die offene Community weitermachen können.

Das eigentliche Problem war der Umgang mit der Community. Der Edchatde ist, oder war, nicht einfach ein gut organisierter Gruppenchat, sondern Zentrum in einem Ökosystem, in einer eigenen gewachsenen Netz-Kultur, an der ein paar Dutzend recht unterschiedliche und eigenwillige Personen beteiligt sind. Um diesen Kern herum lagern sich dann die neu Hinzugekommenen an.

Ich kenne diese allmählich wachsende Twitter-Lehrer-Community ja seit sicher 5 Jahren, und es war eine große Freude, das von außen wachsen zu sehen. Da herrschte eine richtig gute Atmosphäre.

Wie ich das wahrnahm, bei vielleicht 10 oder 12 Leuten in meiner Timeline, gab es wegen dem Buch gar keine besonders aggressive Stimmung. Ich würde das eher Klärungsbedarf nennen. Das Problem waren die Reaktionen danach.

Zuerst kam lange gar keine Reaktion, so als gebe es gar kein Problem. So als gebe es gar keine Community, die natürlich sich darüber verständigen will. Das war schon nicht gut.

Dann kamen zwei merkwürdige Tweets, die das alles als Neiddebatte abstempelten. Das war schädlich.

Und jetzt eben diese längst überfällige Stellungnahme (Link unten), und zu der fällt mir wirklich gar nichts mehr ein. Da spricht ein indignierter Starautor, der den Gesprächsbedarf des Fußvolks nur als Majestix-Beleidigung interpretieren kann. Da wird so getan, als handele es sich bei der Kritik, die Philippe Wampfler geäußert hat,
(https://schulesocialmedia.com/2017/02/25/edchatde-eine-replik/)
nur um einen "Rezensenten", der unverschämter Weise eine Antwort auf seine Rezension verlangt.

Das Buch war, wie gesagt, nicht das eigentliche Problem. Von der offenen Kultur des Web, die der Edchat und die darum herum entstandene Community jetzt jahrelang vorbildlich vorgelebt hat, hat da jemand gar nichts, aber wirklich überhaupt nichts verstanden.

Von außen sieht das so aus, als sei man mit der Planierraupe mitten durch ein blühendes Ökosystem gefahren. Das ist extrem schade. Ich verstehe es einfach nicht. Wie der Bayer sagt: Das war so überflüssig wie ein Kropf.
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