Was +angor Rainer Nagel da schreibt, das ist der gute mögliche Ausgang für diese Idee.

Die schlechte Version derselben Idee ist, daß das Label "frei ab 18" mit zusätzlichen betrieblichen Auflagen verbunden wird, um es unattraktiv zu machen - Stellung und Ausbildung und Zertifizierung eines Jugendschutzbauftragten zum Beispiel.

Um Rechtssicherheit herzustellen werden so viele kleine Blogs schlicht schließen oder sich in Silosysteme zurückziehen, wenn sie es nicht haben.

Es ist leicht, ein Blog rechtssicher zu betreiben, wenn man drei einfache Dinge beachtet:

- Nicht auf einem Server bei einem deutschen Hoster.
- Nicht auf einer deutschen Domain.
- Nicht in deutscher Sprache.


Ich schrieb anderswo (https://plus.google.com/u/0/+KristianK%C3%B6hntopp/posts/LbykX6c94C3):

Widersprüche im #JMStV auch im neusten Anlauf unaufgelöst

Jugendgefährdende Inhalte von Kindern und Jugendlichen fern zu halten ist einfach: Einfach alles auf 21, 18 oder was auch immer flaggen und fertig - und da ein wirksamer Jugendschutzfilter nicht gekennzeichnete Seiten so hoch als möglich einstufen muß, braucht man eigentlich gar nichts zu tun.

Der Nachteil ist, daß Kinder und Jugendliche hinter einem solchen Filter auf gar keine Inhalte zugreifen können.

Damit ein solches Filter- und Einstufungssystem angenommen wird, muß man alle Anbieter dazu bringen, ihre Inhalte so niedrig wie gerade noch rechtlich möglich zu bewerten, damit möglichst viele Inhalte für Kinder und Jugendliche freigegeben sind.

Bei Filmen, Spielen und anderen kommerziellen Inhalten mit hohen Produktionskosten ist ein inhärenter Anreiz für die Anbieter da, um da zu tun, um so die mögliche Reichweite und damit den Gewinn zu erhöhen. Unser Jugendschutzsystem funktioniert hier, weil es für die Anbieter Sinn macht, das rechtliche Risiko und die Arbeit für eine möglichst niedrige Einstufung auf sich zu nehmen.

Das offene Internet, außerhalb von kommerziellen Werbewebsites und Silos funktioniert nicht so.

Webseiten sind auch als Hobby und mit niedrigen Kosten schnell erstellt, und so gibt es haufenweise für Kinder und Jugendliche interessante und wichtige Seiten, bei denen die Anbieter von Inhalten keine kommerziellen Interessen haben und an Reichweitenmaximierung nur beschränkt Interesse haben.

Stattdessen wollen sie eigentlich wenig Arbeitsaufwand und große Rechtssicherheit - damit fehlt jede Grundmotivation, mit der ein Bewertungssystem wie der JMStV es vorsieht überhaupt jemals funktionieren kann.

Ohne eine Diskussion dieses Problems und ohne Vorschläge, die das adressieren und thematisieren wird es in dieser Sache niemals sinnvolle Bewegung geben.

Und so ist auch dieser Anlauf zum JMStV wegen mangelnden Verständnisses der Sach- und Motivationslage bei allen Beteiligten zum Scheitern verurteilt.
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