Neue Technologie vs geplante Obsoleszenz Was Ihr als https://de.wikipedia.org/wiki/Obsoleszenz#Geplante_Obsoleszenz wahrnehmt, ist meist meistens keine, sondern es sind einfach die schnellen Produktzyklen neuer Technologie.

Wenn etwas neues auf den Markt kommt, dann ist es meistens gerade eben funktionsfähig - https://en.wikipedia.org/wiki/Minimum_viable_product Wir erinnern uns zum Beispiel gerne noch daran, wie revolutionär das iPhone 1 war, aber wir haben die Erinnerung daran, wie klobig, langsam und generell feature-arm es war schon verdrängt. Und diejenigen von uns, die ein Auto ohne eingebaute Navigation gekauft haben und jetzt mit einem Saugnapf-Navi oder dem Telefon navigieren können kaum ermessen welche Schmerzen Leute erleiden müssen, deren Autoradio noch einen CD-ROM Slot hat, den man entweder für die veraltete Navigations-CD oder Musik verwenden kann.

Brandneue Produktklassen bei Konsum-Elektronik haben eine Lebensdauer von etwa 6 Monaten. Danach kommt die nächste Iteration auf den Markt, die dann pro Iteration etwa 3 Monate länger nützlich ist. Ab Version 4 oder 5 kann man dann von normalen Produktlebensdauern reden und erwarten, daß ein Gerät im Mobilen Einsatz 3 Jahre halten kann, bevor es im Zuge normalen Gebrauchs zerstört oder unbrauchbar wird.

Es gibt Leute, deren Mobiltelefone und Laptops länger halten als 3 Jahre, aber das sind meist Personen, die das Gerät überwiegend im stationären Einsatz in einer geschützten Umgebung haben. Auch bei stationärem Einsatz ist nach spätestens 6 Jahren Schluss.

Warum ist das so?

Moores Law gibt uns eine Verdoppelung der Leistung unserer Geräte in etwa 18-24 Monaten, also ein Leistungsgewinn von etwa 45% im Jahr. Nach 6 Jahren haben wir also in etwa eine Verzehnfachung der Leistung der Maschinen - und damit eine komplett andere Maschinenklasse als beim Erscheinen der originalen Hardware.

Da kann man natürlich eine Obsoleszenz-Diskussion anfangen, aber in einer Umgebung mit einer so hohen Veränderungsrate ist das müßig. Wenn sich die Technik selbst stabilisiert hat - also das Wachstum der Leistung weg ist, und wenn sich die Produkte stabilisiert haben - wir also nicht mehr forschen, was wir eigentlich bauen und benutzen wollen und wie, dann kann man sich über Lebensdauern Gedanken machen.

Zur Zeit ist das bei Elektronik komplett unsinnig, und selbst bei Häusern problematisch (*1).

Wenn es also unausweichlich ist, daß es in so einem Szenario Müll gibt, dann muß man den in der Tat aggressiv managen und recyclieren, wenn man gewinnen will.

EDIT/Nachtrag: Eine weitere Folge von Moores Law ist der Zwang zur Integration, also mehr Funktionen auf weniger Bauteile zu tun. Damit wird aus "tausche mal eben einen Kondensator aus" schnell mal ein "da muß man die Steuerplatine austauschen" und dann ein "da muß das ganze Gerät neu".

Das ist auch nicht fundamental falsch, siehe meine Anmerkungen zu Projekt Ara in https://plus.google.com/+KristianK%C3%B6hntopp/posts/1rJK6jdvuZQ oder in den einschlägigen Diskussionen über Nicht-wechselbare-Batterien: Wer ein kleines, stabiles Gerät möchte, das auch bei mobilem Einsatz durchhält, der muß in Kauf nehmen, daß die Teile, die nicht abfallen sollen auch nicht einfach abgenommen werden können. Wenn man das in einem Umfeld haben will, in dem Moore's Law gilt, der hat halt ein Gerät, das nach 3 Jahren 10x langsamer als aktuelle Geräte ist und nicht verändert werden kann.

(*1) Es gibt Leute, die die Auffassung vertreten, daß wir im Grunde alle Häuser, die älter als 30 Jahre sind, abreißen müßten und als Plusenergie-Häuser neu aufbauen müßten, wenn wir wollten, daß aktuelle Hausbau- und Energiespartechnik in die Breite gedrückt und großflächig eingesetzt wird.
Schuld an den wachsenden IT-Schrottbergen sind nicht nur die Kunden, sondern auch viele Hersteller. Stichwort: geplante Obsoleszens! (mfi)
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