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Warum Microsoft Flight eine Totgeburt ist

Die Erwartungen an Microsoft Flight waren hoch. Immerhin war der Microsoft Flight Simulator über viele Jahre hinweg das Maß der Dinge für alle Freunde des virtuellen Fliegens. Doch nachdem immer mehr Konkurrenz aufkam, hat man sich bei Microsoft entschieden, einen radikalen neuen Weg zu beschreiten. Flight ist kleiner, zugänglicher und vor allen Dingen umsonst. So zumindest wurde es im Vorfeld fleißig kommuniziert.

Leider ist das nur die halbe Wahrheit. Flight ist tatsächlich wesentlich kleiner (zur Zeit kann man nur auf Hawaii herumfliegen) und es ist auch tatsächlich Einsteigerfreundlicher, ohne auf Komplexität zu verzichten, wenn man diese sucht. Aber das mit dem "Umsonst" erweist sich als, sagen wir mal "gewagte", Behauptung. Tatsächlich kostet Flight zunächst einmal nichts. Wer schon immer mit zwei relativ unspektakulären Flugzeugen in Ruhe seine Bahnen über einer Insel ziehen wollte, kann das nun kostenfrei tun. Damit endet aber auch das Vergnügen. Alles weitere muss bezahlt werden, und die Preise haben es in sich. Weitere Inseln rund um Hawaii mitsamt einem weiteren Flugzeug schlagen mit satten 20 EUR zu buche. Wer noch einen Flieger mehr will, kann gleich nochmal dasselbe berappen. Ein weiterer, sparsam umgesetzter, Vogel kostet nochmals 9 EUR, und schon hat man de facto den Preis eines vollwertigen Spiels bezahlt.

Und Flight macht nun wirklich keinen Hehl daraus, das man sich gefälligst Zusatzinhalte anschaffen soll. Zu jeder Gelegenheit wird man sehr deutlich darauf hingewiesen, dass es mit dem "Hawaiian Adventure Pack" erst weitergeht.

Microsoft hat offenbar nicht verstanden, dass Einnahmen durch Zusatzinhalte besser subtil angeboten werden sollten. Sie sind für jeden Spieler ein Investment in die Zukunft des Produkts und benötigen Vertrauen in dauerhaftes Entertainment zu fairen Konditionen. Jeder kann sich nun aber selbst ausrechnen, was ihn drei weitere Schauplätze und ein Hangar mit mehr als 10 Flugzeugen potentiell kosten werden. Für die meisten wahrscheinlich einfach zu viel.

Somit bleibt Flight nicht mehr als eine überschaubare Demo für ein potentiell enorm teures Vergnügen. Bei Microsoft wird man aus schleppenden Verkäufen wahrscheinlich die Lehre ziehen, dass Flugsimulatoren einfach nicht gewinnbringend sind und dieses ungeschickt begonnene Experiment eher früher als später einstellen. Diese düstere Aussicht ist, mehr noch als die absurde Preispolitik, der Grund, warum ich nicht guten Gewissens in Flight investieren kann. An Alternativen mangelt es ja zum Glück nicht.
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Mavadelo's profile photoKonrad Haenel's profile photo
 
Und du has recht gehabt ;) Microsoft Flight wurde nicht weiter entwikkeld (sorry fur mein Deutsch, bin Hollander ;) )
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Ich frage mich schon manchmal, was für inkompetente Leute in Firmen wie Microsoft sitzen. Es war ja wirklich nicht schwer abzusehen, dass Flight so nichts werden konnte. Schade, wirklich, das Spiel war an sich nicht schlecht. Aber mit so einem idiotischen Business-Modell war das Scheitern bereits einprogrammiert.
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