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Jens Ihlenfeld
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+Kristian Köhntopp meint (https://plus.google.com/+KristianKöhntopp/posts/hfu9NxPZ2if), die Adblockraten müssen noch deutlich höher steigen, bevor es besser wird. Das sehe ich anders, denn es trifft die Falschen. Schon heute haben Technik-Websites Adblockraten von über 60% und das nicht weil sie besonders schlimme Werbung ausspielen, sondern weil sie ein besonders empfindliches und kundiges Publikum haben.

Ganz falsch ist der Ansatz, es muss erst noch viel schlimmer werden aber nicht. Aber bitte verschont diejenigen Seiten, die auf eurer Seite stehen, sich Mühe geben, den Dialog aufrechterhalten und gewillt sind, es besser zu machen. Genau aus diesem Grund bietet beispielsweise Golem.de ein werbefreies Abo an, zu vergleichsweise niedrigen Preisen. Ich bin bei Kris, dass keiner für alle Medien die er nutzt ein Abo abschließen will. Das ist aber auch gar nicht nötig. Es sollte reichen, wenn 2% Prozent der Nutzer einer Website bezahlen.

Und wer pauschal alle Werbung blockiert, schadet vor allem den Seiten, die er am meisten nutzt. Auf den anderen ist die Adblockquote niedriger und sie bekommen mehr vom Gesamtbudget der Werbekunden.

Schlimmer werden muss es für die Mediaagenturen, denn sie sind es, die darüber entscheiden, welche Werbung wie ausgespielt wird. Sie sitzen auf den Geldtöpfen und sie verdienen sich dabei eine goldene Nase. Und so lange sie ihre Kampagnen noch unterbringen, weil im Markt genug "Klickvieh" adressiert werden kann, werden sie nichts ändern. Sie sind es auch, die auf Profilbildung bestehen, unter anderem um ihre eigene Machtposition zu stärken. Toll wäre es, wenn Adblocker Werbung nicht pauschal blockieren würden, sondern Nutzern die Chance geben würden, einzelne Kampagnen zu blockieren, weil sie schlecht gemacht sind (falsche Werbemittel, schlechte Motive, grottige Umsetzung, Flash, Tracking etc.). Wird eine Kampagne von zu vielen schlecht bewertet, wird sie überall blockiert. Das wäre ein großer Anreiz, bessere und zum jeweiligen Umfeld passendere Werbung zu machen. Dann könnte Werbung auch wieder nützlich werden.

Zu dem Argument von Kris, dass Onlinewerbung will, dass du dein Verhalten änderst und deshalb im Moment der Entscheideung dabei sein muss: Das sehe ich anders. Es gibt Werbformen, die genau darauf abzielen und richtig eingesetzt funktionieren sie sehr gut. Das sind beispielsweise transaktionsorientierte Anzeigen in Suchmaschinen. Wer aber auf Seiten mit lesenswerten Inhalten unterwegs ist, hat in vielen Fällen gar keine Kaufabsicht. Daher ist es hier sinnlos, transaktionsorientierte Werbung zu machen. Entsprechend schlecht funktioniert sie daher auf solchen Seiten. Sinnvoll ist hier Branding-Werbung deren Ziel es ist, eine Marke im "relevant Set" eines potenziellen Kunden zu verankern. Keiner (oder zumindes fast keiner) wird aus einem Impuls heraus ein Auto im Internet kaufen, weil er es eben grad auf einer Anzeige sieht, oder eine Switching-Fabric für sein Rechenzentrum. Aber für den Fall dass jemand ein Auto kauft, sollte er aus Sicht des Werbetreibenden bitte die eigene Marke bei der Auswahl berücksichtigen. Noch besser wäre es, die eigene Marke ist im Kopf des potenziellen Käufers "positiv aufgeladen".

Und bei Branding-Werbung ist es vollkommen egal, ob jemand auf sie klickt. Nur leider wird auch hier die Klickrate als Erfolgsmetrik gewertet, was zu vollkommen unsinniger Werbung führt, beispielsweise Layer-Ads die sich über die Inhalte legen. Viele Nutzer klicken drauf, damit sie weg geht. Und ob Klickrate oder, Conversionrate, wenn das Ziel von Werbung gar nicht darin besteht, dass der Nutzer im aktuellen Kontext etwas tut, ist es irrsinnig, das als Erfolgskriterium herzunehmen. Das kann nur daneben gehen, sowohl aus Sicht des Nutzers wie auch aus Sicht des Werbetreibenden.

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"Ich schau es mir mal an", habe ich gesagt. "Wie schlimm kann es schon sein?" habe ich mich gefragt.

Und dann habe ich das Windows 10 Preview Image runter geladen.

Ok, gar so einfach geht das nicht. Man muß sich einen Windows Live Account anlegen. Kein Problem, Email Adresse generiert: 'kris-windowslive@koehntopp.de', Passwort generiert, 'WeEYyu9GW8hFCx' oder so was aus dem 1Password gezogen und los. 

1Passwort merkt sich User und Paßwort.

Email bestätigen, na klar.

Telefonnummer angeben ist verpflichtend. Was? Nun gut.

Der Download. Wunderbar.

VMware Fusion hoch ziehen, 2 Cores, 8G RAM, los. Die Installation ist angenehm Apple, keine blöden Fragen, keine doofe Werbung, einfach schnell und bumm.

Nicht mal nach einem User wird gefragt. Äh, wie?

Loginfenster. 2048x1536. Augenpulver, selbst auf einem Thunderbolt Display.

Email und Paßwort eingeben. Äh, was? Die wollen im Ernst, daß ich mit kris-windowslive@koehntopp.de und WeEYyu9GW8hFCx anmelde? Oh-kay.

"Bitte geben sie die letzten 4 Ziffern ihrer Telefonnummer ein." Wieso das denn? Mein Handy klingelt. "Californien", sagt mein Telefon. Eine Frauenstimme erzählt mir schnell mal 6 Ziffern, wiederholt das noch mal und legt auf. 

Upps.

Oh-kay. Offenbar war ich reaktionsschnell genug und habe die Ziffern korrekt abgetippt.

Es gibt ein Startmenü. Mein Gott, es ist voller MSN und ohne Programme. 

"Wetter". Klick. "London." "Nein, Berlin." "Meinen Sie Berlin, BE, Germany, oder Berlin, SH, Germany oder 4 andere total unsinnige Varianten?" "Ich meine Berlin, BE, Germany." "Dafür hab ich kein Wetter." Kann passieren, ist ja nicht so groß.

Ich mach was anderes, wechsel zurück auf den Windows Screen.

Locked. "Bitte geben Sie Ihr Kennwort ein." "WeEYyu9GW8hFCx". "Der Computer ist Offline." Stimmt, in der Küche dropped das Wifi manchmal. "Bitte geben sie stattdessen noch einmal ihr letztes verwendetes Kennwort ein." "Was zum Teufel hab ich denn wohl gerade gemacht? Wie dem auch sei, WeEYyu9GW8hFCx Du Arschloch." Ich rage.

So, schauen wir mal nach dem Bildschirm. Ah, zwar sind die VMware Fusion Guest Tools installiert, aber das heißt nicht, daß die Übermittlung der Fenstergröße an den Guest noch gehen würde. Der macht einfach so 2048x1536, egal ob das sinnvoll ist oder nicht.

Aber ich darf die Schriftgröße auf 200% stellen und kriege dann einen Font, der auch bei Retina noch lesbar ist - das ging in Windows 7 auch mal automatisch. "Bitte loggen sie sich aus, damit alle Programme die neue Schriftgröße mitkriegen."

Das kenne ich sonst nur als Witz über Windows. "Sie haben die Mausposition verändert. Bitte starten Sie Windows neu, damit die Änderungen wirksam werden."

Anyway, wie gewünscht logge ich mich... Halt! Zu spät. "WeEYyu9GW8hFCx" Seufz

Windows möchte, daß ich einen Betatester Task erledige. "Suchen Sie in der Cortana Leiste nach 'Outlook Express'. Ein Internet Exploder geht auf, da steht dann auch was von Cortana Hilfe bla, und was von Support, das anklicken." In deutscher Sprache sogar, auch wenn das System sonst ein wilder Mix aus Deutsch und Englisch ist, weil Beta.

Nö.

Einstellungen, System, Ah, Cortana, da. Mal launchen.

Nö.

Hm, mal die Suchbox rechtsklicken. "Manage your Cortana bla". Klick.

"No Cortana in your market, come back one year!"

Ah. Und wieso the fucking fuck bietet Ihr mir dann Cortana-Dreck an, mit Aufgaben dazu, sogar in Deutsch?

Ich eimere weiter durch das System. In der Tat, man kann lokale Accounts machen. Ich mache mir kris mit einem merkbaren Paßwort.

Hier ist Dein neuer Account, wir loggen Dich aus. Das kenne ich ja schon.

Neuer User kris, Paßwort ist schnell getippt. Microsoft NSA Storage nee Microsoft OneDrive nee Microsoft SkyDrive nee Windows Live SkyDrive nee Windows Live Folders meldet sich ab - "Disconnected Account, ich beende mich." Super, ein Problem weniger.

Ich spiele noch ein wenig rum, aber alles in allem ist das hakelig und langsam, läßt mich ragen und ist ein dreckiger Mix zwischen Windows 10, Windows 8 Haßgeneratoren, veraltete anmutendem Windows 3.11 Look und vor allen Dingen fühlt es sich an wie zusammengekleistert von einem Haufen Leuten, die keinen Bock, keine gemeinsame Produktvision und einen Haufen Legacy Scheiße am Hacken haben, die sich nicht abwerfen dürfen.

Schau ich mir das noch mal an, wenn es fertig ist? Keine Ahnung, wahrscheinlich nicht.

"Wie schlimm kann es schon sein?" habe ich mich gefragt. "Wie ein Autounfall. Es ist schrecklich, aber man kann nicht wegsehen. Und hinterher fühlt man sich schlecht."
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Mehr als ich erwartet habe, aber da geht noch einiges.

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Zum Zeitungssterben

Ich klassifiziere das als Selbstmord. Nur mal als Beispiel für heute:

130g Zeitung
290g Werbebeilagen

Und das ist kein kostenfreies Werbeblättchen, sondern eine Tageszeitung, für die ich monatlich zahle.

Und die Werbebeilagen sind noch nicht einmal alles. In der Zeitung ist ein signifikanter Anteil auch wiederum Anzeigen.

Wir nähern uns der Marke, wo ich Geld zahle um 80% Werbung geliefert zu bekommen...

Das Signal-Rausch-Verhältnis kann ich mir nicht leisten. Das kostet mich einfach zu viel Zeit.

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Mein letztes großes Projekt bei Golem.de ist jetzt live!: "Golem.de startet werbefreies Abomodell" Und ich hab schon ein Jahresabo geordert! :-)

Vielen lieben Dank euch allen für die guten Wünsche!
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