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Jakob Tertel
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Mainz, Rheinufer
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Let's give this one a try:
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„How can you put 400 people on a boat that was made for 100?“

Es ist Samstag und der Frühling lässt mich mit breitem Lächeln zum Flüchtlingsheim radeln. Ich genieße die Sonne und bin gespannt, wen ich heute treffen werde.

Von weitem sehe ich einen Mann mit Narbe im Gesicht, der lässig am Geländer angelehnt in sein Handy schaut. Ich spreche ihn an und nach kurzem Zögern öffnet sich mir ein Mensch, der an dieser Stelle nicht mit Namen genannt werden möchte.

Er stammt aus der gambischen Hauptstadt Banjul, hat leicht gerötete Augen und musste aus religiösen Gründen das Land verlassen – auch hier möchte er, dass ich meinen Lesern keine Details preisgebe. Das respektiere ich natürlich.

Je länger ich diesem Mann zuhöre, desto mehr vertraut er mir an. Scheinbar wurde er des Öfteren in seinem Leben enttäuscht und ist deshalb aus Eigenschutz ein bisschen distanziert. Ich wäre es an seiner Stelle auch.

Nach ein bisschen Smalltalk spricht dieser Mann über seine Flucht von Libyen nach Italien. Mit dem Boot. Sie wären 400 gewesen. Familien. Kinder. Und Babies.

Mit klarer Stimme berichtet mir der Gambier, dass auf dem Boot fast kein Platz für ihn war und die Flüchtlinge übereinandergestapelt werden mussten. Der große Gambier lag ganz unten und konnte sich die ganze Fahrt über kaum bewegen. Und bekam stellenweise nur wenig Luft zum Atmen. Einen Nacht und einen Tag lang.

Doch dann hätten die Flüchtlinge, die weiter oben waren, Rettungswachen gesehen und vor Freude jubiliert. In diesem Moment überkam ihn eine unbeschreibliche Freude und Erleichterung - obwohl er sich immer noch bewegen konnte. Alle wurden gerettet. 

Mein Gesprächspartner erzählt, dass Libyen für ihn das schlimmste Land ist. Als Flüchtling müsste man sehr viel Geld für eine Überfahrt bezahlen – und das Risiko, unterwegs zu sterben, wäre sehr groß.

„How can you put 400 people on a boat that was made for 100?“ fragt er mich mit großen Augen. Ich kann nur den Kopf schütteln und ihm gratulieren, dass er es geschafft habe.

Erzähle ihm, dass ich darüber nachdenke, mal nach Italien zu fahren und dort das Übersetzen von Flüchtlingen zu fotografieren. Das hört er gerne und meint, die Welt müsse dringend erfahren, wie schlimm die Situation dort unten sei.

Lieber Mensch aus Gambia, wie gut es doch ist, dass Du in Deutschland angekommen bist. Willkommen in unserer Gesellschaft – ich wünsche Dir, dass Du Dich hier niemals erdrückt fühlen wirst. Weder von Deutschen noch von unseren Regeln. Friede und Freiheit mit Dir.
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Mainspitze, Mainz, Rhineland-Palatine - Dschörmenie
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Went #somewherenew today. Need to do this a little more often...
Mainz, Mühlenstrasse
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Mainz, Mühlenstrasse
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Dove in a wall - Mainz, Germany
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