Hallo Dummköpfe! Hallo Lügner! ;)

Vielleicht habt Ihr die beiden Spiegel Online-Artikel über den revolutionären Ansatz des Herrn Flyvbjerg ja schon gelesen?

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bent-flyvbjerg-prognostiziert-kostensteigerungen-von-grossprojekten-a-876610.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/bauprojekte-so-teuer-werden-kuenftige-grossbaustellen-a-877636.html

Entweder ich stehe auf dem Schlauch oder der Dummkopf ist der, der andere als solche bezeichnet.

Also: Wenn ich das richtig verstehe, dann schlägt er vor, einfach auf jede Projektkostenschätzung einen Zuschlag in Höhe der durchschnittlichen Mehrkosten anderer vergleichbarer Projekte aufzuschlagen.

Warum sollte das denn bitte dazu führen, dass die zwanghaft angehobenen Schätzungen besser passen?

In einer perfekten Welt, würde jeder Anbieter/ Projektplaner eh genau so vorgehen - also: Auf Basis vergleichbarer Projekte schätzen und bei Unsicherheiten einen Risikopuffer einplanen.

(Oder er würde direkt zugeben, dass das Volumen aufgrund der Unsicherheit gar nicht seriös zu schätzen ist und ein agiles/ inkrementelles/ prototypisches Vorgehen vorschlagen. Wie das mit der kameralen Haushaltsplanung der öffentlichen Hand zusammenpassen würde, stelle ich mir äußerst spannend vor.)

Das Problem ist meines Erachtens im System selbst begründet, genauer gesagt: Im Ausschreibungsprozedere bei solchen Projekten.

Ich mag mich irren, aber meiner Erfahrung nach werden solche Aufträge sehr oft (und auch offen kommuniziert) an erster Stelle über den Preis vergeben - sofern die sonstigen formalen Basisanforderungen erfüllt sind. Was bleibt dem geneigten Projektplaner also übrig, als so knapp wie möglich zu schätzen, um den Auftrag zu bekommen? Und seinerseits die billigsten Subunternehmer zu unterzubeauftragen?

Wenn nun jedes Mal noch ein Zwangspuffer oben drauf kommt, hat dies meines Erachtens doch zwei mögliche Auswirkungen:
 - Man drückt die Schätzung eher noch mehr, weil man ja eh noch einen Puffer oben drauf bekommt?
 - Man nutzt den Puffer natürlich auch aus - zumindest terminlich: siehe Studentensyndrom bzw. Parkisons Gesetz

Also: Wer erklärt mir, was ich nicht verstanden habe? Denn anscheinend funktioniert dieser Ansatz ja in UK sehr gut!

Der +Wolfram Müller vielleicht?

Freue mich auf eine interessante Diskussion mit vielen schlauen Dummköpfen und ehrlichen Lügnern ;)
Cheerio/ Heiko 
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