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Kanzlei für IP | IT | Internet & Medien – gulden röttger | rechtsanwälte
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Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) tritt am 1.10.2017 in Kraft - Geltung für Facebook, Twitter und Co.: Das Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) kommt und richtet sich gegen rechtswidrige Inhalte im Internet. Private als auch Unternehmen können sich hierauf berufen. Künftig wird es einfacher sein, die Löschung und Entfernung von Inhalten aus dem Internet mit rechtlichen Mitteln durchzusetzen. Das Gesetz wird auch gerne als Facebook-Gesetz bezeichnet, da die Zunahme an Hassinhalten auf Facebook einer der Gründe war, das neue Gesetz ins Leben zu rufen. Künftig werden soziale Netzwerke verpflichtet werden, Beschwerden über rechtswidrige Inhalte in kurzer Zeit zu überprüfen und diese auch zu entfernen, wenn ein (offensichtlicher) Rechtsverstoß vorliegt. Das Gesetz sieht dann vor, dass die entsprechenden Inhalte innerhalb von 24 Stunden oder spätestens innerhalb einer Woche entfernt werden müssen. Das Gesetz sieht auch vor, dass die Netzwerke über das jeweilige Verfahren informieren, ihre Entscheidung begründen und auch dokumentieren müssen. Verstoßen die Netzwerke gegen die Vorgaben des Gesetzes, drohen Bußgelder von bis zu 50 Millionen Euro. Neu ist auch, dass die Anbieter der Dienste künftig zur Auskunft verpflichtet sein werden. Das bedeutet, dass die Netzwerke verpflichtet werden können, die Bestandsdaten ihrer Nutzer herauszugeben, wenn diese gegen geltendes Recht verstoßen. Ein solcher Anspruch fehlt bisher und erschwert die Verfolgung der oft anonymen Täter. Dies könnte sich nun künftig zugunsten der Verletzten ändern. Um sicherzustellen, dass die Netzwerke die richtigen Entscheidungen treffen, sieht das neue Gesetz auch eine Schulungs- und Fortbildungspflicht für die Mitarbeiter der Netzwerke vor, die für die Bearbeitung der Beschwerden zuständig sein werden. § 3 Absatz 4 S.2 NetzDG: „den mit der Bearbeitung von Beschwerden beauftragten Personen müssen von der Leitung des sozialen Netzwerks regelmäßig, mindestens aber halbjährlich deutschsprachige Schulungs- und Betreuungsangebote gemacht werden.“ Verstoßen die Telemediendiensteanbieter gegen die Vorschriften aus dem NetzDG, drohen Bußgelder bis zu 5 Millionen Euro pro Verstoß. Berufliche Netzwerke, Onlinespiele wie World of Warcraft, Verkaufsplattformen wie Amazon & eBay dürften vom NetzDG nicht umfasst sein; Twitter, Google + und andere größere Portale hingegen sehr wohl.  Ebenfalls ausgeschlossen vom Anwendungsbereich des Gesetzes sind Plattformen zur Individualkommunikation (WhatsApp bspw.).  Fazit: Das Gesetz stärkt u.a. die Rechte von Unternehmen, deren Geschäftsbetriebe durch üble Nachreden, Beleidigungen oder Verleumdungen gefährdet werden. Die Verfahren zur Ermittlung der Täter und auch zu deren Verfolgung dürften nun einfacher und effektiver werden. Den sozialen Netzwerken ist anzuraten, die strengen Verfahrensvorschriften, die das Netz DG bringen wird, einzuhalten, will man die Zahlung von Bußgeldern in Millionenhöhe vermeiden. Entsprechende Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen sollten dies ermöglichen.   Autor: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com http://dlvr.it/PpTl9D

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BESERTELESALES A.S Zahlungsaufforderung AZ: 2017/ 155482: BESERTELESALES A.S Internetdienstleister fordert 199,90 € innerhalb 5 Werkstagen zu bezahlen. Der Betrag soll für folgende Dienstleistung gezahlt werden "Entfernte Daten vom Server" Die Mails kommen von noreply(at)beser-telesales.net "Von: "NoReply Zahlungsaufforderung" " Betreff: Zahlungsaufforderung Diese "Rechnungen" sind falsch und man sollte kein Zahlungen leisten. Vorwurf: Besuch der Seite Kinox.to  Der telefonische Vorwurf: "Die Daten seien gespeichert und deren Löschung würde 199,90€ kosten" Bei den "Abmahnungen" handelt es sich um einen Betrugsversuch. Wir empfehlen den Empfängern der Fake-Abmahnungen auf das Schreiben zu reagieren, noch irgendwelche Zahlungen an IBAN: TR080020500009444730800101 I BIC: KTEFTRIS I Empfänger: BESERTELESALES A.S zu leisten. Das gezahlte Geld werden Sie unter Umständen niemals wieder sehen. Die PDF-Schreiben haben folgenden Inhalt: Wir räumen Ihnen nun die Möglichkeit ein, die Gesamtforderung Sollten wir über den Gesamtbetrag bis zu diesem Datum nicht oder nicht vollständig verfügen können, sehen wir uns gezwungen, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten und Strafrechtliche Verfolgung aufzunehmen. Zusätzlich wir das Inkasso Unternehmen Negative Meldung bei der Shufa veranlassen Hier die Mail: Unser Rat: Bitte die Emails ignorieren. Nicht in Panik versetzen lassen, nur weil man vielleicht irdendwann einmal tatsächlich auf der Seite Kinox.to gewesen ist. Die Drohung mit der Shufa sollte einen auch nicht ängstigen ;-)  Autor: Dirk Buchhalla tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: dirk.buchhalla(at)ggr-law.com http://dlvr.it/PpDr6B

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Google - 1-Stern-Bewertungen auf dem gerichtlichen Prüfstand: Im Auftrag eines Arztes wurde die  Google Inc. auf Unterlassen des Zugänglichmachens einer 1-Sternbewertung  im Internet  verklagt. Der Arzt fürchtet um seinen guten Ruf. Der Arzt  wurde von einem  unbekannten  Nutzer auf Google Maps mit einem Stern bewertet. Der Bewerter verwendete dabei den Namen unseres Mandanten als Pseudonym.  Die Abgabe der Bewertung erfolgte ohne Text.  Es handelt sich somit um eine reine Sternbewertung. Google wurde auf den Sachverhalt hingewiesen mit der Aufforderung, die Bewertung zu entfernen. Da Google außergerichtlich  dem Ansinnen des Arztes nicht nachkam,  wurde im Frühjahr 2017 Klage vor dem LG Lübeck erhoben.  In dem Klageverfahren soll dabei insbesondere geprüft werden, wie weit die Prüfungspflichten Googles gehen, wenn es zu negativen Bewertungen kommt und der Betroffene die Rechtmäßigkeit der Bewertung  moniert. Der Ausgang des Verfahrens wird die Weichen für die künftige Handhabung vergleichbarer Fälle auf der Google-Plattform stellen. Autor: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com http://dlvr.it/Pjmdr6

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Bewertungsportale im Internet - Interview in der Verkehrsrundschau: Bewertungsportale im Internet erfreuen sich zunehmender Beliebtheit - zumindest bei den Internetnutzern. Viele Unternehmen sehen dies gegenteilig, da Online-Bewertungen mittlerweile den Wettbewerb mitentscheiden können. Unternehmen, die schlecht bewertet werden, haben Probleme, geeignete Fachkräfte zu finden. Imageschäden und Umsatzeinbußen sind die weiteren möglichen Folgen. Aber es gibt Mittel und Wege, wie sich Unternehmer und Unternehmen erfolgreich zur Wehr setzen können, wenn es zu unfairen Bewertungen kommt. Mit diesem Thema beschäftigt sich die Ausgabe 28/2017 der Verkehrsrundschau ab Seite 36 unter dem Titel: "Bewertungsportale - Ist er ein Choleriker oder ein Traumchef?"   Autor: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com http://dlvr.it/PZCZPm

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"Reputation - Jagd nach den Sternchen" Bericht zum Thema der IHK München Oberbayern: Im aktuellen Magazin der IHK München und Oberbayern berichtet EVA ELISABETH ERNST im Interview mit Karsten Gulden, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht über das Thema "Reputation - Jagd nach den Sternchen". Frau Ernst fragt: "Wie zufrieden sind die Kunden?" und stellt fest, "Die Reputation ist für Unternehmen jeder Branche und Größe relevant. Bewertungen im Internet spielen dabei eine immer wichtigere Rolle." Der Bericht ist abrufbar auf der Homepage der IHK München Oberbayern  Autor: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com http://dlvr.it/PVKtCX

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Zur Fahndung nach den "G-20 Verbrechern" durch die Medien und die Sozialen Netzwerke: Aktuell findet eine Hetzjagd nach den sog. "G-20-Verbrechern" statt. Einige Medien veröffentlichen dabei Fotos von Personen und rufen zur Identifizierung durch die Leser auf. Privatpersonen als auch politische Parteien teilen diese Artikel und Berichte. Ist dies rechtlich zulässig? Kern der Problematik ist die Frage, ob die Veröffentlichung der entsprechenden Fotos durch die Medien, auf denen diese Personen abgebildet sind, rechtlich zulässig ist. Davon getrennt zu beantworten ist dann die Frage der Zulässigkeit der Verlinkung zu den entsprechenden Artikeln bspw. auf Facebook-Seiten politischer Parteien. Zunächst haben Ausschreibungen zur Aufenthaltsermittlung behördenintern zu erfolgen. Grundlage hierfür ist § 131 a Abs.1 Strafprozessordnung (StPO). Eine sogenannte Öffentlichkeitsfahndung mit Bildern dvon Beschuldigten, wie man sie etwa  von Plakatierungen und Sendungen wie Aktenzeichen xy kennt, ist nur dann zulässig, wenn die Aufenthaltsermittlung auf andere Weise erheblich weniger erfolgsversprechend ist. Zu beachten ist bei einer Öffentlichkeitsfahndung unbedingt, dass eine solche immer nur dann zulässig ist, wenn der Beschuldigte einer Straftat von erheblicher Bedeutung verdächtig ist. Das Gesetz ist hier sehr streng. Man kann sich zur Beantwortung der Frage, welche Straftaten von erheblicher Bedeutung sind, an dem Katalog vder §§ 98a Abs.1, 100a S.1, 100c Abs. 2 StPO orientieren. Exemplarisch sei aufgezählt, dass hierunter insbesondere schwere Straftaten wie Mord, Raub und bandenmäßiger Diebstahl fallen. Bei den abgebildeten Personen in den Medien werden Bilder teilweise damit beschrieben, dass „ ein Pflasterstein geschleudert wird, ein Stein geschmissen wird und eine Bierflasche geschleudert wird." Einige der Bilder bilden auch nur die Personen ab, ohne konkret eine strafbare Handlung zuzuordnen. Des Weiteren werden noch Personen gezeigt, die möglicherweise Waren aus dem Supermarkt entwenden, ohne zu bezahlen. Oberflächlich gesehen handelt es sich hierbei um Vergehen wie (versuchte) Sachbeschädigung und Diebstahl. Der genaue Warenwert ist auf den Bildern nicht erkennbar, wird aber jedenfalls wohl deutlich unter der Geringwertigkeitsgrenze von 25 Euro liegen. Bei Sachbeschädigung und Diebstahl handelt es sich jedoch nicht- wie auch der Laie unschwer erkennen kann- um schwerwiegende Straftaten. Von entscheidender Bedeutung ist in solchen Fällen, ob die zuständige Staatsanwaltschaft die betroffenen Personen zur Fahndung ausgeschrieben hat. Dies ist bei meisten abgebildeten Personen im "G-20" Desaster nicht der Fall. Bei öffentlichen Fahndungsmaßnahmen der Strafverfolgungsbehörden ist die Veröffentlichung der Bilder in Zeitschriften grundsätzlich zulässig. Allerdings ist auch hier immer das Persönlichkeitsrecht der Betroffenen zu beachten (Es gilt ja die Unschuldsvermutung!) Liegt keine öffentliche Fahndung vor, dann handelt es sich immer um einen privaten Fahndungsaufruf, wenn Medien und Zeitungen Bildnisse von Personen publizieren und nach diesen "fahnden lassen". Private Fahndungsaufrufe haben keine gesetzliche Grundlage. Sie sind unzulässig, da sie die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen verletzten. Hierbei ist insbesondere zu beachten, dass dies verstärkt wird, wenn ein Artikle lediglich dazu diente, die Betroffenen Personen an den Pranger und bloß zu stellen. Es wurde in vielen Fällen entgegen der Unschuldsvermutung so berichtet, als stünde fest, dass die Abgebildeten einzelne Straftaten begangen hätten. Hiergegen können die Betroffenen sowohl zivilrechtlich als auch ggf. strafrechtlich vorgehen. Das Recht der Betroffenen am eigenen Bild wurde in vielen Fällen verletzt. Hiergegen können diese vorgehen. Strafrechtlich kommt evtl. Verleumdung oder üble Nachrede in Betracht. Die Chancen, dass die Betroffenen hier einen Schmerzensgeldanspruch aufgrund der erlittenen Persönlichkeitsrechtsverletzung geltend machen können, schätze ich als sehr gut ein. Man muss sich nur mal vorstellen, welche Auswirkungen die Veröffentlichung der Fotos für die Betroffenen gerade im Lichte der aufgeheizten Stimmung nach dem G20 Gipfel nun hat. Es ist nicht auszuschließen, dass hier einige Bürger, angestachelt durch die Berichterstattung, noch zur Selbstjustiz greifen. Das Verhalten einiger Medien und Zeitungen werte ich nach dem jetzigen Kenntnisstand daher als unzulässig. Nun stellt sich noch die Frage, ob die rechtswidrigen Inhalte in den Sozialen Medien geteilt werden durften. Wer bei Facebook fremde, rechtswidrige Beiträge teilt haftet grundsätzlich nicht für deren Inhalte. Hintergrund ist, dass die Rechtsprechung annimmt, man mache sich durch eine bloße Verlinkung die fremden Inhalte noch nicht zu eigen. Etwas anderes gilt nur dann, wenn sich  derjenige, der den Link teilt mit der fremden Äußerung identifiziert und sie so in den eigenen Gedankengang einfügt, dass sie als seine eigene erscheint. Auf der Facebook-Seite der ein oder anderen Partei ist zwar allgemein eine kritische Berichterstattung zum G20 Gipfel zu sehen, dies allein wird allerdings wohl noch nicht ausreichen, dass davon auszugehen ist, dass die entsprechende Partei sich die Verlinkung im konkreten Fall auch zu eigen macht. Sollten die Parteien jedoch noch zustimmend unter die Verlinkung kommentiert haben, so wäre auch dies unzulässig und ein Vorgehen auf zivilrechtlicher und strafrechtlicher Ebene käme in Betracht.  Ausblick: Die aktuellen Vorkommnisse lassen befürchten, dass es künftig immer wieder zu rechtswidrigen Fahndungsaufrufen auch durch die Medien kommen wird. Den Betroffenen ist in diesen Fällen anzuraten, sich unbedingt und unverzüglich zur Wehr zu setzen, da die Schäden irreparabel sein können. Autoren: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com sowie Ref.iur. Fr. T. Dausend http://dlvr.it/PVKt7D

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Das schmutzige Geschäft mit Fakebewertungen im E-Commerce - Interview mit Fachanwalt K.Gulden: Bewertungen sind im Online-Handel von enormer Wichtigkeit, da sich die potentiellen Kunden hieran orientieren und die Kaufentscheidung hiervon abhängig machen können. Erschwerend kommt hinzu, dass die Algorithmen großer E-Commerce-Plattformen die Angebote hervorheben, die viele gute Bewertungen vorweisen. Angebote, mit wenigen oder gar keinen Bewertungen oder negativen Rezensionen landen auf den hintersten Positionen und sind für die Käufer faktisch nicht mehr auf den ersten Blick sichtbar. Dies hat zur Folge, dass immer mehr Anbieter zu unlauteren Mitteln greifen und bspw. Bewertungen faken oder gleich gefakte Bewertungen kaufen und diese als echte Kundenbewertungen ausgeben. Was es hierbei zu beachten gibt, lesen Sie bitte im Interview "Betrug beim Online-Shopping: Das schmutzige Geschäft mit Fake-Bewertungen" mit web.de. Autor: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com http://dlvr.it/PQz7pd

Gesichtsanalyse zu Werbezwecken - Was ist datenschutzrechtlich zu beachten?: Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass die Supermarktkette Real eine Gesichteranalyse in Supermärkten zu Werbezwecken einsetzt. Das Bayerische Landesamt für Datenschutzaufsicht soll nach Angaben des Handelsblatts das Ganze geprüft und für unbedenklich eingestuft haben. Stellungnahme Gesichteranalyse zu Werbezwecken Problem: In vierzig ausgewählten Filialen der Supermarktkette „Real“ werden in Deutschland die Gesichter der Kunden analysiert. Hierbei werden die Blickkontakte der Kunden im Kassenbereich durch Videokameras auf Werbebildschirme aufgezeichnet. Diese Aufzeichnung erfolgt durch das Augsburger Unternehmen „Echion“.  Hierdurch soll herausgefunden werden, welche Werbefilme bei den Kunden gut bzw. schlecht ankommen. Eine Software ermittelt dann die Anzahl der Betrachter, schätzt deren Alter und Geschlecht und zeichnet die Dauer des Blickkontaktes mit den Werbebildschirmen auf. Hierbei handelt es sich also um personenbezogene Daten, da die Personen bestimmbar werden, wenn die Gesichter gescannt werden. Rechtliche Beziehungen untereinander Es handelt sich also um eine Dreieckskonstellation. Der Verbraucher schließt mit Real einen Kaufvertrag. Zu der „Echion AG“ bestehen jedoch keinerlei Vertragsverhältnisse. Die Echion AG und Real wiederum stehen zueinander in einem Vertragsverhältnis. Zulässigkeit der Gesichtsanalyse durch Videoaufzeichnung Zunächst könnte eine Gesichtsanalyse wirksam sein, weil der Kunde in eine Videoüberwachung  einwilligte indem er das Geschäft betreten hat. Rechtsgrundlage für die Videoüberwachung in Supermärkten („Beobachtung mit optisch-elektronischen Einrichtungen“) ist § 6 b Abs. 1 BDSG. Demnach ist die Überwachung von Einkaufszentren nur dann zulässig, soweit sie gemäß § 6 b Abs. 1 Nrn. 1-3 BDSG der Aufgabenerfüllung öffentlicher Stellen, zur Wahrnehmung des Hausrechts oder zur Wahrnehmung berechtigter Interessen für konkrete Zwecke erforderlich ist und keine Anhaltspunkte bestehen, dass schutzwürdige Interessen des Betroffenen überwiegen. Bei der Videoüberwachung von Einkaufszentren gilt gemäß § 6 b  Abs.1 S. 2 Nr. 1 BDSG der Schutz von Leben, Gesundheit oder Freiheit der dort aufhältigen Personen als besonders wichtiges Interesse. Gemäß § 6 b Abs. 2 BDSG ist der Umstand der Beobachtung und die verantwortliche Stelle bekannt zu machen. Meines Erachtens liegt hier das Problem: Ziel des Gesetzgebers ist es, Videoüberwachung nur in  engen Grenzen zu erlauben. Die Aufzeichnung der Daten nur für gewerbliche Interessen ist nicht schutzwürdig und fällt nicht unter den Tatbestand des § 6 b Abs. 1 S. 2 Nr.1  BDSG (Leben, Gesundheit oder Freiheit). Andenken könnte man zwar grundsätzlich eine Subsumtion unter § 6 Abs. 1 Nr. 3 BDSG. Eine Videoaufzeichnung ist dann zulässig, soweit berechtigte Interessen für konkret festgelegte Ziele wahrgenommen werden. Diese Generalklausel ist aber nach dem gesetzgeberischen Zweck bereits eng auszulegen. Des Weiteren fallen hierunter nach der Rechtsprechung vor allem Fälle der Gefahrenabwehr und der Beweissicherung (vgl Becker in: Plath, BDSG/DSGVO, 2. Aufl. 2016, § 6b BDSG). Zwar kommt es bei einer rechtswidrigen Videoaufzeichnung wegen eines Verstoßes gegen § 6 b Abs. 1 BDSDG auf die fehlende Bekanntmachung grundsätzlich nicht mehr an. Allerdings ist dies noch ein weiterer Angriffspunkt, da die Echion AG hier die Daten aufzeichnet (laut Real ist die Echion AG der Betreiber der Videoanlagen). Dies verstößt gegen §  § 6  b Abs. 2 BDSG. Zwar ist § 6 b Abs. 2 BDSG wohl nach herrschender Meinung eine bloße Ordnungsvorschrift, eine fehlende Bekanntmachung berührt die Rechtmäßigkeit daher grundsätzlich nicht, wenn § 6 b  Abs. 1 BDSG einschlägig ist (Becker in: Plath, BDSG/DSGVO, 2. Aufl. 2016, § 6b BDSG). Allerdings wird die fehlende oder unzureichende Transparenz regelmäßig auch bei der Interessenabwägung zu berücksichtigen sein. Die heimliche Videobeobachtung wird daher in aller Regel unzulässig sein, wenn sie nicht zum Schutz überragend wichtiger Rechtsgüter, insbesondere im Rahmen notwehrähnlicher Situationen gerechtfertigt ist. Die notwendigen Maßnahmen zur Kenntlichmachung sind anhand objektiver Kriterien zu bestimmen. Angemessen sind Maßnahmen, die den Erwartungen und Kenntnisnahmemöglichkeiten der betroffenen Verkehrskreise entsprechen. Nicht ausreichend ist, wenn die Videoanlage für jedermann sichtbar installiert ist.  Dies ist schon deshalb problematisch, weil Videokameras meist an Stellen installiert sind, an denen sie außerhalb der Reichweite etwaiger Passanten sind und deshalb nicht erwartet werden kann, dass sie von diesen wahrgenommen werden. Außerdem macht die Hinweispflicht nur dann Sinn, wenn der Betroffene gewarnt wird, bevor (!) er in das Blickfeld der Videoüberwachung gerät. Für den Regelfall ist daher eine separate und deutliche Kennzeichnung durch Hinweisschilder zu verlangen (vgl zu alledem Becker in: Plath, BDSG/DSGVO, 2. Aufl. 2016, § 6b BDSG). Wenn Real darauf verweist, dass den Kunden eine Videoüberwachung angekündigt wird, so dürfte dies lediglich für die allgemeine Videoüberwachung i.S. d. § 6 b BDSG gelten. Dies hat vor allem den Zweck Diebstähle zu vermeiden (Prävention) oder diese aufzuklären sowie die Sicherheit und Ordnung der Kunden zu gewährleisten.  Auf diesen Hinweisschildern dürfte Real als verantwortliche Stelle hervorgehen und den Zweck der Aufzeichnung mitteilen. Bei der Aufzeichnung durch die Echion AG kommt es jedoch zu dem o.g. Dreiecksverhältnis. Abgesehen davon, dass eine Aufzeichnung zu gewerblichen Zwecken wohl nicht unter § 6b Abs. 1 BDSG fällt und daher rechtswidrig sein dürfte.  Es müsste daher vor dem Betreten des Marktes zusätzlich für den Kunden ersichtlich sein, dass eine Aufzeichnung durch einen Dritten erfolgt mit dem der Kunde keinerlei Vertragsbeziehungen unterhält. Auch der Einwand von Real, die Aufzeichnungen würden nur wenige Millisekunden gespeichert, greift daher nicht durch. Das BDSG schützt bereits die Aufzeichnung. Eine anschließende Abspeicherung ist nicht erforderlich, um zur Anwendung des § 6 b Abs. 1 BDSG zu kommen (vgl. Schaffland/Wiltfang in: Schaffland/Wiltfang, Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO)/Bundesdatenschutzgesetz (BDSG), § 6b Beobachtung öffentlich zugänglicher Räume mit optisch-elektronischen Einrichtungen). Fazit: Der Gesichtsscan der Kunden kann wegen Verstoßes gegen § 6 b BDSG rechtswidrig sein, wenn die Kunden nicht hinreichend informiert werden. Es ist künftig davon auszugehen, dass immer mehr Unternehmen den Scan einführen werden. Unternehmen, die mit dem Gedanken spielen, den Gesichterscan ebenfalls einzuführen, sollten sich im Vorfeld beraten lassen, ob ihr Vorhaben datenschutzrechtlich in Einklang zu bringen ist, da ab 2018 sehr hohe Sanktionen drohen, wenn die Datenschutzgrundverordnung Einzug hält.  Autoren: Ref.iur Dausend, RA Gulden http://dlvr.it/PPW3t0

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Reputation im Internet schützen - Vortrag bei der IHK: Am 27.09.2017 referiert Fachanwalt K.Gulden für die IHK zum Thema Reputationsschutz für Unternehmen im Internet. Die teilnehmenden Unternehmen bekommen einen Überblick über die Rechtslage und aktuelle Rechtsprechung und erhalten zudem wertvolle Handlungsempfehlungen und Tipps für die Praxis. Auszug des Flyers der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern: "Im Zeitalter von Social Media, Blogs und Bewertungsplattformen zählt der gute Ruf im Internet. Ob Mitarbeiterbewertungen oder Kundenmeinungen: beide haben maßgeblichen Einfluss auf das Bild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit. Der Vortrag gibt Ihnen nicht nur einen Überblick, wie Sie mit Bewertungen umgehen sollten, sondern zeigt Ihnen auch Reaktionsmöglichkeiten im Fall negativer Online-Publicity auf. Referent: RA Karsten Gulden, gulden röttger rechtsanwälte, Mainz Mi. 27.09.2017, 16:00 - 19:00 Uhr" Sollte auch Ihr Unternehmen oder Verband an diesem oder ähnlichen Vorträgen interessiert sein, melden Sie sich gerne bei uns. Einen Überblick unserer Seminare finden Sie hier   Autor: Fachanwalt Karsten Gulden, LL.M. tel. 06131-240950 fax 06131-240950 mail: karsten.gulden(at)ggr-law.com http://dlvr.it/PP0G5k

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