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Günther Ludwig
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Günther Ludwig

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Diese Story muss einfach weiter geteilt werden!
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Chronologie eines Störfalles

Eigentlich begann alles ganz harmlos.

Mittwoch, 16.04.14
Gegen Mittag klingelt es an der Haustür, ich öffne ein Fenster im Obergeschoss und sehe einen sympathischen jungen Mann in der Hofeinfahrt stehen, der mir mitteilt, er käme im Auftrag der Telekom, man müsse die Masten austauschen und der Zufahrtsweg zu unserem Haus wäre etwa eine dreiviertel  Stunde blockiert. Falls ich mit dem Auto raus müsse, sollte ich den Wagen  vorab weg fahren. 
Hierzu muss man wissen, wir wohnen im letzten Haus, am letzten Weg, der von der letzten kleinen Straße eines etwas außerhalb gelegenen Stadtteiles einer kleinen Kurstadt im Lippischen abzweigt, alles sehr pittoresk, etwas einsam. Es gibt hier nur drei Häuser, die Wege sind geschottert,  die Telefonleitungen sind nicht in der Erde verlegt, sondern in luftiger Höhe auf hölzernen Masten. Und genau diese Masten wurden erneuert, da die vorhanden angeblich verrottet waren. 
Ich hätte nichts Besseres vor, teilte ich dem freundlichen Herrn mit und man möge frohen Herzens ans Tagwerk gehen.
Auch ich widme mich wieder meinem Tun und als ich mich nach knapp zwei Stunden ins Internet einloggen will, muss ich feststellen, dass keine Verbindung möglich ist. Da wir mit VoIP telefonieren, ergibt ein Check des Festnetztelefons erwartungsgemäß, dass auch diese Leitung tot ist.
Ein Blick aus dem Fenster, der Bautrupp ist abgerückt, hat die Arbeiten abgeschlossen und uns  ohne Verbindung zur Außenwelt zurückgelassen.
Ich nehme den Dienstweg und simse meinen Lebensgefährten auf der Arbeit an, um ihn über die misslichen Umstände zu informieren. Da auch ein Neustart der Fritzbox zu keinem Erfolg führt, meldet S. gegen 14.30 Uhr die Störung  beim Provider unserer Wahl.  
10 Minuten später muss ich von zu Hause aus noch mal bei der Hotline anrufen, damit von Providerseite aus unsere Leitung durchgemessen werden kann. Die Störung wird bestätigt und ein Technikertermin für den kommenden Tag zwischen 13.00 Uhr und 17.00 Uhr vereinbart. Mein nachhaken, ob ich mich darauf verlassen könne, dass dann wirklich jemand käme, das Problem zu lösen, immerhin sei dann ja Gründonnerstag und das lange Osterwochenende stände ins Haus, wird mit überzeugender Inbrunst bejaht, wenn ein Termin anberaumt wäre, käme auch jemand, ich solle mich entspannen und vertrauen.

Gründonnertag, 17.04.14
Tag 2 ohne Internet und Festnetztelefon

S. hat sich Urlaub genommen und wir warten gemeinsam. Und warten und warten und warten.
Gegen 16 Uhr fragen wir beim Provider  an, ob man uns ggfs. vergessen hätte. Immerhin sei morgen Karfreitag und das lange Osterwochenende ohne Internet und Festnetztelefon wären ja keine erfreuliche Aussicht.  Wenn der Techniker gebucht sei, käme er auch, wir müssten halt warten.
Unsere Stimmung sinkt.

Nach 17.00 fragen wir erneut nach. Der Techniker sei sicher noch unterwegs, man drücke uns die Daumen, dass er noch bis 18.00 Uhr käme.

Um 18.00 Uhr hat die Stimmung ihren absoluten Nullpunkt erreicht, ein erneuter Anruf beim Provider eskaliert, S. bittet um die Kündigung sämtlicher Verträge und wird mitten im Satz zu einem Deeskalationsmitarbeiter weiter verbunden. 

Der zeigt Verständnis für die missliche Lage, verspricht sich zu bemühen, lässt sich noch mal genau erzählen, wie es zu der Störung kam, dass die Bauarbeiten an den Masten das Übel verursacht haben und verspricht sogar ein Feedback über den Stand der Dinge. Er plaudert ein wenig aus der Schule und erzählt, dass in 40 % der Fälle, die Telekomtechniker angeben würden, sie hätten niemanden angetroffen, obwohl die Kunden zu Hause waren und warteten. Noch während des Gespräches (ca. 18.10 Uhr) erhält er wohl die Nachricht des beauftragten Telekomtechnikers, dieser sei  um 21.39 Uhr, also etwa 3,5 Stunden in der Zukunft, bei uns gewesen, hätte alle Kabel geprüft, es läge keine Störung vor und das Problem sei erledigt.  Diese Nachricht verursacht großes Erstaunen, nicht nur bei uns, sondern auch beim Hotline-Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung. 

Karfreitag, 18.04.14
Tag 3 ohne Internet und Festnetztelefon

Am frühen Nachmittag erhalten wir ein SMS, wir möchten telefonisch Kontakt aufnehmen. Man teilt uns mit, der normale Techniker wäre abbestellt und Dienstag nach Ostern zwischen 13 Uhr und 17 Uhr käme jemand,  der uns wieder ans Netz anschließt. 

Ostersamstag 19.04.14 bis Ostermontag, 21.04.14
Tage 4 bis 6 ohne Internet

Auch die mobile Verbindung ist so grottenschlecht, dass eine Nutzung des Internets nicht möglich ist und bricht stundenweise komplett weg. Verwünschungen werden ausgesprochen, Rachepläne geschmiedet und über Regressansprüche philosophiert.

Dienstag, 22.04.14
Tag 7ohne Internet und Festnetztelefon

S. hat  diese Woche Urlaub. Wir warten. 

14.45 Uhr klingelt es an der Tür, der Techniker! Zeichen und Wunder! Er misst die Leitung durch und stellt fest, dass sie tot sei. Er lässt sich das Problem schildern, schaut den fraglichen Masten hoch und runter, bestätigt S. in der Vermutung, dass da was falsch angeklemmt wurde, jedoch dürfe er nicht da hoch krabbeln, um uns richtig zu verkabeln. Dazu müsse er einen Bautrupp bestellen, dieser käme dann die kommenden Tage mal vorbei.

S. wird laut. Verlangt dass noch taggleich jemand kommt und sei es mitten in der Nacht. Der Techniker zeigt Verständnis und verspricht sich zu bemühen. Er kenne jemand, der jemand kennt, der die Bautrupps losschickt. Er würde Kontakt zu der Person aufnehmen, um den Vorgang zu beschleunigen und fährt davon.  Die Nachbarn winken freundlich übern Zaun und beglückwünschen S. dazu, dass endlich jemand da gewesen wäre, unser Problem zu lösen.

15.15 Uhr
S. ruft bei der Hotline an. Seine Schläfenader pocht besorgniserregend. Warum, nach all den Gesprächen und Versprechungen, nicht der zugesagte Bautrupp hier aufgeschlagen wäre? Wieso der Techniker nicht über die Art des Problems informiert wurde? Im Ticket beim Provider ist von all den vorhergegangenen Vorfällen  nichts verzeichnet. Man weiß von nichts, alles ginge seinen geregelten Gang, der Dienstweg sehe vor, dass zuerst ein normaler Techniker den Schaden aufnehmen muss, bevor ein Bautrupp losgesendet wird.
S. wird laut, fühlt sich verarscht, der Gesprächspartner wird auch laut. Man droht sich gegenseitig, kriegt die Kurve und vereinbart eine schnellstmögliche Problemlösung.

Am frühen Abend braucht S. körperliche Bewegung, um den Stress abzubauen und läuft noch eine Extrarunde mit dem Hund. Auf dem Rückweg kommt er mit dem netten Nachbarn ins Gespräch. Dieser erzählt, dass unser Techniker ein paar Minuten vor seinem Eintreffen bei uns,  schon mal auf unserem Hof gewendet hätte und wieder wegfahren wollte. Nachdem das Auto groß mit „Telekom“ beschriftet war und Herr B. wusste, dass wir verzweifelt warten, hat er ihn angehalten und nachgefragt, ob er denn zu uns wolle. Ja, das sei so, jedoch habe er niemanden gesehen und sei deshalb wieder gefahren. Herr B. klärte dann auf, dass man bei uns klingeln könne. Wir wären ja zu Hause und würden warten. 

So erklären sich dann auch die 40 % der nicht angetroffenen Kunden. Wer auf die Telekom wartet sollte also unbedingt während der vereinbarten Zeit, am besten mit deinem Schild bewaffnet, gut sichtbar VOR seinem Haus stehen und nicht darauf vertrauen, dass jemand einfach klingelt!

Mittwoch, 23.04.14
Tag 7 ohne Internet

10.30 Uhr Der Telekombautrupp klingelt und teilt mit, das Problem sei behoben., wir nöchten die Funktionalität überprüfen. Das Problem ist keineswegs behoben, wir haben keinen Internetanschluss

11.15 Uhr Seit etwa einer Stunde bemüht man sich, den Fehler zu beheben, während  S. den Kontakt zu den Arbeitern hält und ständig zwischen Fritzbox im OG und Hof hin und her hechtet. 

11.20 Uhr: Wir sind wieder online! 

Während ich noch Korrekturlese, bekomme ich eine SMS vom Provider:  Die Störung befinde sich in der Prüfung und man würde mir schnellst möglich weitere Infos zukommen lassen.  
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Erdogan hat verstanden, dass er die Türkei nicht mehr in der EU erleben wird - folglich kann er aus seiner Sicht machen, was ihm und seiner Partei in den Kram passt. Zur Belohnung kommt auch noch der Wahlerfolg.
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Dieser Fall zeigt, welche Konsequenzen es haben kann, in der Türkei seine Meinung zu sagen – und sei es nur über Twitter. 
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Sie studieren, sie demonstrieren, sie twittern - jetzt drohen ihnen drei Jahre Haft. In Izmir stehen 29 junge Türken vor Gericht, weil sie im Netz zu Protesten aufgerufen haben sollen.
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Günther Ludwig

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Wie die Einhörner damals ausstarben ...

via +Mack Hopkins 
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Christian Becker's profile photoChristof Devue's profile photo
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Günther Ludwig

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Sehr bedauerlich, dass heutzutage (noch immer) dem Eigennutz und dem Trachten nach kurzfristigen Vorteilen in der Regel Vorzug gegeben wird.
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"Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde."

Guten Morgen! Zum 290. Mal jährt sich heute der Geburtstag von Immanuel Kant. Der in Königsberg geborene Philosoph gehört mit seinem kategorischen Imperativ wahrscheinlich zu den meistzitierten Stimmen deutscher Geistesgeschichte. Wir wünschen einen guten Start in die verkürzte Woche!
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Günther Ludwig

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Gut, dass wir von den meisten nichts mitbekommen - vorher und nachher
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26 Nuke-Scale Asteroid Impacts in 2000-2013

All in the range 1-60 kT TNT, most breaking up in the atmosphere, causing no further damage.

Asteroid hits are not rare. They happen all the time.

Its the big hitters that don't show up too often. At least at present.
Though dinosaur-killing impacts are rare, large asteroids routinely hit the Earth. In the visualization above, you can see the location of 26 space rocks that slammed into our planet between 2000 and 2013, each releasing the energy of our most powerful nuclear weapons.
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Günther Ludwig

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Über was haben die eigentlich letzte Woche in Genf gesprochen? Hat Russland alle genüsslich schmunzelnd und mit voller Absicht an der Nase herum geführt und letztlich ins Messer laufen lassen, indem sie den Begriff der "illegal Bewafneten" unbestimmt ließen?
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Die Ukraine plant einen neuen Anti-Terror-Einsatz. Die USA drohen Russland mit neuen Sanktionen. In Slowjansk ist ein US-Journalist in der Gewalt der Separatisten.
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Abtreibungswunsch, Krankheiten und Jobprobleme? Eine erschreckende Studie aus Stanford zeigt: #vorratsdatenspeicherung verrät das Intimleben.
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Vorratsdatenspeicherung ist halb so wild, schließlich werden ja nicht die Inhalte gespeichert? Stimmt nicht! Forscher der US-Uni Stanford zeigen, wie intim Vorratsdaten wirklich sind.
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Günther Ludwig

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Hm, ich wollte dann doch auch irgendwo in südlicheren Gefilden und in Meeresnähe sein...
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Viele Deutsche träumen vom Lebensabend im Ausland. Doch der bedarf sorgsamer Planung: Bei Rente, Steuern und der Pflege drohen Fallstricke, auf die man vorbereitet sein sollte:
>>> http://www.welt.de/127162571
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Heute habe ich nochmal zwei davon auf der Terrasse gehabt und brav in den Garten (an Löwenzahn) gesetzt. Waren beide etwas sehr schwächlich.



#Maikäfer #Melolontha  
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Der erste Maikäfer des Jahres...

bei mir an der Terrasse
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Gabriele Kitzler's profile photoGünther Ludwig's profile photo
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Ja und ja.
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Story
Introduction
Online seit ca. 1990, seit 1986 im IT-Bereich tätig. Während des Biologiestudiums Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Rechenzentrum der Universität Stuttgart-Hohenheim und spätestens seitdem untrennbar der Onlinewelt verbunden.
Bis 2004 als Systemadministrator Windows/Unix/Linux bei verschiedenen Firmen tätig. Seit 2005 hauptverantwortlich für die Bereiche Content Management, Systemadministration und Printdesign bei amazingBytes

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