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5. Probleme mit elastischen Fugen, die fachgerechte Fuge
In fast allen Verarbeitungsrichtlinienbzw. –Vorschriften der Dichtstoff-Hersteller werden Angaben zum fachgerechten, den Funktionen der geforderten Abdichtung entsprechenden Aufbau einer mit spritzbaren Dichtstoffaufgefüllten Fuge gemacht.

Grundlage sind die Angaben der DIN 18540 Teil 1 – Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtungsmassen; konstruktive Ausbildung der Fuge. Meistens sind die Fugen im Bauwerk wesentlich tiefer als notwendig, und dadurch für eine funktionsfähige Abdichtung ungeeignet. Daher muss durch entsprechende Vorarbeiten der auszufüllende Fugenraum begrenzt werden. Dies geschieht unter Verwendung eines rund geformten Materials.

Durch das runde Profil wird die Schicht des eingespritzten Dichtstoffes in der Mitte etwas dünner als im Bereich der Haftflächen. Im Fall einerDehnbewegung ist im Dichtstoff an dieser Stelle der geringste Widerstand, so dass die Materialdehnung überwiegend hier stattfindet. Die Fugenflanken werden weniger belastet. Weiterhin wird die Fuge durch die runde Form an den Haftflächen etwas tiefer als in der Mitte. Da die Fugenmitte aber auch die vorgeschriebene Dicke des Dichtstoffes, also die Tiefe der Abdichtung, gemessen wird, vergrößern sich zwangsläufig die Haftflächen, was wiederum die Sicherheit im Bereich der Haftflächen erhöht.

Andererseits darf die Tiefe der Fuge im Verhältnis zur Fugenbreite nicht übertrieben werden, weil mit steigender Fugentiefe die auftretenden Kräfte bei einer Dehnung der Fuge im Dichtstoff sehr schnell ansteigen und damit die Haftung unnötig belastet wird. Daher muss die Dicke des Dichtstoffprofils, gemessen in der Mitte zwischen den Fugenflanken, immer geringer sein als die Fugenbreite.

FAUSTREGEL:

Mindestfugenbreite 5mm, max. 50mm

bis zu 15 mm Fugenbreite: Dichtstoffstärke 2/3 – 3/3

ab 16 mm Fugenbreite: Dichtstoffstärke = 15 mm

Befahrbare Bodenfugen mitKantenfase Fugenbreite max 15mm

Ist der zu begrenzende Fugenraum zu gering für eine Rundschnur kann auch in Notfällen ein PE-Band, Vorlegeband alsHaftungsunterbrechung benutzt werden, damit sich der Dichtstoff mit der Fugenbewegung frei dehnen kann. Dabei ist zu beachten ob dieser Fugenaufbau zur Ausführung kommen darf.

Im Asphalt und Straßenbau, Heißverguss Fugenbau kommt zur Fugenbegrenzung eine Hochtemperatur Rundschnur zum Einsatz.

Im Brandschutzbereich wird anstatt einer Rundschnur eine Brandschutz Fugenschnur nach DIN 4102-A1 alsnicht brennbarer Fugenfüllstoff auf Mineralfaserbasis. Die miteinem Glasfasergarn umflochten ist bzw. eine Brandschutzdichtung, welche überwiegend in Dehn- undBewegungsfugen im Hoch-, Tief- und Tunnelbau eingesetzt wird, als Fugenhinterfüllung zum Einsatz, dabei ist darauf zu achten welche Feuerstandsklasse gefordert wird und ob es sich um eine statische oderDehn- undBewegungsfuge handelt.

Beachtet werden sollte: Die Begrenzung der Fugentiefe und das vorgeschriebene Rundprofil darf nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Wirtschaftlichkeit gesehen werden. Es sind vielmehr technische Notwendigkeiten, die zu beachten sind. Als Hinterfüllmaterial sollen „nicht wassersaugende“ Rundprofile benutzt werden. Daher kommen u.a. auch zellgeschlossene PE-Rundschnüre zum Einsatz.

Grundregeln zur fachgerechten Fugenausbildung

•Die Haftflächen müssen tragfähig, trocken, fett- und staubfrei sein.

•Da es kein universellen Dichtstoff gibt, ist objektbezogen zu entscheiden, welches System zu verwenden ist (eventuelle Haftversuche sind von Vorteil).

•Bei der Planung ist bereits daran zu denken, dass ein Dichtstoff einemaximale Bewegungsaufnahme von 25 % aufweist und daher auf eine entsprechende Dimensionierung der Fuge unbedingt zu achten ist.

•Bei porösen und saugfähigen Untergründen empfehlen wir die zusätzliche Verwendung eines Haftanstriches.

•Die Fugentiefe ist wie folgt einzuplanen:

5-7mm Fugenbreite : 5 mm Dichtstoffstärke + Fugenhinterfüllung 6mm-8mm

8-12mm Fugenbreite : 8 mm Dichtstoffstärke + Fugenhinterfüllung 10mm-13mm

13-15mm Fugenbreite : 13mm Dichtstoffstärke + Fugenhinterfüllung 15mm-20mm

Ab 16mm Fugenbreite : 15 mm Dichtstoffstärke + Fugenhinterfüllung 20mm, 25mm, 30mm, 40mm, 50mm

•Zur Hinterfüllung ist einegeschlossenzellige PE-Schnur zu verwenden. Die Schnur verhindert eine 3-Flanken-Haftung und ermöglicht ein sattes Einspritzender Dichtungsmasse.

•Die eingespritzte Dichtmassekann anschließend mit Glättmittelund einer

Spachtel abgezogen werden.

http://www.dichtstoffe-blog.de/2010/03/5-probleme-mit-elastischen-fugen-die-fachgerechte-fuge/

www.dichtstoffe-shop.de

www.fugentechnik-ott.de
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