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Fahrschule Winterhude
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ERFAHRUNGSBERICHT
Verkehrsgerichtstag 2016, AK VII - "Reform des Fahrlehrerrechts"

Eigentlich wollte ich mich nicht öffentlich äußern über meine Erfahrungen, die ich beim Verkehrsgerichtstag 2016, Ende Januar erleben musste, habe mich jetzt aber doch zu einem kurzen Statement durchgerungen.
Der Arbeitskreis VII des Verkehrsgerichtstages 2016 hat sich mit dem neusten Überlegungen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) über eine Reform des Fahrlehrerrechts beschäftigt. Seit Monaten wird dies zum Teil sehr kontrovers diskutiert. Dieser Arbeitskreis bestand aus fast 200 Mitgliedern, die im weitesten Sinne mit dem Fahrlehrerwesen zu tun haben. Zu meinem Erstaunen, musste ich jedoch feststellen, dass ich als praktizierender Fahrlehrer, der voll im Beruf steht und tagtäglich mit der Umsetzung des Fahrlehrerrechts zu tun hat in der Minderzahl war. Der Großteil der Anwesenden waren Funktionäre diverser Verbände, von denen ich bezweifle, dass sie in den letzten 5 Jahren Fahrschüler theoretisch und praktisch ausgebildet haben. Ich habe festgestellt, wie seit Monaten bekannte Positionen einfach erneut ausgetauscht wurden, ohne das Gefühl zu haben, dass man sich wirklich ernsthaft mit der jeweils anderen Meinung auseinandersetzt. Hinzu kommt, dass es offensichtlich versäumt wurde, einen klaren Gesetzesentwurf als Diskussionsgrundlage herzunehmen.

Ein wesentlicher Bestandteil dieser Reform ist es, das Fahrlehrerrecht zu Entbürokratisieren und so zu modernisieren, dass die Pädagogik mehr im Vordergrund steht als sie es heute tut. Zudem ist man sich über die Not des Nachwuchses bewusst und versucht auf diese Weise Abhilfe zu schaffen.
Über Entbürokratisierung freue ich mich, da ich jeden Tag mit enormer Verwaltung und Bürokratie zu tun habe. Die Administration der Fahrschule so zu gestalten wie ich es für richtig halte und nicht wie irgendein Lobbyist, Verwaltungsbeamter oder Politiker befürworte ich nachhaltig! Den Fahrlehrer mehr als Pädagogen zu sehen als es momentan der Fall ist, ist längst überfällig. Dass wir ein Nachwuchsproblem haben ist zwar bei den Verbänden angekommen, allerdings nicht, was es für eine Fahrschule bedeutet zu viele Fahrschüler und zu wenig Ausbilder zu haben. Und noch weniger was dies für Konsequenzen für die Fahrschüler hat!
Seit über 3 Jahren suche ich nach Personal. "Gutes Personal" zu finden habe ich mir schon längst abgeschminkt, da die "guten Fahrlehrer/Innen" mit aller Macht bei ihren jeweiligen Fahrschulen gehalten und gebunden werden. Kein Fahrschulinhaber kann es sich leisten gutes Personal zu verlieren! Der Rest tingelt von Fahrschule zu Fahrschule.
Die Lösung kann also nur der Nachwuchs sein. Aber wo bleibt dieser Nachwuchs? Die Fahrlehrerausbildungsstätten sind heutzutage vom Arbeitsamt abhängig um ihre Kurse voll zu bekommen. Wie kann das sein? Auf privater, selbst finanzierter Basis kann es sich kaum jemand mehr leisten, Fahrlehrer zu werden! Eine Vorbedingung ist der Besitz des Motorrad- und LKW-Führerscheins; eine Investition von zusammen schlappen 8000 €. Nur um mit der Fahrlehrerausbildung anfangen zu dürfen, die ebenfalls nochmal einige tausend Euro kostet. Dass dieser Umstand reformiert werden muss, um dem Fahrlehrerberuf auch nur vage eine Zukunftsperspektive zu geben, bedarf keines Hellsehers!

Die vom Präsidium auf Linie gebrachten Landes- und Bundesverbände haben sich jedoch geschlossen gegen einen leichteren Zugang zum Fahrlehrerberuf entschieden, da sie kollektiv befürchten, dass die Ausbildungsqualität leidet. Ich persönlich hatte meine letzte LKW-Fahrt am Tag meiner Prüfung - zu einem schlechten Fahrlehrer macht mich das nicht!
Zum Thema Entbürokratisierung, vielleicht ein kleines Zitat, welches von der Vertreterin des BMVI am Ende der Veranstaltung geäußert wurde. Sinngemäß war es: wir wollen das Fahrlehrerrecht entbürokratisieren! Alles was hier vorgeschlagen wurde, führt zu mehr, nicht zu weniger Bürokratie. Ich denke, eine solche Aussage spricht Bände! Zum Glück, sind die Beschlüsse des Verkehrsgerichtstages nur Empfehlungen an die der Gesetzgeber nicht gebunden ist.

Ich bin leider etwas frustriert und weiß, dass ich in der Fahrlehrerschaft nicht bei allen auf Zustimmung mit meiner Meinung stoße. Das will ich aber auch nicht zwangsläufig!
Ich denke, dass die moderne Fahrschule von Morgen ein komplett anderes Bild liefert, als das was heute noch über Fahrschulen gemalt wird. Ich glaube, dass die Kunden hier weiter sind als unser Berufsstand selbst.

Reginald Gerlach
www.fahrschule-winterhude.de
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Unsere Fahrlehrerin Heike
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Der Fahrlehrer Reginald
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Unser Fahrlehrer Michael
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NEUE WEB - PRÄSENZ !!!
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Heute ist unsere neue Internetseite online gegangen. Schaut gern einmal rein... und teilt sie!
www.fahrschule-winterhude.de
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FAHRLEHRER/IN - EIN BERUF MIT ZUKUNFT?!

An was denken Sie, wenn Sie an „Fahrlehrer“ denken?
An Quälereien mit der Kupplung? Parken? An Typen, die ihre Hände nicht unter Kontrolle halten können? Oder an blöde Sprüche, die alle gängigen Klischees über Männer und Autos sowie Frauen und Parken in voller Bandbreite bedienen? Denken Sie an Theorie-Unterricht, der mehr eine langweilige Pflichtveranstaltung war, in der das größte Highlight ein guter Witz war? An Fahrstunden, nach denen Sie dachten: Jetzt kann ich gar nichts mehr, oder an: Habe ich heute eigentlich was gelernt? Kann es auch sein, dass sie Fahrlehrer für Menschen halten, die dem Fahrschüler nur das Geld aus der Tasche ziehen wollen? Desinteressierte, mißemotionale Typen, wo man froh ist, sie nie wieder zu sehen?

Oder denken Sie dabei an Menschen, von denen Sie das Gefühl hatten, dass sie ein echtes Interesse daran hatten, Ihnen etwas beizubringen? Typen, von denen Sie merkten, dass ihr Tun mit Sinn und Verstand durchstrukturiert war, die Sie und Ihre Schwierigkeiten beim Erlernen des Autofahrens ernst genommen haben und Ihnen wirkliche Hilfe zukommen ließen? Denken Sie dabei an Menschen, die spürbar bemüht waren, gute Arbeit zu leisten und mit denen Sie als Team zusammen daran gearbeitet haben, das Fahren nicht nur zu erlernen, sondern auch die Prüfung tatsächlich zu schaffen?

Wenn zweiteres auf Sie zutrifft, sind Sie zu beglückwünschen, da Sie in diesem Falle mit Sicherheit eine gute Fahrlehrerin oder Fahrlehrer erwischt hatten! Die gängige Meinung und öffentliche Wahrnehmung läuft leider oft auf das Erstere hinaus.

Wie es zu solch einem Bild eines Berufsstandes kommt, ist nicht mein heutiges Thema, es muss aber leider mit angesprochen werden, da der Berufsstand: Fahrlehrer in einer echten Klemme steckt: Es gibt keinen Nachschub! Die Fahrlehrerschaft überaltert langsam und es rücken keine neuen und jüngeren Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer nach.
Schlaue Menschen werden Ihnen jetzt erzählen, dass es daran liegt, dass die Bundeswehr keine Fahrlehrer mehr ausbildet oder dass es daran liegt, dass der Beruf des Fahrlehrers kein anerkannter Ausbildungsberuf ist. Und auch wenn beide Argumente faktisch stimmen, sind dies für mich nicht die einzigen Gründe. Leider existiert hier auch ein Imageproblem! Und manchmal leider auch Aktionen, die dieses Bild bestätigen.

Aber nichts desto weniger möchte ich eine Lanze für den Beruf des Fahrlehrers brechen!
Auch wenn es vielleicht noch nicht bei allen bis zur letzten Konsequenz durchgedrungen ist, handelt es sich beim Fahrlehrer doch grundsätzlich um einen Lehrberuf, sprich um einen Pädagogen. Vielleicht stellt dies für den einen oder anderen schon ein Problem dar, denkt man doch gleich an die Schule und irgendwelche blöden Lehrer, die Fächer unterrichten, die keinen Menschen interessieren und dann auch noch schlecht darin sind.

Aber Menschen, die anderen etwas beibringen, genießen ein großes Privileg, das nicht vielen Berufen zuteil wird – sie arbeiten mit Menschen zusammen, bringen ihnen etwas bei, das sie vorher nicht kannten oder konnten und produzieren auf diese Weise Selbstständigkeit und Sicherheit! Allein diese Tatsache verursacht doch ein Hochgefühl! Was gibt es besseres als das? Leute selbstständiger und sicherer zu machen?

Klar, mit Menschen eng zusammenzuarbeiten ist nicht für jeden etwas. Immerhin hat man auch mit den Unzulänglichkeiten des Menschen zu tun. Und der Gedanke Menschen selbstständiger zu machen, erfreut auch nicht alle. Dieser Tatsache wird nicht gern ins Auge gesehen, ist aber gelegentlich zu beobachten. Und auch nicht alle Menschen sitzen gern im Auto. Das Auto ist schließlich unser Arbeitsplatz!

Es bietet noch andere schöne Seiten. Man lernt unheimlich viele verschiedene Menschen kennen, talentierte, untalentierte, nette aber auch blöde, lustige und ernste, saubere und schmutzige, welche die es lernen wollen und welche die es müssen, ohne es wirklich zu wollen. Welche, die es gut lernen und welche, die denken, dass sie schon alles können. Es gibt draufgängerische und ängstliche Schüler. Die ganze Palette menschlicher Eigenarten und Emotionen lernt ein Fahrlehrer kennen. Wer mit den vielen Facetten des menschlichen Verhaltens nichts anfangen kann, oder der dies lieber meidet – für den ist der Fahrlehrerberuf in der Tat nichts. Und auch wenn der Umgang mit vielen verschiedenen Menschen nicht nur Vorteile bietet, stellt es doch eine ungeheuer große Herausforderung dar!
Im Laufe der Jahre lernt man so unfassbar tolle Menschen kennen. Aber selbstverständlich auch Menschen, die einem nicht liegen. Und auch mit denen klar zu kommen, sie trotzdem genauso auszubilden als wären es die eigenen Kinder, ist eine Aufgabe an der man selbst immens wachsen kann.
Als Fahrlehrer/In hat man sehr viel mit jungen Menschen zu tun, was einen irgendwie auf Zack hält und ebenfalls die Möglichkeit bietet geistig nicht zu „verstauben“. Irgendwie hält einen die jugendliche Lebenskraft selbst jung! Dies ist jetzt eine rein subjektive Auswertung von mir, allerdings haben Kollegen mir dieses Phänomen bestätigt.
Wie bereits erwähnt, ist das Auto der Arbeitsplatz des Fahrlehrers. Wer nicht gern im Auto sitzt, braucht definitiv nicht länger über diesen Beruf für sich nachzudenken. Wer aber gern Auto fährt hat als Fahrlehrer eigentlich ständig mit tollen Autos zu tun. Fahrschulen haben in der Regel aktuelle Fahrzeuge, meistens gut ausgestattet und bleiben allein dadurch ganz gut auf dem Laufenden was die technischen Neuerungen von Fahrzeugen angeht. Tolle Autos zu fahren ist ein eindeutiger Vorteil dieses Berufes.

Wie bei allem im Leben gibt es nicht nur Vorteile, selbstverständlich hat der Fahrlehrerberuf auch Nachteile.
Wir arbeiten in einer Dienstleistungsbranche, was eigentlich immer miese Arbeitszeiten zur Folge hat. Die Fahrlehrerin oder der Fahrlehrer arbeitet zu Zeiten, wo seine Kundschaft Zeit hat; sprich Abends und Wochenende. Das war also nichts mit geregelten Arbeitszeiten von wochentags 8 bis 16 Uhr. Fragen Sie mal einen Koch nach seinen Arbeitszeiten. Den hat praktisch das selbe Schicksal ereilt. Zu allem Überfluss gibt es auch viele Menschen, die in den frühen Stunden des Tages Zeit haben. Nur in der Mitte bleiben gern Lücken. Familienfreundlich geht anders!
Man sitzt den ganzen Tag. Eigentlich besteht das Leben aus Bewegung, in welcher Form auch immer. Ein Fahrlehrer bewegt sich eher wenig. Der Weg vom Büro zum Auto und zurück ist dann doch nicht das nötige Bewegungspensum, das ein Mensch täglich braucht. Und so kommt es, dass es leicht passiert, dass Fahrlehrer inaktiv werden und aus dem Leim gehen. Dies ist definitiv ein Nachteil, dem nur mit viel Disziplin zu begegnen ist. Und das ist auch nicht jedermanns Ding.
Geduld ist eine Tugend, die dem Menschen nicht unbedingt inhärent ist. Wir alle kennen ungeduldige Lehrer, und keiner wurde gern von ihnen ausgebildet! Jeder Pädagoge hat mit „Dummheit“ zu tun, Sachen, die einfach schwer oder gar nicht verstanden werden. Und, obwohl ich mich selbst als geduldigen Menschen bezeichnen würde, muss ich zugeben, dass auch meine Geduld immer mal wieder auf die Probe gestellt wird. Es gibt Schüler, die es wirklich schwer haben und welche, die einen herausfordern – auch das gibt es.
Hinzu kommt, dass die Schüler nicht nur Fehler machen. Sie machen immer wieder die gleichen Fehler…. und zwar immer wieder. Jeden Tag! Man ertappt sich dabei zur Schallplatte zu werden, die immer wieder das gleiche wiederholt. Dies ist ein Umstand, an dem Lehrer und Pädagogen kaputt gehen können. Sie werden zu Robotern, die den Menschen auf der anderen Seite der Kommunikationslinie vergessen. Und obwohl dies relativ leicht zu bewältigen ist, gibt es viele Lehrer, die diesbezüglich „aufgegeben“ haben – nicht zum Vorteil ihrer Schüler. Am Ende ist die „letzte Lösung“: schreien!

Wenn Sie nun die Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen, fangen Sie bitte nicht an, die Anzahl der Wörter der Vorteils-Seite und die der Nachteile zu zählen, um herauszufinden, ob der Fahrlehrer ein annehmbarer Beruf ist oder nicht. Dem ist nicht numerisch zu begegnen. Für alle die Andere gern ausbilden und ihnen gern etwas beibringen möchte, ist der Beruf des Fahrlehrers eine ernstzunehmende Alternative. Ich gehe hier nur so umfangreich darauf ein, in dem Versuch ein vollständiges Bild zu vermitteln. Selbstverständlich muss man das ganze Bild kennen, um sich ein Urteil bilden zu können.

Ein weiterer Vorteil ist, dass die Ausbildung zum Fahrlehrer nicht ewig dauert. So viele Berufe werden auf 3 oder 3 ½ Jahre künstlich in die Länge gezogen, was nicht immer nötig ist. Ich verstehe, dass Lehrlinge als günstige und voll einsetzbare Arbeitskräfte von Unternehmern gern akzeptiert werden. Und nur weil der Gesetzgeber diese Möglichkeit bietet, heißt das nicht, dass dies richtig ist. Der klassische Lehrling kommt aus dem Handwerk, in dem es durchaus Sinn macht ihn über einige Jahre hinweg zu jemanden zu machen, von dem man behaupten kann, dass er diesen Beruf nun beherrscht. Aber Verkäufer, Bürokräfte etc …? Sorry, macht keinen Sinn. Also, dass für die Ausbildung zum Fahrlehrer knapp ein Jahr benötigt wird, ist durchaus vertretbar.

Was sind denn nun die Voraussetzungen, um Fahrlehrerin oder Fahrlehrer der Klasse BE zu werden?
a) mind. 22 Jahre alt
b) eine abgeschlossene Berufsausbildung oder eine gleichwertige Vorbildung, wie beispielsweise (Fach)Abitur
c) im Besitz des Auto- Motorrad- und LKW Führerscheins
d) mind. 3 Jahre Fahrpraxis (in den letzten 5 Jahren)
e) der deutschen Sprache mächtig
f) geistig, körperlich und fachlich geeignet
g) man muss in einer Fahrlehrer-Ausbildungsstätte ausgebildet und die dazugehörigen Prüfungen bestanden haben
h) ein, durch eine Prüfung bestandenes praktisches Praktikum in einer Ausbildungsfahrschule (vergleiche FahrlG, §2)

Kann man als Fahrlehrerin bzw. Fahrlehrer Geld verdienen, oder ist es eine brotlose Kunst? Ich würde sagen, es ist wie in jedem normalen Beruf. Klar kann man als Fahrlehrer Geld verdienen! Auch ohne Fahrschüler über den Tisch zu ziehen. Allerdings muss man auch wirklich arbeiten, und nicht nur im Büro rumsabbeln. Zudem muss man so gut arbeiten, dass man weiterempfohlen wird. Die Fahrleherschaft lebt zu mind. 60% von der persönlichen Weiterempfehlung! Wer einfach nicht, oder nur schlecht weiterempfohlen wird, geht meistens mit dem Preis runter.

Ja, der Beruf des Fahrlehrers ist nicht unbedingt ein klassischer Traumjob, wie Feuerwehrmann oder Arzt! Und ja, es ist auch nicht ein Job, der für jeden etwas ist!
Aber es ist ein Job, der seine Reize und sein Gutes hat. Er lebt von der Lebendigkeit seiner Schüler und vom Geiste der Hilfe an Anderen. Ein weiterer Aspekt, auf den ich bisher nur beiläufig eingegangen bin, der aber noch seine Erwähnung verdient hat, ist dass ein guter Fahrlehrer mehr Sicherheit auf die Straßen bringt. Dies ist ein durchaus heikler Punkt, da praktizierte Verkehrssicherheit für die Fahrschule schon durch den Gesetzgeber vorgeschrieben ist, allerdings durch die Vorgaben des Gesetzgebers nicht in dem Maße vermittelt werden können, wie es eigentlich behandelt werden sollte. Wer als Fahrlehrer in puncto Verkehrssicherheit „Dienst nach Vorschrift“ macht, landet am Ende mit dem erhobenen Zeigefinger vor seinen Schülern, die Stunden vorher schon „abgeschaltet“ haben. In diesem Bereich gibt es nicht nur sehr viel Nachholbedarf des Gesetzgebers der Fahrschule gegenüber, sondern er bietet auch ein großes und weites Feld für engagierte und gute Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer, die ihren Beruf ernst nehmen.

Und ist der Fahrlehrer jetzt ein Beruf mit Zukunft?
Eindeutig: Ja!

Gerade Deutschland steuert auf ein Verkehrskollaps zu. Es gibt immer mehr Autos auf immer weniger Straßen. Der Drogen und Alkoholkonsum wird trotz immer strengerer Gesetze ein immer größeres Problem. Die Angst vor dem Autofahren nimmt bei immer mehr Menschen zu. Es gibt tausende Führerscheininhaber, die nicht fahren, weil sie nicht das Gefühl haben, dass sie diesem „Krieg auf der Straße“ gewachsen sind. Die Gesetzgebung, die den Straßenverkehr mit all seinen Aspekten behandelt wird immer komplizierter, strenger und teilweise auch unsinniger. Es gibt immer mehr Gesetze, für nicht unbedingt mehr Lebenssituationen!
Und natürlich sind die Lehrberufe und die Pädagogen hier gefordert! Es bedarf engagierter und stolzer Lehrkräfte, die Spaß am Lehren haben und mit Klarheit und Übersicht Dinge vermitteln können. Und für all diese Menschen, habe ich diesen Blog geschrieben!

Reginald Gerlach
www.fahrschule-winterhude.de
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FAHRSCHULE IM WANDEL DER ZEIT

Der Führerschein gehört heutzutage zum Prozess des Erwachsenwerdens dazu. Es ist mittlerweile normal, dass Eltern mit dem Erreichen des führerscheinfähigen Alters ihrer Kinder den Führerschein ermöglichen, oder dies zumindest unterstützen; obwohl der Führerschein heutzutage alles andere als günstig ist, und der finanzielle Aufwand teilweise von länger Hand geplant sein muss.

In den 50er und 60er Jahren war es doch eher unüblich den Führerschein gleich mit 18 Jahren zu machen. Man hat den Führerschein eigentlich erst gemacht, wenn man ihn beruflich oder familiär "brauchte". Es hatte nicht den Stellenwert der "Allgemeinbildung", so wie es heute gesehen wird.

Die Kosten des Führerscheins waren damals bei weitem nicht so exorbitant wie heute und auch die theoretische und praktische Ausbildung war eher auf das wesentliche beschränkt und war bis auf ein paar verkehrsrechtliche Grundlagen doch sehr Technik-lastig. Es war nicht unüblich, dass Eltern ihren Kindern das Autofahren zu großen Teilen selbst beigebracht haben. Und auch wenn dies damals schon verboten war, galt es doch eher als Kavaliersdelikt, denn als Straftat, wenn sie irgendwo in einem verkehrsruhigen Bereich fahren oder parken übten.

Und so kam es, dass die klassische Fahrschule sich über die Jahre als ein gesellschaftlicher Baustein entwickelt hat, der dem dem Schlachters oder Bäckers von nebenan nicht unähnlich war. Wenn man soweit war, dass man einen Führerschein brauchte, war man also zu Hans Meier von nebenan gegangen, den die Eltern in der Regel von den wochenendlichen Skat-Runden kannten.
Diese Fahrschulen waren meistens Ein-Mann-Unternehmen, mit einem kleinen 25 qm Raum, einer Kreidetafel und einigen Modellen, die die Wirkungsweise des 4 Takt - Motors, die verschiedenen Beleuchtungseinrichtungen auf einen Blick oder die 2-Kreis-Bremsanlage zeigten. Die Fahrstunden lehrten in der Regel ein wenig Bedienung des Autos, das Einparken und ein paar Vorfahrtsregeln. Der Rest des Erfolgs hing gänzlich vom Charme und vom Einfühlungsvermögen des einzelnen Fahrlehrers ab!

In dieser kleinen Zeitreise sei noch die Schwemme der Bundeswehr-Fahrlehrer der 70er und 80er Jahre erwähnt, die mit ihrer militärischen Ausbildung durchaus etwas Disziplin in die Ausbildung gebracht haben, es aber teilweise auch gern damit übertrieben. Ebenso war die Fahrschule über Jahre hinweg ein von Männern dominierter Bereich, dessen hauptsächlicher Fortschritt in der Weiterentwicklung der Autos bestand. Glücklicherweise haben Frauen unterdessen diesen Berufszweig für sich entdeckt, auch wenn dies noch ausbaufähig ist.

Dieses Modell einer Fahrschule hat sich über Jahrzehnte in unserer Gesellschaft festgesetzt. Und schauen Sie sich mal um. Wie viele Fahrschulen finden Sie heute noch in diesem Geiste?
Kleine Ein-Mann-Unternehmen, wenig Theorieunterricht, der in der Regel aus einem monologen Frontalunterricht besteht, dunkle Räume in Nebenstraßen und eine Ausbildung, die sich nicht über Wochen, sondern über Monate oder Jahre ersteckt. Charme eines Feldwebels und kein Funken in den Augen, dass es sich bei seinem Beruf um einen pädagogischen handelt.
Und auch, wenn man dies als Kritik verstehen kann, ist dies kein Vorwurf, der alle Fahrlehrer und Fahrschulen über einen Kamm schert. Ich lade zum "Hinsehen" ein!
Selbstverständlich gibt es auch viele gute Fahrlehrerinnen und Fahrlehrer!

Die Erwartungen an die Fahrschulen und die Fahrlehrer haben sich in den letzen Jahren zudem erheblich verändert. Die Fahrschüler suchen sich ihre Fahrschule heute nicht mehr einzig und allein aufgrund der Nähe aus. Das Internet hat dem Kunden sehr viel mehr Möglichkeiten der Auswahl gegeben - nicht unbedingt zum Vorteil der "Fahrschule von nebenan", die sich ihre Internetseite in einem 1und1-Do-it-yourself-Workshop zusammen gezimmert hat. Auch die Ansprüche des Kunden, was Freundlichkeit und Flexibilität der Ausbildung und dessen Service angeht haben sich eher angehoben. Der moderne Fahrschüler möchte in bestimmten Zeitperioden durch die Ausbildung durchkommen und möchte gern, dass man individuell auf seine Bedürfnisse eingeht was die Terminierung der Fahrstunden und auch des theoretischen Unterrichts angeht.
Auch die Ansprüche des Gesetzgebers sind in den vergangenen Jahren eher gestiegen. Die Fahrschulen haben sich auf immer mehr Verwaltung einzustellen, die Kontrollen durch diverse Staatsorgane werden immer regelmäßiger und ausgedehnter und auch durch die Prüforganisationen wird der erwartete Standard immer weiter angehoben.

Dem ganzen entgegen steht ein immenser Preisdruck. Fahrschulen unterbieten sich in einer Weise, für die es nur wenig Worte gibt.
Dies ist keine Abhandlung über die Preisfindung einer Fahrschule, für die es wahrscheinlich eine eigene Nachfrage geben wird, doch denken Fahrlehrer über Jahrzehnte hinweg, dass sie über einen billigen Fahrstundenpreis zu Fahrschülern kommen. Und darüber ob diese Theorie funktioniert oder nicht, möchte ich mich an dieser Stelle nicht auslasen, außer vielleicht, dass die billigen Fahrschulen in ihrem Gebiet meistens einen Grund haben billig zu sein. Und das ist in der Regel nicht, weil sie solch sparsamen Menschen sind. Genauso wenig wie die Fahrschulen, die teuerer sind, zu den Verschwenderischen gehören.

Gute Fahrschule? Schlechte Fahrschule?
Für was für eine Fahrschule sollte ich mich denn nun entscheiden, wenn ich einen Führerschein machen möchte?
Nehme ich die um die Ecke, weil ich nicht so weit laufen möchte, oder nehme ich die Fahrschule, die eine Stunde weit weg ist, nur weil mein Klassenkamerad meinte, dass sie gut ist? Oder nehme ich doch die billigste, weil mir 'eh mein Vater das Autofahren auf dem Übungsplatz beibringt und ich die Fahrschule nur für die Pflichtfahrten brauche ...?

Ich persönlich denke nicht, dass eine gute Fahrschule eine ist, die besonders modern ist oder besonders zentral liegt. Auch die teuerste Fahrschule ist nicht zwingend die beste. Genauso wenig, die Fahrschule, die ein besonders tolles Auto fährt, oder den tollsten technischen Schnickschnack biete muss die beste für mich sein.

"Für mich" ist doch hier der zentrale Gedanke. 
Sicher, moderne Fahrschulen liegen zentraler, sind moderner eingerichtet und sind technisch auf einem einigermaßen aktuellen Stand - aber das ist leider dennoch nicht das ausschlagende Kriterium, ob dies eine gute Fahrschule ist.
Welche Fahrschule versteht es mit der Zeit mitzugehen, ohne fundierte Ausbildungsgrundlagen über Bord zu werfen? Ist der Fahrschüler der Mittelpunkt, oder ist es das Fitness-Studio oder das Motorrad des Fahrlehrers? Geht der Fahrlehrer während der Fahrstunden persönliche Besorgungen machen oder telefoniert er ständig in der Fahrstunde?
Wie sehr schafft es eine Fahrschule sich auf die Bedürfnisse des Fahrschülers einzustellen und wie gut bildet der Fahrlehrer eigentlich aus?
Fährt er nur geradeaus und meckert am Ende der Fahrstunde über Lappalien oder habe ich am Ende der Fahrstunde das Gefühl wirklich etwas gelernt zu haben?
Ich muss mich fragen, welche Ansprüche ich eigentlich an meine Fahrschule habe. Wenn mir alles egal ist, und ich 'eh denke, dass ich das alles schon kann, reicht es in der Tat, einfach um die Ecke zu gehen und beim nächst besten Fahrlehrer einzusteigen. Und wenn er nicht rumschreit, mich nicht sexuell belästigt hat und ich es eines Tages auch wirklich geschafft habe, scheine ich ja Glück gehabt zu haben.

Aber wenn es mir wichtig ist, dass die Chemie zwischen Fahrschüler und Fahrlehrer stimmt, wenn auch das Büro gut erreichbar und organisiert ist und ich nicht mit Methoden ausgebildet werde, die an eine Schocktherapie erinnern, bzw. ich überhaupt ausgebildet werde und ich es mir nicht irgendwie selbst beibringen muss; wenn ich mich in meiner Fahrschule wohl fühle und ich das Gefühl habe, dass auf meine Bedürfnisse und meinen persönlichen Zeitplan eingegangen wird und ich wirklich individuell angesprochen und ausgebildet werde - dann kann ich davon ausgehen, dass ich dort richtig bin!

Reginald Gerlach
www.fahrschule-winterhude.de
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WER HAT VOR KURZEM SEINE PRÜFUNG BESTANDEN?
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Schaut es euch an !!!
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Fahrschule Winterhude stellt sich vor.
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