Profile cover photo
Profile photo
Dominic van der Zypen
100 followers -
Interests: mathematics, graph theory, topology, programming, chamber music, choir
Interests: mathematics, graph theory, topology, programming, chamber music, choir

100 followers
About
Dominic's interests
View all
Dominic's posts

Post has attachment

Post has attachment
The concept of password safety has been around longer than you might think: http://abstrusegoose.com/296

Post has attachment
Sudoku++ : Let A_i (i=1,..,n) be sets, each containing n elements, such that A_i and A_j have at most one common element for i<j. Prove that the union of the A_i 's can be coloured with n colours such that each A_i contains elements of all colours.

This innocent-looking conjecture was made by the mathematician Paul Erdos and others; it is open as of today. For other, equivalent formulations see http://en.wikipedia.org/wiki/Erd%C5%91s%E2%80%93Faber%E2%80%93Lov%C3%A1sz_conjecture

Post has attachment

Post has attachment
An excellent article by the former economic speechwriter for President George W. Bush, David Frum on how the Republicans lost touch with reality: http://nymag.com/news/politics/conservatives-david-frum-2011-11/

Post has attachment
Book I might put under the Christmas Tree as a "self-present":

1) THINKING, FAST AND SLOW. By Daniel Kahneman. (Farrar, Straus & Giroux, $30.) Kahneman, a psychologist who won the Nobel in economic science in 2002, presents a lucid and profound vision of flawed human reason in a book full of intellectual surprises and self-help value.

2) THE INFORMATION: A History. A Theory. A Flood. By James Gleick. (Pantheon, $29.95.) Gleick argues that information is more than just the contents of our libraries and Web servers: human consciousness, life on earth, the cosmos — it’s bits all the way down. (Also see http://www.nytimes.com/2011/03/20/books/review/book-review-the-information-by-james-gleick.html )

Post has shared content
"Innere Sicherheit hat ihren Preis", Leitartikel von der NZZ Samstag, 26.11., von Eric Gujer. Hervorragende Lektuere fuer alle, die wegen Staatstrojanern ein Tamtam machen.
Kleiner Nachklapp zur Paywall-Debatte der letzten Woche. In Zukunft wird man den gestrigen Leitartikel «Innere Sicherheit hat ihren Preis» von Eric Gujer, der auf nzz.ch nicht verfügbar war und ist, auch aus Deutschland verlinken können. Weil u.a. die ganze Zeitung zugänglich sein wird, eben «metered», was für Gelegenheitsleser heisst: kostenlos. Darauf freue ich mich sehr. (pho)

Innere Sicherheit hat ihren Preis

Deutschland verlangt von seinen Sicherheitsbehörden, dass diese hart gegen politische Straftäter wie die Neonazi-Bande vorgehen. Dennoch soll die Privatsphäre der Bürger unangetastet bleiben. Von Eric Gujer

Wenn Deutschland Fragen der inneren Sicherheit erörtert, dann wird die Debatte von den zwei grossen H bestimmt – Hysterie und Heuchelei. Seit die Polizei durch Zufall einer rechtsradikalen Mordbande auf die Spur gekommen ist, kritisieren alle Parteien die Behörden für deren angebliche Saumseligkeit im Kampf gegen Neonazis. Die Liste der Vorschläge für eine Reform des Sicherheitsapparats wird Tag für Tag umfangreicher: Mehr Kompetenzen für das Bundesamt für Verfassungsschutz auf Kosten der selbständigen Landesämter, eine neue Stelle zur Koordination von Polizei und Nachrichtendiensten, mehr Internetbeobachtung, eine längere Speicherung personenbezogener Daten, und ständig kommen neue Ideen hinzu, wie man schlafmützigen Beamten bei der Abwehr der braunen Pest Beine machen könnte.

Angst vor der Sammelwut des Staates

Verwundert reibt man sich die Augen. Haben nicht dieselben, die heute ein härteres Durchgreifen verlangen, vor wenigen Wochen noch vor einem heraufziehenden Überwachungsstaat gewarnt? Damals wurde bekannt, dass einige Bundesländer zur Überwachung mutmasslicher Krimineller eine Software einsetzen, welche die Computeraktivitäten von Verdächtigen aufzeichnet. Diese Trojaner bezeichneten Medien und viele Politiker als überzogenen Eingriff in die Privatsphäre und warnten vor einem lückenlosen Ausspähen der Bürger. So schwankt die Diskussion über innere Sicherheit beständig zwischen Extremen.

Nach politischen Gewalttaten kann es nicht schnell genug gehen mit staatlichen Zwangsmassnahmen. Weil die Attentate des 11. Septembers 2001 auch in Hamburg geplant worden waren, verabschiedete der Bundestag im Eiltempo Gesetzesverschärfungen. Sobald die Gefahr gebannt zu sein scheint, schlägt das Pendel zurück. Eine Mehrheit plädiert dann regelmässig für mehr individuelle Freiheit und weniger kollektive Sicherheit. Allgegenwärtig ist die Angst vor einem Staat, der krakengleich die Daten seiner Bürger hortet. Eine sechsmonatige Speicherung der Angaben, wer wann mit wem telefonierte, gilt deshalb ebenso als Teufelszeug wie eine engere Kooperation von Polizei und Geheimdienst. Das jüngste Beispiel für diese widersprüchliche Stimmungslage ist die Reaktion auf die Aufklärung der rechtsradikalen Mordserie. Dass die Behörden die Neonazi-Szene zwar mit unzähligen Informanten infiltrieren konnten und dennoch von der Planung der Morde nichts mitbekamen, sorgt für Empörung. Wenn die Spitzel keine Resultate brächten, dann könne man auf sie verzichten, heisst es allenthalben.

Dürften Polizei und Inlandgeheimdienst die Neonazis jedoch nicht mehr mit Informanten ausspähen, würden die Behörden umso abhängiger von der Überwachung der Telekommunikation. Da aber selbst ewiggestrige Neonazis inzwischen hauptsächlich über Computer kommunizieren und Mail, Facebook oder Skype benutzen, benötigen die Ermittler Instrumente wie die Trojaner-Software, die in Deutschland wie der Schweiz für Aufregung sorgt. Gerade neue elektronische Fahndungsmittel rufen in der Bevölkerung irrationale Abwehrreflexe hervor, obwohl das Internet es Straftätern leichtmacht, ihre Spuren zu verwischen. Der Befund könnte paradoxer also nicht sein: Die Behörden sollen politische Straftaten möglichst schon im Vorfeld verhindern, hierzu aber nicht in die Privatsphäre der Bürger eindringen.

Die deutschen Ermittler benötigten auch deshalb mehr als zehn Jahre für die Aufklärung von zehn Morden, weil sie so handelten, wie man dies von ihnen erwartete. Die Landeskriminalämter und Verfassungsschutzämter hielten ihre Erkenntnisse sorgsam getrennt; die Angaben zu Beschuldigten wurden fristgemäss gelöscht; der niedersächsische Staatsschutz kam einer Bitte der thüringischen Kollegen nicht nach, einen Verdächtigen zu observieren, weil man diesen nur als Mitläufer einstufte. All das entsprach dem Geist der von Zurückhaltung und Misstrauen gegen den Staat geprägten deutschen Sicherheitsphilosophie – die sich wenig von ihrem Schweizer Pendant unterscheidet. Jede dieser Entscheidungen war aber auch ein Mosaiksteinchen, das die Festnahme der drei Haupttäter und ihrer Helfershelfer erschwerte.

In der Rückschau ist man immer klüger, und so gelten Verhaltensweisen, die sonst ein Ausweis von Rechtsstaatlichkeit und Verhältnismässigkeit sind, in diesem brisanten Fall als Schlamperei und Kompetenzwirrwarr. Die Parteien machen es sich einfach und reichen den schwarzen Peter an die Behörden weiter, obwohl diese dem Primat der Politik gehorchen. Entgeistert fragt sich die Öffentlichkeit, wieso über 30 Stellen in Bund und Ländern ihre Erkenntnisse nicht enger austauschten. Doch dies ist politisch gewollt, der Föderalismus und die Aversion gegen staatliche Allmacht verhindern alle Zentralisierungspläne. Die Zäsur des 11. Septembers machte es möglich, wenigstens für den Islamismus eine Informationsbörse aller Ämter einzurichten. Nun wird ein solches Forum für den Rechtsextremismus folgen. Fortschritte bei der inneren Sicherheit gibt es in Deutschland nur nach Schockzuständen.

Politisches Minenfeld

Die Schreckensgeschichte des braunen Trios rührt gleich an zwei deutsche Traumata: die seit Gestapo und Stasi virulente Antipathie gegen Geheimdienste und die Scham, als Nation in der Hitler-Zeit versagt zu haben. Das erklärt die Heftigkeit der Berliner Debatte, ihr Gegenstand ist indes kein ausschliesslich deutscher. Das Verhältnis von individueller Freiheit und kollektiver Sicherheit ist in Demokratien prekär. Besonders gilt dies bei der Abwehr aller Formen von Extremismus. Die Bedrohungen wechseln ständig – gestern Islamisten, heute Neonazis, morgen vielleicht Linksradikale –, der Staat muss immer handlungsfähig sein. Solange nichts passiert, ist die Beobachtung des radikalen Rands aber unpopulär. Wird die Überwachung politischer Aktivisten durch den Staatsschutz ruchbar, erhebt die Öffentlichkeit rasch den Vorwurf der Gesinnungsschnüffelei. In diesem Minenfeld findet sich auch stets jemand, der behauptet, die Exekutive sei auf dem rechten oder linken Auge blind. Deutschland führt die Diskussion unter dem Eindruck blutiger Gewalt. Die Schweiz wird sich, hoffentlich in friedlicherem Umfeld, damit befassen, wenn das Parlament das neue Nachrichtendienst-Gesetz berät. Beide Länder benötigen Strategien, in denen der Freiraum des Einzelnen nicht auf Kosten der Sicherheit aller geht. Wer vom Staat Schutz vor politischer Gewalt und Terrorismus erwartet, muss bereit sein, diesem auch die erforderlichen Kompetenzen und Instrumente zu geben.

Post has shared content

Post has attachment

Post has attachment
Wait while more posts are being loaded