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Ok, nun also Inhalte. Nein, die Piraten wollen das #Urheberrecht nicht abschaffen. Aber sie wollen Tauschbörsen zulassen und die Umgehung von DRM erlauben. Was ist ein Recht wert, das nicht geschützt ist? Nichts, null Komma nichts.

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37 - Legalisierung der nicht gewerblichen oder kommerziellen Verbreitung von rechtmäßig hergestellten Kopien über das Internet (Tauschbörsen). (§53 Absatz 6)

Um eine Legalisierung von Tauschbörsen und eine Entkriminalisierung ihrer Nutzer führt kein Weg vorbei. Bisher ist es empirisch nicht zu beweisen, dass sich Tauschbörsen negativ auf den Verkauf von Werken auswirken, insbesondere auf Musik, Spiele oder Filme. Wer nicht bereit ist, für ein Werk zu zahlen, tut dies auch heute trotz diverser Verbote und gerichtlicher Auseinandersetzungen nicht. Wer bereit ist für ein Werk zu zahlen, tut dies auch, unabhängig von seinen Gewohnheiten bezüglich der Nutzung von Tauschbörsen oder anderer Austauschmethoden. Werden eventuelle Schäden beziffert, sind diese Zahlen nie an beweisbare Fakten gebunden. Mögliche Änderungen im Käuferverhalten oder die Gängelungen der ehrlichen Erwerber etwa durch DRM- Maßnahmen oder Restriktionen, die illegale Kopien wesentlich attraktiver erscheinen lassen, werden stets außen vorgelassen. Zudem wird beharrlich an Geschäftmodellen aus der Zeit vor dem Internet festgehalten. Wenn sich aber die Gesellschaft ändert, müssen sich auch Geschäftsmodelle ändern. Die Bereitschaft dazu, den Wert eines Werkes anzuerkennen und dafür zu zahlen, ist eine Bereitschaft, die im Kopf der Personen beginnt und dort motiviert werden muss. Sie kann aber nicht durch Verbote erreicht werden, die der Praxis der Nutzung von Tauschbörsen in den letzten 10 Jahren und dem Wandel der digitalen Gesellschaft inhärent gegenüberstehen. Zudem weisen alle Beobachtungen darauf hin, dass eben diejenigen, die sich massiv in Tauschbörsen oder Streaming- und Downloadportalen bedienen, auch diejenigen sind, die verhältnismäßig mehr Geld für Originale ausgeben, häufiger ins Kino gehen, etc..
http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf
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Die Argumentation ist für mich Wischiwaschi. Ich sehe das ganz subjektiv. Wenn das alles erlaubt wird: warum sollte ich zu iTunes gehen und was kaufen, so wie ich das jetzt mache? Weil ich keinen Bock habe auf Stress. Auf der Basis dieser Änderung werden die Tauschbörsen wie Pilze aus dem feuchtwarmen Boden schießen. iTunes kann dicht machen.

Mit dem Rest des Papiers habe ich eigentlich kein Problem, aber hier liegt für mich der Hase im Pfeffer.
Jetzt dürft ihr mich schlachten. ;-)
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Kai Laborenz's profile photoBertold Werkmann's profile photoVolker König's profile photoDietmar Spehr's profile photo
15 comments
 
Ja. Im Gesetz steht eindeutig: Privatkopie ist ok, aber sie darf nicht öffentlich verfügbar gemacht werden. Es ist eben ein in die Tasche lügen.
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Wenn die Privatkopie zur public copy wird und die Verbreitungswege nicht wie P2P gewissen "Verschleierungsmethoden" unterliegen, wird das den legalen Absatz kostenpflichtiger Kopien angreifen.
Ich bin kein Freund der Verwertungsindustrie, aber doch ein Freund der Urheber. Weil ich auch selber einer bin.
Das Argument der Rechteverwerter, dass es ohne Bezahlung auf Sicht keine Urheber geben wird, ist schon richtig, es wird nur von der falschen Partei und gegenüber der falschen Partei geäußert. Das müssten derzeit eigentlich die Urheber den Verwertern vorhalten.
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Ich habe jede Hochachtung vor dem Werk und dem Werkelnden, dem ich jedes Recht zur Entscheidung über das eigene Produkt überlassen will.
Mich beunruhigt aber auch die Frage des Schutzmechanismus der rechtmäßigen Dateien: die bekannten DRM-Modelle beschränken mich als Käufer dermaßen, dass ich quasi keinen Nutzen aus einem Erwerb ziehen kann. Die unrechtmäßigen Kopien müssten also auf Anbieterseite 'eliminiert' werden oder auf den Distributionswegen gefunden werden (Deep Packet Insepection); beides ist auch keine beruhigende Aussicht, weil irgendwelchen (Über-)nationalen Datensicherheitsbürokratien eine immense Macht zuwachsen würde.
Meine gute Absicht, den Urheber mit 99 Cent oder 19 Euro 99 zu bezahlen, löst dieses letzte Problem nicht auf - aber erst mit der Lösung des sinnvollen Schutzweges, der allgemeine datenschutzrechtliche Kriterien erfüllt und weder im Ansatz noch im Missbrauchsfall weitgehende Zensurmöglichkeiten zum bürokratischen Regelungsfall macht, ist das Thema in der technisch-faktischen Situation der Digitalkopie in den weltweiten Netzen zu regeln.
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Kopiert wurde schon immer, früher haben wir, weil das Taschengeld nicht für Platten reichte, abends vom Radio aufgenommen. Mixtapes für die Liebste zusammengestellt. Die Vinyl-Platte fürs Auto auf Cassette aufgenommen. Das sollte im Rahmen des Fair Use, wie er in den USA existiert, auch weiterhin möglich sein.
Nur nicht in organisierter öffentlicher Form durch eine Legalisierung der Tauschbörsen. Im Moment haben viele die Hemmschwelle, P2P Dateien zu tauschen, weil da einmal viel Schrott liegt und das auch ein nerviges Geschäft ist.
Die Labels haben kein Interesse an so einer Fair Use Klausel, weil z.B. die Kopiertantiemen der GEMA, die auf leere Tonträger (und inzwischen nicht nur auf CD-Rohlinge, sondern auch auf Festplatten) erhoben werden, an die Komponisten und Texter ausgeschüttet werden. Und an der Kopiertantieme würde sich erstmal nichts ändern, sie würde nur nicht wegen der Musikcassetten, sondern wegen der Festplatten erhoben und an die Künstler ausgezahlt.
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Ich würde erst einmal trennen: Kopierschutzmaßnahmen behindern mich bei der normalen privaten Nutzung: MP3s für mein iPhone, Sicherheitskopien, privates Streaming, etc. Z.T. bekommt man ja sogar Probleme beim reinen Abspielen... Da gibt es wirklich keinen Grund, das Umgehen solcher Maßnahmen zu verbieten.
Tauschbörsen sehe ich differenzierter. Auf jeden Fall wäre es nötig, eine Grenze zwischen rein privatem Tauschen mit einer neuen Technologie und massenhaftem, ggf. kommerziellem Handeln zu unterscheiden. Und auch für die private Nutzung müssten die Urheber entschädigt werden.
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Wer hat es seit den 70ern bei den Cassetten überwacht? Die Verwerter werden genau wie heute die gewerblichen Kopierer finden und die Privatkopierer mangels Öffentlichkeit nicht.
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Na komm, +Volker König - der Aufwand zur Vervielfältigung eines Audio-Tapes bis in geschäftsbeeinträchtigende Größenordnungen war nun doch etwas anderes als das Zurverfügungstellen von ein paar Kopien auf einem verteilten Serversystem.
Die Verwerter werden die Bereitsteller entdecken, klar, und dann wird ein globales Verfahren zur Sperrung im DNS eingeleitet? Das ist der Punkt, wo ich die Operabilität mit Argwohn betrachte. Erst wird 'Lady Gaga' geschützt, aber mit den gleichen Mitteln kann auch die FDGO geschützt werden - oder was der common-sense gerade dafür hält. Wem gebe ich das in die Hand?
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Gefälschte Platten und CDs aus Fernost gab es schon immer, nur sind die vor dem Netzzeitalter nicht so leicht zu finden gewesen wie P2P-Angebote heute. Die Abmahnmafia existiert nur aus diesem Grund. Wenn man den Missbrauch der Abmahnungen (surreale Schäden, Verfolgung von von Einzelfalltätern) unterbindet ist alles in Butter.
Die meisten Ladendiebe bleiben unentdeckt, die Schäden werden in der Kostenrechnung kompensiert.
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Wer oder was wird denn beargwöhnt? Der Anbieter eines Produktes dessen Preis nicht passt?
In Abwägung mit dem Aufwand dieses Produkt stehlen zu können.
Daraus abgeleitet die Diskussion warum bezahlen wenn stehlen so einfach ist.
Und umgekehrt der gesetzeskonforme Gedanke der Regierungen, wie diejenigen schützen die per bestehendem Gesetz zu schützen sind.
Nur weil stehlen einfacher wurde ist stehlen nicht legal. Diesem Irrglauben hängen viele an die eine rechtfertigung für ihr handeln suchen. Einer Oma die Handtasche zu rauben war auch schon immer einfach. Aber Produkte übers Internet zu klauen ist noch viel einfacher.
Was folgert den daraus? Wenn Diebstahl durch technologischen Fortschritt so einfach wird, dann sollte er legalisiert werden.
Hmm, ohne Folgeabschätzung, ohne betrachtung des bestehenden Wirtschaftssystemes, ohne Rücksicht auf gewachsene Strukturen?

Also gut, Alle dürfen alles was gedacht wird immer für sich verwenden und kopieren. Alle haben immer zurgriff auf alle Ideen und jedwedes kreative Gut. Eine blöde Frage drängt sich mir auf; "Warum sollte ich eine Idee oder ein Produkt veröffentlichen?"

Am Ende tragen die Piraten wirklich etwas wervolles bei. Sie tragen dazu bei, dass Konsumenten sich ueber Urherberchaft gedanken machen und erkennen, dass das bestehende System gut ist und ihr handeln falsch. Eine Erkenntnis die zwar zu fördern den Verwertern obliegen sollte aber faules Fleisch fault lange ohne dass es jemanden stört.
Die Piraten tragen eine Erkenntniskampagne voran die "pro" Urherber ausgeht, am Ende.
Nur die Idioten die nicht um eine Ecke herum denken können wenn sie eigene Pfründe sinnlos füllen wollen, die stören dabei.

Aber mal im ernst wo soll man den eine Diskussion führen wenn der Ansatz dieser Diskussion indiskutabel ist?
Ich schaue auf diesen ganzen Piratenwirbel und ich bin fasziniert. Übdrigens ist er identisch mit dem NPD-Wirbel. Die wollen auch die Abschaffung des bestehenden Systems.
Allerdings wollen sie nicht das alle Leistungen für Idioten frei verfügbar und umsonst sind, die wollen nur, das die Leistungen nur von deutschen erbracht werden.

Da müsste ich ja fast, als Urheber, sagen, besser NPD als Piraten!
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+Christian Sasse Ich würde zunächst einmal eine Übereinkunft erziehen, was angemessen ist. Dann darüber nachdenken, ob und wie es erreicht werden kann.

Und hier finde ich, dass klar zwischen privater und kommerzieller Nutzung unterschieden werden muss. Ob das über eine Legalisierung des privaten Filesharings oder eine Bagatellgrenze läuft, wäre für mich zweitrangig. Mit Regelungen, die Geschäftsmodelle a la Kino.to ermöglichen, werden wir keinen Urheber ins Boot holen.

Wie das dann durchsetzen? Ich habe sicher nicht die Generallösung im Gepäck. Grundsätzlich lassen sich Downloadsites - mit einem entsprechenden Aufwand und nur zu einem gewissen Prozentsatz - aufspüren und abschalten. Bei Kino.to ist das ja auch gelungen. Bei P2P-Netzen ist es zwar schwieriger, aber sicher nicht unmöglich, eine Lösung zu finden. Wenn privates FS nicht mehr von Strafe bedroht ist, wäre ja z.B. auch eine Nutzung mit Anmeldung möglich. Z. B. Über ein Konto bei einem bestehenden Streaming-Anbieter...
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+Bertold Werkmann Gratuliere zum ersten Nazivergleich in diesem Thread. Das stellt Dein Interesse an konstruktiven Diskurs eindrucksvoll heraus...
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Interessant was Du assoziierst. Ist das Alles was Dir einfällt beim Irrlauf einer Menge von Deutschen? Das lässt genau auf das schließen was ich annehme, mangelndes Bewusstsein über Deutsche Geschichte.
Bezug auf Vergangenheit scheint aber in diesem Fall als ungewünscht und leicht diskreditierbar weil jemand "glaubt" ich würde mich auf das einzige berufen was ER alleine glaubt als Vergangenheit zu kennen.
Im übrigen: Diskurs zu kritisieren ohne konstruktiven Beitrag ist reichlich demagogisch.
Was ist mit den 68ern und deren Nähe und Sympathie zur RAF? Oder wie wäre es mit der Internetblase in den 90ern. In Deutschland spricht man nicht über Geld, aber das Bewusstsein der Deutschen in der Weltwirtschaft ist ebenso absurd wie fatal. Die meiste Kohle die damals weltweit ge- und verzockt wurde war zu 50-40% deutsch.
Deutsche neigen zur Gleichschaltung, das habe ich angeführt.
Demzufolge darf ich Dir gratulieren.
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Und um mal einen ernsthaften Gedanken hinzuzufügen in dieser egomanischen Diskussion von Leuten die etwas umsonst haben wollen was wertvoll für sie ist und Menschen die das Wertvolle erzeugen und sich unterbezahlt finden:
Im Internet bewegen sich Menschen in den größten Stammtischen die die Welt je gesehen hat. Jeder kann seine Weltsicht gespiegelt und bestätigt finden wenn er nur das richtige Forum dafür findet.
Und, da immer noch, selbst die alten Hasen, die wie ich von Anbeginn dabei waren, nur Änfänger sind und die Jungen für die es normal erscheint, aufgewachsen sind mit Eltern die das Internet nicht kannten, so bleibt festzustellen: neu ist niemals anders!
Weil Menschen Menschen sind und sich nicht so schnell ändern, und das ist gut so. Wenn das Urheberrecht abgeschafft würde, dann wäre es als drehte man einige tausend Jahre Kulturgeschichte zurück auf Null. Wir fangen alle wieder damit an dem nächsten mit der Keule eine reinzuhauen um seine Frau zu vögeln. Das will niemand, schätze ich.
Konservative wissen, dass sie auf bestehende Werte vertrauen können ohne nachzudenken, Piraten gab es schon immer, das sind die die ohne nachzudenken kurzfristigen Impulsen folgen.
Beides kann sehr erfrischend sein, vor allem im Diskurs. Konservativ zu sein ohne angefeindet zu werden macht keinen Sinn. Es braucht hirnlose Anfeindung um sich zu orientieren und selbst in Frage zu stellen. Das Dummheit sich vermeintlich grenzenlos und schnell ausbreiten kann ist keine neue Erkenntnis. Das gilt auch für Grippe.
Angst und Grippe haben eines gemeinsam, sie kommen schnell, man kann wenig dagegen machen und sie enden. Das gilt nicht für Dummheit, die ist fortwährend existent.
Und, da ich ja nicht mehr aus Vergangenem zitieren sollte … wird mein Beitrag für jene die sich erinnern können auch keine Überraschung sein.
Ich persönlich bleibe dabei: Piraten sind sinnvolle Vollidioten!
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