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Die offene rechte Flanke und der notwendige Nazi-Diskurs

Wenn man in Deutschland jemanden schnell und effizient verunglimpfen will, dann holt man die sogenannte Nazi-Keule raus. Man bezeichnet die unerwünschte Person, Bewegung oder Strömung einfach als Nazi oder von Nazis durchsetzt. Irgendwas Diffuses wird man immer finden, was in Lesern und Zuhörern spontan und zuverlässig wie eine Kopfschmerztablette die Assoziation an böse, braune, geschniegelte Waffen-SS-Offiziere erzeugt.

Um so wichtiger ist es, dass der große, lange, oft zermürbende und ermüdende Diskurs, in dem Intellektuelle aller Art in den vergangenen fünf Jahrzehnten eine vielschichtige Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus geleistet haben, nicht einfach abreißt und nur noch Stammtisch-Plattitüden übrig bleiben. Denn genau diese Plattitüden, diese tausendfach medial verzerrten und pointierten Bilder von jener bösen Macht damals, die keiner von uns heutigen mehr persönlich kennen gelernt hat, und deren letzte Zeitzeugen, die damals schon ein erwachsenes Bewusstsein hatten, allmählich aussterben - genau diese Zerrbilder sind das eigentlich Gefährliche. Sie sind der Nährboden für heutigen Naiv-Rechtsradikalismus, aber auch für völlig überzogene Anti-Reaktionen und Nazi-Vorwürfe.

Wie gut aber, dass ich das alles nicht noch weiter ausführen muss. +Julia Schramm hat das nämlich gestern pünktlich zum Führergeburtstag getan - wenn auch im Fieberwahn :-)
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Update: Im Fieberwahn haben sich einige Fehler eingeschlichen und ich habe sie mal korrigiert. Tut mir leid, wenn ihr Teile nicht versteht :( Nennt mir die konkreten Stellen, dann werde ich sie versuc...
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