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Andreas Ulmer
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An innocent heart is the perfect shield (Stuart Woods)
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"Sicherheit" ist kein Grundrecht, und "Supergrundrechte" gibt es nicht. Ein solches Supergrundrecht herbei zu fantasieren und es als Hebel zu benutzen, um einen Beschützerstaat zu konstruieren, der bestimmt, was gut für alle und das Individuum ist, ist aber sehr verlockend, und ein ausgezeichneter Hebel, um Grundrechtsargumentationen als Mittel zu verwenden eben diese Rechte auszuhöhlen.

http://www.cr-online.de/blog/2016/11/29/verkehrte-welt-zur-zweckentfremdung-von-grundrechten-und-zur-verklaerung-des-nichtwissens/ weist hier auf eine sehr bedenkliche Entwicklung in der EU hin und erklärt, wieso das problematisch ist und das Gegenteil dessen erreicht, was es tun soll.

Eine ähnliche Diskussion in anderem Kontext findet man in https://www.juwiss.de/25-2016/ und im Verfassungsblog in http://verfassungsblog.de/es-ist-wieder-da-der-eugh-bestaetigt-das-grundrecht-auf-sicherheit/. Gerade das letztgenannte Verfassungsblog sei sowieso jedem Interessierten noch einmal als eine Art "Tumblr of the Day" ans Herz gelegt.

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Twitter, das unsoziale Flame-Netzwerk, das keiner haben will, hat eine neue Modewelle: #WeAreTwitter . Ein Haufen lautstarke Pöbler haben die Idee, daß irgendetwas besser wird, wenn sie den Laden selbst übernehmen.

Wenn das so wäre, könnte man Twitter gleich neben USENET (und Jabber) zu Grabe betten.

USENET war vor 20 Jahren ein Netz von dezentral betriebenen Serverinstanzen, auf denen Benutzer Artikel schreiben konnten, die dann Flood-Fill artig auf alle Server kopiert wurden. Kommentare wurden mit den Ausgangsartikeln zur Bezugnahme verkettet, und thematisch mit "Newsgroups" genannten vordefinierten Hashtags sortiert. Es gab eine Reihe von Clients, mit denen man an USENET teilnehmen konnte, auch wenn man selbst keine Serverinstanz betrieb.

Heute sind Reste von USENET als quasi zentralisierte, schwach vernetzte Foren zum Tausch von Raubkopien noch in Betrieb.

USENET ging aus einer Reihe von Gründen unter:

Da ist einmal die dezentralisierte Struktur, die nicht dezentralisiert genug war. Einerseits sind die meisten Leute mit dem Betrieb eines Servers für irgendwas schlicht überfordert (weswegen der ganze Internet Of Shit Kram zum Beispiel mit einer Cloud statt dem Home Automation Server im Keller redet). Die Langversion dieses Argumentes ist in https://tante.cc/2013/05/20/host-your-own-is-cynical/ zu finden.

Die gleiche dezentralisierte Struktur führt jedoch auch zu einer Reihe von Abstimmungsproblemen - Newsgroups zum Beispiel sind keine Hashtags, sondern sie müssen zwischen den Betreibern der dezentralen Server global einheitlich abgestimmt werden. Das passiert üblicherweise durch einen langwierigen und überbürokratisierten Prozeß, der die Einrichtung neuer Newsgroups langsam, aufwendig und selten macht. Wenn jemand also eine Katzenstaupe-Gruppe haben will, ist das nicht einfach #katzenstaupe , sondern einige Wochen argumentieren, verteidigen und abstimmen (und selbst dann ist die Chance groß, daß man die Gruppe nicht bekommt).

Dezentral entwickelt wurden auch die Clients, und sie waren deswegen zueinander inkompatibel und haben zugleich die Weiterentwicklung des Mediums unmöglich gemacht.

Mein Nickname zum Beispiel ist heute noch in vielen Medien Isotopp.

Das ist deswegen so, weil die Einführung von so simplen Dingen wie Umlauten in USENET Jahre gebraucht hat und umständliche Transfer-Encodings erfordert hat. Statt also zu definieren "ab morgen machen wir ganze Pipeline utf-8 clean und erlauben Umlaute überall" hat man versucht, Zeichensätze in ASCII-kompatiblen Transferencodings darzustellen, damit Betreiber von inkompatiblen Servern und dummen Clients weiter teilnehmen konnten ohne Upgradezwang zu haben. Und so wurde aus "Kristian Köhntopp" für die Benutzer zurückgebliebener Software ein "Kristian =?iso-8859-1?q?K=F6hntopp?=", kurz Iso-irgendwas-topp oder Isotopp.

Die Einführung von MIME-Multipart und Rich Media Content wurde gar gleich ganz abgeblockt und so kam es, daß die Leute, für die USENET eigentlich da gewesen wäre, um etwa über die Krankheiten ihrer Katzen zu diskutieren oder Katzenfotos zu verbreiten, daß diese Leute also andere Medien bevorzugt haben, in denen man über Katzenfotos und Katzenkrankheiten mit Bildern und Videos diskutieren konnte. Das waren dann am Ende alle und USENET gibt es nicht mehr.

Auch auf der administrativen Seite wären Verbesserungen möglich gewesen, aber die sind nicht umgesetzt worden. USENET verwendete ein Protokoll, NNTP, das defekt war: Welche Daten ich bekomme habe ich nicht bestimmen können, sondern die Admins der Server, die mir die Daten liefern, haben es bestimmt. Was gefehlt hat, ist eine on-connect Verhandlung von "was der andere Server hat" und "was ich haben will" und dann eine automatische Konfiguration der entsprechenden Filter. Und ein maschinenlesbares Verzeichnis von Servern, die bereit wären, mir Daten zur Verfügung zu stellen.

Dann hätte man sich als Betreiber eines Servers einen solchen hingestellt, gesagt, daß man alle Katzen-Newsgroups haben will und der Server wäre losgegangen, hätte einem eine Liste von Katzen-Newsgroups und möglichen Quellen gezeigt, und hätte dann nach einem OK die entsprechenden Server geholt und Katzen-Newsgroups gehabt.

Stattdessen ist Peers finden und Peerings aufsetzen wieder ein langwieriger, Wochen dauernder Prozeß mit Mailwechsel in einer fremden Sprache und dem manuellen konfigurieren frickeliger Dateien gewesen.

Das. war. alles. ganz. ganz. schlimm.

Was hat das mit Twitter zu tun? Twitter wird bewohnt von einem Haufen Leuten, die da mehr so aus Versehen sind und denen es eigentlich total egal ist, ob das blau am Logo oben hellblau oder dunkelblau oder gar rot ist. Twitter wird auch bewohnt von einer kleinen, unglaublich lauten Horde von Brüllaffen, denen es wichtig ist, daß Twitter Scheiße bleibt, weil sich nie was ändern darf.

140 Zeichen, defekte Tweet-Verkettung, viele Clients, alle mit unterschiedlichen Fehlinterpretationen der API und alle mit unterschiedlich weit implementierten Changes der API. Wissen schon.

Kann man machen, kriegt man USENET: Schlechte Stimmung, Widerstand gegen Weiterentwicklung, Inkompatible Clients, Abwanderung der User und am Ende Sturz in die Bedeutungslosigkeit.

#WeAreTwitter  ist nur eine langsame und schmerzhafte Weise sich umzubringen.

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Hate it when this happens #buffering #lag Please Retweet, Comment and Follow us
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Der linksradikale Terrorprofessor Dr. Hans-Jürgen Papier veröffentlicht in der radikalen Beck-Publikation "Neue Zeitschrift für Verwaltungsrecht" (vgl. "Neues Deutschland") einen hetzerischen Text mit der Überschrift »Beschränkungen der Telekommunikationsfreiheit durch den BND an Datenaustauschpunkten« und kommt in Abschnitt »5. Abschließende rechtliche Beurteilung, c)« zu dem Ergebnis "Deshalb sind die Zugriffe des BND auf den Datenaustauschpunkt [DE-CIX] insgesamt rechtswidrig." Kann den mal jemand No-Fly-Listen, bitte? Die Terrorgefahr und so!

http://rsw.beck.de/rsw/upload/NVwZ/NVwZ-Extra_2016_15.pdf
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