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André Frick
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André Frick

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Welche Verantwortung habe ich als Diensteanbieter? Welche gesellschaftliche Verantwortung habe ich wenn ich jemandem Zugang in ein, dieses Netzwerk gebe?

Wir bieten mit #Freifunk  einen recht uneingeschränkten Zugang ins Netz. Übertragen wir diesen Gedanken erstmal auf das Realweltproblem des Marktplatzes, des Hofes, der Wiese. Gehen wir davon aus, dass ich eine Wiese habe und diese Wiese uneingeschränkt der Gesellschaft, allen, zur Verfügung stelle. 

Fangen wir bei so simplen Dingen wie der Kommunikation untereinander an. 

Welche Verantwortung trage ich, als Wiesenbesitzer, folgendem Gedanken nachzukommen: "Uns Würde mal interessieren, welche Mittel freifunk vorsieht um gewisse Individuen, die es leider immer gibt, zur Ordnung zu rufen..." - auch unter folgendem Aspekt: "Für uns steht erneut fest: Jedem anonym Internet zu geben, wie Mancher dies fordert - mündet in Chaos. Das Internet zerfällt in Anarchie."

Heißt - wie Sorge ich dafür, dass sich die Leute auf meiner Wiese nett verhalten? Kurz: Gar nicht. Ich bitte sie darum - stelle ein Schild auf "Sei nett zu deinem Gegenüber" oder verweise auf die 10 Gebote und füge als 11. Gebot "Du sollst nicht doof sein" hinzu. Meine in Deutschland liegende Wiese ist bereits "kein rechtsfreier Raum", wenn Nutzer der Wiese ein Problem haben können sie bei mir Nachfragen ob ich nicht den bösen störenden nicht sanktionieren könnte. Indem ich ihm Zugang zur Wiese verweigere, ihm sage er darf nur noch auf die Wiese und mitspielen, wenn er Nett zu anderen ist, Security aufstelle, die dafür sorgt, dass diese Vorgabe eingehalten wird... Oder aber ich kümmere mich nicht darum. Ich stelle eine Wiese zur Verfügung, keine Garantie, dass sich darauf jeder verhält wie dritte es gerne hätten. Nichtmal eine Garantie, dass sich jeder so verhält wie das deutsche Rechtssystem es vorsieht. Wenn jemand ein Problem mit dem Verhalten eines anderen Users hat, kann er diesen Anzeigen oder Klage gegen ihn erheben. Wegen Beleidigung, Rufschädigung, wegen mir sogar wegen Ignorierens.

Sollte ich als Freifunk Anbieter eine Authentifizierung verlangen, dass $Nutzer zurückverfolgbar ist? Schauen wir wieder auf unsere Wiese. Keiner wird ein Namensschild tragen. Keiner wird sich bei betreten oder verlassen ausweisen. Keiner wird einen Brief mit Gesprächsinformationen hinterlassen. Auch nicht mit wem er geredet hat. Vielleicht hat es jemand gesehen oder gar gehört der ihn kennt. Vielleicht auch nicht. Vielleicht ist da gar niemand der ihn kennt. Vielleicht schon. Ich biete eine Plattform an, die völlig unkontrolliert genutzt wird und habe der Gesellschaft meiner Auffassung nach nichtsdestotrotz einen Dienst erwiesen. Ich habe ihr eine Plattform, Zugang zu dieser Plattform gewährt. 

Diesen Zugang gewähre ich auch zum Internet. Vielleicht wird jemand beleidigt, vielleicht nicht. Vielleicht kann der Beleidigte damit leben, vielleicht nicht. Vielleicht gibt es eine Strafverfolgung, vielleicht nicht. Vielleicht gibt es einen Zivilprozess, vielleicht nicht. Vielleicht stelllt sich ein Richter hin, schüttelt den Kopf und erklärt dem Anzeigenden in förmlicherem Text, dass er sich mal den Stock aus'm Arsch ziehen soll und einfach nur Unrecht hat mit seiner Rechtsauffassung. Und damit habe ich noch einen Extra-Dienst erwiesen: Ich habe mich nicht zum Richter emporgeschwungen und nicht über Recht und Unrecht entschieden. Ich habe gestattet, dass die Nutzer sich austauschen und eine übergeordnete Instanz, der die Kompetenz zugesprochen wurde sich damit rumschlagen muss ob die das dürfen oder nicht. Ob wir in dem Fall richtig liegen oder nicht, ob wir eine Meinung äußern oder eine Beleidigung wird wohl unabhängig von jedem Urteil streitig bleiben, jeder fühlt sich selbst im Recht sonst würde er nicht so handeln. 

Ja... soviel zur Kommunikation, direkter Nutzer-Nutzer Interaktion. Was ist, wenn wir nun Waffen oder Drogendealer auf meinem Grundstück haben? Nun... gleiches Spiel. Eine Freie Plattform lässt das zu. Strafverfolgung kann regulär betrieben werden. Ist das bei uns auch so? 

Wir haben einen VPN Tunnel nach Schweden, in die Schweiz oder bei anderen anbietern in Deutschland. Also... wir haben Waffenhandel. Üble Sache. Erfahrungsgemäß wird dabei einer drauf gehen. Bringt mich das nun dazu das Grundstück zu entfernen? Oder zu räumen? Nein. Bis zum Beweis(!) des Gegenteils findet dort kein Waffenhandel statt. Es ist anzunehmen, aber erstmal weiß ich nichts davon. Ja auch weil ich beim Einlaß nicht nachfrage "handelst du mit Waffen". Von einem sehr grenzdebilen Prozentsatz nehme ich mal an jeder würde "Nein" sagen. Gut, ich könnte mir vorstellen, dass ich selbst "aber ja, natürlich, siehst du den Leopard 2 unter meinem Exhibitionisten-Trenchcoat nicht?" - wäre nicht das erste mal. Ich war auf ner Demo von der Frage eines Bullen tatsächlich mal so verwundert, dass ich antwortete "Klar unter meinem Mantel ist ein Raketenwerfer." Seis drum, wir wissen er kann stattfinden. Vermutlich werden die meisten Wiesenbenutzer die Wiese nicht dazu nutzen, aber irgendwer wird sich schon finden. Wenn meine Wiese in den USA liegt ist das je nach Bundesstaat nichtmal ein Problem. Also brauchen wir auch hier wieder eine Lokale Institution die sich um die durchsetzung des LOKAL gültigen Rechts kümmert. Das ist natürlich erschwert durch die Tatsache, dass es einen Kanal gibt der die möglichen Ausgangspunkte sehr verzerrt - aber wie sieht das auf der Wiese aus? Wird jede Zollkontrolle wahr genommen, jede Waffe angemeldet, jede Registrierung durchgeführt, der Händler und Käufer erfasst? Wir reden hier von Illegalen/Schwarzmarktgeschäften. Diese Zeichnen sich dadurch aus, dass man versucht genau das zu vermeiden, unter Einsatz bspw. einer falschen Identität. Damit wäre auch eine Authentifizierung über den Jordan - ich gebe mich als jemand anders aus - mit unterschiedlich großem Aufwand. Der Lokale Dealer der für seine Kumpels 100 Eur mitbringt wird den kaum betreiben - der Internationale Drogenbaron der Milliarden umsetzt, wird genau darauf achten. Ich stehe also vor dem selben Problem. Das VPN ist schlichtweg der Schleichweg an der Grenze, das Internet-Schengen. (Ernsthaft, wir arbeiten hart dran Grenzkontrollen kontrolliert abzubauen - bzw. es wurde daran gearbeitet - und im Internet diskutieren wir über Rechtfertigungen sie aufzubauen?) 

Auch hier trifft mich nur die Verantwortung eine Wiese gestellt zu haben, ohne die das Geschäft nicht nicht möglich wäre sondern sich entweder verlagert hätte - oder auf mein Einverständnis geschissen worden wäre und sie einfach trotzdem genutzt worden wäre. 

Prostitution? Kinderpornographie? Vergewaltigung? Mord? Brandanschläge? Alles das selbe Problem. Das könnte ich als Carrier, als Plattformanbieter oder noch einen Schritt rückwärts - als Anbieter der Straße ZUR Plattform nur unterbinden wenn ich die Menschen und Inhalte der Menschen (Kommunikation, bis hin zur Unterhose) kontrolliere. Will ich das? - Ich dürfte es nicht mal. 

Man könnte nun natürlich sagen "Aber du hast doch die Möglichkeit 
hilfreich zu sein" - naja nein. Die Fahndungserfolge des großen Lauschangriff, der Vorratsdatenspeicherung und der Rasterfahndung lassen sich an einer Hand abzählen. Vielleicht konnte man "danach schneller ermitteln" - verhindert wurde nichts. Es hat vielleicht ein paar Tage Zeitvorteil gebracht ohne den das Ergebnis 3 Tage später erreicht worden wäre. 

Ich habe genau in dem Moment eine Verantwortung in dem ich beschließe anderen moralisch überlegen zu sein und sie, sowie ihre Taten moralisch und rechtlich bewerten zu können. Das kann ich aber nicht, also habe ich auch keine Legitimation eine entsprechende Überwachung zu etablieren. 

Freifunk wie in #Freiheit. 
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André Frick

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Die Regierung will den Energiekonzernen Fracking gesetzlich erlauben. Doch diese riskante Form der Erdgasförderung ist eine Gefahr für das Grundwasser. Jetzt Appell unterzeichnen!
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André Frick

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Wer die Sonne nutzt soll dafür Steuern zahlen? Geht's noch? https://www.campact.de/energiewende/sonnen-steuer/teilgenommen/
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Schönes Zitat aus Hemlock Grove (S01E13)
In a live that's long and well lived, there's gonna be pain and darkness that can't be understood by those who live day to day like it's any other. In einem langen und reichen Leben, gibt es immer Schmerz und Dunkelheit. Das versteht niemand von denen, die ...
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André Frick

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Ein Stück Papier mit erfreulichem Aufdruck :-)

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Super!!!! Freut mich sehr für dich... 
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André Frick

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Eon & Co wollen Kosten für Atommüll auf uns alle abwälzen oder weiter gegen den Atomausstieg klagen. Jetzt gegenhalten!
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Europa. Grenzenlos.

Großartiges Video!
 
Europa. Grenzenlos.
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Beate Kiefner's profile photo
 
sehr schön, dass das europäische Grundeinkommen erwähnt wird! 
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