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„Leichte Sprache“ schwere Sprache!

Ab 2018 soll die „leichte Sprache“ für alle Behörden verpflichtend sein, was Germanisten und Sprachwissenschaftlern vermutlich viele neue Jobperspektiven bieten wird. Im Grunde ist die leichte Sprache (oder auch „einfache Sprache“) als Zusatzangebot nur zu begrüßen. Ungefähr sieben Millionen Erwachsene in Deutschland sind aus unterschiedlichen Gründen nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, komplexere Formulierungen zu verstehen. Nicht nur das Amtsdeutsch in Behördenbescheiden stellt für sie eine Barriere dar, sondern oft auch der übliche Sprachgebrauch der Medien. Für sie sollen Zusatzangebote in eben dieser einfachen Sprache bereitgestellt werden. So weit, so prima. Inzwischen gibt es mit „Nachrichten leicht“ (www.nachrichtenleicht.de) sogar ein Portal, das ausschließlich die leichte Sprache verwendet. Immer mehr Portale übersetzen einzelne Artikel ihres Angebots in leichte Sprache und auch im Videotext der ARD findet sich mittlerweile ein Nachrichtenüberblick in leichter Sprache. Es gibt wenig, was gegen derartige Zusatzangebote einzuwenden wäre. Problematisch wird es dann, wenn die leichte Sprache mit Hinweis auf die Barrierefreiheit zu Standardsprache erklärt wird, wie es für Behörden demnächst geschehen soll.

Es geht Information verloren

Die leichte Sprache reduziert den Wortschatz auf einen Grundwortschatz von 1500 Wörtern. Verboten sind darüber hinaus Fachbegriffe, Passivkonstruktion und der Genitiv. Nun ist zwar bekannt, dass die Sprache komplexer ist, als zur bloßen Informationsvermittlung nötig wäre. Men kenn zem Beespeel Setze verstehen, en denen elle Vekele derch een e ersetezt werden. Aber ein Blick auf „Nachrichten leicht“ macht sehr schnell deutlich, dass die Übersetzung in leichte Sprache mit einem erheblichem Informationsverlust verbunden ist. Weil beispielsweise weder direkte Rede noch der Konjunktiv in der leichten Sprache erlaubt sind, ist oft nicht zu erkennen, ob gerade Fakten oder Meinungen dargestellt werden und um wessen Meinung es sich gegebenenfalls handelt. Erste Erfahrungen in Schleswig-Holstein, wo die Wahlbenachrichtigungen zur diesjährigen Landtagswahl in einfacher Sprache verfasst wurden, waren jedenfalls wenig ermutigend. Die einfache Sprache nicht als optionales Angebot zu nutzen, sondern kurzerhand die deutsche Amtssprache durch sie zu ersetzen, traf auf wenig Begeisterung.

Typisch deutsche Gründlichkeit

Die Komplexität der Sprache zu reduzieren, ist keine neue Idee. Schon in den 80er Jahren führte die Luft- und Raumfahrbranche für technische Dokumentationen den vereinfachten englischen Sprachstandard ASD STE-100 (en.wikipedia.org/wiki/Simplified_Technical_English) ein, um Nicht-Muttersprachlern den Umgang mit diesen Dokumenten zu erleichtern. Bereits vor rund 100 Jahren wurde in England die einfache Sprache „Basic English“ als Möglichkeit diskutiert, eine einfache Sprachversion zu etablieren, die überall auf der Welt in wenigen Stunden gelernt werden kann. Hier ging es primär darum, die weltweite Kommunikation zu standardisieren und zu vereinfachen. Beide Varianten weisen in vielen Aspekten Ähnlichkeiten mit der „leichten Sprache“ auf. Aber auf die Idee, die Amtssprache im eigenen Land durch eine so konstruierte Minimal-Sprache zu ersetzen, ist vorher noch niemand gekommen.
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Mit Zapfhähnen gegen Studienabbrecher!

Was hat man nicht alles versucht, um die Quote der Studienabbrecher zu senken! Von Vorkursen über individuelle Intensivbetreuung bis zur verbindlichen Studienberatung vor der Immatrikulation wurde alles mit mehr oder minder bescheidenem Erfolg ausprobiert. Dabei ist es doch so einfach: Bier her! Denn wer Bier trinkt, bricht sein Studium seltener ab. Das ist zumindest das Ergebnis einer dänischen Studie, über die Spiegel Online berichtet hat (www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/verblueffender-effekt-wer-bier-trinkt-bricht-seltener-das-studium-ab-a-1161904.html). Rund ein Drittel der Studierenden bricht in Deutschland das Studium ab, und zwar schon weit vor der Bachelorarbeit. Insbesondere in Fächern Maschinenbau, Chemie und Mathematik ist die Abbruchquote in den ersten beiden Semestern besonders hoch. Dabei ist alles so einfach – ein paar Kisten Bier in den Hörsaal und alles wird gut.

Leider, leider….

Leider ist das Ganze nur mal wieder ein neues Beispiel für das verzweifelte Bemühen von Studienautoren, irgendwie öffentliche Aufmerksamkeit zu erregen. Das Kernergebnis der Studie lautet schlicht, dass es Einzelkämpfer an der Uni schwer haben. Wer Kontakte zu anderen Studentinnen und Studenten pflegt, bricht das Studium seltener ab. Das ergibt durchaus Sinn und man hätte es auch ohne eine wissenschaftliche Arbeit zu diesem Thema ahnen können. Erstens kann die Gruppe gut über eine Motivationsdelle hinweghelfen und zweitens sich gegenseitig bei Schwierigkeiten mit dem Lehrstoff helfen. Mit dieser trivialen Feststellung schafft man es aber nicht auf Spiegel Online, also wurde verzweifelt eine Korrelation gesucht, die irgendetwas hermacht. Aus den beiden statistischen Korrelationen zwischen „soziale Kontakte“ und „Bierkonsum“ einerseits sowie „soziale Kontakte“ und „Studienerfolg“ andererseits wurde eine dritte gebastelt, nämlich die zwischen „Studienerfolg“ und „Bierkonsum“. Das war selbst den Autoren peinlich, weswegen sie pflichtbewusst ergänzten, dass übermäßiger Alkoholkonsum eher nicht mehr zum Studienerfolg beiträgt, wenn man morgens besoffen in Hörsaal getorkelt kommt. Wer hätte das gedacht! Und soziale Kontakte zu Kommilitonen seien auch dann hilfreich, wenn dabei kein Bier getrunken werde. Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben!


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Ab ins Lehramt!

Bislang galten die Jobaussichten für Absolventen von Lehramtsstudiengängen als eher durchwachsen. Ausnahmen waren lediglich die Mangelfächer Mathematik, Physik und Chemie sowie alles, was irgendwie mit Programmierung oder IT zu tun hat. Eine neue Studie der Bertelsmann-Stiftung (www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2017/juli/schueler-boom-zehntausende-zusaetzliche-lehrer-und-klassenraeume-notwendig) legt nahe, dass sich das bald ändern könnte. Die Autoren rechnen für das Jahr 2025 mit 8,3 Millionen Schülerinnen und Schülern in Deutschland. In der bisherigen Bedarfsplanung gingen die Kultusminister von 7,2 Millionen Schülern aus.

Jede Menge neue Stellen für Lehrer?

Die 1,1 Millionen zusätzlichen Schülerinnen und Schüler erfordern 24.000 zusätzliche Lehrkräfte an Grundschulen und 27.000 zusätzliche Lehrerstellen in der Sekundarstufe I. Hinzu kommt der Ersatz für die Lehrkräfte, die durch die in den nächsten Jahren anstehende Pensionierungswelle aus dem Schuldienst ausscheiden werden. Für die von der Schuldenbremse geplagten Länder wird das allerdings nicht einfach. Zumal all die neuen Lehrer ja auch Unterrichträume benötigen, weswegen zahlreiche Schulen neu gebaut werden müssten. Bislang sind keine Reaktionen der Länder zu erkennen, man gehe derzeit noch von den alten Prognosen aus und werde die neuen Zahlen in aller Ruhe prüfen.

Wie kriegen wir die Kuh vom Eis?

In aller Ruhe und Gelassenheit abwarten bis es taut! Das scheint die Strategie zu sein. Dabei gibt es – auch völlig unabhängig von der Studie der Bertelsmann-Stiftung – keinen Zweifel mehr, dass die alten Prognosen hinsichtlich der Schülerzahlen nicht mehr brauchbar sind. Das liegt nicht nur an der verstärkten Migration, die insbesondere seit 2015 zahlreiche Kinder und zukünftige Eltern nach Deutschland geführt hat. Es liegt auch daran, dass wieder mehr Kinder geboren werden, als noch vor einigen Jahren prognostiziert wurde (siehe z. B. www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article167089532/Trend-zur-Kinderlosigkeit-ist-gestoppt.html). Wie wäre es denn angesichts dieser Entwicklung damit, das Lehramtsstudium ein wenig attraktiver zu gestalten? Wozu braucht man beispielsweise eine Bachelorarbeit, wenn der Bachelorabschluss nicht einmal zum Referendariat berechtigt?
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Klage gegen Studiengebühren für Ausländer

Irgendwie hat man es ja geahnt, dass sich die Geschichte mit den Studiengebühren für Studierende aus Nicht-EU-Ländern zum Rohrkrepierer entwickeln wird. Urheberin der Idee war Theresia Bauer, Wissenschaftsministerin in Baden-Württemberg. Dass ausgerechnet die Grünen mit einem solchen Gesetz vorpreschten, ist nur auf den ersten Blick verwunderlich – in Baden-Württemberg sind die Grünen längst nur noch ein Wahlverein für einen Ministerpräsidenten, der sich beim Parteieintritt offenbar in der Tür geirrt hat. Die neue Landesregierung in NRW hat sich darauf verständigt, die Regelung aus BaWü zu kopieren – als kleines Trostpflaster für die FDP, die mit der Forderung nach einer Wiedereinführung der Studiengebühren für alle angetreten war und so wenigstens einen kleinen Achtungserfolg vorweisen kann.

Klage gegen Ungleichbehandlung

In Baden-Württemberg werden beschäftigen die Studiengebühren für Ausländer nun die Juristen. Ein betroffener Student hat gegen die Regelung geklagt (www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/baden-wuerttemberg-student-klagt-gegen-studiengebuehren-a-1157806.html). Das könnte äußerst heikel für die Landesregierung werden. Vermutlich wäre es gar nicht so schwierig, eine Ungleichbehandlung von EU-Ausländern und Nicht-EU-Ausländern juristisch einwandfrei zu begründen. Als Problem dürften sich eher die Ausnahmeregelungen in dem Gesetz erweisen. Als Reaktion auf zahlreiche Proteste hat die Ministerin zugesagt, dass diejenigen ausländischen Studierenden ausgenommen sein sollen, deren Eltern sich die Gebühren tatsächlich nicht leisten können. Zahlen sollen im Wesentlichen nur die, die deutsche Unis aufgrund hoher Studiengebühren in den USA und GB als Schnäppchen ansehen, sich die Studiengebühren aber eigentlich leisten könnten. In der Praxis würde das allerdings daran scheitern, dass es nicht möglich ist, die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Eltern irgendwo in Asien oder Afrika zu prüfen. Also weicht Bauer auf eine pauschale Ausnahmeregelung für arme Länder aus, die von der Regelung ausgenommen sein sollen. Die pauschale Annahme, dass ein Student aus dem Sudan wohl arme Eltern haben werde und ein Student aus China wohl reiche Eltern, dürfte vor Gericht kaum Bestand haben. Aber einer Grünen Ministerin aus Baden-Württemberg wird es vermutlich nicht allzu peinlich sein, von einem Gericht über das Verbot der Ungleichbehandlung aufgrund der Nationalität belehrt zu werden. Schließlich ist Baden-Württemberg das Land, in dem der Diesel eine grüne Zukunftstechnologie ist. Die Grünen im Rest der Republik werden indes wohl hoffen, dass dieses Verfahren bis nach der Bundestagswahl still und leise in den Gerichtsakten schlummert.

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How many roads must a man walk down...

...bis er die Plagiatsjäger abgehängt hat? Dr. Stefan Weber ist zweifelsohne ein anerkannter Experte, wenn es darum geht, Plagiate in Doktorarbeiten und anderen wissenschaftlichen Texten zu finden – er hat als „Sachverständiger für Plagiatsprüfungen“ sogar ein Geschäftsmodell daraus gemacht (https://plagiatsgutachten.de). Ein Plagiat ist ein Plagiat und eine textliche Übereinstimmung ist eine textliche Übereinstimmung – und eine automatische Plagiatsprüfung sucht eben nur letztgenannten. Für akademische Prüfungsarbeiten gelten von der ersten Hausarbeit bis zu Dissertation strenge Zitierregeln, weswegen man zumindest nicht ganz falsch liegt, nicht streng zwischen beiden zu trennen. In der Literatur und der Kunst allgemein liegen die Dinge deutlich komplizierter. Übernahmen aus fremden Werken sind hier an der Tagesordnung und die Frage, ob es sich um einen Diebstahl geistigen Eigentums handelt oder ob der Künstler aus Bekanntem etwas Neues geschaffen hat, übersteigt die Fähigkeiten einer Plagiatsprüfungssoftware bei Weitem. Das hat Dr. Weber wohl völlig aus den Augen verloren, als er seine Plagiatssoftware ohne Sinn und Verstand auf die Nobelpreisrede Bob Dylans losgelassen hat. Herausgekommen ist diese peinliche Elaborat: https://plagiatsgutachten.de/software-analyse-bestaetigt-plagiatsvorwurf-gegenueber-bob-dylans-nobelpreis-rede/.

Ein kleines Meisterwerk

Bob Dylan wäre nicht der erste gewesen, der in der Liste der Nobelpreisträger mit dem Hinweis „did not deliver a Nobel Lecture“ aufgelistet worden wäre. Aber in seinem Fall wurde erstmals ein weltweites Medienereignis daraus, dass wenige Tage vor Ablauf der Frist noch keine Nobelpreisrede von ihm vorlag. Ein Mitglied der Jury ließ sogar wissen, dass das Preisgeld nicht ausgezahlt werden könne, wenn die Rede bis zum Abgabetermin nicht eingereicht würde. Wer einen Nobelpreisträger wie einen Studenten im ersten Semester an den Abgabetermin für seine Hausarbeit erinnert, bekommt seine Arbeit! Dylan hat dabei getan, was er Zeit seines Lebens getan hat: Dinge, die er gelesen oder gehört hat, zu etwas Neuem zusammengefügt. Daraus hat er auch nie ein Geheimnis gemacht. Schon 2004 beschrieb er in einem Interview, dass auch zwei seiner bekanntesten Songs (Blowing in the Wind, The Times they are A-Changing) auf diese Weise entstanden (http://bobdylanplagiarisms.yolasite.com).
Auch in seine Nobelpreisrede hat er Eigenes mit Fremdem vermischt. Dass Dylan ausgerechnet Zitate aus einer Interpretationshilfe für Schüler verwendet hat, ist in der Tat eine provokante Antwort auf die öffentliche Erinnerung an den Abgabetermin für seine „Hausarbeit“. Und: Nein, lieber Herr Dr. Weber, dies war ganz sicher kein Fall, in dem der Schüler einen Ghostwriter beauftragt hat und dieser sich das Leben mit Copy and Paste ein bisschen zu leicht gemacht hat! Und bitte widerstehen Sie der Versuchung, auch Dylans Songtexte durch Ihre Plagiatssoftware zu jagen! Come mothers and fathers throughout the land and don't criticize hat you can't understand....

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Das Ende des finnischen PISA-Traums

Ein Vorschlag für das Unwort des Jahres: „bildungsfern“! Eben jene bildungsfernen Elternhäuser sollen nach gängiger Lesart die Ursache für die dürftigen Bildungserfolge ihrer Kinder sein. Durch die Daten war diese Behauptung nie gedeckt, wie die Sozialwissenschaften schon länger nachgewiesen haben. Das Problem heißt Armut und die Bildungserfolge der Kinder armer Familien hängen nicht davon ab, über welche Bildungsabschlüsse die Eltern verfügen. Daten dazu gibt es leider mehr als genug, seit auch immer mehr Akademiker direkt von Uni im Niedriglohnsektor landen. Manchmal sind die Dinge wirklich so einfach. Ein Blick nach Finnland bestätigt das.

„Schulen nach finnischem Vorbild!“

Das war um die Jahrtausendwende die Forderung, die von deutschen Bildungspolitikern und Erziehungswissenschaftlern unisono erhoben wurde. Finnische Schüler erzielten bei PISA regelmäßig Traumergebnisse, die ansonsten nur autoritäre Drill-Schulen einiger asiatischer Staaten vorweisen konnten. Es herrschte Einigkeit, dass das finnische Gesamtschulsystem der Schlüssel zum Erfolg sein müsse und der Slogan „Längeres gemeinsames Lernen!“ ist seitdem fester Bestandteil der deutschen Bildungsdebatte. Aber seit rund zehn Jahren geht es mit den finnischen PISA-Ergebnissen stetig bergab, obwohl Finnland nach wie vor das Traumland aller rot-grün bewegten Reformpädagogen ist. (siehe z.B. https://goo.gl/8xGe5E ). Am Gesamtschulsystem hält das Land nach wie vor fest, außerdem wurde mit der Abkehr vom traditionellen Frontalunterricht eine wichtige Forderung der Pädagogen umgesetzt. Geholfen hat alles nichts, die Leistungen der Schüler sinken weiter. Im Vergleich zum Jahr 2000 hinken heutige finnische 15-jährige ein ganzes Schuljahr hinterher.

Hello World!

Finnland war lange mehr oder minder eine abgeschottete Welt, die von den Problemen des Rests der Welt kaum berührt war. Erst mit dem Zusammenbruch der UdSSR ging der wichtigste Handelspartner verloren, was nicht ohne Folgen blieb. Viele verloren ihre Jobs und die Kinder dieser Arbeitslosen tauchen jetzt allmählich in den PISA Statistiken auf. Außerdem hat die finnische Jugend mit einem Problem zu kämpfen, dass ihren Vorgängern fremd war: Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei etwa 20 Prozent. Mit der Spaltung der Gesellschaft in eine wohlhabende Mittelschicht und einen abgehängten Rest brach auch der Bildungserfolg der ehemals weitgehend homogenen Schülerschaft ein - und keine Gesamtschule hat es verhindern können!

www.acad-write.com/mentor
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Mal wieder eine Quatsch-Studie!

Es ist ja inzwischen eine Art von Breitensport geworden, Fachmagazine bloßzustellen, indem man offensichtliche Nonsens-Paper dort platziert. Der jüngste geglückte Coup dieser Art dürfte allerdings rekordverdächtig sein und die Debatte über Qualitätsstandards von Journalen der Sozialwissenschaften neu entfachen. Zwei Wissenschaftler reichten in der Fachzeitschrift
„Cogent Social Sciences" eine Studie ein, deren Kernthese darin besteht, dass der Penis die Hauptursache für den Klimawandel sei ( https://goo.gl/ctPek3 ). Die Studie besteht aus einer Aneinanderreihung absolut sinnloser Sätze. Dazu haben die Autoren einfach nach den am häufigsten verwendeten Begriffen in Papers der Gender Studies gesucht und diese sinnlos aneinander gereiht. Das Ganze wird dann noch mit ein bisschen Klimawandel garniert und fertig sind Sätze wie dieser:

“Toxic hypermasculinity derives its significance directly from the conceptual penis and applies itself to supporting neocapitalist materialism, which is a fundamental driver of climate change, especially in the rampant use of carbon-emitting fossil fuel technologies and careless domination of virgin natural environments.”

Die Autoren beschreiben ihr Vorgehen hier (https://goo.gl/o7C9hi ). Dort äußern sie sich auch dazu, was sie mit ihrer denkwürdigen Studie beweisen wollten: “We assumed that if we were merely clear in our moral implications that maleness is intrinsically bad and that the penis is somehow at the root of it, we could get the paper published in a respectable journal.” Hat prima funktioniert!

Und die Gutachter?

„Cogent Social Sciences" wirbt mit einem qualitativ hochwertigen Peer-Review System, das die wissenschaftliche Qualität aller veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten garantieren soll. Normalerweise rutschen solche Unsinnstudien durch die Kontrollen, weil die Gutachter schlampig gearbeitet haben und eine Studie mehr oder weniger ungelesen durchgewunken haben. Das war hier anders, die Gutachter haben den Quatsch von vorne bis hinten gelesen. Ein Gutachter hat weitere Quellen als Beispiele gefordert und der andere sich sogar zu der Bewertung hinreißen lassen, die Studie sei in jeder Hinsicht herausragend („outstanding in every applicable category“.) Filterblasen und Echokammern werden allgemein primär als Probleme der Social Media diskutiert, die dazu führen, dass User durch die Selektion der ihnen angezeigten Inhalte in ihrer Meinung kontinuierliche bestärkt werden, wie absurd diese auch sein mag. Die Autoren haben gezeigt, dass “the echo-chamber of morally driven fashionable nonsense” auch ein Problem einiger wissenschaftlicher Disziplinen ist.


www.acad-write.com/ghostwriter/sozialwissenschaften
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Mal wieder die Biologen…

Neben der Psychologie gelten die Lebenswissenschaften als besonders anfällig für manipulierte Forschungsergebnisse – die Medizin und die Biologie haben sich diesen zweifelhaften Ruf durch zahlreiche mehr als fragwürdige Studien redlich verdient. Oft stecken Interessenkonflikte hinter den Manipulationen, weswegen die meisten Journale inzwischen eine Offenlegung potenzieller Interessenkollisionen verlangen. Manchmal geht es aber auch nur darum, durch eine Publikation zu einer öffentlichkeitswirksamen Fragestellung Aufmerksamkeit zu erregen. Sehr viel Aufmerksamkeit fand im vergangen Jahr diese (https://goo.gl/XrnlI9) Studie zur Auswirkung von Mikroplastikteichen im Meer auf die Fischpopulation. Inzwischen wurde sie zurückgezogen.

Komplett erfundene empirische Studie

Der Fall dürfte einmalig sein. Es wurden nicht nur Daten manipuliert, sondern offenbar ist die gesamte Studie frei erfunden. Aufgeflogen ist der mutmaßliche Schwindel, weil die Mitarbeiter der Forschungsstation, an der die Untersuchungen angeblich durchgeführt wurden, überhaupt nichts davon wussten! (Wir bleiben mal korrekt bei „mutmaßlich“, weil die Autoren trotz eines eindeutigen Gutachtens nach wie vor ihre Unschuld beteuern. Die Pressemitteilung des Expertengremiums des „Central Ethical Review Board“ gibt’s leider nur im schwedischen Originalhttps: https://goo.gl/yTKst1). Nicht ganz clever war auch, dass einer der Autoren ein Rundfunkinterview zu den Ergebnissen der Studie gegeben hat, bevor die angeblichen Experimente überhaupt begonnen hatten.

Drei unangenehme Begleiterscheinungen

1. Die Studie hätte laut dem Gutachten des „Central Ethical Review Board“ aufgrund offensichtlicher Mängel niemals den Peer-Review-Prozess von „Science“ überstehen dürfen.
2. Die Universität Uppsala hat in ihrer internen Untersuchung keine Mängel feststellen können, was das „Central Ethical Review Board“ vielsagend als „bemerkenswert“ bezeichnet.
3. Die Studie galt seit ihrem Erscheinen als wichtigster Beweis für die Gefahr von Plastikmüll in den Meeren. Die Autoren wurden auch in vielen Medienberichten zitiert, die nach dem Skandal allesamt revidiert werden müssen. Einmal mehr Futter für diejenigen, die „das ganze Klima- und Umweltgedöns“ immer schon für Betrug gehalten haben!


www.acad-write.com/ghostwriter/biologie
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Was postfaktische Richter so anrichten

In der italienischen Kleinstadt Ivrea hat ein Richter einem Mitarbeiter eines Telekommunikationsunternehmens eine Erwerbsminderungsrente zugesprochen. Bei dem Mann wurde ein gutartiger Gehirntumor festgestellt und mittlerweile operativ entfernt, was allerdings zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens auf einem Ohr führte. Der Richter folgte der Argumentation des Klägers, dass der Tumor eine Folge der vielen Handytelefonate sei, die dieser in seinem Job führen musste. Das Urteil schreckt in Italien sowohl Juristen als auch Mediziner auf. Denn die wenigen Studien, die einen Zusammenhang zwischen Tumoren und Handytelefonaten nahe legen, sind methodisch sehr umstritten. Im Wesentlichen wurden Patienten befragt, wie viel sie in den Jahren vor der Erkrankung nach ihrer Erinnerung mit dem Handy telefoniert haben. Dieses ohnehin schon unsichere Verfahren ist umso unverständlicher, da Handys mittlerweile lange genug in Gebrauch sind, um zumindest solche direkten Auswirkungen ausschließen zu können. Gäbe es einen solchen Zusammenhang, müsste die Zahl der Erkrankungen deutlich angestiegen sein, wovon in den Daten nichts zu sehen ist.

Verschwörungstheoretiker auf dem Richterstuhl

Die italienischen Juristen beklagen, dass es immer häufiger zu derart merkwürdigen Urteilen kommt, in denen Richter einem völlig unbekannten Einzelgutachter folgen und Erkenntnisse der Weltgesundheitsorganisation oder der italienischen Arzneimittelbehörde einfach ignorieren. So wurde beispielsweise in einem Fall dem Kläger Schadensersatz zugesprochen, weil der Richter einen Zusammenhang zwischen Autismus und Impfungen als nachgewiesen ansah, obwohl auch hier die Daten diese Hypothese eindeutig widerlegen. Juristisch bleiben diese Urteile folgenlos, weil sie in der nächsten Instanz regelmäßig keinen Bestand haben. Es dürfte einigermaßen sicher sein, dass demnächst auch das Handy-Urteil aufgehoben wird. Auf den Webseiten der Verschwörungstheoretiker werden diese Urteile allerdings mindestens ebenso lange als Beweise aufgeführt werden wie die längst wegen gefälschter Daten zurückgezogene Studie zum Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus.

www.acad-write.com/produkte/juristische-gutachten
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Masterplan ohne Master

Wenn’s im Medizinstudium schon keinen Master gibt, gibt’s seit ein paar Tagen wenigstens einen Masterplan. Dieser Masterplan sieht neuen Studieninhalte und ein ganz neues Zulassungsverfahren zum Studium vor – aber irgendwie dann doch wieder nicht.

#medizin #studium #acadteam
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